GA 05|2012

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Sepp Leodolter

Zum Geleit

Editorial

Seite des BÖG

Podium

Focus: Nachlese ÖSG-Kongress 2012

  • Brustkrebs und Fertilität der jungen Frau


    Brustkrebs ist bei der jungen Frau ein relativ seltenes Ereignis, welches jedoch mit einem schlechten Outcome verbunden sein kann. Es ist jedoch nicht klar, ob das junge Alter allein ­einen unabhängigen prädiktiven Faktor für das Gesamtüberleben darstellt.

    
Die Wahrscheinlichkeit der Menopause für eine 35-jährige Frau, die mittels adjuvanter Chemotherapie behandelt wird, beträgt etwa 15 % und steigt auf 30 % nach einer chemoendokrinen Therapie.

    Fertilitätserhaltenden Maßnahmen sollten ein obligater Bestandteil des Aufklärungsgespräches der ­jungen Frau mit Brustkrebs sein.

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  • Therapie und Überleben nach präoperativer Chemotherapie


    Das Ausbleiben einer pathologischen Komplettremission nach präoperativer Chemotherapie ist bei Brustkrebs-Patientinnen mit Luminal-B/HER2-neu-negativen, Non-Luminal/HER2-neu-positiven und triplenegativen Tumoren für die weitere Prognose besonders ernst zu nehmen.

    Nach Daten der GEPARTRIO-Studie könnten vor allem nicht adäquat ansprechende Luminal-B-Patientinnen von einer modifizierten, „Response-guided“ präoperativen Therapie profitieren.

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  • Prognose und Prädiktion in der neoadjuvanten Therapie des Mammakarzinoms


    Ausgehend von der ursprünglichen Indikation beim inoperablen Mammakarzinom ist heute die Verbesserung der Brusterhaltungsrate eine breit akzeptierte Standardindikation der neo­adjuvanten systemischen Therapie. Weitere Vorteile: relativ gute Einschätzung des Langzeit­prognose zum OP-Zeitpunkt und – potenziell – Therapieindividualisierung durch frühes Bestimmen des Ansprechens.

    Essenziell für die Therapieplanung: histologische Diagnostik mit Bestimmung des WHO-Tumortyps, des histologische Gradings, des Hormonrezeptor- und HER2-Status sowie der Proliferation (Ki-67).

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  • Mammakarzinom postmenopausal: endokrine Therapiestrategien 2012


    Aromatasehemmer sind in der adjuvanten endokrinen Therapie der postmenopausalen Patientin Therapiestandard.

    Die Dauer der endokrinen Therapie sollte 5–10 Jahre betragen. Bei Gabe von Tamoxifen ist nach 2–3 Jahren ein Switch zu einem Aromatasehemmer sinnvoll.

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  • Endokrine Resistenzmechanismen und Behandlungsstrategien


    Bei der endokrinen Therapie unterscheidet man zwischen primärer Resistenz (z. B. genetisch bedingte Resistenzen) und sekundären oder erworbene Resistenzen (z. B. verstärkte Aktivierung nicht-Östrogenrezeptor-[ER]-abhängiger Signalwege).

    Die Kombination von endokrinen Therapieformen mit Inhibitoren von verschiedenen, alternativ aktivierten Signaltransduktionskaskaden (z. B. EGFR/HER2-Inhibitor Lapatinib oder mTOR-Inhibitor Everolimus) erscheint als vielversprechende Strategie zur Überwindung endokriner Resistenzen.

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  • Morbidität und Lebensqualität bei onkoplastischer Chirurgie


    Onkoplastische Mamachirurgie hat insgesamt niedrige Morbiditäts- und Reoperationsraten.

    Eine genaue Evaluierung operationserweiternder Maßnahmen wie Axilladissektion und Onkoplastik bei onkologischer Brustchirurgie ist obligat.

    Die Clavien-Dindo-Klassifikation empfiehlt sich als international validiertes und standardisiertes Bewertungssystem bei postoperativer Morbidität nach Onkoplastik.

    Im mittelfristigen Follow-up ist Patientinnen das onkologische Outcome primär wichtiger als das kosmetische Ergebnis.

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  • Entscheidungsfindung bei BRCA-Mutation: Früherkennung vs. Prophylaxe


    BRCA-Mutationsträgerinnen haben die Wahl zwischen intensivierten Früherkennungsunter­suchungen, welche eine Karzinomerkrankung nicht verhindern können, und einer prophylak­tischen Mastektomie, die das Brustkrebsrisiko auf unter 10 % reduziert – allerdings für den Preis der Entfernung eines (derzeit) noch gesunden Organs. Von den Betroffenen werden dabei ­rationale Argumente emotional und individuell höchst unterschiedlich gewichtet.

    Bereits vor der genetischen Untersuchung müssen in einem multidisziplinären Beratungsgespräch mögliche medizinische und psychosoziale Konsequenzen bei Vorliegen einer BRCA-Mutation ausführlich besprochen werden, um die psychosoziale Belastung zu minimieren.

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  • Neue ÖGS-Leitlinie 2012: Prävention und Früherkennung von Brust- und Eierstockkrebs bei Hochrisikopatientinnen
    Die von der Österreichischen Gesellschaft für Senologie (ÖGS) im April 2012 angenommene Leitlinie wurde von ExpertInnen mit besonderer Berücksichtigung der aktuellen EUSOMA-Kriterien (European Society of Breast Cancer Specialists) erstellt. Sie soll die Betreuung von Frauen mit einem erhöhten Lebenszeitrisiko für ...Weiterlesen ...

Gynäkologische Onkologie

  • ESMO 2012: Was gibt es Neues bei gynäkologischen Neoplasien? 


    Ovarialkarzinom:

    Borderline-Tumor: neue Ergebnisse der deutschen AGO-Studiengruppe.

    
Konsistent positiver Effekt durch Zugabe von Bevacizumab zu unterschiedlichen Mono-Chemotherapien bei platinresistentem Rezidiv (AURELIA-Studie).

    Mammakarzinom:

    
2 Jahre adjuvantes Trastuzumab im Frühstadium nach Chemotherapie nicht wirksamer als 1 Jahr (HERA-Studie).

    Prophylaktische Radiotherapie des Gesichtsschädels bei Hochrisikopatientinnen: Nach 5 Jahren signifikant weniger Metastasierungen, aber kein signifikanter Überlebensvorteil.

    
Paclitaxel vs. Docetaxel im metastasieren Stadium: Gesamtüberleben, progressionsfreies Überleben und Ansprechen vergleichbar; Toxizität Grad 3 und 4 unter Paclitaxel signifikant seltener.

    Neoadjuvant Anthrazykline bei HER2-positiven Tumoren: geschätzte 70-fache Wahrscheinlichkeit, eine ­pathologisch komplette Remission zu erreichen als eine klinisch relevante Kardiotoxizität.

    Der Abfall von Ki-67 ist nach neoadjuvanter Chemotherapie bei den meisten Mammakarzinom-Subtypen positiv prädiktiv für ein günstigeres rezidivfreies Überleben.

    Thromboserisiko:


    Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung hatten bei einem BMI ≥ 30 eine höhere Thromboembolierate als bei BMI ≥ 25; Nadroparin senkte die Raten.

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  • Chirurgie vs. Chemotherapie beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom


    Selbst in fortgeschrittenen Ovarialkarzinomstadien hat eine möglichst radikale Chirurgie eine zentrale prognostische Bedeutung.

    Bei primär nicht möglicher radikaler Chirurgie sollte die neoadjuvante Chemotherapie ins Auge gefasst werden.

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  • Ätiologie von Vulvakarzinomen


    HPV-assoziierte Vulvakarzinome: Die meisten HPV-Infektionen verlaufen klinisch stumm, nur ein kleiner Prozentsatz entwickelt eine vulväre intraepitheliale Neoplasie (VIN) oder ein ­Karzinom. Selbst für die VIN II besteht eine Chance auf Rückbildung (wenn auch wesentlich ­geringer als bei der VIN I), sodass engmaschige Kontrollen und Beobachtung für 6–12 Monate eine Therapieoption darstellen.

    Dermatosen-assoziierte, HPV-negative vulväre Plattenepithelkarzinome entstehen meist auf dem ­Boden lang bestehender chronisch-entzündlicher Hauterkrankungen wie Lichen sclerosus oder Lichen ­planus (Transformationsrisiko: ca. 0,5–5 %). Eine Vulvakarzinompatientin mit residuellem Lichen sclerosus/Lichen planus gilt als Hochrisikopatientin für ein Zweitkarzinom.

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  • HPV-Impfung wirkt auch nach Erkrankung 


    Nach einer HPV-assoziierten Erkrankung besteht ein erhöhtes Risiko für eine weitere.

    
FUTURE-I&II-Subanalyse von Joura et al.: Reduktion von neuen HPV-Erkrankungen durch Vierfachimpfung nach Konisation um 46 % bzw. nach Behandlung von Genitalwarzen/vulvovaginalen Dysplasien um 35 %.

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  • Prävalenz von HPV-Infektionen bei Frauen in Deutschland


    Ergebnisse von 2 epidemiologischen Studien zum Auftreten bestimmter HPV-Typen bei Frauen verschiedener Altersgruppen: bis zum 30. Lebensjahr (Studie 1) sowie ab dem 30. Lebensjahr (Studie 2):

    Der Anteil geimpfter Patientinnen war mit 50,9 % in der Altersgruppe 10–16 Jahre am höchsten und nahm mit zunehmendem Alter ab.

    Nachweis von Hochrisiko-HPV-Typen: bei < 30-Jährigen 17,9 % (höchste Prävalenz von 20.–22. Lebensjahr mit 24 %), bei > 30-Jährigen 6,4 %.

    Typen-Verteilungsmuster in beiden Studien (Altersgruppen) ähnlich: am häufigsten HR-HPV-Typ 16 (in rund einem Viertel aller positiven Proben).

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Gynäkologie & Geburtshilfe

  • Empfehlungen der IMS zur postmenopausalen Hormontherapie


    Das Lebensalter der Patientin zu Beginn der HRT beeinflusst das Sicherheitsprofil.

    Die HRT ist individualisiert auf Beschwerden und Erwartungen der Patientin abzustimmen.

    Bei vorzeitiger Menopause kann eine HRT möglicherweise das Risiko für verschiedene Erkrankungen reduzieren.

    HRT nur bei klarer Indikation, Dauer und Dosierung entsprechend Beschwerdebild.

    Androgenersatztherapie nur bei Patientinnen mit entsprechender Symptomatik.

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  • Neues in der medikamentösen Myomtherapie


    Der selektive Progesteron-Rezeptor-Modulator Ulipristalacetat (Esmya®) ist als neue Therapieoption für symptomatische Uterusmyome für die präoperative Therapie von moderat bis schwer symptomatischen Myomen zugelassen.

    Im Vergleich zu den bisher als hormonelle Therapie zur Verfügung stehenden GnRH-Analoga führt Ulipristalacetat bei deutlich besserer Verträglichkeit signifikant zu einer rascheren Blutungskontrolle und zu einer länger anhaltenden Größenreduktion.

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  • Chirurgisches Management bei Urethraldivertikeln 


    Unter Berücksichtigung der entsprechenden Anamnese sowie physikalischen Untersuchung sollte die Diagnose Urethraldivertikel (UD) stets in Betracht gezogen werden. Bei klinischem ­Verdacht auf ein UD ist eine zusätzliche Diagnostik mit hoher Sensitivität und Spezifität empfehlenswert.

    Die chirurgische Therapie gilt als Therapie der Wahl, wobei für die vaginale Divertikulektomie (vertikale vaginale Inzision mit stumpfer Dissektion und Entfernung des UD oder „inverted U vaginal flap“) die ­größten Erfahrungswerte vorliegen.

    
Mit einem präoperatives Klassifikationssystem (LNSC3-System) lässt sich ein OP-Erfolg abschätzen.

    Die Patientin sollte vor jedem chirurgischen Eingriff über die häufigsten postoperativen Komplikationen (urethrovaginale Fistelbildung, Harninkontinenz, inkomplette Resektion, UD-Rezidiv) aufgeklärt werden.

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  • Vesikovaginalfistel nach gynäkologischen Operationen


    Die Vesikovaginalfistel (VVF) ist ein Verbindungstrakt zwischen Blase und Scheide und führt zu einem kontinuierlichen unfreiwilligen Austritt von Harn aus der Scheide. Zirka 90 % der VVF in Industrieländern sind Folge einer gynäkologischen Operation.

    Die chirurgische Versorgung wird primär empfohlen (Zugang abhängig von der Lokalisation). Bei sehr kleinen Fisteln auch ein konservatives Management (Stent/Drainage) möglich.

    Kontrovers diskutiert werden neben dem Zugangsweg der optimale Zeitpunkt der operativen Versorgung und das postoperative Management (Katheterdauer etc.).

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  • Fertiloskopie als neuer Goldstandard? 


    Die Laparoskopie mit Chromopertubation ist zwar der derzeitige WHO-Goldstandard in der Abklärung anatomischer Sterilitätsursachen im weiblichen Becken, weil sie im Vergleich zur Kontrastsonografie der Tuben und Hysterosalpingografie sensitiver ist. Sie hat jedoch naturgemäß ein höheres Risikoprofil, ist teurer und erfordert zum Teil mehrtägige Krankenhausaufenthalte, auch ist keine Mikrosalpingografie möglich – minimale post­entzündliche Veränderungen der Fimbrientrichter oder subtile Verwachsungen der Ovarien sind teilweise durch den Operateur nur schwer bis nicht erkennbar. Hieraus resultiert eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Paaren, bei denen eine konser­vative Therapie durchgeführt wird, obwohl aufgrund unerkannter Tubenpathologie wenig Aussicht auf Erfolg besteht.

    Mit der aus der Kuldoskopie hervorgegangenen Fertiloskopie, einer transvaginalen Hydrolaparoskopie, können die Strukturen der Tuben und Ovarien in orthotoper Lage beurteilt werden und eine Salpingoskopie und eine Mikrosalpingoskopie durchgeführt werden. Die Fertiloskopie liefert Informationen über die Tuben­mukosa und feinste tuboperitoneale Verwachsungen. Da sie schonender, schneller, effektiver, ­sicherer und billiger ist als die Laparoskopie, könnte sie schon bald zum wesentlichen Bestandteil der Sterilitätsdiagnostik werden.

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Junge Gyn

  • Junge Gyn!

    Als eine Arbeitsgruppe der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) zur Interessenvertretung der AssistenzärztInnen wurde die „Junge Gynäkologie“ (damals unter dem Namen „Forum Junge Gynäkologie“) im Jahr 2004 vom damaligen Präsidenten der OEGGG, Herrn Professor Sepp Leodolter, ins Leben ...Weiterlesen ...

Frauengesundheit

  • 
Vitamin D und Fertilität

    Vitamin D und Fertilität der Frau:

    • In-vitro-Fertilisation: bei hohem Vitamin-D-Spiegel in der Follikelflüssigkeit deutlich höhere ­Implantations- als auch klinische Schwangerschaftsraten
    • polyzystisches Ovarsyndrom: Vitamin-D-Mangel mit Adipositas, Glukosetoleranzstörung, Insulinresistenz und metabolischem Syndrom assoziiert
    • Schwangerschaft: erhöhtes Risiko für Präeklampsie und Schwangerschaftsdiabetes unter Vitamin-D-Mangel

    Vitamin D und Fertilität des Mannes:

    • bei Vitamin-D-Mangel 2,5-fach erhöhtes Risiko für Testosteronmangel
    • Spermatogenese: bei pathologischen Samenbefund signifikant niedrigere Vitamin-D-Spiegel
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Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich

  • Interdisziplinarität zeichnet die MKÖ aus

    Die wichtigste Charakteristik der MKÖ ist die Interdisziplinarität und die gute Zusammenarbeit der Ärzte aus den verschiedenen Fachrichtungen mit Pflege und Physiotherapie. An der Spitze der MKÖ standen mit Prof. Madersbacher und mit mir bisher immer Urologen. Da ich aus ...Weiterlesen ...
  • Diagnostik bei fäkaler Inkontinenz 

    Erster Schritt zur Abklärung von Patienten mit Stuhlinkontinenz (FI) ist die Anamneseerhebung, die zwei wesentliche Vorteile hat: für den Patienten, weil er Vertrauen gewinnt, wenn vom Arzt Fakten professionell angesprochen werden, die ihn vielleicht schon lange belasten; für den Arzt, ...Weiterlesen ...
  • Präsidentenwechsel bei der MKÖ

    Am 31. Mai 2012 dieses Jahres widerfuhr dem längst zurückgezogenen Ehrenmitglied die Ehre, ab Oktober in der Rolle des Ersten Vorsitzenden (vulgo Präsident) in die MKÖ zurückkehren zu dürfen. Dies war der einzige Karriere­sprung in meinem Leben, der binnen weniger ...Weiterlesen ...
  • Inkontinenz: Stilles Leiden am stillen Örtchen

    Unter dem Motto „Darüber reden statt darunter leiden!“ betreibt die MKÖ seit mehr als 20 Jahren gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, um von Harn- und Stuhlinkontinenz Betroffene aufzuklären und das Thema aus der Tabuzone zu holen.
    Tabus sind so alt wie die ...Weiterlesen ...