SO 05|2017

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

  • „Small is beautiful …“
    Nachdem bereits im Jahr 2009 ein Fokus in SPECTRUM Onkologie der Neuro- Onkologie gewidmet war, dürfen wir Ihnen erneut ein Schwerpunktheft zu diesem Thema präsentieren.
    Obwohl primäre Hirntumoren im Vergleich zu den „großen“ Tumorentitäten relativ selten sind, kann die Neuro-Onkokogie ...Weiterlesen ...

AKTUELL für Sie!

  • ESMO 2017 – Presidential-Sitzungen: Studien, die die Praxis verändern

    CheckMate 214: Kombinationstherapie mit Nivolumab + Ipilimumab erzielt erstmals einen Überlebensvorteil gegenüber Sunitinib beim Nierenzellkarzinom.

    PACIFIC: Neue Therapiestrategie mit Durvalumab beim inoperablen NSCLC, Stadium III.

    COMBI-AD: Neuschreibung der Guidelines mit zielgerichteter Therapie, Dabrafenib plus Trametinib, im adjuvanten Setting des malignen Melanoms.

    CheckMate 238: Neuschreibung der Guidelines mit Immuntherapie, Nivolumab, im adjuvanten Setting des malignen Melanoms.

    MONARCH 3: Abemaciclib, der dritte CDK4/6-Inhibitor für postmenopausale Brustkrebspatientinnen ante portas.

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Focus: Neuro-Onkologie

  • Vorwort: Anerkennung für den neuro-onkologischen Tätigkeitsbereich
    Die weitreichendste Veränderung des Jahres 2016 in der Neuro-Onkologie war sicher die Publikation der neuen Hirntumorklassifikation CNS4+, in die neben den histologischen Daten auch molekularbiologische und genetische Informationen eingeschlossen werden. Da diese neue Klassifikation sich besonders auf die niedergradigen Gliome ...Weiterlesen ...
  • Therapieentscheidungen bei niedriggradigen Gliomen

    Die Publikation der neuen Hirntumorklassifikationen der World Health Organisation (WHO) und die Resultate einiger großer internationaler Studien haben im vergangenen Jahr einige wesentliche Neuerungen im Management von niedriggradigen Gliomen mit sich gebracht.

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  • Österreichische Erfahrungen mit Tumor-treating Fields (TTFields)

    Das mediane „overall survival“ und „progression-free survival“ beim neu diagnostizierten Glioblastom kann mit „Tumor-treating Fields“ (TTFields) signifikant gesteigert werden (OS: 20,5 Monate, PFS: 7,1 Monate1).

    Die Therapie zeigt nach einer Eingewöhnungsphase eine ausgezeichnete Akzeptanz bei den Patienten, und das bei sehr geringem Nebenwirkungsprofil.

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  • MedAustron – Partikelbestrahlung bei Tumoren im Bereich der Schädelbasis und des ZNS

    Die Partikelbestrahlung ist eine Weiterentwicklung der konventionellen Strahlentherapie mit dem Vorteil bei ähnlicher biologischer Wirksamkeit im Tumor, das umliegende Normalgewebe besser zu schonen.

    Vorteil bei niedrigmalignen Hirntumoren: bei gleicher Dosis wie bei der Photonenbestrahlung ist die Dosis am umgebenden Gewebe deutlich reduziert, mit der zu erwartenden Abnahme an Spätfolgen.

    Vorteil bei radioresistenten Tumoren: Möglichkeit der Dosissteigerung ohne Mehrbelastung des tumorumgebenden Gewebes. Dies ermöglicht mitunter eine bessere lokale Kontrolle bei gleichbleibender Rate an Spätfolgen.

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  • Entwicklung von Gehirnmetastasen

    Die essenziellen Schritte der Gehirnmetastasenentstehung sind: intravaskulärer Arrest, Extravasation, Initiierung von Wachstum und Angiogenese in der perivaskulären Nische.

    Das erfolgreiche Gehirnmetastasenwachstum hängt sowohl von spezifischen Eigenschaften und Charakteristika der Tumorzelle als auch von jenen der gehirneigenen Zellen wie Astrozyten- und Mikroglia-Zellen ab.

    Die pharmakologische Prävention von Gehirnmetastasen durch die spezifische Inhibition von Schlüsselfaktoren der Gehirnmetastasenentstehung könnte in Zukunft ein neuer, vielversprechender therapeutischer Ansatz sein.

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  • Thrombosen bei Patienten mit Hirnmetastasen

    Zum Thema „Thrombosen bei Patienten mit Hirnmetastasen“ gibt es kaum Daten aus Studien, da Patienten mit Hirnmetastasen oft medizinische Kontraindikationen für eine Studienteilnahme aufweisen oder juridisch nicht mehr gültig in eine solche einwilligen können.

    Allerdings gibt es Daten, dass eine therapeutische Antikoagulation bei Thrombosen oder Lungenembolien bei Patienten mit Hirnmetastasen in der Regel sicher durchgeführt werden kann, auch wenn dies mit einer höheren intrakraniellen Blutungsrate einhergeht.

    An einer kleinen Serie von Patienten, die in der CATS-Studie aufgenommen waren und zu einem späteren Zeitpunkt Hirnmetastasen entwickelten, erlaubten weder der zum Zeitpunkt der Erstdiagnose erstellte Khorana-Score noch der Vienna-Score eine Voraussage des Thromboserisikos bei Hirnmetastasen.

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DFP-Literaturstudium

  • Supportivtherapie bei onkologischen Patienten
    LEHRZIEL:
    Nach der Lektüre dieses DFP-Beitrags sollten Sie

    die Grenzwerte kennen, die in den aktuellen Guidelines zum Beginn einer erythropoetischen
    bzw. einer G-CSF-Therapie führen,
    über die wichtigsten Sicherheitsaspekte myeloischer Wachstumsfaktoren Bescheid wissen,
    einen Überblick über die Notwendigkeit und die ...Weiterlesen ...

Kongress

  • EHA 2017 | Focus multiples Myelom

    Whole Exome Sequencing wird FISH ablösen

    Die Mutationslast nimmt mit Krankheitsdauer zu und korreliert mit schlechter Prognose. Der Mutationslast kommt auch zum Diagnosezeitpunkt prognostische Bedeutung zu.

    Patienten mit MRD-negativem-Status haben eine bessere Prognose. Dies gilt auch für Patienten mit Hochrisiko-Zytogenetik.

    Bemerkenswert in einem Update der CASTOR-Studie ist die viermal höhere Rate von MRD-negativen Befunden in der Daratumumab-Gruppe.

    Die Erhaltungstherapie mit Lenalidomid wird mittlerweile als Standard angesehen. Die Myeloma-XI-Studie untermauert diese Empfehlung sowohl bei Patienten mit Standard-risiko- als auch mit Hochrisiko-Zytogenetik.

    Denosumab ist eine neue Therapieoption zur Prävention skelettassoziierter Ereignisse bei Myelompatienten. In der größten je zu diesem Thema durchgeführten Studie fand sich zudem eine signifikante Verlängerung des PFS unter Denosumab.

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  • EHA 2017 | Highlights zur chronisch-lymphatischen Leukämie

    Die Therapiemöglichkeiten der chronisch-lymphatischen Leukämie (CLL) haben sich durch die „new agents“ deutlich erweitert und verbessert. Insbesondere für ältere, „unfitte“ Patienten stehen nunmehr gut tolerable Therapieoptionen zur Verfügung.

    Das Tumorlysesyndrom und atypische Infekte, besonders der Lunge, sind häufige Kompli­kationen, die besondere Aufmerksamkeit fordern.

    Erstmals gibt es Daten für eine sinnvolle Erhaltungstherapie mit Ibrutinib bei CLL-Patienten.

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  • EHA 2017 | Chronisch myeloische Leukämie: neue Studien und Updates von laufenden Studien

    Bosutinib könnte eine neue Option in der Erstlinientherapie der chronisch myeloischen Leukämie werden.

    Vielversprechend ist die Anwendung von Dasatinib als neuer Standard in der pädiatrischen chronisch myeloischen Leukämie.

    In der Destiny-Studie konnte mit einer 1-jährigen Tyrosinkinase-Inhibitor-Deeskalation eine verbesserte therapiefreie Remission erreicht werden.

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  • EHA 2017 | Aggressive Lymphome

    CAR-T-Zell-Therapien zeigen beeindruckende Ergebnisse beim fortgeschrittenen diffus großzelligen B-Zell-Lymphom.

    Radiotherapie bei älteren, PET-negativen Patienten nach Induktion ist nicht notwendig.

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  • EBMT 2017 | Das Mikrobiom: ein „wahres Organ“

    Das intestinale Mikrobiom und seine genetische Diversität haben maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit des Wirtes. Das enorme prognostische und therapeutische Potenzial dieser Entität wird jedoch vernachlässigt.

    Studien weisen darauf hin, dass hinsichtlich der Dysbiose die Wahl eines geeigneten Antibiotikums im Rahmen allogener Stammzelltransplantationen Einfluss auf das Langzeitüberleben hat.

    Fäkale Mikrobiota-Transplantationen werden bereits erfolgreich bei Clostridium-difficile-Infektionen eingesetzt und könnten zukünftig immunmodulatorische Krebstherapien positiv beeinflussen.

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Panorama

  • Vienna Cancer Center − Ressourcen für Versorgungsverbesserung in der Hämatoonkologie

    Die Hämatologie-Gesundheitszentren haben sich bewährt, mehr vernetzte Infrastruktur und zentrale Koordination mit konkreten Ansprechpartnern kann die gezielte hämatologische Versorgung weiter verbessern und die Durchführung klinischer Studien am Standort Wien forcieren.

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  • Neue S2k-Leitlinie − Postonkologische Lymphödeme

    Die neue S2k-Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Reg.-Nr. 058-001, zur Diagnostik und Therapie der Lymphödeme, ist seit 25. 5. 2017 online.

    An dieser Leitlinie haben insgesamt 32 wissenschaftliche Fachgesellschaften aus dem deutschsprachigen Raum mitgearbeitet, davon 22 aus Deutschland, 7 aus Österreich und 3 aus der Schweiz.

    Der ausführliche Leitlinienreport ist wie auch der Volltext der Leitlinie unter http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/058-001.html abrufbar.

    Es wurden insgesamt 7 Arbeitsgruppen gebildet, um das gesamte Themengebiet der Lymphologie von der Epidemiologie über die Diagnostik und Therapie bis zu Prävention und psychosozialen Aspekten abzudecken, und diese in 7 Kapitel gegliedert.

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  • Depression und Krebs − Probleme und Risiken der Interaktionspharmakologie

    Adäquate Therapie von Depressionen bei onkologischen Patienten erhöht Überlebensrate, Lebensqualität und Therapieadhärenz.

    Pharmakodynamische und/oder pharmakokinetische Wechselwirkungen bei Multimedikation können die unerwünschten Arzneimittelwirkungen verstärken, sodass sie wirklich klinisch relevant werden und zu vermehrten Spitalsaufnahmen führen.

    Die Arzneimittelwechselwirkungen sind heute weitgehend vorhersehbar und daher meistens vermeidbar.

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Personalisierte Medizin

  • EXACT-Studie − Von den Möglichkeiten zu den Ergebnissen

    Das „proof of principle“ eines personalisierten Therapieansatzes ist in der EXACT-Studie gelungen. Grundsätzlich lässt sich festhalten:

    Molekulare Profilerstellung ist machbar (MONDTI-Plattform an CCC Wien).

    Austausch im molekularen Tumorboard ist essenziell.

    Das Genom ist instabil, es empfiehlt sich eine „Echtzeit“-Biopsie.

    „Liquid biopsy“ ist eine Alternative bzw. in Entwicklung.

    Der personalisierte Therapieansatz ist bei vielen, wenn auch nicht allen Patienten möglich.

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  • „Druggable“ Targets bei hochmalignen Gliomen

    Die Inhibition des „Vascular Endothelial Growth Factor“ durch Bevacizumab ist die einzige „Targeted Therapy“, die bei Gliomen im Routine-Setting in Verwendung ist.

    Andere therapeutische Targets wie EGFR/EGFRvIII, IDH1/2 und weitere zahlreiche Immuntherapien sind aktuell Bestandteil der Forschung.

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Translationelle Onkologie

  • Das Tumormikromilieu in der CLL

    Das Tumormikromilieu spielt eine entscheidende Rolle bei der Karzinogenese und Pathophysiologie vieler Krebserkrankungen. Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist eine besonders vom Mikromilieu abhängige Tumorentität.

    Therapieansätze, die die Kommunikation zwischen Tumorzellen und Mikromilieu unterbrechen, werden unter anderem bei der CLL bereits erfolgreich angewandt. Die Weiterentwicklung und Kombination dieser Therapeutika bietet vielversprechende Ansätze für die zukünftige erfolgreiche Behandlung hämatologischer Neoplasien.

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