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Mithilfe der CAR(chimeric antigen receptor)-T-Zelltechnologie können gegen spezifische Tumorantigene gerichtete T-Zellen hergestellt werden, die eine hocheffektive Zerstörung von Tumorzellen ermöglichen. Potenzielle Toxizitäten der Therapie in Form von Zytokin-Release-Syndrom (CRS) und Neurotoxizitäten machen eine adäquate Überwachung während der Behandlungsphase erforderlich. Prof. Dr. Marion Subklewe, Medizinische Klinik und Poliklinik III, Klinikum der Universität München, beschrieb im Rahmen der Jahrestagung der DGHO, ÖGHO, SGMO, SGH + SSH 2018 den Ablauf der CAR-T-Zelltherapie.

Vorbereitung: Nach der stationären Aufnahme erhalten alle Patienten eine neurologische Abklärung, welche auch Bildgebung (MRT) und Elektroenzephalographie umfasst. Der erste Schritt der Behandlung besteht in einer lymphodepletierenden Chemotherapie. Am Tag vor der T-Zellgabe wird ein zentralvenöser Zugang gesetzt. Für den Fall des Auftretens eines CRS sollen mindestens vier Dosen des Interleukin-6-Antikörpers Tocilizumab bereitstehen, und eine Notfallausrüstung muss verfügbar sein.

Tag 0: Das Vorgehen am Tag 0 umfasst folgende Schritte:

+ 8:00 Uhr: Start von Monitoring und Hydratation laut SOP, gegebenenfalls Beginn einer antikonvulsiven Prophylaxe mit Levetiracetam;

+ 12:30 Uhr: Prämedikation: Paracetamol 1 g i.v. und Fenistil® 1 Ampulle i. v., keine Steroide;

+ 13:00 Uhr: CAR-T-Zellgabe.

Monitoring: Im Anschluss wird der Patient über mindestens 14 Tage (im Einzelfall auch länger) stationär überwacht. Zu den Maßnahmen zählen:

+ Zentrale Monitorüberwachung inklusive Sauerstoffsättigung und EKG zwecks Erkennung von Arrhythmien vom Tag des Therapiestarts bis zum Abklingen einer eventuellen CRS-Symptomatik bzw. bis zur Entlassung;

+ Vitalzeichenkontrolle alle 4 Stunden;

+ Achtstündliche Bilanzierung, Dokumentation des Körpergewicht ein- bis zweimal täglich;

+ CRS-Assessment und -Grading nach Neelapu et al. sowie CTCAE v4.3 mindestens alle 8 Stunden;

+ Mindestens einmal tägliche Laborkontrollen (Blutbild, CRP, Ferritin, Elektrolyte, Nieren- und Leberwerte, Gerinnung inklusive Fibrinogen und ATIII), bei klinischen Auffälligkeiten auch häufiger;

+ CARTOX-10-Bestimmung (neurologisches Assessment) nach Neelapu et al. mindestens alle 8 Stunden.

Am Klinikum der Universität München wurde eine interdisziplinäre ImmunoTaskForce eingerichtet, um die optimale Betreuung der Patienten zu gewährleisten.

Fotocredit: Shutterstock

2018-11-07

Prof. Dr. Marion Subklewe

Medizinische Klinik und Poliklinik III, Klinikum der Universität München

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