Management der Myelofibrose

Dr. Damla Olcaydu-Kraucher, PhD

Die Risikostratifizierung von MF-Patienten ist für das Therapiemanagement hinsichtlich der Unterschiede im Gesamtüberleben essentiell. Obwohl Prognosemodelle und Scoring-Systeme (IPSS, DIPSS, MIPSS70, MYSEC-PM etc.) zur Verfügung stehen, zeigen Daten aus den USA, dass im klinischen Alltag ein Drittel der Patienten nicht risikokategorisiert bzw. die Hälfte der Beurteilungen rein klinisch ohne formelle Scoring-Systeme durchgeführt werden. Dadurch werden 40% der MF-Patienten nicht akkurat beurteilt bzw. bei 85% das Krankheitsrisiko unterschätzt. Bezüglich der medikamentösen Therapie mit Ruxolitinib bei symptomatischen MF-Patienten zeigen zusammengefasste Daten aus den bisher vorliegenden Studien, dass ein früherer Therapiebeginn von Vorteil ist, Anämien keine Kontraindikation darstellen und dass die maximal tolerierte Dosis angestrebt und beibehalten werden sollte, um eine rasche Reduktion der Milzgröße zu erreichen, da dies mit einem besseren Überleben vergesellschaftet ist.

Fazit: Scoring-Systeme zur Risikostratifizierung sollten bei allen Patienten angewendet werden, Ruxolitinib sollte nicht zu spät im Krankheitsverlauf eingesetzt und möglichst ausdosiert werden.

Educational session – Myeloproliferative neoplasms; Vortragender: Srdan Verstovsek, MD Anderson Cancer Center, Houston, Texas, USA

 

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