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Umfassend abklären, präzise zuweisen

Der Begriff „hormonelle Dysbalance“ wird häufig verwendet, ist aus endokrinologischer Sicht jedoch nur bedingt aussagekräftig. Hormonelle Störungen beruhen auf komplexen Regelkreisen und können vielfältige Ursachen haben – von Autoimmunerkrankungen bis hin zu Lebensstilfaktoren wie Adipositas, Schlafmangel und Stress. Warum eine präzise Diagnostik entscheidend ist und welche Rolle Hormone bei Stoffwechselerkrankungen spielen, erläutert Univ.-Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer, Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel, Universitätsklinik für Innere Medizin III, MedUni Wien, im Interview.


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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Ein einmaliger „Hormonstatus“ reicht in den meisten Fällen nicht aus. Zeitpunkt der Blutabnahme, zirkadiane Rhythmen, Zyklusphasen sowie Stimulations- und Suppressionstests sind für die richtige Interpretation entscheidend.
  • Hormonelle Dysregulationen stehen u. a. in engem Zusammenhang mit Typ-2-Diabetes, Adipositas, Bluthochdruck und kardiovaskulären Erkrankungen. Besonders das Fettgewebe fungiert als hormonaktives Organ und beeinflusst Entzündungsprozesse und Insulinresistenz.
  • Hinter häufigen Erkrankungen wie Hypertonie oder Stoffwechselstörungen können behandelbare endokrine Ursachen, etwa ein primärer Hyperaldosteronismus oder andere hormonelle Störungen, stehen. Eine frühzeitige Abklärung kann die Therapie entscheidend verbessern.