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Frühe PFS-Daten der IMpower150-Studie wurden bereits am ESMO-Asia präsentiert, die Studie war aber Thema am ASCO aufgrund neuer Daten zum Gesamtüberleben.

Untersucht wurde ein chemotherapiebasiertes Regime (Carboplatin-Paclitaxel) + Atezolizumab +/- Bevacizumab gegen Chemotherapie alleine in drei Studienarmen bei insgesamt 1.202 Patienten mit nichtplattenepithelialem NSCLC im Stadium IV. Man muss dazu sagen, dass wir bei diesen Patienten eine Pemetrexed-haltige Chemotherapie bevorzugen würden und dieses Protokoll vor allem in den USA verwendet wird. Für das Taxan spricht ein Wirksynergismus mit der Antiangiogenesetherapie. Ein geringer Anteil an EGFR- und ALK-positiven Karzinomen (13% der Patienten) war in der Studie enthalten, also Patienten, die normalerweise von Immuntherapiestudien ausgeschlossen sind. Die Auswertungen erfolgten nach verschiedenen PD-L1-Subgruppen (high, low, negative) gemäß der Expression auf Tumor- und Immunzellen. Zusätzlich wurden explorative Auswertungen nach einer T-Effektor-Gensignatur vorgenommen (Teff-Score). Aus der Studie war bereits ein längeres PFS bekannt, eine Reduktion des Progressionsrisikos (HR 0,59) in der ITT-Wildtyp-Population, d.h. bei Patienten ohne EGFR- und ALK-Mutationen, in den beiden investigativen Armen vs. Chemotherapie (p<0,0001).

Neu sind Daten zum Gesamtüberleben, das nach einem medianen Follow up von rund 20 Monaten nun ebenfalls signifikant verlängert war, und zwar mit einer HR 0,78 in den beiden investigativen Armen vs. Chemotherapie (ITT-Wildtyp-Population) (p=0,0164); die Kurven laufen längere Zeit parallel und trennen sich nach etwa 8 Monaten. Subgruppenauswertungen zeigen den Benefit im Gesamtüberleben unabhängig vom PD-L1-Score sowie einer EGFR-Mutation oder ALK-Translokation. Besonders gut scheinen die Ergebnisse bei Patienten mit Lebermetastasen.

Die Studie ist in der Gesamtbetrachtung positiv. Neu ist, dass Immuntherapie + Antiangiogenese kombiniert mit Chemotherapie auch bei EGFR/ALK-mutierten Patienten einen Überlebensvorteil gegenüber Chemotherapie zeigt. D.h. wenn bei solchen Patienten die zielgerichtete Therapie ausgeschöpft ist, ergeben sich mit den vorliegenden Daten neue Optionen. Was die Vierfachkombination an sich betrifft (Chemotherapie+Bevacizumab+Immuntherapie), so muss der Patient fit sein, bestimmte Kriterien wie Hämoptysen, cavernierende Läsionen und Tumoren, die zentralen Gefäßen anliegen, müssen bei Bevacizumab ausgeschlossen sein, und das Chemotherapie-Backbone bei nichtplattenepithelialen Tumoren wäre bei uns bevorzugt Platin+Pemetrexed.

Quelle: 

Socinski MA et al., ASCO 2018: Abstract 9002

Socinski MA et al., N Engl J Med 2018; 378:2288-2301

Fotocredit: Shutterstock 

2018-06-12

OA Dr. Maximilian Hochmair

Leiter der Onkologischen Ambulanz und Tagesklinik, Pavillon Leopold I, Respiratory Oncology Unit, Otto-Wagner-Spital, Wien

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