Kommentar zum Beratungsleitfaden „alternde Haut“

Die „Hautalterung“ beginnt theoretisch bereits im Kleinkindalter und verläuft dann schleichend und kontinuierlich. Der Ausdruck „alternde Haut“ bezeichnet somit einen Vorgang und nicht einen Zustand. Das Altern der Haut zeigt sich in mehrfacher Hinsicht – sie verliert an Spannkraft und Geschmeidigkeit, es können Verfärbungen auftreten und Falten entstehen. Das Altern der Haut kann nicht verhindert, jedoch „abgebremst“ werden.

Ad I Erfassung der Situation

Wie intensiv die Veränderungen auftreten, hängt nicht ganz unwesentlich vom Lebensstil ab:

Das Gesamterscheinungsbild der Haut wird in etwa nur zu einem Drittel von Erbfaktoren bestimmt.

Zu zwei Dritteln hängt die Ausprägung von Falten von den Lebensgewohnheiten ab.

Ad IVa Empfehlungen – allgemein

Die Prävention beschränkt sich auf exogene Faktoren, da diese, im Gegensatz zu den genetischen Faktoren, zu beeinflussen sind:

Vernünftiger Umgang mit Sonnenlicht und Solarium, d.h. grundsätzliches Vermeiden einer zu hohen Belastung mit Sonnenlicht.

Intelligenter UV-Schutz

Nicht rauchen

Gesunde und ausgewogene Ernährung

Ausreichend trinken

Individuell angepasste Hautpflege für eine Regulation des Feuchtigkeits- und Fettgehaltes der Haut.

Ad IVb Empfehlung – Selbstmedikation

In „Anti-Aging-Produkten“ werden verschiedene Wirkstoffe eingesetzt, vor allem aber auch Antioxidantien, um die Belastung durch freie Radikale gering zu halten:

Vitamin C, welches zusätzlich die Kollagenproduktion anregt.

Coenzym Q10 hat eine wichtige Funktion bei oxidativen Prozessen in den Zellen und kann bei äußerlicher Anwendung das Bindegewebe positiv beeinflussen.

Pflanzeninhaltsstoffe mit antioxidativen Eigenschaften sind unter anderem Flavonoide (z.B. Polyphenole in grünem Tee).

Vitamin A regt die Neubildung von kollagenen und elastinen Fasern an, fördert das Zellwachstum und führt somit zu einer Zunahme der Epidermisdicke.

„Füllsubstanzen“ → ein wichtiger Grund für die Bildung von Hautfalten ist, dass die Haut im Alter dünner wird und an Volumen verliert. Um den Volumenverlust auszugleichen, können verschiedene Füllsubstanzen – auch Fillers genannt – in die Haut eingebracht werden. Hyaluronsäure ist ein natürlicher körpereigener Stoff, der das Wasser in der Haut bindet und ihr eine jugendliche Geschmeidigkeit verleiht.

Anti-Aging-Behandlungen, die mehr unter dem Gesichtspunkt „Pflege“ zu sehen sind, wie modellierende Gesichtsmasken oder milde Fruchtsäurepeelings, können vor allem bei beginnender Hautalterung, also bei jüngerer Haut, eine gewisse Besserung erzielen.

„Altersflecken“

Bei Sonnen- bzw. Altersflecken (Lentigo solaris bzw. senilis) handelt es sich um bräunliche, linsenförmige Flecken am Handrücken, an den Unterarmen und im Gesicht. Altersflecken bilden sich durch Pigmentansammlungen in der Oberhaut. Sie entstehen, wenn Hautzellen durch langjährige UV-Bestrahlung, beziehungsweise durch die dadurch vermehrt anfallenden freien Radikale, geschädigt werden. Altersflecken sind harmlos, und eine Behandlung ist aus medizinischer Sicht nicht notwendig. Altersflecken können mit hochdeckendem Make-up (Camouflage) abgedeckt sowie längerfristig mit Bleichcremes und verschiedenen physikalischen, chemischen und mechanischen Schälverfahren behandelt werden.

Für den Beratungsleitfaden als PDF hier klicken: Beratungsleitfaden „alternde Haut“