GA 01|2013


Zum Geleit

Editorial

Seite des BÖG

  • Angebotsinduzierte Nachfrage und Einkommen-Zieltheorie
    Die These der angebotsinduzierten Nachfrage besagt, dass Ärzte als allgemeine Leistungserbringer im Gesundheitssektor Umfang und Struktur der Nachfrage nach Gesundheitsleistungen beeinflussen und bei der Festlegung der Nachfrage eigene Einkommensinteressen verfolgen. Sie stellt eine Erklärung für den empirisch belegten Zusammenhang dar, ...Weiterlesen ...

Podium

  • Was erwartet uns am AGO-Kongress 2013?

    Die AGO-Tagung ist in den letzten Jahren zu einer wahren akademischen Institution in Österreich geworden. Auch 2013 trägt die Veranstaltung den Titel „Krebs bei der Frau“. Wir baten Univ.-Prof. Dr. Alain Zeimet, den wissenschaftlichen Leiter des Kongresses und Präsidenten der AGO/OEGGG, um eine Standortbestimmung und Vorschau.

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Gynäkologische Onkologie

  • SABCS-Highlights 2012: Weg der Wissenschaft in die Klinik

    Highlight-Beispiele:

    ACOSOG-Z1071-Studie: bei manchen Frauen mit nodal positivem Brustkrebs und neoadjuvanter Chemotherapie Axilladissektion verzichtbar.

    CALOR-Studie: nach Resektion eines lokoregionären Rezidivs additive Chemotherapie empfohlen, insbesondere bei hormonunempfindlichen Rezidiv.

    NSABP-B-31- und NCCTG-N9831-Studie: Der Antikörper Trastuzumab zu adjuvanter Chemotherapie verbessert das Gesamtüberleben beim HER2-positiven Mammakarzinom.

    ATLAS-Studie: 10 vs. 5 Jahre endokrine Therapie mit Tamoxifen adjuvant beim ER+-Mammakarzinom verbessert signifikant sowohl die Brustkrebs-bedingte als auch die Gesamtmortalität.

    START-Studie: vergleichbare Effektivität bei kürzerer und intensiverer Strahlentherapie.

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  • Methodische Optionen der Mammakarzinom-Chirurgie

    Eine brusterhaltende Therapie gefolgt von Bestrahlung bietet die gleiche onkologische ­Sicherheit wie eine Mastektomie und ist deshalb die anzustrebende Therapie der Wahl der ­Mammakarzinomchirurgie.

    Das bessere ästhetische Outcome wurde durch die Integration und Verbreitung onkoplastischer ­Techniken ermöglicht.

    Im Rahmen der bei 30 % der Patienten notwendigen Gesamtbrustgewebeentfernung wird zunehmend häufiger eine hautsparende Mastektomie unter Belassung bzw. Entfernung des Mammillen-Areola-­Komplexes durchgeführt.

    Ein großer Fortschritt zur Senkung der funktionellen Morbidität wurde mit der Einführung der Sentinel-Node-Biopsie als Standardverfahren erreicht.

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  • Autologe Rekonstruktion vs. Prothesenrekonstruktion

    Pro Prothese: Die Rekonstruktion der weiblichen Brust mit Silikonprothesen stellt auch heute noch ein Verfahren der ersten Wahl dar, sofern die lange bekannten Indikationen und Kontra­indikationen beachtet werden. Die Vorteile der Vorgangsweise bestehen in kürzeren Operationszeiten, einer verringerten Hebedefektmorbidität und – und falls notwendig – einer verbesserten Möglichkeit der Nachresektion.

    Pro autolog: Eigengewebsrekonstruktion ermöglicht besonders im Zusammenhang mit der Sofortrekonstruktion die bestmögliche Rekonstruktionsqualität. Neben dem Erreichen eines hohen Grades der Form- und Größensymmetrie, bei Wunsch auch ohne Operation an der gesunden Brust, ist es vor allem die Natürlichkeit des Ergebnisses, das bessere Organgefühl und die Vermeidung der Nachteile und der spezifischen Komplikationsmöglichkeiten der Implantatrekonstruktion. Die erzielbaren Vorteile rechtfertigen bei weitem den ­primär größeren Operationsaufwand, welcher summativ über die Restlebensspanne auch nicht größer ist.

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  • Nicht-chirurgische Prävention des Mammakarzinoms

    Ernährung: In epidemiologischen Studien Korrelation zwischen erhöhtem Gewicht, Body-Mass-Index, Hüftumfang und einer erhöhten Brustkrebsinzidenz, -morbidität und -mortalität. Indirekte Hinweise für protektive Wirkung bestimmter Diäten, jedoch kein direkter Nachweis einer primär präventiv wirksamen Diät. Nachweis einer Reduktion des Mammakarzinomrezidivrisikos bei HR-Tumoren durch Diät (WINS-Studie).

    Sport: Indirekte Hinweise für protektive Wirkung durch sportliche Betätigung. Kein direkter Nachweis einer primär präventiven Wirkung.

    Phytoöstrogene: Kein direkter Nachweis einer primär präventiven Wirkung.

    SERMs und Aromatasehemmer: Primär präventive Wirkung von Tamoxifen, Raloxifen, Tibolon, Exemestan, Lasofoxifen und Arzoxifen in prospektiv-randomisierten Studien in unterschiedlichen Patientinnen-Kollektiven nachgewiesen.

    Aspirin: Experimentelle Hinweise für Eignung zur Brustkrebsprävention. Indirekte Hinweise für protektive Wirkung durch Aspirineinnahme in klinischen Studien, jedoch kein Nachweis in prospektiv-randomisierten Studien. Indirekte Hinweise für eine Reduktion des Mammakarzinomrezidivrisikos.

    Vitamine: Im Rahmen der WHI kein präventiver Effekt von 1.000 mg Kalzium und 400 IE Vitamin D täglich über 7 Jahre gegenüber Placebo. Eine Vitamin-E-Supplementierung führt zu keiner Reduktion der Mammakarzinominzidenz. Dies gilt in analoger Weise auch für Betakarotin.

    Metformin: Die Einnahme von Metformin ist bei Diabetikern und Diabetikerinnen gegenüber anderen antidiabetischen Medikamenten mit einer geringeren Krebsinzidenz und Krebsmortalität assoziiert.

    Statine: Indirekte Hinweise einer mammakarzinompräventiven Wirkung von hydrophoben, lipophilen Statinen (z. B. Simvastatin, Lovastatin, Fluvastatin).

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Gynäkologie & Geburtshilfe

  • Adenomyosis uteri und Fertilität

    Die Adenomyosis uteri ist eine spezielle, den Uterus betreffende Form der Endometriose, deren pathophysiologische Bedeutung in Bezug auf Fertilität ungenügend geklärt ist.

    Neben medikamentösen Therapiestrategien stellen möglicherweise organerhaltene chirurgische Operationsverfahren eine Option für ausgewählte Patientinnen dar.

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  • Konservative Myomtherapie

    Ulipristalacetat ist u. a. zur präoperativen Therapie bei Uterus myomatosus zugelassen.

    Bei Frauen mit symptomatischen Myomen normalisierten sich starke Menstruationsblutungen unter Ulipristalacetat signifikant häufiger als unter Placebo (PEARL-I-Studie).

    Die Wirkung war vergleichbar einem GnRH-Analogon, setzte aber rascher ein (PEARL-II-Studie).

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  • Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch

    Wirkmechanismus: Die Gabe von Mifepriston (Mifegyne®) blockiert im Uterus die Progesteron-Rezeptoren kompetitiv und reversibel und führt zu einer artifiziellen Corpus-luteum-Insuffizienz. Nach 1–2 Tagen führt die Gabe des Prostaglandins Misoprostol zu Uteruskontraktionen bei ­bereits geöffneter Zervix und rasch zur Ausstoßung.

    Unterschiedliche nationale Zulassungsregelungen: in Österreich etwa auf Krankenanstalten beschränkt.

    Weitere Anwendungsbereiche der Progesteronblockade mit Mifegyne®: bereits zugelassen z. B. die ­Zervixdilatation vor transzervikalen Eingriffen oder die Therapie des Uterus myomatosus; in Studien z. B. bei Progesteronrezeptor-positivem Mammakarzinom.

    Bei extrauteriner Schwangerschaft (EUG) bleibt Mifegyne® wirkungslos. Bei sehr früher Schwangerschaft ohne Lokalisationsmöglichkeit: nach einer Woche β-hCG-Spiegel-Kontrolle als differenzialdiagnostische ­Option.

    Therapiekontrolle: Sowohl Ultraschall als auch eine Verlaufskontrolle von β-hCG im Serum oder im Urin eignen sich unter Beachtung der jeweiligen Limitationen.

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Junge Gyn

  • Online-Fortbildung in der Frauenheilkunde

    Eine lange Anreise zum Veranstaltungsort, hohe Registrierungsgebühren, danach stundenlanges, unbequemes Sitzen in engen Reihen eines unpersönlichen Lehrsaales bei schlechter Luft und Akustik und umgeben von Kollegen, welche auf den Plätzen daneben laut quatschen? Grauer Kunstschnee von gestern!

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Frauengesundheit

  • Frauengesundheit und Ernährung

    Die moderne Ernährungsweise fördert einen permanenten Hyperinsulinismus als zentrale Ursache für krankheitsfördernde Phänomene wie viszerale Fettakkumulation, metabolisches Syndrom und „silent inflammation“.

    Bei den individuellen Ernährungsempfehlungen sollten die aktuellen Erkenntnisse zur intrinsischen Hormonwirkung der Nahrungszusammensetzung und der Einnahmefrequenz (lange Pausen zwischen den Mahlzeiten, abends möglichst kohlenhydratfrei) zur Regulation des Hunger-Sättigungs-Gefühls und der Körperfettspeicherung berücksichtigt werden.

    Untersuchungen wie die DIOGENES-Studie5 belegen, dass eine Ernährung mit einem „low glycemic index“ und reich an Proteinen (20–30 % Eiweißanteil) sowie wertvollen Ölen zu bevorzugen ist.

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  • Curcuma – natürliche Entzündungshemmung in Darm & anderen Organen

    Curcuma wird seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Medizin verwendet. Erst in jüngster Zeit wird der Einsatz auch in der westlichen Medizin untersucht. Die wissenschaftliche Evidenz ist beschränkt, kontrollierte klinische Studien sind noch die Ausnahme.

    Aufgrund der eingeschränkten Resorption erscheinen einerseits die orale Anwendung vor allem für Erkrankungen im Gastrointestinaltrakt bzw. auch topische Applikationen interessant. Eine potenzielle ­Erklärung für die überraschende Wirksamkeit bei extraintestinalen Erkrankungen, Rheuma, Autoimmun­erkrankungen und Diabetes wäre die Beeinflussung des intestinalen Mikrobioms durch Curcuma.

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  • Protektive Effekte durch Glutamin und Glycin

    Neueste Daten zeigen für einzelne Aminosäuren über deren strukturelle Bedeutung als Proteinbestandteil auch gesundheitsfördernde Effekte bei gezielter Supplementierung.

    Glutamin etwa kann durch seine zellschützenden und regenerativen Qualitäten Chemotherapie-Nebenwirkungen hintanhalten und hat auch einen antidiabetogenen Effekt. Ähnlich wie das Glutamin schützt Gycin die Leber vor hepatotoxischen Folgen einer Chemotherapie, als Neurotransmitter besetzt es ZNS-Rezeptoren, die auch durch Progesteron-Neurosteroide aktivierbar sind.

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  • Online-Osteoporosediagnostik – die Qual der Wahl: Berechnungstools zum Frakturrisiko

    Online-Berechnungs-Tools zur Beurteilung des Frakturrisikos:

    FRAX® und QFracture® geben Auskunft über das individuelle absolute Frakturrisiko einer Person, wobei FRAX® ausschließlich das 10-Jahres-Frakturrisiko, QFracture® immerhin das Frakturrisiko von 1–10 Jahren inkludiert. Weder FRAX noch QFracture® verbinden die Berechnung des Frakturrisikos mit einer direkten Therapieempfehlung.

    Der Therapie-Algorithmus Osteoporose (DVO) weist zwar in Zahlen kein absolutes individuelles Frakturrisikos aus, stellt aber letztlich eine Empfehlung zur Verfügung, ob behandelt werden sollte oder nicht.

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