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Am ASH-Kongress 2017 wurden vielversprechende Ergebnisse einer aktuellen Kombinationsstudie bei follikulärem Lymphom vorgestellt.

Für die Kombination eines PD-1-Inhibitors mit einem CD20-Antikörper ist eine synergistische Wirkung durch das Aktivieren des angeborenen und adaptierten Immunsystems zu erwarten. Beim follikulären Lymphom zeigte die Kombination von Pembrolizumab plus Rituximab in einer offenen einarmigen Phase-II-Studie vielversprechende Ergebnisse.

Primäres Ziel war es, die Ansprechrate bei Patienten mit rezidiviertem follikulärem Lymphom unter Pembrolizumab plus Rituximab zu erfassen. 30 Patienten des MD Anderson Cancer Center erhielten wöchentlich eine Gabe von 375 mg/m2 Rituximab und alle drei Wochen Pembrolizumab für bis zu 16 Infusionen. Es wurde erwartet, dass die Ansprechrate auf 60 % anstieg, verglichen mit historischen Kontrollen mit 40 % Ansprechrate unter Rituximab-Therapie.

Die Studienteilnehmer waren im Median 64 Jahre alt und wiesen in 73 % der Fälle einen ECOG PS 0 auf. Etwa die Hälfte der Patienten hatte einen mittleren, 27 % hatten einen niedrigen und 20 % einen hohen FLIPI (Follicular Lymphoma International Prognostic Index). Die Erkrankung war bei 60 % der Patienten im Stadium IV. 73 % der Patienten hatten bereits eine Chemotherapie erhalten. Auf die vorangegangene Therapie waren die Patienten median 28 Monate progressionsfrei. 37 % der Patienten hatten eines frühes Rezidiv innerhalb von 2 Jahren nach der Erstlinientherapie.

Hohe Ansprechrate

Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 13,8 Monaten war unter der Therapie mit Pembrolizumab plus Rituximab noch kein Todesfall aufgetreten. Die Ansprechrate betrug 67 %, die Rate an kompletten Remissionen 50 %. Die mediane Dauer des Ansprechens betrug 14,1 Monate, das mediane progressionsfreie Überleben 11,4 Monate. Patienten, die auf die vorangegangene Therapie mehr als ein Jahr angesprochen hatten, lebten median 13,8 Monate progressionsfrei. War das Ansprechen auf die vorangegangene Therapie ein Jahr oder kürzer, so betrug das progressionsfreie Überleben unter Pembrolizumab plus Rituximab median 4,1 Monate.

Der PD-L1-Status war kein prädiktiver Marker für das Ansprechen. Die hohe Expression von CD8-positiven Effektor-T-Zellen vor Therapiebeginn ging hingegen mit einer höheren Rate an Komplettremissionen einher. Auch die aus peripherem Blut gewonnene IFN-γ-Gensignatur könnte hilfreich für die Patientenselektion sein.

Die Kombination von Pembrolizumab und Rituximab erwies sich als gut verträglich. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Fatigue (33 %), Diarrhö (27 %), Transaminaseerhöhung (23 %), Augenschmerzen (23 %), Übelkeit/Erbrechen (23 %) und Myalgien (20 %), meist jedoch in Grad 1/2. 6 Patienten brachen die Therapie aufgrund von immunvermittelten Nebenwirkungen ab.

Quellen:

Nastoupil L et al., ASH 2017, Abstract 414

Fotocredit: Shutterstock/LindseyRN

2017-12-19

 

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