FdR 03|2012

Herausgeber: o. Univ.-Prof. Dr. Josef Smolen

Editorial

  • „Auf Herz und Nieren geprüft“ …

    … sagt das Sprichwort und bedeutet, welche Organe man genauestens untersuchen muss, eben weil sie überlebensnotwendig sind. Auch heute, im Zeitalter von Dialyse und Nierentransplantationen, wird jeder Patient (zu Recht!) fordern, dass wir Ärzte alles tun, um diese neueren Behandlungsmöglichkeiten ...Weiterlesen ...

Focus: Niere & rheumatische Erkrankungen

  • Niereninsuffizienz und konventionelle DMARD-Therapie: Was tun?


    Während eine Nierenbeteiligung bei SLE eine häufige Organbeteiligung darstellt, ist eine Niereninsuffizienz bei entzündlichen Gelenkerkrankungen meist nicht durch die rheumatologische Grunderkrankung bedingt, sondern hat eine andere Genese.

    Unabhängig von der Ursache muss bei einer vorhandenen Niereninsuffizienz die Wahl der zum Einsatz kommenden Medikamente sehr sorgfältig getroffen werden.

    
Auch bei bereits bestehender Niereninsuffizienz können DMARD unter sorgfältiger Kontrolle der Nierenfunktion, einschließlich Blutdruck und Harnsediment, eingesetzt werden, um eine gute Krankheitskontrolle zu erreichen und damit auch den Bedarf an NSAR zu reduzieren.

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  • Nierenbeteiligung bei M. Wegener


    Bei den ANCA-assoziierten Vaskulitiden ist eine Nierenbeteiligung häufig. Sie tritt meist als klinischer Notfall in Form eine rapid-progressiven Glomerulonephritis auf.

    Zur Induktionstherapie werden Glukokortikoide und Cyclophosphamid (CYC) bis zum Erreichen einer Remission gegeben. Rituximab ist eine Alternative zur CYC-Therapie (v. a. bei jungen Patientinnen wegen Erhalt der Fertilität).

    Danach sollte eine Erhaltungstherapie für mindestens 1 Jahr erfolgen: Azathioprin ist gleich effektiv wie, aber weniger ­toxisch als orales CYC und effektiver als MMF. Gute Ergebnisse in der Remissionserhaltung werden auch mit Rituximab ­erzielt.

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  • Renale Krise bei Sklerodermie: Wie erkennen, wie behandeln?


    Bei jedem Patienten mit systemischer Sklerose, plötzlich erhöhtem Blutdruck und/oder eingeschränkter Nierenfunktion sollte an eine renale Krise gedacht werden. Besonders gilt das für Patienten mit diffuser kutaner systemische Sklerose und kurzer Krankheitsdauer.

    Lässt sich der Verdacht nicht sicher ausräumen, sind aufgrund der Dramatik des Krankheitsbildes die sofortige Therapie mit ACE-Hemmern und die stationäre Aufnahme indiziert.

    Glukokortikoide sollten bei Patienten mit systemischer Sklerose möglichst nicht verabreicht werden, um diese schwere Organkomplikation erst gar nicht zu provozieren.

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  • Interdisziplinärer Dialog – Nephrologie und Rheumatologie

    Dr. Gürkan Sengölge (Nephrologe) und Dr. Kurt Redlich (Rheumatologe) diskutierten die Herausforderungen in der Behandlung von Patienten mit schweren Systemerkrankungen und Nierenbeteiligung und formulierten im Gespräch mit Susanne Hinger, MedMedia, gemeinsame Ziele von Rheumatologen und Nephrologen. Die Zusammenarbeit ist intensiv und erfordert Zeit und wechselseitiges Vertrauen. Ziel sind gemeinsam geführte Spezialambulanzen.

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Wissenschaft aktuell

  • Mein Patient soll operiert werden: Was tun mit der antirheumatischen Medikation?


    Die perioperative Weitergabe von MTX ist in der Regel sinnvoll. Leflunomid wird auf Grund seiner langen Halbwertszeit perioperativ meist weitergegeben.

    Obwohl Steroide das postoperative Infektionsrisiko erhöhen, sollten sie nicht reflexartig abgesetzt werden. Zu bedenken ist, dass Patienten mit einer dauerhaften Kortisontherapie unter Umständen nicht adäquat auf den operativen Stress reagieren können und unter Umständen sogar kurzfristig erhöhte Kortisondosen benötigen.

    In verschiedenen heterogenen Studien zeigen mit TNF-Blockern behandelte Patienten eine höhere Neigung zu postoperativen Infektionen. Das Pausieren dürfte allerdings an der Infektionsrate wenig ändern. Bis zum Vorliegen weiterer Studienergebnissen wird empfohlen, eine elektive OP an das Intervallende der Biologikatherapie zu setzen und präoperativ eine „Extrawoche“ Pause anzuhängen. Der Wiederbeginn der Therapie sollte bei abgeschlossener Wundheilung (in der Regel ca. 1 Woche postoperativ) erfolgen.

    Will man den gerinnungshemmenden Effekt von NSAR vermeiden, müssen diese präoperativ 4–5-mal die Halbwertszeit pausiert werden.

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  • Diagnose und Klassifikationskriterien für axiale Spondyloarthritis


    Spondyloarthritiden (SpA) sind chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankungen, die sich entweder vorwiegend am Achsenskelett oder vorwiegend an den Extremitäten manifestieren und dann entweder als axiale Spondyloarthritis (axiale SpA) oder periphere Spondyloarthritis (periphere SpA) bezeichnet werden.1

    Die Diagnose einer SpA kann beim Vorliegen eines oder mehrerer SpA-typischer Symptome durch einen Arzt gestellt werden.

    Zur Klassifikation einer SpA ist ein definierter Symptomenkomplex erforderlich.

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  • HLA-B27-positive Uveitis – Herausforderung für die Ophthalmologen


    Die akute anteriore Uveitis (AAU) ist die häufigste extraartikuläre Manifestation der seronegativen Spondyloarthritiden (SSpA).

    Wichtig ist das möglichst rasche Erkennen der AAU als solche, denn nur unter einer intensiven Lokaltherapie kann die Entzündung ohne Komplikationen abklingen. Weiters muss der Ophthalmologe verschiedene Differenzialdiagnosen mit eventuell anderen Therapieansätzen bedenken.

    
Die Behandlung besonders hartnäckiger oder häufig rezidivierender Fälle stellt eine interdisziplinäre Herausforderung dar.

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  • Rheumatoide Arthritis (RA) – Vergleich der Wirksamkeit von Biologika nach TNFi-Versagen


    Nach TNFi-Versagen stehen für eine Eskalation der Therapie eine Reihe von Biologika (Abatacept, Golimumab, Rituximab und Tocilizumab) zur Verfügung.

    
Solange Head-to-Head-Studien fehlen, bietet die Methode der indirekten Metaanalyse eine Annäherung, um Effektivität und Nebenwirkungsraten vergleichen zu können.

    Eine rezente Metaanalyse1 zeigt für die 4 Biologika vergleichbare Erfolgsraten und zufrieden stellende Daten zur Sicherheit.

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SERIE Biologika und neue synthetische Moleküle in der Rheumatologie

  • Teil 7: JAK-Inhibitoren – ein neues Therapiekonzept


    Da die Signale von Zytokinen nach Bindung an spezifische Membranrezeptoren auf dem intrazellulären Weg in den Zellkern im JAK-STAT-Pathway konvergieren, könnten Inhibitoren der verschiedenen Isoenzyme der ­Januskinasen (JAK1, JAK2, JAK3, TYK2) theoretisch die Signaltransduktion mehrerer proinflammatorischer ­Zytokine gleichzeitig unterbinden – ein spezifischer JAK3-Inhibitor etwa von IL-2, IL-4, IL-7, IL-9, IL-15 und IL-21.

    Für den zur spezifischen Hemmung von JAK3 konzipierten, oral verfügbaren Antikörper Tofacitinib konnte in den ­bisherigen Phase-II-Studien sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit Methotrexat bei chronischer ­Polyarthritis Wirksamkeit gezeigt werden. Derzeit laufen mehrere Phase-III-Studien.

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