Content mit Mehrwert anbieten!

Bei einem Spezialseminar des WWG Forum Marketing zum Thema Social Media (Vortragende: Claudia Fally und Caroline Weissenbacher; www.mediaskills.at) wurden die verschiedenen Social-Media- Plattformen vorgestellt und ein Leitfaden zur Kampagnenplanung vorgestellt.

Die Social-Media-Kampagne

Für die Planung und Durchführung einer Kampagne in den sozialen Netzwerken sind folgende Schritte empfehlenswert:

  1. Schritt: Ziel(e) klar definieren! Dabei können kurz-, mittel- und langfristige Ziele festgesetzt werden. Erzeugung von Reichweite ist ein kurzfristiges Ziel, während z.B. für die Unterstützung der Suchmaschinenoptimierung oder für die Kundenbindung eine längerfristige Strategie geplant werden sollte. Je nach Zieldefinition muss die Strategie entsprechend aufgebaut werden.
  2. Schritt: Zielgruppen definieren! Die Zielgruppenanalyse ist eine sehr wichtige  Grundlage. Nur wer mit der richtigen Ansprache an seine Zielgruppe herantritt, kann seine Produkte oder Dienstleistungen erfolgreich vermarkten. Hierfür sollte u.a. geklärt werden, wer das eigene Produkt kaufen soll und welche Gründe zum Kauf verleiten.
  3. Schritt: Mehrwert anbieten! Ein Content muss nützlich und spannend sein – nur so sorgt er für genügend Aufmerksamkeit. Gerade Facebook bietet zahlreiche Möglichkeiten, um potenzielle Kunden zu inspirieren (Trends kommentieren, Ratgebertipps geben, auffallende Visualisierungen anbieten etc.). Besonders effektiv sind Interaktionsmöglichkeiten (Produkttests, Gewinnspiele, Votings, Storys verbreiten etc.). Achtung: User nicht mit Content überschütten, vor allem nicht mit irrelevantem! Viel erfolgversprechender ist es, die Zielgruppe nicht ständig, dafür aber mit wirklich passenden und informativen Inhalten zu versorgen.
  4. Schritt: Zeitaufwand berücksichtigen! Die Erstellung von hochwertigen Inhalten ist zeitintensiv und sollte nicht nebenbei erfolgen! Viele Social-Media-Dienste ermöglichen es, Content zu erstellen und erst später zu posten bzw. zu versenden.
  5. Schritt: Strategisch planen! Verknüpfungen der verschiedenen Kanäle sollten berücksichtigt und zeitlich abgestimmt werden.
    Tipp: Über Tools wie https://hootsuite.com/de/ können Sie einen Content über mehrere Kanäle veröffentlichen. Die Termine der Veröffentlichungen können dabei einzeln definiert werden.
  6. Schritt: Erfolg analysieren! Ist die erste Kampagne gestartet, kann man direkt mit der Analyse beginnen. Wichtig ist, dass der Erfolg der Werbeschaltung stets beobachtet wird. Sollte der Inhalt nicht das gewünschte Ergebnis erzielen, kann sofort reagiert und überarbeitet werden. Die Social-Media-Dienste bieten unterschiedliche Analysetools an.

Bezahlte Werbung auf Facebook & Instagram

Um die Zielgruppe für bezahlte Contentschaltungen einzugrenzen, bietet z.B. Facebook diverse Möglichkeiten: Standort (Land, Bundesland, Region etc.), demografische Daten, Interessen oder Verhalten sind einige der möglichen Kriterien.
Achtung: Nur jene User, die diese Informationen in ihrem Profil angegeben haben, werden auch erreicht! Ein Beispiel: Sollen nur Universitätsabsolventen erreicht werden, sehen nur jene User die Werbeanzeige, die auch angeführt haben, dass sie einen Universitätsabschluss besitzen. Nachdem Kampagnenziel und Zielgruppe definiert sind, können Sie Ihren Werbeinhalt eingeben (Text, Fotos, Videos etc.). Die Darstellung der Werbeanzeige sollte auf unterschiedlichen Geräten überprüft werden, da mobile Geräte teilweise andere Ansichten präsentieren.
Tipp: Auslieferung der Werbeanzeige auf Facebook, Instagram und im Audience Network, um die Performance der Anzeige zu verbessern und von einer größeren und effizienteren Reichweite zu profitieren.

Rechtliche Hinweise

Die Werberichtlinien der verschiedenen Social- Media-Kanäle sind zu beachten (Werbeanzeigen werden vor Veröffentlichung von den Anbietern überprüft). Zudem gilt wie bei Printmedien auch das Urheberrecht für Bilder, Fotos, Texte, Videos und Musik. Fremde Fotos und Videos dürfen nie ohne Erlaubnis des Rechteverwerters genutzt werden!

Die Social-Media-Landschaft in Österreich

Die Möglichkeiten und Vorteile der verschiedenen Social-Media-Dienste im Überblick:

Facebook

  • Mehr als 1,8 Milliarden Menschen (3,7 Millionen in Österreich) verwenden Facebook jeden Monat.
  • Facebook wird mittlerweile auch als Suchplattform genutzt, z.B. zu Themen wie Lifestyle, Veranstaltungen, Unterhaltung, Bildung & Forschung etc.
  • zahlreiche Unternehmenstools (eigene Unternehmens-Facebook-Seite, Werbeanzeigen, Messenger etc.)
  • Vorteile für Unternehmen:
    • neue Kunden erreichen und eine Beziehung zu ihnen aufbauen
    • Bekanntheit des Unternehmens steigern
    • Nachfrage generieren
    • Umsatz steigern

Instagram

  • ca. 840.000 aktive Nutzer in Österreich
  • Einsatz für Unternehmen („Visuelles Storytelling“)
  • Geschichten mit Fotos, Videos und Illustrationen
  • Die verkäuferische Selbstdarstellung rückt in den Hintergrund.
  • Instagram ist emotional (wie der Großteil der Kaufentscheidungen).
  • Inhalte, die auf Instagram veröffentlicht werden, können sehr einfach und effektiv auf weiteren Kanälen (z.B. Facebook) geteilt werden.

LinkedIn

  • Pflege bestehender Geschäftskontakte
  • Knüpfen von neuen geschäftlichen Verbindungen
  • Ideal für internationale Kontaktpflege

Snapchat

  • insgesamt rund 200 Millionen Nutzer, davon täglich rund 100 Millionen weltweit aktiv
  • Snap = gerade aufgenommenes Bild/Video, löscht sich ca. 10 Sekunden nach Empfang selbst
  • Memories = gespeicherte Snaps
  • Story = Aneinanderreihung von Snaps
  • verschiedene Filter (Zerrspiegel, Gesichtserkennung)
  • Instant Messenger (ähnlich wie WhatsApp)
  • Während Facebook dazu dient, nachhaltige Inhalte aufzubauen, sind diese bei Snapchat nur temporär.

Twitter

  • Austausch von Kurznachrichten („Tweets“) mit einer maximalen Länge von 140 Zeichen
  • Möglichkeit für Informationsaustausch und -verbreitung
  • Twitter wird überwiegend von Multiplikatoren und Meinungsführern genutzt, aber auch Unternehmen entdecken vermehrt den Dienst als Informations- und Kommunikationsplattform.

WhatsApp

  • über eine Milliarde Nutzer, davon rund eine Million in Österreich
  • nicht nur Jugendliche, sondern alle Generationen
  • Text- und Sprachnachrichten, Bilder, Videos, Live-Video-Chats
  • auch als Desktop-Version „WhatsApp Web“
  • Es können Nachrichten an eine große Anzahl von Abonnenten versendet werden, auch über Online-Portale (z.B. Whats- Broadcast: Newsletter über Messenger wie WhatsApp, Facebook Messenger, Instagram und Telegram an Kunden versenden).

Xing

  • berufliche und/oder private Kontakte verwalten
  • neue Kontakte finden
  • wird vor allem für Recruiting-Prozesse eingesetzt
  • Headhunter sind auf Xing sehr aktiv.
  • für B2B und B2C interessant

YouTube

  • beliebteste Videoplattform in Österreich und weltweit
  • Videos liegen voll im Trend und lösen die Bildkommunikation nach und nach ab.
  • Videos können in kurzer Zeit viel Inhalt und eine deutliche Botschaft transportieren.
  • Die Aufmerksamkeit der User muss in den ersten 3 Sekunden erhalten werden.
  • YouTube-Videos sollten maximal 90 Sekunden dauern.
  • YouTube-Videos können in Websites oder Blogs eingebunden und auf Facebook etc. geteilt werden.

PA 03|2017

Herausgeber: Mag. Wolfgang Maierhofer
Publikationsdatum: 2017-07-15