Endoprothesenregister: Ein europäisches Erfolgsmodell

Im Jahr 2008 wurde gemeinsam mit der österrei­chischen Fachgesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie und der Fachgesellschaft für Unfallchirurgie der Versuch eines Endoprothesenregisters gestartet. Ziel war eine umfassende Datenerhebung von HTEP und KTEP im Sinne eines Qualitätsmanagements, einer Ergebnisqualitäts­messung und der Patientensicherheit. Dazu wurde eine differenzierte Datenerhebung der Endoprothetik in die Routinedokumentation der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) inte­griert. „Anfangs war das im Bereich der Endoprothetik nur für Erstimplantationen möglich. Ab dem Berichtsjahr 2015 sind Revisionseingriffe an Hüftendoprothesen sowie deren Revisionsgründe differenziert im LKF enthalten und verpflichtend zu dokumentieren“, sagt Dr. Siliva Türk vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Zwei Jahre später erfolgte eine entsprechende Erweiterung auf die Endoprothetik des Kniegelenks.

Österreich liegt im internationalen Vergleich der bevölkerungsbezogenen Implantationsdichten im Spitzenfeld. Sowohl bei Hüft- als auch bei Knietotalendoprothesen-Revisionen ist international betrachtet die Lockerung der häufigste Hauptrevisionsgrund. Beim Kniegelenk war im Jahr 2016 der häufigste Hauptrevisionsgrund eine Infektion. Rund 58 % (Hüfte) bzw. 53 % (Knie) der Patienten wiesen Komorbiditäten auf. Dabei war die präoperative Blutverdünnung die häufigste Herausforderung.

Eine differenzierte Datenerhebung der Endoprothetik wurde in die Routinedokumentation der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) integriert, für eine möglichst vollständige Abbildung, speziell auch um Revisions- und Medizinproduktedaten zusammenzuführen. Die Endoprothetik soll auch in Zukunft im Fokus der nationalen Ergebnisqualitätsmessung stehen und kontinuierlich ausgebaut werden. Als nächster Schritt im Fachbereich Orthopädie/Unfallchirurgie ist die Integration der Schulter- und Wirbelsäulenchirurgie in A-IQI geplant.

MP 01|2020

Herausgeber: AUSTROMED, lnteressensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2020-03-30