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Am ASH 2017 wurden die Phase-II-Studien ZUMA-1 und JULIET präsentiert, die zur Zulassung von zwei neuen Therapien mit chimären Antigenrezeptor-T-Zellen (CAR-T-Zellen) geführt haben.

Axicabtagene ciloleucel und Tisagenlecleucel werden bei Patienten mit fortgeschrittenen hämatologischen B-Zell-Erkrankungen eingesetzt.

ZUMA-1-Studie: Axicabtagene ciloleucel

Sattva Neelapu, MD, (MD Anderson Cancer Center, Houston, Texas, United States) präsentiert das Follow-up der ZUMA-1-Studie, in der die Sicherheit und Effizienz von Axicabtagene ciloleucel in 111 Patienten mit refraktär aggressivem B-Zell-Lymphom evaluiert wurde. In dieser Studie erreichten 82 % der Patienten ein objektives und 54 % ein komplettes Ansprechen. Nach einem Follow-up von 15,4 Monaten sprachen 42 % dieser Responder noch immer auf die Therapie an. Das abgeschätzte 18-Monate-Gesamtüberleben (OS) lag bei 52 %.

Unter Axicabtagene ciloleucel traten hohe Raten an hämatologischen Grad-3/4-adverse-Events auf: 78 % Neutropenien, 43 % Anämien und 38 % Thrombozytopenien. 13 % litten an Grad-3/4-Cytokin-Release-Syndrom und 28 % hatten neurologische Nebenwirkungen. 3 dokumentierte Todesfälle waren auf die CAR-T-Zell-Therapie zurückzuführen.

JULIET-Studie: Tisagenlecleucel

Stephen Schuster, MD (Abramson Cancer Center, Philadelphia, Pennsylvania, United States) präsentiert die primäre Analyse der JULIET-Studie in der die Second-Line-, CD19-zielgerichteten CAR-T-Zell-Therapie mit CTL019 (Tisagenlecleucel) in 28 Patienten mit relapsiertem/refraktorischem, diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) oder follikulärem Lymphom evaluiert wurde. Die objektive Gesamtansprechrate unter CTL019 lag bei 64 %. Die Komplett-Responserate lag bei 43 % in Patienten mit DLBCL und 71 % in Patienten mit follikulärem Lymphom. Bei den meisten Patienten war das Ansprechen dauerhaft: Nach einem medianen Follow-up von 28,6 Monaten lag es bei 86 % und 89 % bei Patienten mit DLBCL- respektive follikulärem Lymphom. Medianes OS waren 22,2 Monate für DLBCL-Patienten und war für Patienten mit follikulärem Lymphom noch nicht erreicht.

Cytokin-Release-Syndrom betraf 18 % der Patienten und 11 % litten an Enzephalopathie, wobei 1 Patient an Letzterem verstarb.

Meilenstein in der CAR-T-Zell-Therapie

In einem begleitenden Editorial wurde die ZUMA-1-Studie als „Meilenstein“ bezeichnet, da Patienten an 22 Instituten die personalisierte Behandlung, nach Herstellung in einer zentralisierten Zellmanufaktur, zeitnah erhielten. Damit wurde erstmals die Behandlung mit genetisch hergestellten T-Zellen einer großen Patientenpopulation zugänglich gemacht. Die potenziell schweren Toxizitäten sowie die hohen Kosten der Therapie sind laut den Autoren individuell abzuwägen.

Quellen:

Neelapu SS et al., N Engl J Med 2017; 377:2531-2544

Schuster SJ et al., N Engl J Med 2017; 377:2545-2554

Neelapu SS et al., ASH 2017; Abstract 578

Schuster SJ et al., ASH 2017; Abstract 577

Tran E et al., N Engl J Med 2017; 377:2593-2596

Prime Oncology PrimeLines

Fotocredit: Shutterstock/Meletios Verras 

2017-12-22

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