DF 04|2012

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Guntram Schernthaner, Österreichische Diabetes Gesellschaft

Editorial

  • Wenig Evidenz für eine wachsende Patientengruppe
    Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege!
    Noch in den 1950er-Jahren lag die Lebenserwartung in Österreich bei 64 (Männer) bzw. 69 (Frauen) Jahren, im Jahr 2011 bereits bei 78 bzw. 83 Jahren. Nach den Daten der Statistik Austria (2011) ...Weiterlesen ...

Focus: Diabetes im Alter

  • Zum Geleit – Mit der Lebenserwartung steigt die Prävalenz altersassoziierter Erkrankungen [Update]
    Die Lebenserwartung zeigt in den wohlhabenden Ländern seit Jahren einen kontinuierlichen Anstieg. Damit nimmt der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung zu. In Österreich waren im Jahr 2006 rund 20 % der Einwohner über 60 Jahre alt, bis 2030 ist ...Weiterlesen ...
  • Diabetes im Alter – Physiologische Besonderheiten, therapeutische Herausforderungen

    Für geriatrische Patienten mit Diabetes mellitus ist eine Anpassung der Therapieziele und Behandlungsform an die individuelle Situation empfehlenswert. Geriatrische Syndrome wie erhöhtes Risiko für Malnutrition, Sturzneigung sowie kognitive und funktionelle Einschränkungen sollten besondere Berücksichtigung finden.

    Als Grundlage in der Diagnostik und Behandlung gilt als spezifisches Diagnoseinstrument das geriatrische Assessment. Einseitige Diätformen sind grundsätzlich obsolet.

    Das erhöhte Risiko für Arzneimittelnebenwirkungen und Interaktionen erfordert eine regelmäßige Überprüfung der Medikationsliste hinsichtlich Indikationsstellung und Dosierung.

    Weiterlesen ...
  • Zielwerte und Leitlinienempfehlungen – Der Kranke gibt das Tempo vor

    Generell gelten für den älteren Diabetiker die gleichen Stoffwechselziele wie für den jüngeren Patienten. Diese Ziele sind in Abhängigkeit von Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko individuell zu relativieren, demzufolge dürfen im Einzelfall auch höhere Zielwerte toleriert werden.

    Da bei hochbetagten Patienten Hypoglykämien mit relevanten Komplikationen assoziiert sind (Stürze, Frakturen, kognitive Defizite), sollten Medikamente mit niedrigerem Hypoglykämierisiko bevorzugt werden.

    Bei Medizinprodukten (Insulinpens, Blutzuckermessgeräte) ist auf eine altersgerechte Bedienbarkeit zu achten (große Displays, einfache Bedienung, bei Bedarf vorgefüllte Fertigpens).

    Weiterlesen ...
  • Ernährung des alten Menschen mit Diabetikes – Alles anders?

    Eine ausgewogene, gewichtsstabilisierende Ernährung kombiniert mit regelmäßiger körperlicher Aktivität sind eine wertvolle Alternative zur reinen Energierestriktion. Sie haben positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel, verhindern den Verlust an Muskelmasse, senken die Insulinresistenz, das kardiovaskuläre Risiko und ermöglichen in der Regel eine längere Selbstständigkeit sowie eine bessere Lebensqualität bei älteren Diabetikern.

    Eine Gewichtsreduktion mittels Crashdiät ist unbedingt zu meiden.

    Weiterlesen ...
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit – Spezifika in der Diagnose und Therapie beim alten Menschen

    Zum Management der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit bei Diabetes gibt es klare nationale und internationale Leitlinien, die aber vielfach nicht ausreichend auf die Besonderheiten des alten Menschen (geriatrische Syndrome, soziale Desintegration, geänderte Pharmakokinetik und Pharmakodynamik) eingehen. So sollte jede diagnostische und therapeutische Maßnahme (Ernährung, Stoffwechselkontrolle, Revaskularisierung, Wundmanagement, Schmerztherapie etc.) bei geriatrischen Patienten unter Berücksichtigung der möglichen physiologischen, therapeutischen und sozialen Folgewirkungen getroffen werden.

    Für eine optimierte Betreuung dieser Patienten ist weiters ein funktionierendes Schnittstellenmanagement zwischen intra- und extramuralem Versorgungsbereich bzw. mobiler Pflege erforderlich.

    Weiterlesen ...
  • Sturz- und Frakturprophylaxe – Risiko evaluieren, Funktionen prüfen, zum Training anhalten

    Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko sowohl für Stürze als auch für sturzassoziierte Frakturen. Im Zusammenhang mit metabolischem Syndrom und/oder Diabetes ist dieses Risiko zusätzlich erhöht. Ein Stufenplan mit regelmäßiger Evaluierung des Sturzrisikos sollte in die Routinebetreuung von älteren Diabetikern einfließen.

    Funktionsprüfung und daraus abgeleitete Konsequenzen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Lebensqualität, Autonomie und Lebenserwartung der Patienten. Die Diagnose entscheidet über die therapeutischen Möglichkeiten, die Funktion über die begleitenden Maßnahmen.

    Konsequentes Kraft- und Ausdauertraining sowie ein aktiver Lebensstil tragen wesentlich zum Erhalt von Muskelmasse und Muskelkraft sowie zur Verzögerung der altersassoziierten Sarkopenie bei.

    Weiterlesen ...
  • Diabetes und Demenz – Wie vorbeugen, wie behandeln?

    Epidemiologische Langzeituntersuchungen zeigen, dass Diabetes mellitus ein Risikofaktor für das Auftreten kognitiver Einbußen ist: Im Vergleich zu Stoffwechselgesunden zeigen sich schlechtere kognitive Leistungen, eine raschere Progredienz kognitiver Defizite, aber auch eine höhere Inzidenz von Demenzerkrankungen.

    Als Ursachen werden vaskulär-ischämische Schäden, negative Einflüsse von Hyper- und Hypoglykämie sowie Störungen im Gefolge der Insulinresistenz diskutiert.

    Aus dem wachsenden Verständnis der Auswirkungen des Diabetes auf das zentrale Nervensystem ergibt sich vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung die klare Forderung nach Studien, die präventive und therapeutische Strategien zur Behandlung dieser Spätfolgen evaluieren.

    Weiterlesen ...
  • Diabetische Augenveränderungen im Alter – Neues in Diagnose und Therapie

    Das Auftreten von diabetischen Netzhautveränderungen steht in Korrelation zur Dauer der Erkrankung, nicht zum Alter des Patienten. Um diese und zusätzliche altersassoziierte Augenerkrankungen rechtzeitig erkennen zu können, sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen notwendig.

    In der Diagnostik der diabetischen Makulopathie gewinnt die optische Kohärenztomographie immer mehr an Bedeutung.

    In der Therapie des Makulaödems ersetzt die intravitreale Medikamentenapplikation die Lasertherapie als bisherigen Goldstandard.

    Weiterlesen ...
  • Gender-Aspekte bei alten Menschen mit Diabetes – Das „health-survival paradox“

    In Anbetracht der weltweiten Zunahme der Lebenserwartung gewinnt Altern sowohl als Zustand (Alter) als auch als Prozess (Altern) im medizinischen Kontext an Bedeutung.

    Für die Unterschiede hinsichtlich der (gesunden) Lebenserwartung, der Prävalenz altersrelevanter Krankheitsbilder und der damit verbundenen therapeutischen, pflegerischen und psychosozialen Herausforderungen bei Frauen und Männern ist das biologische („sex“) wie auch das soziale Geschlecht („gender“) von Bedeutung.

    Die Berücksichtigung von Gender-Aspekten ist notwendig, um eine nachhaltige, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung beider Geschlechter sicherzustellen.

    Weiterlesen ...