SO St. Gallen|2013

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Focus: St. Gallen 2013

  • Brustkrebs-Konsensuskonferenz St. Gallen: Daten – Fakten: Konsequenzen?
    Das Interesse an der Brustkrebs-Konsensuskonferenz St. Gallen ist außerordentlich groß, wie man auch an der Fortbildungsreihe „Daten – Fakten: Konsequenzen?“ ermessen kann. Die Post-Kongressveranstaltung hat sich zum Jour fixe für brustkrebsinteressierte Kollegen entwickelt – vor allem auch deswegen, weil wir ...Weiterlesen ...
  • Work in progress: Ki67 und multigenomische Assays

    Die absolute Notwendigkeit von Genexpressionsanalysen zur Bestimmung der intrinsischen Subtypen wurde vom Panel abgelehnt (allgemeine Verfügbarkeit, Kostendeckung).

    Zur Differenzierung zwischen Luminal-A- und Luminal-B-Tumoren wurde ein Ki67-Cut-off-Wert von 20 % vorgeschlagen, aber nicht definitiv festgelegt. Der IHC4-Algorithmus könnte eine bessere Vergleichbarkeit von immunhistochemischen Analysen mit multigenomischen Assays gewährleisten.

    Ein niedriger histologischer Differenzierungsgrad (G3) wurde nicht als Surrogatmarker für einen hohen Ki67-Proliferationsindex akzeptiert.

    Für den routinemäßigen Einsatz von Multigenplattformen ist es noch zu früh. Ergebnisse der derzeit laufenden klinischen Studien zur Frage der Prädiktion (MINDACT®, TAILORx®, RxPONDER) sollten abgewartet werden.

    Weiterlesen ...
  • „Multigene signatures“ beim Mammakarzinom

    Mit dem klinischen Einsatz von Gensignaturen ändert sich der Einsatz der Chemotherapie in Abhängigkeit vom untersuchten Patientenkollektiv.

    Das St.-Gallen-Panel sieht derzeit eine Option beim hormonrezeptorpositiven, HER2/neu-negativen Mammakarzinom.

    Gensignaturen haben zurzeit einen primär prognostischen Wert. Nur mit EndoPredict gelingt eine Aussage über das späte Rezidivrisiko beim hormonrezeptorpositiven Mammakarzinom.

    Klare Antworten auf den prädiktiven Stellenwert werden die Studien RESPONDER, TailorX und Mindact liefern.

    Weiterlesen ...
  • Fragen und Antworten im chirurgischen Setting

    Das St.-Gallen-Panel hat sich für keine absoluten, jedoch für relative Kontraindikationen (R1-Resektion, Multizentrizität, extensiver Mikrokalk) gegen eine brusterhaltende Therapie ausgesprochen.

    Als R1 wird die Tumorzelle am Tuscherand definiert. Millimeterangaben sind obsolet.

    Weiterlesen ...
  • Neues aus der Strahlentherapie

    Die regionale Lymphknotenbestrahlung ist keine Alternative zur Axilladissektion.

    Große Akzeptanz für die hypofraktionierte Ganzbrustbestrahlung: Die Behandlungszeit verkürzt sich für die meisten Patientinnen von 6 auf 4 Wochen.

    Akzelerierte Teilbrustbestrahlung wird nur bei streng selektionierten Patientinnen empfohlen.

    Das Patientinnenkollektiv, bei dem auf eine Bestrahlung nach brusterhaltender Therapie verzichtet werden kann, sollte in nationalen und internationalen Leitlinien definiert werden.

    Weiterlesen ...
  • Neue Standards in der medikamentösen Therapie?

    Endokrine Therapie in der Prämenopause

    Ovarielle Ablation vor allem bei sehr jungen Frauen < 40 Jahren; Aromatasehemmer nur bei Tamoxifen-Kontraindikation; Tamoxifen über zehn Jahre als Option bei hohem Rückfallrisiko

    Endokrine Therapie in der Postmenopause

    Aromatasehemmer upfront vor allem bei Hochrisikopatientinnen; optional Tamoxifen (Switch); Indikation für verlängerte endokrine Therapie nur bei nodal-positiven Frauen (nach Switch oder nach 5 Jahren Tamoxifen)?

    Adjuvante Chemotherapie

    Befall von 1–3 axillären Lymphknoten oder Alter < 35 Jahre per se keine Indikation zur Chemotherapie; Proliferationsrate > 20 % als Grenze zwischen Luminal-A- und Luminal-B-Tumoren strittig, Platz für multigenomische Assays; keine Empfehlung für Platinderivate bei triple-negativen Tumoren (auch nicht bei nachgewiesener BRCA-1-Mutation); HER2-positives Mammakarzinom: Chemotherapie und Trastuzumab bereits ab Tumorgröße von 5 mm

    Neoadjuvante Therapie

    pCR nach vollständiger neoadjuvanter Chemotherapie → postoperative Chemotherapie nicht erforderlich; HER2-positives Mammakarzinom: Trastuzumab-basierte Therapie bereits im neoadjuvanten Setting; neoadjuvante endokrine Therapie (Protokoll ABCSG-34) bei hochgradig hormonrezeptorpositiven Tumoren eine valide Behandlungsoption

    Weiterlesen ...