Keramische Herzpumpe

Ein innovatives 3D-Druckverfahren ermöglicht die Verarbeitung keramischer Werkstoffe in einer Rapid Prototyping-Methode. Die TU Wien hat auf Basis dieses Verfahrens in Zusammenarbeit mit der MedUni Wien eine Herzpumpe mit überragenden Materialeigenschaften entwickelt. Das Verfahren, das zahlreiche weitere Anwendungen in der Elektrotechnik- und Maschinenbaubranche finden wird, wurde von den Gründern des Wiener Unternehmens Lithoz entwickelt. Das Unternehmen ist ein Spin-off der Technischen Universität Wien, das mit Unterstützung des INiTS Universitäres Gründerservice diese Entwicklung marktreif macht. Mit zunehmender Miniaturisierung von Herzpumpen stoßen bisher verwendete Materialien und Fertigungstechniken an ihre Grenzen. Nun bieten keramische Materialien neue Möglichkeiten – aber die konstruktionsbedingte Komplexität der Herzpumpen lässt bestehende Fertigungstechniken an den Anforderungen an Präzision und Widerstandskraft scheitern. Eine Lösung für diese Herausforderung könnten 3D-Druckverfahren sein: Eine Technik, bei der formbare Materialien Schicht für Schicht aufeinander aufgetragen und durch Belichtung ausgehärtet werden. So können selbst hochkomplexe, dreidimensionale Gebilde „gedruckt“ werden. Obwohl für Kunststoffe und Metalle bereits etabliert, war die Verwendung des Rapid Prototypings jedoch für die Verarbeitung keramischer Werkstoffe nicht möglich. Dies scheiterte bisher an den zu geringen Festigkeiten der gedruckten Bauteile.

www.lithoz.com, www.inits.at

MP 04|2012

Herausgeber: AUSTROMED – Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2012-09-28