SD 03|2019

Herausgeber: Ao. Univ.-Prof. Dr. Christoph Höller, Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Constanze Jonak, Ao. Univ.-Prof. Dr. Rainer Kunstfeld, Universitätsklinikfür Dermatologie, Wien; Univ.-Prof. Dr. Hubert Pehamberger, Wien

Editorial

  • Editorial 3/19
    Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!
    Der Anlass für den Fokus Ektoparasiten mit besonderem Augenmerk auf Skabies liegt auf der Hand: das momentan gehäufte Vorkommen der Skabies in Österreich. Der Denkanstoß von Fr. Assoc. Prof. Priv.-Doz. ...Weiterlesen ...

Focus: Ektoparasiten

  • Alles kreucht und fleucht

    Die wichtigsten Ektoparasiten des Menschen sind Flöhe, Wanzen, Läuse, Zecken, Milben und Blutegel.

    Wirksame Medikamente kombiniert mit geeigneten Hygienemaßnahmen ­erlauben eine erfolgreiche Behandlung bei Ektoparasitenbefall.

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  • Zecken und Borreliose

    Die Borreliose ist die häufigste Zoonose in Österreich, mit jährlich 25.000–70.000 ­ Erkrankungen. Übertragen wird sie durch die bekannteste Schildzeckenart: Ixodes ricinus.

    Das Erythema migrans und die Neuroborreliose machen gemeinsam 95 % aller klinischen Erkrankungsbilder aus. Andere Entitäten wie Karditis, Myokarditis, Akrodermatitis chronica atrophicans, Arthritis oder okuläre Beteiligung sind selten.

    Borrelienserologie: Ein positives Ergebnis beweist nur die Existenz spezifischer Antikörper, jedoch nicht das Vorliegen einer Infektion; eine negative Borrelienserologie schließt die Spätmanifestation einer Borreliose nahezu vollständig aus.

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  • Hauptüberträger Sandmücke: Die verschiedenen Formen kutaner Leishmaniose

    Die kutane Leishmaniose verläuft je nach Erregerart und auch Immunstatus des Patienten sehr unterschiedlich, grundsätzlich werden 5 Formen unterschieden: die lokal kutane, diffus kutane, mukokutane und mukosale Form sowie die post-Kala-Azar-dermale Leishmaniose.

    Hauptverbreitungsgebiete sind der Nahe und der Mittlere Osten, Zentralasien, Afrika sowie Mittel- und Südamerika.

    Während kleine singuläre Läsionen (v. a. L. major) nicht unbedingt ­behandlungsbedürftig sind, werden unproblematische Hautläsionen meist lokal, komplexe oder disseminierende Läsionen aber systemisch behandelt.

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  • In Österreich unterschätzte parasitäre Wurmerkrankung: Dirofilariose

    Die Dirofilariose ist eine Zoonose mit bis zu 17 cm langen Fadenwürmern.

    Überträger sind Stechmücken, das Reservoir im Wesentlichen Hunde, der Mensch ein Fehlwirt.

    Diagnose und Therapie bestehen aus der Extraktion des meist als „Single“-Wurm in der ­ Subkutis oder subkonjunktival migrierenden oder bereits ­abgestorbenen Parasiten.

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  • Wenn sie uns über die Leber laufen: Läuse

    Speziell an den Menschen angepasste Läusearten sind die Filzlaus sowie die beiden Unterarten Kleiderlaus/Körperlaus und Kopflaus.

    Die Behandlung von Läusen ist prinzipiell einfach. Weltweit gesehen stellt allerdings eine Zunahme von Resistenzen gegenüber chemischen Insektiziden eine Herausforderung dar.

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  • Was Sie schon immer wissen wollten – Wanzen und Flöhe

    Wanzen- und Flohbisse rufen zumeist heftige lokale Hautreaktionen hervor.

    In ca. 3,5 % der Fälle: IgE-mediierte anaphylaktoide Reaktionen oder verstärkte allergische Symptome (z. B. Aggravierung eines Asthmas bronchiale).

    Therapie: symptomatisch und lokal ausgerichtet (topische Steroide); je nach Begleitreaktion auch systemische Antihistaminika.

    Kein Nachweis einer Krankheitsübertragung auf den Menschen; auch HI-Viren können nicht übertragen werden (kein CD4+-Antigen, somit keine Virusreplikation).

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  • Hoher Leidensdruck, massiv eingeschränkte Lebensqualität: Parasitenwahn – Dermatozoenwahn

    Der Parasitenwahn ist keine Dermatose im eigentlichen Sinn: Das wahnhafte Erleben bedingt die Manipulationen der Haut und verursacht die Hautsymptomatik somit sekundär.

    Die große Herausforderung in der Behandlung ist der Aufbau einer vertrauensvollen Arzt-Patient-Beziehung, um eine psychopharmakologische Behandlung zu initiieren.

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State of the Art

  • Immunsystem und Mikrobiom aus dem Gleichgewicht: Atopische Dermatitis

    Die atopische Dermatitis ist die häufigste chronische Hautkrankheit des frühen Kindes- und Jugendalters mit einer Prävalenz von 10–20 %.

    Bereits in der frühen Kindheit prägt die Wechselwirkung des Immunsystems mit dem ­ Mikrobiom den späteren Verlauf von Immunreaktionen und beeinflusst die Neigung zu Allergie und Autoimmunerkrankungen.

    Mit der Entwicklung immunmodulatorischer Therapien bewegt sich die ­Behandlung der atopischen Dermatitis in eine neue Ära.

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  • Von der Gesichtsröte bis zur Knollennase: Rosacea – vielfältige Formen und Symptome

    Rosacea ist eine häufige chronisch entzündliche Dermatose, die hauptsächlich die Gesichtsregion betrifft und mit einem hohen Leidensdruck assoziiert ist.

    Neben Hautveränderungen können auch Augenbeschwerden auftreten.

    Das klinische Erscheinungsbild bestimmt die Therapie:

    • Meiden von Triggerfaktoren, milde Hautpflege und Sonnenschutz sind bei milden Formen oft therapeutisch ausreichend.
    • Für moderate bis schwere Formen stehen topische und systemische Therapien sowie ­ Laserverfahren zur Verfügung.
    • Laserchirurgie ist die Therapie der Wahl bei Phymenbildung.
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Journal Club

  • Laser statt Biopsie: In-vivo-Konfokalmikroskopie in der nichtinvasiven Diagnostik von Gesichtsläsionen

    Benigne und maligne Läsionen der Gesichtshaut können klinisch und dermatoskopisch ­ schwierig zu differenzieren sein.

    Die In-vivo-Konfokalmikroskopie (RCM) ermöglicht als weiterführende nichtinvasive ­ diagnostische Methode die Darstellung zytomorphologischer Veränderungen, die suspekten auflichtmikroskopischen Befunden zugrunde liegen.

    Unsere Studie zeigt: Mittels RCM kann eine deutliche Reduktion unnötiger Biopsien im ­ kosmetisch sensiblen Gesichtsareal erreicht und die Rate von korrekt ­diagnostizierten Melanomen erhöht werden.

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  • Die Haut als wichtiger Teil unseres Immunsystems: Botenstoffe der Haut – für T-Zellen von großer Bedeutung

    In der Haut ansässige T-Zellen können an ihrem spezifischen Ort schnell auf eindringende Pathogene reagieren.

    Der Subtypus der IL-9-produzierenden T-Zellen ist in gesunder menschlicher Haut, im Vergleich zu anderen Organen, relativ häufig zu finden.

    In der aktuellen Studie hatten Botenstoffe der Haut einen großen Einfluss auf den Phänotyp von T-Zellen im Allgemeinen und IL-9-produzierende T-Zellen im Besonderen. Wir planen nun, zu testen, welche Rolle dieser T-Zell-Subtypus in entzündlichen ­Hauterkrankungen wie atopischer Dermatitis und Psoriasis bzw. anderen ­Dermatosen spielt.

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  • Atopische Dermatitis: Filaggrin-Null-Mutationen beeinflussen regulatorische T-Zellen

    Regulatorische T-Zellen (Tregs) können neben ihrer immunsuppressiven Funktion auch ­proinflammatorische Mediatoren produzieren und somit entzündliche Prozesse wie die ­atopische Dermatitis unterstützen.

    • Die aktuelle Studie zeigte: Die bei Patienten mit atopischer Dermatitis häufig auftretenden ­Filaggrin-Null-Mutationen verstärken das Ungleichgewicht zwischen Th2-, Th1- und Th17-Immunantwort nicht nur in T-Zellen, sondern auch in Tregs. ICOS-exprimierende Tregs weisen durch verminderte IL-10-Produktion ein reduziertes immunsuppressives Potenzial auf.
    • Basierend auf diesem Wissen können Therapien entwickelt werden, die die Funktion der Tregs beeinflussen.
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  • Weißer Hautkrebs unter BRAF-Blockade: Vemurafenib inhibiert die Reparatur von UVA-induzierten DNA-Schäden

    Die erhöhte Rate von weißem Hautkrebs bei Vemurafenib-behandelten Patienten könnte teilweise durch eine Vemurafenib-bedingte Beeinträchtigung der Reparatur von UV-induziertem DNA-Schaden erklärbar sein.

    Neben der paradoxen MAPK-Aktivierung durch BRAF-Hemmer sowie einer erhöhten Viruslast von HPV und HPyV trägt also möglicherweise auch die beeinträchtigte ­Expression von DNA-Reparaturgenen zur Induktion von weißem Hautkrebs bei mit Vemurafenib behandelten Patienten bei.

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DFP-Special

  • Es juckt in ganz Österreich … Die Skabies (2 DFP-Punkte)

    Lehrziel: Der vorliegende DFP-Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die Skabies. Die wichtigsten Punkte:

    • Die klinische Verdachtsdiagnose wird durch den direkten Milbennachweis unter dem Mikroskop und/oder mittels Dermatoskop gesichert.
    • Permethrin stellt das Mittel der Wahl in der topischen Therapie der Skabies dar.
    • Die häufigsten Ursachen für Therapieversagen sind Anwendungsfehler, mangelhafte Behandlung der Kontaktpersonen und/oder unzureichende Durchführung der Hygienemaßnahmen.
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