SP 04|2012

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

  • Was ist der Mensch?

    Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Die erste Frage beantwortet die Metaphysik, die zweite die Moral, die dritte die Religion und die vierte die Anthropologie; im Grunde könnte man aber ...Weiterlesen ...

Focus: Das Stigma in der Psychiatrie

  • Stigma und Psychiatrie


    Im Kielwasser von Anti-Stigma-Kampagnen erkannten Fachwelt und Forschung den Stellenwert von Stigma und Diskriminierung für die Behandlung und Genesung psychisch Erkrankter.

    Standen am Beginn die Einstellungen der Allgemeinbevölkerung und Ansätze, diese zu verändern, im Fokus, erfolgte in der Folge auch ein Perspektivenwechsel. Der nach „Innen“ gerichtete Blick eröffnete wichtige Aspekte wie das „iatrogene Stigma“ oder die „Selbststigmatisierung“.

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  • Der Psychiater und seine Stigmatisierung – Realität oder Mythos?


    Durch die Jahrhunderte waren therapeutische Interventionsmöglichkeiten bei psychischen Erkrankungen kaum gegeben. Daraus resultieren immer noch bestehende Vorurteile, dass psychisch Kranke schwer behandelbar und unberechenbar wären. Dies speist wiederum deren Stigmatisierung, deren Überwindung ein vorrangiges Ziel der modernen Psychiatrie darstellt.

    Im Folgenden versucht der Autor darzustellen, dass ein Psychiater, der sich selbstbewusst mit hoher fachlicher und sozialer Kompetenz zu seiner gesellschaftspolitisch so wichtigen Profession bekennt, kaum einer Stigmatisierung gegenübersteht. Diskriminierungen unserer Disziplin gegenüber sind aber immer noch in verschiedensten Formen präsent.

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  • Stigmatisierung und Diskriminierung schizophrener Patienten


    Trotz Anti-Stigma-Kampagnen sind nach wie vor die Vorurteile gegenüber schizophrenen Patienten relativ stark ausgeprägt – und in Folge auch Ausgrenzung und Diskriminierung.

    Bei Schizophrenie sind besonders die Mythen der Gefährlichkeit und der gespaltenen Persönlichkeit durchschlagend.

    Es ist wichtig, sich dessen bewusst zu werden und Maßnahmen zu ergreifen, um die gesellschaftlichen und gesundheitlichen Chancen der Betroffenen zu verbessern.

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  • Die Bedeutung von Kognition und Emotion für die Entstigmatisierung schizophrener Patienten

    Kognitive und emotionale Defizite bei Patienten mit Schizophrenie können als Eigenschaftsmerkmal in sozialen Situationen zu Diskriminierung und Stigmatisierung beitragen. Daher ist die Erhaltung oder Wiedererlangung kognitiver Fähigkeiten ein wesentliches Therapieziel in der Langzeitbehandlung.

    Wie Studien zeigen, führt Kognitionstraining bei Schizophrenie zu einer Verbesserung der kognitiven Dysfunktionen sowie der Wahrnehmung von Affekten anderer Personen.

    Bemühungen, die medikamentöse Therapie zu optimieren, werden durch Wegfall von stigmatisierenden Nebenwirkungen generell zu einer besseren sozialen Integration beitragen.

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  • Stigmaresistenz: Konzept und Daten


    Stigmaresistenz, die individuelle Widerstandskraft gegenüber der mit psychischer Erkrankung verbundenen Stigmatisierung und Diskriminierung, ist eine bedeutende, jedoch komplexe Sache.

    Aufbau und Weiterentwicklung von Stigmaresistenz stellen einen lebenslangen Prozess dar und spielen im Kampf gegen Stigma eine zentrale Rolle.

    Interventionen zur Steigerung der Stigmaresistenz bei Personen mit einer Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis erfordern es, auf drei Schwerpunkte einzugehen: Persönlichkeitsentwicklung, Umgang mit Stigma und Diskriminierung im Allgemeinen und Stigma und Diskriminierung bei Schizophrenie im Besonderen.

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Kongress

  • ÖGPB 2012: Pharmakotherapie bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung – was ist gesichert?


    Im Vergleich zu anderen psychiatrischen Indikationen ist die empirische Datenlage zur Pharmakotherapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung spärlich.

    Hinweise für die Wirksamkeit auf die Affektdysregulation liegen für Valproat, Topiramat, Lamotrigin, Aripiprazol und Olanzapin vor; auf Impulsivität und Selbstverletzungen für Topiramat, Lamotrigin, Aripiprazol und Omega-3-Fettsäuren, während kognitiv-perzeptive Symptome durch Aripiprazol und Olanzapin reduziert werden.

    Obwohl in der klinischen Praxis häufig eingesetzt, sind Antidepressiva nur wenig wirksam.

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  • Tagung: Belastete, „vergessene“ Kinder, 2012, Wien: Die Rolle der Bindungstheorie im Kontext elterlicher psychischer Erkrankung 


    Eine sichere Bindung ist eine Voraussetzung für die psychische Gesundheit von Kindern.

    Die Behandlung der psychischen Erkrankung der Eltern wirkt sich unmittelbar auf die Gesundheit der Kinder aus. Der Mediator ist die dadurch entstehende Möglichkeit der Eltern, sich um die Sicherheit und emotionale Beruhigung ihrer Kinder kümmern zu können. Somit haben Erwachsenenpsychiater eine wichtige Funktion – nicht nur für ihre erwachsenen Patienten, sondern auch für deren Kinder.

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Für die Praxis

  • Bipolar: Therapiepaket notwendig


    Bei bipolaren Störungen können mit einer Kombination von medikamentöser Behandlung und Psychoedukation die besten Ergebnisse zur Stabilisierung von Stimmungsschwankungen erzielt werden.

    Mittels Psychoedukation können Betroffene lernen, in die Erkrankung und somit in ihr Leben gestalterisch einzugreifen. Betroffene brauchen oft wiederholte Motivationsimpulse, um ein Psychoedukationsseminar oder eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen.

    Bei der Behandlung der bipolaren Erkrankung geht es gleichermaßen um das Berücksichtigen aller genannten therapeutischen Maßnahmen („adherence“).

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  • Psychopharmakainteraktionen – ein Update

    In der Therapie mit Psychopharmaka kommt dem Wissen und der Beachtung von Arzneimittelinteraktionen steigende Bedeutung zu.

    In der folgenden Übersicht werden die – häufig problematischen – additiven anticholinergen, serotonergen und kardiotoxischen Wirkungen sowie Effekte auf die Blutgerinnung, die aus pharmakodynamischen und pharmakokinetischen Interaktionen resultieren können, dargestellt.

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  • Psychische Folgen von Gewalt – Teil 2: Opferschutz/Kinderschutz nach sexueller Gewalt


    Zur Betreuung von traumatisierten Frauen und Kindern nach sexueller Gewalt wurde an der Wiener Universitätsklinik für Frauenheilkunde als niederschwellige Einrichtung eine Krisenambulanz etabliert.

    In dieser Spezialambulanz kann in einem freundlichen, stressfreien Rahmen eine Spurensicherung und Nachbetreuung durch ein interdisziplinäres Versorgungsteam angeboten werden.

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