« zurück

Immuncheckpoint Inhibitoren (wie z.B. PD-1, PD-L1 und CTLA-4 Inhibitoren) nehmen einen zunehmenden Stellenwert in der Onkologie ein, sind aber mit multiplen Nebenwirkungen behaftet. Nebenwirkungen an der Haut umfassen Pruritus, makulopapulöse Exantheme, Psoriasis vulgaris (Abbildung 1), lichenoide Dermatosen, Vitiligo, Bullöses Pemphigoid (Abbildung 2), Alopezia areata, Sarkoidose bis hin zu schwerwiegenden Reaktionen, wie die toxisch epidermale Nekrolyse [1, 2, 3]. Das mediane Auftreten kutaner Nebenwirkungen liegt zwischen 4-8 Wochen nach Therapiebeginn, diese können aber in Einzelfällen auch bis zu 73 Wochen nach Therapiestart auftreten [1].

 

Abbildung 1: Disseminierte schuppende Plaques: Psoriasis vulgaris unter adjuvanter PD-1
Inhibitor Therapie (Quelle: Medizinische Universität Wien, Abteilung für Dermatologie)

 

Abbildung 2: Teils prall gespannte Blasen, teils hämorrhagische Blasen: Bullöses Pemphigoid
unter PD-1 Inhibitor Therapie (Quelle: Medizinische Universität Wien, Abteilung für Dermatologie)

 

Die Einteilung der immunmediierten kutanen Nebenwirkungen erfolgt anhand der CTCAE (Common Terminology Criteria for Adverse Events) Kriterien (Version 8.0) in die Schweregrade: Grad I-V. Im Durchschnitt sind 40% der mit Immuntherapie behandelten Patienten/innen von kutanen Nebenwirkungen betroffen. Unter der Therapie mit PD-1 Inhibitoren kommt es bei 18% der Patienten/innen zu einem Auftreten von Grad I-V Nebenwirkungen, wobei nur 2% dieser eine Grad III-V Nebenwirkung erleiden. Der Einsatz von CTLA-4 Inhibitoren führt zu einem höheren Prozentsatz zu kutanen Nebenwirkungen, 43,5% der Patienten zeigen Grad I-V Nebenwirkung, wobei nur 2% eine Grad III-V Nebenwirkung erleiden (Tabelle 1).

Tabelle 1: Auftreten von kutanen Nebenwirkungen, PD-1 und CTLA4 Inhibitoren
im Vergleich, eingeteilt anhand der CTCAE Kriterien (Common Terminology
Criteria for Adverse events) in die Schweregrade: Grad I-V.

 

Therapiemanagement

Das therapiebedingte Exanthem sowie der damit oftmals verbundene Pruritus sind in aller Regel einer Therapie gut zugänglich und machen keine Dosisreduktion oder gar einen Therapieabbruch erforderlich. Lediglich die selten auftretenden Grad III und IV Nebenwirkungen machen eine Therapieunterbrechung notwendig. Eine Wiederaufnahme der Therapie kann erfolgen, sobald sich die Nebenwirkung wieder auf eine Grad I Nebenwirkung zurückgebildet hat (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: Einteilung der kutanen Nebenwirkungen anhand der CTCAE Kriterien (Common Terminology Criteria for Adverse events) und Therapiemanagement

 

Frühzeitige Erkennung und adäquates Management verhelfen jedoch unnötige Therapieverzögerungen und Einschränkung der Lebensqualität von Patienten/innen zu verhindern.  Empfehlenswert ist die Verwendung topischer Glukokortikosteroide (s. Tabelle 2) oder im späteren Verlauf, sowie als Prävention, blande Pflege mit harnstoffhaltigen und/oder rückfettenden Externa.

 

Referenzen

(1) Eigentler et al. Cancer Treat Rev. 2016 Apr; 45: 7-18.

(2) Naidoo J et al. Cancer Immunol Res. 2016 May; 4: 383-389.

(3) Lopez AT et al. Oncologist. 2018 Jul; 23: 1119-1126.

 

Dr. Julia Ressler

Medizinische Universität Wien
Abteilung für Dermatologie
Währingergürtel 18-20
1090 Wien

SPIO entsteht in Kooperation mit:

sponsor-cccv-w248
sponsor-vcc-w248
Die werbenden Firmen haben keinen Einfluss auf die redaktionellen Inhalte der Seite