GA 06|2012

Herausgeber: em. o. Univ.-Prof. Dr. Sepp Leodolter

Zum Geleit

Editorial

Seite des BÖG

  • Gesundheitsreform
: Erst bauen, dann denken?


    Jetzt ist sie passiert – die Gesundheitsreform. Bund, Länder und Sozialversicherung haben sich geeinigt und werden künftig die Versorgung gemeinsam planen, steuern und finanzieren. Was genau darunter zu verstehen ist, bleibt noch im Verborgenen.

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Podium

Gynäkologische Onkologie

  • Brustkrebsscreening mit Mammografie und Ultraschall


    Die Mammografie ist der bisher einzige diagnostische Test mit nachgewiesener Effektivität im Screening. Die Sensitivität in der Karzinomdiagnose hängt jedoch in hohem Ausmaß von Dichte und Aufbau des Brustdrüsengewebes ab und ist ab einem dichten Parenchymanteil von 50 % deutlich reduziert.

    Die Mammasonografie kann als additive Untersuchungsmethode die Sensitivität in dichtem Gewebe signifikant steigern. Im Referenzprojekt „Mammographie Screening Tirol“ wurden erstmals Nutzen und negative Effekte der additiven Screeningsonografie systematisch untersucht.

    Auf Basis der Tiroler Erfahrungen wurde nunmehr beschlossen, im Rahmen des Nationalen Österreichischen Screeningprogramms die Sonografie als Ergänzung zur Mammografie bei einem Dichtegrad 3 oder 4 (mehr als 50 % dichtes Brustgewebe) routinemäßig einzusetzen.

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  • Biomarker zur minimal invasiven und frühen Diagnostik von Tumorerkrankungen – Reicht ein Blutstropfen?

    Bislang sind für die frühe Diagnostik von Krebserkrankungen keine Screeningtests mit zufrieden stellender Sensitivität und Spezifität verfügbar.

    Tumor-Autoantikörper im Serum der Patienten sind ein früher Hinweis auf (Brust-)Krebs, welche mit hochparallelen ELISA-Tests mittels Protein-Microarrays und Bead-Arrays in wenigen Mikrolitern Patientenserum detektiert werden können.

    Kandidatenbiomarker konnten bereits erfolgreich identifiziert werden und müssen an großen Patientenkollektiven validiert werden.

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  • Zukunft des Brustkrebsscreenings – Atemgasanalyse für eine zukünftige nicht-invasive Medizin

    Die Zusammensetzung der Atemluft kann durch Erkrankungen verändert werden. Mit Hilfe von modernen analytischen Messmethoden versucht die Forschung, Zusammenhänge ­zwischen einzelnen Chemikalien und physiologischen bzw. pathologischen Vorgängen fest­zustellen. Ziel ist die nicht-invasive Frühdiagnostik von Krankheiten durch Atemgasanalysen.

    In einer Pilotstudie an der Innsbrucker Universitäts-Fraukenklinik wurden Atemgasproben von Brustkrebspatientinnen systematisch mit einer hochempfindlichen Methode analysiert. Eine ­signifikante ­Erniedrigung der Isopren-Konzentration der ausgeatmeten Luft vs. gesunde Kontrollen ist konsistent mit den ­Ergebnissen von Atemgasstudien bei Lungenkrebspatientinnen.

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  • Risikokalkulation zum Mamma- und Ovarialkarzinom – Wie hoch ist ein hohes Risiko?

    Eine Hochrisikopatientin liegt dann vor, wenn eine krankheitsrelevante BRCA-Mutation nachgewiesen wurde oder die Indikation zur Testung besteht oder bestand.

    Eine Hochrisikopatientin hat ein gegenüber der Normalbevölkerung um ein Vielfaches erhöhtes Risiko, an einem Brustkrebs und Eierstockkrebs zu erkranken. Dementsprechend sollen bei diesen Frauen spezielle Früherkennungsmaßahmen zum Zuge kommen bzw. Prophylaxe angesprochen und angeboten werden.

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  • PHARE- und HERA-Studie: Optimale Therapiedauer für Trastuzumab

    HERA-Studie: Eine Verlängerung der Therapie mit Trastuzumab auf 2 Jahre bringt keine Vorteile gegenüber der 1-jährigen Standardtherapie bei Frauen mit HER2-neu-positivem Brustkrebs im Frühstadium.

    PHARE-Studie: Eine Verkürzung der Therapie auf 6 Monate erscheint ebenfalls nicht gerechtfertigt.

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  • Nebenwirkungspotenzial von Aromatasehemmern ± Everolimus


    In den letzten Jahren hat sich in der adjuvanten antihormonellen Therapie des Mammmakarzinoms die Behandlung mit Aromatasehemmern breit etablieren können. Aromatasehemmer (Letrozol, Exemestan, Anastrozol) wirken über eine massive Absenkung des Östrogenspiegels im Organismus, indem die Umwandlung von Androgenen in Östrogene blockiert wird.

    Von Aromatasehemmern ist bekannt, dass ca. 20–30 % der Patientinnen ihre Medikamente nicht entsprechend der Rezeptur über 5 Jahre einnehmen. Für die Adhärenz der Patientinnen ist die Frage von ­Nebenwirkungen und v. a. eine entsprechende Behandlung dieser wesentlich.

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  • Menopausebeschwerden unter antihormoneller Krebstherapie 


    Diskutiert wird, ob der Einsatz einer komplementären Begleittherapie (Phytoöstrogene, Akupunktur, TCM etc.) gegen unter endokriner Therapie auftretendene Wechseljahresbeschwerden nicht die Wirksamkeit beeinträchtigt.

    
In jedem Fall ist eine Absprache mit den behandelnden onkologischen Ärzten und einem in der Komplementärtherapie erfahrenen, onkologisch tätigen Arzt sinnvoll.

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Gynäkologie & Geburtshilfe

  • Fetale Down-Syndrom-Diagnostik – Was kann der Praena-Test?

    Der Praena-Test bestimmt aus frei zirkulierenden fetalen DNA-Fragmenten im mütterlichen Blut sehr verlässlich, jedoch nicht mit 100%iger Sicherheit, ob beim Embryo eine Trisomie 21 vorliegt oder nicht.

    Wenn das Ergebnis des First-Trimester-Screenings inkonklusiv ist, kann er bei der Entscheidung für oder gegen eine invasive Diagnostik helfen. Ist der Praena-Test in einer solchen Situation negativ, ist mit außerordentlich großer Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass kein Down-Syndrom vorliegt, und eine invasive Diagnostik erübrigt sich. Ist er positiv, ist die Indikation zur Punktion gegeben.

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  • Appendizitis in der Schwangerschaft 


    Bei suspizierter Appendizitis ist aus Sicherheitsgründen (zur Vermeidung ionisierender Strahlung) der Ultraschall das bildgebende Verfahren der ersten Wahl.

    Den Risiken eines abwartenden Verhaltens (Perforation: deutlich erhöhtes Risiko für intrauterinen Fruchttod) stehen die Risiken des chirurgischen Vorgehens (abhängig vom Schwangerschaftsalter: Spontanabortus im l. Trimenon, Frühgeburtlichkeit im 3. Trimenon etc.) gegenüber.

    Ursachen für einen erhöhten Anteil an perforierten Appendizitiden bei Schwangeren sind die erschwerte Diagnostik und die abwartendere Haltung gegenüber chirurgischen Eingriffen.

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  • Kopfschmerz in der Schwangerschaft aus neurologischer Sicht


    Die Therapie der Migräne in der Schwangerschaft beruht auf den gleichen Prinzipien wie die außerhalb der Schwangerschaft. In der Schwangerschaft wird die Migräne meist besser. Postpartal treten Migräneattacken gehäuft auf. Substanz der ersten Wahl zur Akuttherapie in der Schwangerschaft ist Paracetamol.

    Zur Abklärung sekundärer Kopfschmerzformen ist man auf eine gute Anamnese und den neurologischen Untersuchungsbefund angewiesen (Notwendigkeit bildgebender Diagnostik abwägen).

    
Eine prophylaktische Therapie sollte in der Planungsphase einer Schwangerschaft beendet werden bzw. sollten bevorzugt nicht-medikamentöse prophylaktische Therapieverfahren zum Einsatz kommen.

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  • Was tun, wenn die Regel schmerzt?


    Unterscheidung zwischen primärer Dysmenorrhö (Überproduktion kontraktionsfördernder uteriner Prostaglandine) und sekundärer (auf dem Boden einer Grunderkrankung).

    Therapie mit NSAR, bei Versagen oder zusätzlichem Kontrazeptionswunsch hormonale Kontrazeptiva (gute neue Daten von Harada, Lindh und Dmitrovic) ggf. im Langzyklus.

    Generell Bedarf an methodisch guten Studien zu Therapie und Prävalenz.

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Junge Gyn

  • Facharztprüfung Frauenheilkunde: „Know how“
    Seit 2005 sind schriftliche Multiple-Choice-Prüfungen in Österreich zur Erlangung des Facharzttitels zu absolvieren. Die kommende Facharztprüfung wird am 30. 5. 2013 (Anmeldeschluss: 28. 2. 2013) in Innsbruck stattfinden. Wie jedes Jahr werden dabei 120 Multiple-Choice-Fragen zu Themenbereichen der Frauenheilkunde, welche ...Weiterlesen ...

Frauengesundheit

  • Homöopathie in der Geburtshilfe – Dos and Don’ts

    Homöopathische Arzneien gelten allerdings zu Unrecht als nebenwirkungsfrei. Bei unsachgemäßer Anwendung können sie zu ausgeprägten Krankheitssymptomen, so genannten Arzneimittelprüfsymptomen (AMPS) führen.

    Don’ts exemplarisch:

    • Der prophylaktische Einsatz von Caulophyllum und Pulsatilla vor der Geburt kann zu geburts­hilflichen Problemen führen.
    • Phytolacca in niedrigen Potenz zum Abstillen entspricht einem AMPS an der Patientin und stellt damit eine missbräuchliche, unhomöopathische Anwendung dar.
    • Die homöopathische Behandlung vorzeitiger Wehen wegen vulvovaginaler Infektionen ist obsolet.
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  • Biosimilars – Nicht variabler als das Original

    Nur ein von der EMA zugelassenes Nachfolgepräparat eines Biologikums darf als Biosimilar bezeichnet werden.

    Die Variabilität eines Biosimilars muss der Variabilität der Originatorsubstanz entsprechen.

    Mit hochspezifischen, bei der Entwicklung von Biosimilars eingesetzten Analysemethoden sind heute auch Unterschiede zwischen verschiedenen Chargen von originären Biologika nachweisbar.

    Die Übereinstimmung der „Fingerprints“ von Original und Nachfolger sichert Äquivalenz hinsichtlich Reinheit, Sicherheit und Wirksamkeit.

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