SO 01|2014

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

  • „Now you see it – now you don’t.“
    Das vorliegende Themenheft von Spectrum Onkologie befasst sich mit dem Schwerpunkt Nuklearmedizin respektive Hybridbildgebung. Die Zukunft lässt ein höheres Auflösungsvermögen nuklearmedizinischer Tracer erwarten, und die Darstellung von intratumoralen Pathways könnte einen weiteren Schritt in Richtung nichtinvasiver Individualisierung von Therapien und ...Weiterlesen ...

Focus: Nuklearmedizin

  • Nuklearmedizin im Zeitalter der personalisierten Medizin
    Die Nuklearmedizin hat sich im letzten Jahrzehnt einen hohen Stellenwert im Management onkologischer Patienten erarbeitet. Bildgebungstechniken wie die Single-Photon-Emissions-Computertomografie (SPECT) oder die Posi­tronen-Emissions-Tomografie (PET) ermöglichen die Visualisierung molekularer Prozesse zur Therapieselektion, zum Therapiemonitoring oder auch zur Risikostratifizierung von Patienten. Insbesondere ...Weiterlesen ...
  • Nuklearmedizin im Kontext der radiologischen Bildgebung
    Es finden derzeit dynamische Entwicklungen in jenen Bereichen statt, in denen Radiologie und Nuklearmedizin zusammenarbeiten. Wenn beide Disziplinen früher aufgrund einer nur geringen methodischen Überschneidungsmenge getrennt voneinander betrachtet wurden, dann hat sich die Situation mit der Entwicklung von Hybridgeräten, PET-CT, ...Weiterlesen ...
  • Entwicklung neuer Biomarker zur nuklearmedizinischen Bildgebung

    Nuklearmedizinische Imaging-Biomarker setzen sich konzeptionell aus einem Radionuklid, einem chemischen Linker und einem Vehikel-Molekül zusammen. Das Radionuklid ist Signal­geber, chemische Linker schlagen eine Brücke zum Molekül der Wahl, das geeignet ist, selektiv und spezifisch an die intendierte Zielstruktur zu binden, z. B. an Wachstumsfaktorrezeptoren.

    Imaging-Biomarker können zur Diagnose und Therapie verwendet werden (Theranostik).

    Ein Trend besteht darin, konventionelle verfügbare Substanzen in ihre radioaktiv markierten Analoga umzuwandeln, um das direkte Ansprechverhalten zu beobachten.

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  • Translationale Techniken der experimentellen Nuklearmedizin

    Schwerpunkte der experimentellen Nuklearmedizinu Präklinische Erforschung neu entwickelter Imaging-Biomarker.

    Erforschung der Mechanismen, welche onkologischen Erkrankungen zugrunde liegen, und das zumeist unter In-vivo-Bedingungen.

    Heranführung neuer Methoden, Imaging-Biomarker oder Behandlungskonzepte von der Konzeption bis ans Krankenbett.

    Erarbeitung neuer Stratifizierungskonzepte: Welche Patienten können von welcher Therapie profitieren?

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  • Technische Entwicklungen in der Nuklearmedizin: Hybridbildgebung

    Hybride Bildgebungsmethoden wurden durch die Nuklearmedizin initiiert bzw. maßgeblich begleitet.

    SPECT/CT, PET/CT und PET/MR sind weltweit klinisch verfügbar und werden stetig weiterentwickelt.

    Die Evidenz der höheren diagnostischen Wertigkeit von hybriden Bildgebungs-methoden gegenüber Einzeluntersuchungen nimmt zu.

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  • Nuklearmedizinische Bildgebung zur Visualisierung spezifischer Zielstrukturen

    Tumorheterogenität bedingt, dass Therapieentscheidungen nur für Teilbereiche der gesamten Tumorlast effektiv sind.

    Eine Methode, die es erlaubt, alle Tumormanifestationen in ihrer Gänze nichtinvasiv zu charakterisieren, wäre die Basis für maßgeschneiderte Therapien.

    Die In-vivo-Darstellung der Biodistribution eines Medikaments kann einen wichtigen Beitrag bei der Entwicklung neuer Medikamente und bei der Therapieplanung leisten.

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  • Theranostik – nuklearmedizinische Methoden in der individualisierten Tumortherapie

    Theranostik ist durch die prätherapeutische und/oder frühe intratherapeutische Selektion von Respondern und Non-Respondern die Voraussetzung für die personalisierte Tumortherapie.

    Das nuklearmedizinische Target-Prinzip der Verknüpfung einer Wirksubstanz mit einem diagnostischen und therapeutischen Radioisotop stellt ein perfektes theranostisches Konzept dar.

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  • Metabolismus und Proliferation: Nuklearmedizinische Bildgebung zur Tumorcharakterisierung in vivo

    Nuklearmedizinische Verfahren können gezielt Stoffwechselvorgänge von Zellen darstellen.

    Ein gesteigerter Zuckerstoff- und Aminosäurestoffwechsel kann als Ausdruck einer Tumor­zellaktivität gewertet und mit Hilfe von etablierten Radiopharmaka wie 18F-FDG, 11C-Methionin oder 18F-FET bildgebend erfasst werden.

    Proliferation der Tumorzelle kann mittels nuklearmedizinischer Verfahren wie 18F-FLT abgebildet werden. Die Aufnahme dieses Tracers in die Zelle korreliert stark mit dem immunhistochemischen Proliferationsmarker Ki-67.

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  • Tumorhypoxie und Neoangiogenese

    Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass die Hypoxie eine der Ursachen für Strahlenresistenz und Progression solider Tumoren ist.

    Ein für die Bildgebung der Hypoxie entscheidender Rezeptorsubtyp ist Integrin αvβ3, das hauptsächlich auf aktivierten Endothelzellen zu finden ist und eine wichtige Rolle im Rahmen der Angiogenese und Tumorzellmetastasierung spielt.

    Die Entwicklung von Radiopharmaka in der Nuklearmedizin ist ein wesentlicher Eckpfeiler in Richtung individualisierter Medizin.

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Kongress

  • ASCO-GI 2014: Im Focus: gastrointestinale Tumoren

    Magenkarzinom

    Mit den Daten der RAINBOW-Studie ist eine Zulassung des Anti-VEGFR2-Antikörpers Ramucirumab beim metastasierten Magenkarzinom zu erwarten; der primäre Endpunkt, eine signifikante Verbesserung im Gesamtüberleben durch Kombination von Ramucirumab mit Paclitaxel in der Zweitlinie, wurde erreicht.

    Kolorektalkarzinom

    Eine Erhaltungstherapie mit Bevacizumab + Capecitabin verlängert die progressionsfreie Zeit bei metastasierten Kolorektalkarzinom-Patienten.

    Neue Auswertungen untermauern die prädiktive Bedeutung des RAS-Mutationsstatus für eine Anti-EGFR-Antikörper-Therapie.

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  • SABCS 2013: Klinische Studien und translationale Forschung am: relevante Daten zu Brustkrebs

    Die Addition von Bevacizumab zu Chemotherapie und Trastuzumab führt im adjuvanten Setting zu keiner Verbesserung des Outcomes.

    Tumorinfiltrierende Lymphozyten scheinen ein besseres Ansprechen auf Trastuzumab und Carboplatin vorhersagen zu können.

    Mutationen im PIK3CA-Gen scheinen mit Resistenz gegenüber einer Anti-HER2-Therapie assoziiert zu sein.

    Die Addition von Carboplatin zu wöchentlichem Paclitaxel gefolgt von dosisdichtem AC führt zu einer signifikanten Steigerung der pCR-Rate.

    Bei 4-mal EC gefolgt von 4-mal Paclitaxel bewirkt die dosisdichte Verabreichung eine Verbesserung von DFS und OS gegenüber dreiwöchentlicher Gabe, die Addition von 5-FU zu EC hingegen hat keinen positiven Effekt.

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  • ASH 2013 in New Orleans, USA: Ein Festival für das multiple Myelom

    Zu den ASH-Highlights beim multiplen Myelom zählt die FIRST-Studie. Diese bislang größte Studie bei älteren Patienten wurde in der Plenary-Sitzung präsentiert und zeigt Vorteile für eine Lenalidomid-basierte Langzeittherapie.

    Grad-3/4-Nebenwirkungen und Therapieabbrüche haben negative Auswirkungen auf das Gesamtüberleben. Eine Differenzierung älterer Patienten in „fit“, „nicht fit“ und „gebrechlich“ kann die Wahl der Therapie zugunsten von Protokollen mit geringerer Toxizität beeinflussen.

    Mit den abschließenden Ergebnissen der MM-003-Studie empfiehlt sich Pomalidomid für umfangreich vorbehandelte, selbst mehrfach therapieresistente Patienten.

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  • ASH 2013: Neuigkeiten bei Lymphomen

    Es wird künftig eine relevante Rolle von Lenalidomid in der Behandlung verschiedener Lymphomentitäten erwartet.

    Kombinationstherapien von R-CHOP mit Lenalidomid oder Ibrutinib sind bei aggressiven Lymphomen vielversprechend und bedürfen der Bestätigung durch prospektive Phase-III-Studien.

    Rituximab-Erhaltungstherapie (2 Jahre) beim follikulären B-Zell-Lymphom ist sicher und führt zur Verlängerung des PFS, der Nachweis auf einen Einfluss der Gesamtüberlebenszeit steht weiterhin aus.

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  • ASH 2013: CD30-Antikörper-Zytostatikum-Konjugat: Wirksamkeit bei B-Zell-Lymphomen

    Neben dem Mb. Hodgkin und dem großzellig-anaplastischen Lymphom wird eine Expression von CD30 auch bei B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphomen beobachtet.

    In einer Phase-II-Studie bei 50 Patienten mit rezidivierten/refraktären diffus großzelligen B-Zell-Lymphomen und verschiedener Ausprägung der CD30-Expression wurde ein therapeutisches Ansprechen bei 42 % beobachtet (22 % bei 18 Patienten mit anderen B-Zell-Lymphomen).

    Die Ansprechraten auf Brentuximab Vedotin waren nicht mit dem Ausmaß der CD30-Expression korreliert.

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  • ASH 2013 Highlights: Chronisch lymphatische Leukämie

    CLL-11-Studie: Immunchemotherapie mit Chlorambucil + Obinutuzumab führt zu besserem und längerem Ansprechen im Vergleich zu Chlorambucil + Rituximab und zu einem längeren Gesamtüberleben im Vergleich zu Chlorambucil alleine.

    COMPLEMENT-1-Studie: Ofatumumab steigert die Wirkung von Chlorambucil.

    CLL-10-Studie: Der Vergleich von FCR mit R-Bendamustin bei jungen und fitten CLL-Patienten bestätigt die hohe Wirksamkeit des FCR-Regimes und das günstigere Nebenwirkungsprofil von R-Bendamustin bei ebenfalls sehr gutem und lang anhaltendem Ansprechen.

    BCL2-Inhibitor ABT-199 erreicht hohe Ansprechraten insbesondere auch bei Patienten mit del(17p) und/oder Fludarabin-Refraktärität. Weitere Studien sollen auch an österreichischen Zentren laufen.

    Eine Phase-III-Studie bestätigt die sehr hohe Wirksamkeit des PI3K-delta-Inhibitors Idelalisib auch in Kombination mit Rituximab.

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  • ASH 2013: Anti-CD20-Antikörper: Höhere Ansprechraten und längeres progressionsfreies Überleben beim älteren CLL-Patienten

    Neue Therapieoption für den älteren/unfitten CLL-Patienten mit klinisch bedeutsamen Verbesserungen.

    Verlängertes PFS sowie verbessertes Ansprechen unter Kombinationstherapie mit Anti-CD20-Antikörper.

    Die Kombinationstherapie von Ofatumumab mit Chlorambucil weist ein verträgliches Nebenwirkungsprofil auf.

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  • ASH-Highlights 2013: Klinischer Fortschritt bei chronischer myeloischer Leukämie

    Neue Daten zeigen: Die Mehrheit der CML-Patienten verstirbt nicht mehr an den Folgen der Leukämie, sondern infolge ihrer Begleiterkrankungen.

    Eine über Jahre stabile Remission mit nicht mehr nachweisbaren BCR-ABL-Transkripten könnte der Grundstein für eine behandlungsfreie Zeit sein.

    Ponatinib ist der bislang einzige Tyrosinkinasehemmer mit Wirkung bei der T315I-Mutation und ist in den Händen erfahrener Ärzte eine wertvolle Substanz für schwierige Fälle.

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  • ASH 2013: Akute myeloische Leukämie: Old standards – new targets

    Die genetische Vielfalt der AML hat neben der Risikostratifizierung nach zytogenetischen und molekularen Merkmalen auch eine Vielzahl neuer Therapiekonzepte hervorgebracht.

    Untersucht werden FLT3-Inhibitoren bei Hochrisikomutationen, hypomethylierende Substanzen, der Tyrosinkinasehemmer Dasatinib bei AML mit KIT-Mutation, immunmodulierende Substanzen wie Lenalidomid oder Chemosensitizer wie Plerixafor. Hohe Erwartungen liegen auch in der Weiterentwicklung der Antikörpertherapie.

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Palliativmedizin

  • Wenn die Kindheit mit dem Tod endet

    Pädiatrische Palliativversorgung bedeutet multiprofessionelle, aktive und umfassende Versorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit lebensbedrohlichen (LBE) oder lebenslimitierenden (LLE) Krankheiten sowie der Angehörigen und der gesunden Geschwisterkinder im Krankheitsverlauf und in der Trauerphase.

    Im Vordergrund stehen neben der optimale Schmerztherapie und Linderung belastender Krankheitssymptome vor allem auch die psychische, soziale und spirituelle Begleitung.

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Panorama

Personalisierte Medizin

  • Druggable Targets beim metastasierten Melanom

    Die Induktion einer Immunantwort ist beim metastasierten Melanom möglich.

    Vielversprechende neue Therapieansätze sind Antikörper gegen T-Zell-Checkpoint-Moleküle.

    Die Häufigkeit und der Schweregrad der dadurch induzierten Autoimmunprobleme benötigen Langzeitstudien zur Beurteilung.

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