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Die Ergebnisse einer Retrospektivstudie zeigen Effizienz bei Patienten mit Hirnmetastasen.

Hintergrund

Etwa 40 % der Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung Hirnmetastasen und werden aufgrund der Metastasierung von klinischen Studien mit PD-1- und PD-L1-Inhibitoren ausgeschlossen.

In einer rezenten Retrospektivstudie wurden 1.025 Patienten aus sechs europäischen Zentren mit NSCLC und Hirnmetastasen auf das Ansprechen einer Immun-Checkpoint-Inhibitor-Behandlung evaluiert. Exkludiert wurden Patienten, die eine Immuntherapie in Kombination mit einer Chemotherapie erhalten hatten, und jene mit leptomeningealen Metastasen.

Patientencharakteristika

24,9 % (n = 255) der Patienten wiesen zu Beginn der Immuntherapie Hirnmetastasen auf, die Metastasierung war mit folgenden Charakteristika assoziiert: jüngere Patienten, Patienten mit Adenokarzinom, ein Performance-Status ≥ 2, die Einnahme von Kortikosteroiden in erhöhter Dosis und eine vermehrte Anzahl an Metastasen-Lokalisationen. Von den inkludierten Patienten litten 39,2 % an aktiven Hirnmetastasen (neue oder wachsende Läsionen), 14,3 % waren symptomatisch und 27,4 % erhielten Steroide.

35,7 % der Patienten wiesen eine schlechte Prognose auf (Disease-specific Graded Prognostic Assessment Score, ds-GPA: 0–1) und keiner der Patienten hatte ein gutes prognostisches Profil (ds-GPA: 3,4–4).

Ergebnisse

Nach einem medianen Follow-up von 15,8 Monaten ergab sich kein signifikanter Unterschied bei den objektiven Ansprechraten (ORR) zwischen Patienten mit und ohne Hirnmetastasen (20,6 % vs. 22,7 %; p = 0,484). Die intrakranielle ORR lag bei 27,3 % und die intrakranielle Krankheitskontrollrate bei 60,3 %. Unter den 23 Patienten mit aktiven Hirnmetastasen und bekannter Information zum PD-L1-Expressionsstatus war ein PD-L1-Expressionslevel ≥ 1 % mit einer ORR von 35,7 % assoziiert, ein PD-L1-Expressionslevel ˂ 1 % mit einer ORR von 11,1 %.

Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) betrug 1,7 Monate für Patienten mit Hirnmetastasen und 2,1 Monate für jene ohne Hirnmetastasen (p = 0,0009). Das mediane Gesamtüberleben betrug 8,6 Monate und 11,4 Monate für Patienten mit und ohne Hirnmetastasen (p = 0,035). Das mediane Gesamtüberleben für die Risikogruppen ds-GPA 0–1 lag bei 4,4 Monaten und war signifikant geringer als für jene mit ds-GPA 1,5–2,5 (p ˂ 0,001) und jene mit ds-GPA 3 (p = 0,01). Eine vorhergehende kraniale Radiotherapie war nicht mit dem progressionsfreien oder Gesamtüberleben assoziiert.

In einer multivariaten Analyse wurden Kortikosteroide als Faktor für ein vermindertes Gesamtüberleben identifiziert, ein stabiles Metastasen-Stadium und höhere ds-GPA-Scores waren hingegen mit einem verlängerten Gesamtüberleben assoziiert. Das Vorhandensein von Hirnmetastasen war kein Faktor für ein vermindertes Gesamtüberleben nach Erhalt einer Immuntherapie.

Fazit

Die Studienautoren schlossen aus der Retrospektivanalyse, dass Patienten mit Hirnmetastasen von einer Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren profitieren. Aufgrund dessen sollte dieser Patientenpopulation diese Therapieoption in klinischen Studien nicht vorenthalten werden. Das beste Ergebnis wurde nach der Analyse für Patienten mit stabilen Metastasen und gutem ds-GPA-Score erreicht.

Quelle:

Hendriks LEL et al., J Thorac Oncol 2019; [Epub ahead of print]

Fotocredit: Shutterstock

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