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Im Fokus des ASH 2017 stand die individuelle Therapie mit CAR-T-Zellen. Bei diversen Entitäten zeigten sich gute Behandlungserfolge, so auch bei schwer behandelbaren, refraktären und rezidivierten aggressiven B-Zell-Lymphomen.

Ein CD19-gerichtetes CAR-T-Zell-Produkt ist Lisocabtagen maraleucel (JCAR017; liso-cel). Es beinhaltet eine individuell angefertigte CD4+ und CD8+ CAR T-Zell-Suspension. In der ersten multizentrischen Phase-I-Studie TRANSCEND NHL 001 erwies sich die CAR-T-Zell-Therapie als sehr effektiv und gut handhabbar.

In dieser Studie wurden Patienten mit refraktärem oder rezidiviertem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL), primärem mediastinalen großzelligen B-Zell-Lymphom (PMBCL), follikulärem Lymphom (FL) Grad 3B und Mantelzelllymphom (MCL) eingeschlossen. Patienten mit Versagen der primären allogenen Stammzelltransplantation, sekundärer ZNS-Beteiligung und einem ECOG-Performance-Status (ECOG PS) 2 war die Studienteilnahme erlaubt. Es war keine minimale absolute Lymphozytenzahl für eine Apherese erforderlich.

91 Patienten erhielten 5 x 107 Zellen in einer bzw. zwei Dosierungen oder 1–108 Zellen innerhalb einer Applikation. Letztere Dosierung wurde für die entscheidende Studie herangezogen, und 67 Patienten wurden mit DLBCL (De-novo- oder transformierte FL) oder hochgradigem B-Zell-Lymphom, entsprechend der geplanten DLBCL-Kohorte, behandelt.

Die Patienten waren im Median 60 Jahre alt und wiesen zu 76 % eine De-novo-DLBCL sowie in 24 % eine transformierte FL (tFL) auf. Etwa 90 % der Patienten hatten zumindest einen Hochrisikomarker für ein verkürztes medianes Überleben von 3–6 Monaten:

  • double/triple hit
  • primäre refraktäre Erkrankung
  • refraktäre Erkrankung gegenüber ≥ 2 Zweitlinientherapien,
  • bisher nie in kompletter Remission
  • keine ASCT oder ECOG 2

Hohe Ansprechraten

Ein Ansprechen zeigten 75 % der DLBCL- und 84 % der tFL-Patienten, ein komplettes Ansprechen (CR) 51 % bzw. 63 % der Patienten. Die Remissionen hielten über wenigstens 3 Monate bei 54 % (CR: 43 %) und 67 % (CR: 60 %) der Patienten und über wenigstens 6 Monate bei 35 % (CR: 32 %) bzw. bei 50 % (CR: 40 %) der Patienten an. Die Dauer des Ansprechens betrug im Median 9,2 Monate, wobei die mediane Dauer des Ansprechens bei Patienten mit CR noch nicht erreicht war.

Die frühen Ergebnisse zum Gesamtüberleben (OS) sind vielversprechend, insbesondere für Patienten mit komplettem Ansprechen; Patienten mit partieller Remission lebten im Median 9,0 Monate, Patienten ohne Ansprechen 6,2 Monate.

Bei etwa 60 % der 91 behandelten Patienten traten therapieassoziierte Nebenwirkungen auf. Am häufigsten wurden Neutropenien, Thrombozytopenien und Anämien beobachtet. Ein Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS) wurde zwar bei 35 % der Patienten beobachtet, aber nur ein Prozent davon hatte Grad-3/4-Nebenwirkungen. Neurotoxizität wurde bei 19 % der Patienten beobachtet, 12 % davon waren Grad-3/4-Nebenwirkungen. Es wurde kein Todesfall aufgrund von CRS oder Neurotoxizitäten berichtet.

Quellen:

Abramson JS et al., ASH 2017 Atlanta, Abstract 581

Fotocredit: Shutterstock/Meletios Verras

2017-12-22

 

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