SO 01|2015

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

  • „The map is not the territory …“ (Alfred Korzybski)
    Der Drang, unbekanntes Territorium zu kartieren und dadurch besser zu charakterisieren, ist so alt wie die überlieferten Aufzeichnungen der Menschheit. Erfahrungsgemäß waren die ersten Kartierungsversuche von weißen Flecken, Terra incognita, sowie von Seeungeheuern zwischen den Kontinenten geprägt, die mit der ...Weiterlesen ...

Focus: The Cancer Genome Atlas

  • Vorwort
    Als translationeller Krebsforscher hat man manchmal den Eindruck der Stagnation: keine substantiellen Fortschritte, keine aufregenden Neuigkeiten. Dennoch sind diese auf den ersten Blick unscheinbaren Phasen genau jene Zeiten, in denen die kommenden Innovationen zum Blühen und Reifen gebracht werden. Erst ...Weiterlesen ...
  • Genetische Tumorklassifikation und Pathologie

    Mittels next generation sequencing (NGS) ist es möglich, Untersuchungen zahlreicher bzw. großer Teile von DNA und RNA in einem Untersuchungsgang durchzuführen.

    Die erzielten Ergebnisse führen zu einer Erweiterung des Wissens um Tumorgenese und Tumorwachstum und bilden sowohl die Grundlage neuartiger Therapieformen (individualisierte Tumortherapie) als auch die Basis für molekularbiologische Tumorklassifikationen.

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  • The Cancer Genome Atlas – Organisation und Basis

    Die Technologien des „next generation sequencing“ sowie nationale und internationale Großprojekte wie das amerikanische „The Cancer Genome Atlas“ und das „International Cancer Genome Consortium“ ermöglichen eine umfassende genetische Charakterisierung der häufigsten Tumorentitäten.

    Tumorerkrankungen werden durch Mutation von Treibergenen verursacht. Derzeit sind circa 140 Treibergene bekannt, wobei in einem Tumor meist nur 1 bis 8 Treibergenmutationen vorliegen.

    Der Großteil der Mutationen in Tumoren, welche zur Änderung von Proteinsequenzen führen, sind irrelevant für den neoplastischen Phänotyp und werden als „Passenger“-Mutationen bezeichnet.

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  • „The Cancer Genome Atlas“ – von der onkologischen Grundlagenforschung zur klinischen Anwendung

    Krebs stellt eine Erkrankung der Gene dar. Das bedingt, dass eine präzise Entschlüsselung der genomischen Veränderungen und deren Rolle im malignen Phänotyp das Verständnis der Krebserkrankung revolutionieren und neue Therapieansätze ermöglichen kann.

    Klassifikation und Therapieauswahl werden in Zukunft in vielen Fällen primär auf den genomischen Veränderungen und nicht mehr auf Krebsart und Histologie beruhen.

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  • Vorhersage von Chemosensitivitäten und -resistenzen: Drug Sensitivity Testing bei soliden Tumoren

    Drug Sensitivity Testing hilft Chemosensitivitäten und -resistenzen bei Patienten mit soliden Tumoren besser vorherzusagen.

    Pro Biopsie können über 100 klinisch hoch relevante Medikamente in 4 verschiedenen Konzentrationen innerhalb von 3–4 Tagen getestet werden.

    Ziel ist eine möglichst rasche Abwägung einzelner Behandlungsschritte.

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  • Konzept und erste Erfahrungen: EXACT-Studie zur Erfassung der Effektivität der personalisierten Medizin

    Erkenntnisse der Tumorbiologie in ihre pharmakologische Anwendung zu übersetzen ist schlichtweg die Herausforderung der Gegenwart.

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  • Wie nennen wir ihn (den Tumor) denn? Von der entitätsspezifischen zur genspezifischen Tumortherapie

    International Cancer Genome Consortium (ICGC) und The Cancer Genome Atlas (TCGA): Mit den derzeit laufenden genetischen Krebsforschungsprojekten sollen die 50 wichtigsten Tumorentitäten besser verstanden werden.

    Mit Pan-Cancer-Analysen soll herausgefunden werden, welche tumorrelevanten Pathways übergreifend von Relevanz sind.

    ICGC wird 2015 abgeschlossen sein. ICGC 2 ist bereits geplant: Insgesamt sollen rund 1 Million Tumoren sequenziert werden.

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Kongress

Panorama

  • Austrian Lung Cancer Study Group

    2013 wurde von österreichischen Lungenfachärzten die Austrian Lung Cancer Study Group ins Leben gerufen.

    Erste Initiative ist eine Lungenkrebs-Benchmark-Studie, die zu einem einheitlichen, nach internationalen Standards definierten Behandlungspfad beitragen soll.

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  • Strahlentherapeutische Konzepte in der Therapie von Lungenkrebspatienten

    In der multimodalen Therapie des lokal fortgeschrittenen Bronchialkarzinoms spielt die 3D-konformale Strahlentherapie eine entscheidende Rolle und trägt zur Verbesserung des Überlebens bei.

    Die stereotaktische Bestrahlung lokal begrenzter Lungentumoren ist eine wirkungsvolle Alternative zur operativen Sanierung und oft die einzige kurative Behandlungsoption bei respiratorisch kompromittierten Patienten.

    Die Brachytherapie ist eine Behandlungsmethode, bei der über lokal positionierte Katheter hohe Einzeldosen direkt an den Tumor appliziert werden, unter maximaler Schonung des umgebenden Gewebes.

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  • Bildgebung der Prostata mit MRT und PET als Entscheidungsgrundlage für die Therapie

    Mittels multiparametrischer Bildgebung können sowohl die Tumormorphologie als auch die Tumorbiologie auf funktioneller und metabolischer Ebene beurteilt werden.

    Die multiparametrische MRT wie auch die PET mit radioaktiv markierten Tracern zeigen hohes Potenzial zur akkuraten Tumordetektion, -charakterisierung und Einschätzung der Tumoraggressivität.

    Mittels spezifischer PET-Radiopharmaka ist in der Hybridbildgebung die Detektion von Metastasen in Lymphknoten und Knochen möglich, die nur wenige Millimeter groß sind.

    Die Hybrid-PET/MRT wird in Zukunft die Diagnose, das Staging, die Therapieplanung sowie das Therapiemonitoring des Prostatakarzinoms noch weiter verbessern.

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  • Best of JCO (Journal of Clinical Oncology): 2015 Gastrointestinal Cancer Edition – PEAK-Studie

    PEAK-Studie bei Patienten mit RAS-Wildtyp-Kolorektalkarzinom: Panitumumab-hältige Erstlinientherapie erweist sich als effektives Induktionsregime mit früher und tiefer Reduktion der Tumorlast als Voraussetzung für ein längeres progressionsfreiesund Gesamtüberleben.

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  • DON’T SMOKE − Breite Unterstützung aus der Bevölkerung

    Die Initiative DON’T SMOKE wurde im September letzten Jahres ins Leben gerufen, um ein stärkeres Bewusstsein für die Konsequenzen des Nikotinkonsums zu schaffen. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden die Ergebnisse einer österreichweiten Gallup-Umfrage zum Thema Tabakschutzgesetz präsentiert.

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  • Promotion Fallbericht zu Nplate® (Romiplostim): Patientin mit chronischer Immunthrombozytopenie (ITP) seit dem 6. Lebensjahr

Personalisierte Medizin

  • Druggable Targets bei Glioblastomen

    Die Immuntherapie wird beim Glioblastom bereits seit geraumer Zeit beforscht. Ein Beispiel ist die Impfung gegen eine speziell im Glioblastom vorkommende Mutationsvariante des EGF-Wachstumsfaktorrezeptors (EGFRvIII). Andere Beispiele sind Vakzinierungen gegen IDH-Mutationen in niedriggradigen Gliomen oder der Einsatz von Immun-Checkpoint-Inhibitoren.

    In Subpopulationen lassen sich BRAF-Mutationen finden, die sich für BRAF-Inhibitoren anbieten, oder die FGFR-TACC-Fusion mit möglichem Ansprechen auf FGFR-Inhibitoren. Damit wird die personalisierte Therapie auf Basis spezifischer genetischer Tumorcharakteristika auch in der Behandlung von Glioblastomen an Bedeutung zunehmen.

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Im Blickpunkt

  • 30 Jahre Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group

    Kontext: Die ABCSG wurde in den frühen 1980er-Jahren gegründet und die erste Patientin 1984 randomisiert. Heute kaum vorstellbar, aber damals entstanden die ersten onkologischen Zentren, die sich gegen „unkontrollierte Empirie“ und für „kontrollierte kooperative Studien“ aussprachen. Studien waren in der öffentlichen Wahrnehmung nicht etabliert („Versuchskaninchen“), und Studienplanung war „nur etwas für Unentwegte“. Die alles beherrschenden Themen der Gründerjahre waren, ob bei prämenopausalen Brustkrebspatientinnen Chemotherapie durch endokrine Therapie ersetzt werden kann („gegen den Strom“) und bei wie vielen Patientinnen eine brusterhaltende Operationen gelingt. In den weiteren Jahren, spätestens seit Mitgestaltung des St. Gallen International Expert Consensus war klar, die Tumorbiologie wurde richtig erkannt, und Studien retten Leben. Seitdem hat die ABCSG internationale Anziehungskraft, der Geist von St. Gallen ist sozusagen nicht nur sprichwörtlich in Österreich, sondern die Konferenz findet heuer auch de facto in Wien statt. Parallel dazu wurde der familiäre Charakter der Gründungszeiten (30 Teilnehmer bei der 10-Jahre-Feier, man konnte damals relativ leicht exklusiv berichten) mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die letztlich aus dem eigenen Anspruch erwachsen sind: nämlich „Innovation Leader“ zu sein, nicht nur „Innovation Follower“.

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