SO 04|2014

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

AKTUELL für Sie!

Editorial

Focus: Prostatakarzinom

  • Vorwort: Forschung beim Prostatakarzinom: Der „Movember“ -Bart ist ab, das Engagement bleibt …

    Der Bart ist im Dezember ab – aber damit ist es mit unserem Engagement für die Prostatakarzinomforschung noch lange nicht vorbei (http://www.details.com/blogs/daily-details/2014/10/mustache-statistics.html).
    Durch intensive Forschungsarbeit haben sich in den letzten Jahren enorme neue Möglichkeiten in der Therapie des Prostatakarzinoms ...Weiterlesen ...
  • Adapt or become irrelevant? Roboterassistierte radikale Prostatektomie

    In den USA wird der überwiegende Teil der radikalen Prostatektomien roboterassistiert durchgeführt. In Europa nimm die Eingriffszahl kontinuierlich zu.

    Vorteile sind die minimale Invasivität mit höheren Raten an Potenz- und Kontinenzerhaltung. Gegenüber der radikalen Prostatektomie sind die onkologischen Ergebnisse (biochemisches rezidivfreies Überleben) gleichwertig.

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  • Strahlentherapie als Primärtherapie, adjuvant und als Palliation

    Die Strahlentherapie nimmt eine zentrale Rolle in der Behandlung des Prostatakarzinoms ein: beginnend bei der Primärtherapie als exzellente Alternative zur radikalen Prostatektomie über die postoperative Behandlung bis hin zur Palliativtherapie.

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  • Androgendeprivationstherapie beim Prostatakarzinom

    Der Zusammenhang zwischen Androgenen (im Besonderen Testosteron), Wachstum und der Funktion der Prostata führte zu zahlreichen Bemühungen, die diagnostische und prognostische Genauigkeit sowohl für das Prostatakarzinom als auch für dessen zielgerichtete Therapie zu verbessern.

    Der Zusammenhang zwischen Prostatakarzinom und Testosteron ist gut dokumentiert und geht auf die bahnbrechende Arbeit von Huggins und Hodges aus dem Jahr 1941 zurück, welche die theoretische Grundlage für die Androgenentzugstherapie (ADT) darstellt.

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  • Prostatakarzinom – klinische Trends

    Mit dem Wissen, dass das Wachstum von Prostatakarzinomen auch nach chemischer Kastration von androgenen Signalen abhängig ist, gilt der Androgenrezeptor als Hallmark der Erkrankung. Das molekulare Verständnis von Resistenzmechanismen im Androgenrezeptorsignalweg hat zahlreiche Studien mit neuen „small molecules“ nach sich gezogen.

    Vorderhand großes Potenzial hat die Tumorimmunologie mit Vakzinen und neuen Anti­-körper­therapien. Mit den zuletzt weiterentwickelten Zytostatika ergibt sich insgesamt ein breites Spektrum therapeutischer Möglichkeiten mit neuen Herausforderungen an die optimale Therapiesequenz.

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  • Expertenstatements: Was werden die vielversprechendsten Entwicklungen beim Prostatakarzinom in den nächsten fünf Jahren sein?

    Wir haben Experten beim Prostatakarzinom um ein Kurzstatement zu den aktuell vielversprechendsten Entwicklungen gebeten.

    Manche Entwicklungen sind vorgezeichnet und resultieren aus dem Fortschritt der letzten Jahre. Personalisierte Präventions- und Therapiestrategien sowie die optimale Abfolge der verfügbaren Therapieoptionen stehen an vorderster Stelle.

    Immuntherapie hatte die häufigsten Nennungen. Große Erwartungen werden in die genetische Charakterisierung des Prostatakarzinoms gesetzt.

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  • Zukünftige Trends – Stammzelle

    Ein interdisziplinäres Team von Forschern der Universitätskliniken für Urologie und Innere Medizin I der MedUni Wien ist auf der Suche nach Unterschieden zwischen Krebsstammzellen und „normalen“ Krebszellen. Spezifische Charakteristika könnten sich als Target für neue Therapien erweisen, nachdem Krebsstammzellen gegenüber konventionellen Maßnahmen oft resistent sind.

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  • Zukünftige Trends beim Prostatakarzinom: Immuntherapie

    Das heutige Verständnis von Immune-Escape-Mechanismen, mit dem sich maligne Zellen dem Zugriff des Immunsystems aktiv entziehen und weder durch T-Helferzellen, zytotoxische T-Lymphozyten noch durch Zellen der angeborenen Immunität (z. B. NK-Zellen) aktiv eliminiert werden können, führte zur erfolgreichen Entwicklung immuntherapeutischer Ansätze, etwa der Entwicklung immunaktivierender Checkpoint-Antikörper gegen CTLA-4 und PD-1.

    Mit Sipuleucel-T wurde beim metastasierten Prostatakarzinom die erste dendritische Zelltherapie überhaupt zugelassen.

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  • Zirkulierende Tumorzellen als Prognosefaktor – „Liquid biopsy“ beim Prostatakarzinom

    Aufgrund der verschiedenen therapeutischen Möglichkeiten für das metastasierte kastrations­resistente Prostatakarzinom besteht ein dringender Bedarf an zuverlässigen Verlaufsparametern und Prognosemarkern.

    Einen vielversprechenden Ansatz bietet „liquid biopsy“, d. h. die Bestimmung und Gewinnung von zirkulierenden Tumorzellen (CTC) direkt aus dem Blut.

    CellSearch™-System ist derzeit das einzige von der FDA zugelassene Verfahren zur CTC-Messung beim Prostatakarzinom.

    Aktuell ist ein klinisch einsetzbarer Test zum Nachweis von Splice-Varianten des Androgenrezeptors auf CTC in der Entwicklung.

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  • Biomarker für die Prädiktion des Therapieerfolges bei der Behandlung des Prostatakarzinoms

    Neben dem prostataspezifischen Antigen (PSA) bieten sich weitere Marker zur Diagnose, Prognose oder Therapie an: u. a. das Prostata-Stammzell-Antigen, N-Cadherin oder zirkulierende Tumorzellen. u Oft ist ein einzelner Marker nicht sehr aussagefähig. Die Kombination relevanter Marker oder Markersysteme wird zur Ergebnisoptimierung beitragen.

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  • Zukünftige Trends – Resistenzentwicklung revisited

    Ursachen der Therapieresistenz von Androgenrezeptorinhibitoren sind Mutationen und strukturelle Änderungen im Androgenrezeptorgen sowie eine Steigerung der Menge und der Aktivität von hormonsynthetisierenden Enzymen im Tumor selbst.

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Kongress

  • ESMO 2014: Anti-EGFR- oder Anti-VEGF-Erstlinientherapie beim metastasierten RAS-Wildtyp-Kolorektalkarzinom: Lässt sich eine optimale Therapiestrategie definieren?

    Phase-III-Studie CALGB-SWOG 80405, Bevacizumab vs. Cetuximab jeweils in Kombination mit Standardchemotherapie (mFOLFOX6 oder FOLFIRI): kein signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben; signifikanter Unterschied in den Ansprechraten zugunsten von Cetuximab.

    Phase-III-Studie FIRE-3, Cetuximab vs. Bevacizumab jeweils in Kombination mit FOLFIRI: signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben, den Ansprechraten und dem frühen und tiefen Ansprechen zugunsten von Cetuximab.

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  • ESMO 2014: Highlights – Kopf-Hals-Tumoren

    LUX-1 ist seit geraumer Zeit die erste positive Phase-III-Studie bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren: In dieser Studie konnte Afatinib das progressionsfreie Überleben gegenüber Methotrexat signifikant verbessern. Patienten profitierten von einer besseren Schmerzkontrolle und einer Verbesserung des Schluckvermögens.

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  • ESMO 2014: Mammakarzinom-Highlights

    Die duale Blockade mit Trastuzumab und Pertuzumab ist der Goldstandard first line beim HER2/neu-positiven metastasierten Mammakarzinom.

    Die duale Blockade mit Lapatinib und Trastuzumab hat adjuvant/neoadjuvant in der Klinik vermutlich keine Zukunft.

    T-DM1 wirkt möglicherweise auch bei Hirnmetastasen.

    Bei hohem Rezidivrisiko ist die dosisdichte dosisintensivierte Chemotherapie zukunftsträchtig, während bei älteren Patientinnen über 65 Jahre das gute, alte CMF ein Standard bleibt.

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  • ESMO 2014: Weichteil- und Knochensarkome sowie gastrointestinale Stromatumoren

    Aufgrund der großen histologischen Vielfalt der Weichteilsarkome ist der histologische Befund eines sarkomerfahrenen Referenzpathologen unentbehrlich, da er eine maßgeschneiderte „histotype-driven therapy“ erlaubt.

    Genexpressionsprofile von molekularen Sarkomsubtypen könnten in Zukunft als Grundlage für die Patientenselektion für spezifische Therapiestudien herangezogen werden.

    Die Interaktion von Immunsystem und Sarkomen stellt einen spannenden neuen Therapie­ansatz dar. Klinische Studien zu Immun-Checkpoint-Inhibitoren bei Patienten mit Sarkomen könnten hier neue und wichtige Therapiekonzepte bereithalten.

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  • ESMO 2014: Nachwuchsförderung in der Onkologie

    Ein wesentliches Augenmerk der Aktivitäten der European Society for Medical Oncology (ESMO) liegt auf der Förderung des Nachwuchses im Bereich der internistischen Onkologie.

    Themen des Young Oncologists Forum über entscheidende Komponenten der akademischen Karriere: Identifizierung eines idealen Mentors, Verfassen von Protokollen für klinische Studien, Erstellen eines Projektplans zur Drittmitteleinreichung und die effiziente Zusammenfassung von Daten in einem wissenschaftlichen Manuskript.

    Eine Young Oncologists Breakfast Session befasste sich mit Tipps und Tricks zum Umgang mit Medien, insbesondere in Interviewsituationen.

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  • ESMO 2014: Highlights beim malignen Melanom: Immuntherapie und mutationsspezifische Tyrosinkinasehemmer

    Die erste präsentierte Phase-III-Studie mit dem PD-1-Antikörper Nivolumab zeigt einen klaren Vorteil im Ansprechen gegenüber Chemotherapie in der Zweitlinientherapie bei Ipilimumab-vorbehandelten Patienten.

    Zwei Kombinationen aus BRAF- und MEK-Inhibitoren, Dabrafenib + Trametinib sowie Vemurafenib + Cobimetinib, zeigen signifikante Verbesserungen sowohl im progressionsfreien- (PFS), als auch im Gesamtüberleben (OS) gegenüber der Monotherapie mit Vemurafenib bei Patienten mit BRAF-mutiertem Melanom.

    Ein Update aus einer Phase-I-Studie einer Kombination aus Ipilimumab und Nivolumab bestätigt Überlebensraten von knapp 80 % nach 2 Jahren.

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  • CLARINET-Studie mit Lanreotid Autogel bei neuroendokrinen Tumoren: Antiproliferativer Effekt und Lebensqualität mit Somatostatinanaloga

    Im Vorjahr wurde die CLARINET-Studie (Lanreotid bei Patienten mit metastasierten, hormonell inaktiven neuroendokrinen Tumoren [NET]) am ESMO als Late-breaking Abstract vorgestellt.

    Im Juli 2014 erschien die Studie im New England Journal of Medicine1. Am diesjährigen ESMO wurden aktuelle Daten zur Lebensqualität in der Highlight-Sitzung präsentiert2.

    Zwei weitere ESMO-Präsentationen – die Studien SymNET3 und ELECT4, beide ebenfalls mit Lanreotid – befassten sich ebenfalls mit der Lebensqualität, hier bei funktionell aktiven NET und hormonassoziierten Symptomen (Karzinoidsyndrom).

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  • Die Rolle der Pathologie in der Onkologie – Mammakarzinom: HER2-Testung „and beyond“

    Tumorheterogenität bedingt die Reevaluierung von Tumorproben unabhängig von Ergebnissen des Primärtumors

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Panorama

  • Start der Experteninitiative „DON’T SMOKE“

    Ein eindringlicher Appell aus Ärztekreisen soll Bewegung in die Pläne für einen besseren (Nicht-)Raucherschutz bringen. Jeder einzelne Österreicher kann jetzt unter www.dontsmoke.at den Forderungen Nachdruck verleihen.

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  • Studie ABCSG 32 – Daten, Fakten: Konsequenzen? Neoadjuvante Therapie des HER2-positiven Mammakarzinoms

    Neoadjuvantes Setting bedeutet kurative Intention. Beim HER2-positiven Mammakarzinom korreliert die Rate pathologischer Komplettremissionen mit dem Überleben.

    Aus der 4-armigen Phase-II-Studie ABCSG 32 geht hervor, dass eine Therapiekombination aus Docetaxel und Trastuzumab mit nichtpegyliertem liposomalem Doxorubicin ± Bevacizumab bei geringer Kardiotoxizität sicher ist und mit hoher pCR-Rate effektiv verabreicht werden kann.

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  • Starkes Portefeuille richtungsweisender Studien: ABCSG-Jahrestagung 2014

    Im Focus der ABCSG-Jahrestagung in Saalfelden: eine geplante Studie mit dem CDK4/6-Inhibitor Palbociclib adjuvant sowie eine Studie mit PI3K-Inhibitoren neoadjuvant beim Mammakarzinom; die diagnostische Standardisierung tumorinfiltrierender Lymphozyten zur Therapieindividualisierung und die genetische Beratung bei Patientinnen mit BRCA-1/2-mutiertem Mammakarzinom.

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  • Chirurgisches und perioperatives Management des Pankreaskarzinoms

    Biopsie zur präoperativen histologischen Diagnosesicherung und präoperative Gallengang­-dra­i­nage ist in vielen primär operablen Fällen meist nicht erforderlich.

    Dank neoadjuvanter Therapiekonzepte kann eine Operation in zuvor lokal inoperablen Tumoren heutzutage oftmals ermöglicht werden.

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  • Neue Hoffnung für Patienten mit myeloproliferativen Erkrankungen

    Der Einsatz des JAK-1/2-Inhibitors Ruxolitinib bei Patienten mit Polycythaemia vera stellt eine potente und sichere Option als Therapielinie nach Hydroxyurea dar.

    Der Vorteil für die Patienten ergibt sich nicht nur durch die hohen Ansprechraten, sondern auch durch die Verbesserung der Krankheitssymptomatik.

    Durch die Entdeckung der CALR-Gen-Mutation kann zukünftig die Unterscheidung der unterschiedlichen myleoproliferativen Erkrankungen noch präziser vorgenommen werden.

    Patienten mit CALR-Mutation haben einen milderen Krankheitsverlauf.

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Personalisierte Medizin

  • Herausforderung der personalisierten Medizin beim hepatozellulären Karzinom

    Das hepatozelluläre Karzinom ist ein molekulargenetisch sehr heterogener Tumor, für den bislang kein einheitlicher Pfad der Kanzerogenese festgestellt werden konnte.

    Stadiengerechte Therapiekonzepte, histologische Charakteristika, individuelle Marker und Scores bieten aber jetzt schon Möglichkeiten für personalisierte Therapieentscheidungen.

    Im nächsten Schritt werden Biomarker zur medikamentösen Therapieselektion untersucht, u. a. Met-Expression für Tivantinib oder Alpha-Fetoprotein-Spiegel für Ramucirumab.

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Translationelle Onkologie

  • Proteomics: Entwicklung des Tumor-Proteinprofils zum prädiktiven Biomarker

    Der Nachweis von Proteinen hat das Potenzial, Interaktionen von Tumor und Körper relevanter darzustellen als die Genanalyse.

    In der Phase-III-Studie PROSE (Lancet Oncology 2014) ist es erstmals bei NSCLC-Patienten gelungen, mit einem massenspektometrisch nachgewiesenen spezifischen Proteinprofil das Ansprechen auf eine Therapie vorherzusagen.

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  • Tumorerkrankungen und Lipidstoffwechsel – Translationale Aspekte

    Die metabolische Signatur eines Tumors (gesteigerte Glykolyse, Fettsäuresynthese) lässt sich einerseits im Rahmen der Diagnostik und Verlaufskontrolle nutzen, z. B. mit radioaktiv markierten Lipidmetaboliten in der Positronenemissionstomografie, andererseits zeigt die gezielte Hemmung lipogener Enzyme auch antitumorale Wirkung.

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