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Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Gerald Prager

 

Video 1: Magenkarzinom und Karzinome des gastroösophagealen Übergangs, Hepatozelluläres Karzinom

 

Magenkarzinom und Karzinome des gastroösophagealen Übergangs

KEYNOTE-062 ist eine interessante Phase-III-Studie, die metastasierte Patienten 1:1:1 in drei Arme randomisiert hat: Pembrolizumab-Monotherapie (200 mg alle drei Wochen) vs. Standardchemotherapie (Cisplatin/5FU) vs. der Kombination aus Immunchemotherapie.

Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben bei PD-L1-positiven Patienten (CPS ≥ 1%, CPS ≥ 10%).

Ergebnisse zusammengefasst: Interessanterweise konnte Pembrolizumab als Monotherapie gegenüber Chemotherapie keinen signifikanten Unterschied erzielen. Die Wirkung war bei einem CPS ≥ 1% vergleichbar mit einem medianen Gesamtüberleben von 10,6 vs. 11,1 Monate. Bei einem CPS ≥ 10% war der Unterschied allerdings bedeutend mit 17,4 vs. 10,8 Monate zugunsten von Pembrolizumab. Enttäuschenderweise hat die Kombination aus Pembrolizumab plus Chemotherapie gegenüber Chemotherapie alleine keinen Vorteil zeigen können. Ein sekundärer Endpunkt war die Responserate. Hier zeigt sich die Kombination aus Pembrolizumab plus Chemotherapie mit 52% vs. 37% besser.

 

Hepatozelluläres Karzinom

KEYNOTE-240 ist eine Phase-III-Studie mit Pembrolizumab vs. Best Supportive Care bei Patienten mit hepatozellulärem Karzinom nach Versagen einer Sorafenib-Erstlinientherapie.

Dieser Studie ist eine Phase-II-Studie (KEYNOTE-224) vorausgegangen, die in den USA zu einem accelerated approval von Pembrolizumab geführt hat.

Ergebnisse zusammengefasst: Die Phase-III-Studie ist somit als Bestätigungsstudie nach dem FDA-Approval erfolgt, mit dem enttäuschenden Ergebnis, dass die primären Studienendpunkte progressionsfreies und Gesamtüberleben mit Pembrolizumab gegenüber BSC keinen signifikanten Vorteil zeigten (HR jeweils 0,78, p=0,02, allerdings gemäß der statistischen Vordefinition nicht signifikant). Die Ansprechdauer betrug mit Pembrolizumab allerdings 13,8 Monate, was doch ein gutes Ergebnis darstellt. Auch die Responserate war mit knapp 17% in der Pembrolizumab-Gruppe deutlich höher als mit BSC.

 

Immuntherapie beim Kolorektalkarzinom

Die CheckMate-142-Studie untersuchte bei Patienten mit MSI-high/Mismatch-Repair-defizienten Tumoren (dMMR/MSI-H) den Einsatz von Nivolumab plus Ipilimumab als Erstlinientherapie.

Die Ergebnisse mit Nivolumab-Monotherapie wurde 2017 in Lancet Oncology publiziert.

Eine erste Analyse zur kombinierten Immuntherapie wurde von H.J. Lenz am ESMO 2018 vorgestellt.

Aktuell wurde nunmehr am ASCO die Interimsanalyse jener Kohorte von 119 Patienten präsentiert, die mit kombinierter Immuntherapie, Nivolumab (3 mg) plus niedrig dosiertes Ipilimumab (1 mg), alle 6 Wochen, behandelt wurden. Primärer Endpunkt war die Gesamtansprechrate.

Ergebnisse, zusammengefasst: Im Ergebnis zeigt sich eine PFS-Rate nach 12 Monaten von 77% bei einer Rate höhergradiger Toxizitäten von 16%. Es handelt sich hierbei um die größte Kohorte von Patienten mit dMMR/MSI-H Kolorektalkarzinom, die mit Checkpointinhibitoren behandelt wurden. Die kombinierte Immuntherapie verbessert die Ergebnisse der Nivolumab-Monotherapie und wurde von den Autoren als möglicher neuer Therapiestandard in dieser Indikation diskutiert.

Video 2: unter anderem: Immuntherapie beim Kolorektalkarzinom

2019-06-05

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