Ein Plädoyer für die Menopause

Bei dem großen menopausalen Symptomenkomplex handelt es sich nicht um ein Wohlstandsphänomen, das plötzlich aufpoppt. Die Menopause hat es schon immer gegeben, aber es wurde nicht oder nur zaghaft darüber gesprochen. Der menopausale Leidensweg kann sprichwörtlich jedes Organ von Kopf bis Fuß betreffen. Es gibt kaum eine Beschwerde, die im individuellen Fall nicht dem menopausalen Übergang geschuldet sein kann. Es wird über Effluvium berichtet, ebenso wie über Scheidentrockenheit oder brennende Fußsohlen und über alles, was „dazwischen“ liegt. Der Klassiker sind Hitzewallungen, die oft nächtlich den Schlaf massiv stören oder tagsüber Hitze und Rötungen im Gesicht verursachen.

So wie in den fertilen Jahren die körpereigenen Hormone meist segensreich für die Frauen gewirkt haben, so hilfreich kann deren Ersatz in der Behandlung bei menopausalen Beschwerden sein. Es kommen alle 3 Gruppen der Steroidhormone – Progesteron, Östrogen und Androgen – zur Anwendung. Auf eine stadien- und altersgerechte Zufuhr, Dosis und Applikation sollte geachtet werden. Körperidenten Produkten möge der Vorzug gegeben werden, und sie sollten nach anamnestischer Risikoeinschätzung jeder Frau im „goldenen Behandlungsfenster“ angeboten werden.

Nachdem die Hormonprodukte für die Menopausenbehandlung von der FDA am 10. November 2025 von der Liste der „bösen Substanzen“ (Black Box Warnings) gestrichen wurden, können wir noch beruhigter die Empfehlung für eine Hormonersatztherapie aussprechen. In der US-Pressemeldung wird davon gesprochen, dass jede Frau in der Menopause diese Therapiemöglichkeit kennen sollte, weil diese – Zitat – „potentially life changing“ ist, und dass durch die „Verwirrungen“ der letzten 20 Jahre Millionen Frauen Lebensqualität genommen und vorenthalten wurde.