DF 05|2012

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Guntram Schernthaner, Österreichische Diabetes Gesellschaft

Editorial

  • Die Nieren im Fokus der Diabetologie

    Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege!
    Mit der Prävention und Therapie der chronischen Nierenerkrankung (CKD) haben wir das heurige Jahr in DIABETES FORUM begonnen, und mit dem Management der Nephropathie bei Patienten mit Diabetes mellitus – konkret den ...Weiterlesen ...

News Update

    Editor´s Choice

    • Optimaler Hba1c-Bereich bei Diabetespatienten an der Hämodialyse

      In vielen Empfehlungen für das Diabetesmanagement bei Patienten mit Nephropathie findet sich die Empfehlung, ein HbA1c-Ziel von < 7 % anzustreben. Verschiedene neuere Studien, darunter die beiden hier vorgestellten, weisen jedoch darauf hin, dass bei Patienten mit Hämodialyse oder Peritonealdialyse der optimale HbA1c-Bereich in einem Fenster zwischen 7 % und 7,9 % liegt.

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    • Blutzuckerkontrolle auf der Intensivstation

      Seit der Publikation der Studie von Van den Berghe et al. (New Engl J Med 2001) schwelt die Diskussion darüber, ob eine intensivierte Insulintherapie bei kritisch Kranken einen Überlebensvorteil bringen kann. Zwei rezente Publikationen an sehr unterschiedlichen Kollektiven, die aber übereinstimmend gegen den Benefit einer allzu strengen Blutzuckerkontrolle bei intensivmedizinisch betreuten Patienten sprechen, ergänzen das Puzzle um weitere Steine.

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    • Adipositaschirurgie reduziert langfristig das Diabetesrisiko

      Die Langzeitdaten zur Swedish Obese Subjects (SOS) Study bestätigen ältere Ergebnisse der Studiengruppe, wonach eine chirurgisch erreichte Gewichtsabnahme das Diabetesrisiko von adipösen Personen langfristig reduziert. Die Ergebnisse sind umso erstaunlicher als bei Einschluss in die Studie die Personen in der Interventionsgruppe im Mittel um 6 kg schwerer waren und alle Risikofaktoren signifikant höher waren als in der nicht operierten Kontrollgruppe.

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    • Zuckerhaltige Getränke als Grundlage von Adipositas

      Mitte Oktober 2012 publizierte das New England Journal of Medicine eine Reihe von Studien, die sich mit dem Zusammenhang zwischen gezuckerten Getränke und Adipositas beschäftigten. Sie liefern neue Argumente für die Reglementierung des Konsums bzw. Zuckergehalts dieser Getränke, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.

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    Focus: Diabetestherapie bei GFR unter 60

    • Die Rolle der Niere im Glukosestoffwechsel


      Die Nieren tragen bis zu 25 %, postprandial bis zu 40 % zur endogenen Glukoseproduktion bei.

      Bei Nephropathie können die Nieren einer Hypoglykämie nur begrenzt entgegenwirken. Niereninsuffizienz ist daher ein unabhängiger Risikofaktor für schwere Hypoglykämien, auch wenn kein Diabetes vorliegt.

      
SGLT-2-Inhibitoren haben als erste antidiabetische Substanzklasse ihren Angriffspunkt an der Niere (Hemmung der Glukosereabsorption).

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    • Stellenwert der Blutzuckerkontrolle im kardiorenalen Kontinuum


      Die langfristige Vermeidbarkeit von Nierenschäden durch intensivierte Blutzuckertherapie ist für Typ-1- und Typ-2-Diabetiker in den KDOQI-Stadien 1–2 gut belegt. Bei fortgeschrittener Nieren­insuffizienz ist die Evidenz widersprüchlich. Bei Dialysepatienten ist nach derzeitigem Kenntnisstand eine HbA1c-­Einstellung im Bereich von 7–7,9 % optimal.

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    • Möglichkeiten und Grenzen der antidiabetischen Therapie 


      Unterhalb einer Filtrationsrate (GFR) von 60 ml/min muss mit einer veränderten Pharmakokinetik von Antidiabetika gerechnet werden.

      Die bedeutsamsten Komplikationen in diesem Zusammenhang sind Hypoglykämien (vorwiegend bei Insulin und Insulinsekretagoga) sowie Laktazidose (bei Metformin).

      
Die Kontrolle der Nierenfunktion von Diabetikern (Kreatininspiegel, GFR, Albumin-Kreatinin-Ratio) sollte ­zumindest einmal jährlich erfolgen.

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    • Metformin bei Niereninsuffizienz: Die Zulassungsgrenzen verschieben sich


      Laktazidosen sind sehr seltene, aber mit hoher Mortalität assoziierte Komplikationen bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, die mit Metformin behandelt werden. In den allermeisten Fällen ist Metformin nicht der alleinige Auslöser der Laktazidose – ebenso relevant sind Komorbiditäten und ­Komedikationen, die eine akute Verschlechterung der Nierenfunktion, Hypoxie und/oder Dehydra­tation begünstigen. In Abweichung zur Fachinformation befürworten inzwischen viele Fachgesellschaften, Metformin auch bei glomerulären Filtrationsraten von < 60 ml/min (bis zu 45 ml/min) einzusetzen.

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    • Insulinresistenz und Insulinbedarf mit zunehmender Nierenschädigung


      Bei Diabetikern mit chronischer Nierenfunktionsstörung sinkt der Insulinbedarf in Relation zur glomerulären Filtrationsrate (GFR); dies zeigt sich bei Typ-1-Diabetes ebenso wie bei insulinbehandelten ­Typ-2-Diabetikern.

      Die Insulindosis muss meist erst bei schwerer Niereninsuffizienz ab einer GFR unter 20 ml/min reduziert werden.

      Unter Hämodialysetherapie verbessert sich die Insulinresistenz, der Insulin­bedarf nimmt weiter ab. Somit besteht insbesondere während der Dialyse mit glukosefreiem Dialysat ein ­erhöhtes Hypoglykämierisiko.

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    • Herausforderung der Pharmakotherapie bei fortgeschrittener Nephropathie


      Therapieziel ist eine multifaktorielle Intervention mit Blutdrucksenkung, Optimierung des Blutdrucks unter 130/80 mmHg unter Verwendung eines ACE-Hemmers oder Angiotensinrezeptorblockers, Lipidkontrolle (LDL-Cholesterin < 70 mg/dl bei Hochrisikopatienten), Blutzuckerkontrolle (HbA1c ca. 7 %) sowie Lebensstilmodifikation mit Gewichtsreduktion, Raucherentwöhnung und Salzrestriktion.

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