SO ESMO 2012

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Focus: ESMO-Highlights 2012

  • Zum Geleit: Crossing Entity Borders – Personalisierte Medizin 

    Die richtige Therapie beim richtigen Patienten verbessert das klinische Ergebnis
    Man kann immer wieder nur festhalten, dass die Theorie der Klinik oft weit vo­raus ist, dennoch haben Kliniker einen wesentlichen Vorteil, indem das „proof ­ of concept“ grundlagenforschender Erkenntnisse nur ...Weiterlesen ...
  • Chemoprävention von Krebserkrankungen


    Verfügbare Chemopräventiva

    • antihormonelle Substanzen wie Tamoxifen, Raloxifen, Exemestan, Finasterid und Dutasterid
    • antiinflammatorische Substanzen (NSAR, Coxibe)
    • Substanzen mit geringer oder fraglicher Wirkung: Selen, Curcumin, Statine, Faserstoffe, Metformin

    Bei voller Ausschöpfung der Chemoprävention ließen sich eine Million Tumorerkrankungen vermeiden.

    Beim Mammakarzinom ist die antihormonelle Chemoprävention eine valide Option. Tamoxifen und Raloxifen sind dafür in den USA zugelassen.

    Die tägliche Einnahme von Aspirin ist bei Personen ab dem 50. Lebensjahr ernsthaft zu erwägen: signifikante Risikoreduktion von Kolorektal-, Prostata-, Ösophagus- und wahrscheinlich auch Magenkarzinomen.

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  • Innovationen in der onkologischen Bildgebung


    Verbesserungen der „morphologischen“ Bildgebung betreffen die räumliche Auflösung (bessere Sichtbarmachung kleiner Strukturen), den Bildkontrast (bessere Unterscheidung zwischen neoplastischem und gesundem Gewebe), kürzere Untersuchungszeiten und eine Verringerung der Strahlendosis.

    Neue Möglichkeiten ergeben sich mit der funktionellen „tumorbiologischen“ bzw. molekularen Bildgebung.

    • PET mit Tumor-spezifischen Tracern: Darstellung von Rezeptoren und Stoffwechselabläufen

    Die multimodale Bildgebung verwendet Hybridtechniken wie PET-CT zur synergistischen Nutzung morphologischer und funktioneller Parameter.

    • Neu in der Klinik ist das PET-MR: besserer Weichteilkontrast auch ohne Kontrastmittel, Informationen zu Zellproliferation, Energiestoffwechsel, Hypoxie, Nekrose, Darstellung von Blutgefäßen und Analyse des Blutflusses

    Ziele: bessere klinische Diagnostik, frühere Tumordetektion, exaktere Therapieplanung: frühe Beurteilung des Therapieansprechens, besseres Therapiemonitoring (Imaging-Biomarker).

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  • Spezielle Fragen der Krebstherapie bei jungen Frauen

    Durch frühe Diagnosestellung und moderne Therapiestrategien sind die Heilungschancen bei einer Reihe von Krebserkrankungen, die typischerweise im jungen Alter auftreten, inzwischen ausgezeichnet. Damit steht für die betroffenen jungen Frauen nun nicht mehr ausschließlich das Überleben im Vordergrund, sondern auch die ...Weiterlesen ...
  • Trastuzumab adjuvant – Ein Jahr ist optimal: Länger bringt keinen Zugewinn, kürzer könnte schaden

    Studien PHARE (6 Monate) und HERA (2 Jahre) bestätigen den Goldstandard der adjuvanten Therapie des HER2-positiven Mammakarzinoms.

    Der HER2-Antikörper Trastuzumab wird weiterhin für die Dauer eines Jahres verabreicht.

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  • Anti-HER2-Therapie interdisziplinär betrachtet


    Trastuzumab und Pertuzumab verlängern zusätzlich zu einer Chemotherapie das Überleben von Patientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom.

    Lapatinib bringt in Kombination mit Trastuzumab-Versagen einen Überlebensvorteil.

    Als alternative Therapieoptionen bei Versagen einer Anti-HER2-Therapie werden u. a. T-DM1, Everolimus, Neratinib und Afatinib evaluiert.

    Das Nebenwirkungsmanagement hat einen wesentlichen Einfluss auf die Lebensqualität der Patientinnen unter Anti-HER2-Therapie.

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  • Bronchialkarzinom


    Zunehmende Individualisierung der Therapie des NSCLC durch Charakterisierung von

    Driver-Mutationen.

    Erlotinib, Gefitinib und Afatinib bei NSCLC mit EGFR-aktivierenden Mutationen.

    Hohe EGFR-Expression als prädiktiver Biomarker für das Ansprechen auf Cetuximab.

    Phase-III-Studie PROFILE 1007 mit dem ALK-Inhibitor Crizotinib als Second-Line-Therapie: längeres progressionsfreies Überleben und höhere Ansprechraten gegenüber Chemotherapie.

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  • Highlights beim Nierenzellkarzinom


    Weiterhin 3 Therapieoptionen in der Erstlinie: Pazopanib wird wegen geringerer Inzidenz an Hand-Fuß-Syndromen und Fatigue besser toleriert als Sunitinib.

    Weiterhin kein Platz für Kombinationstherapien mit den gegenwärtig verfügbaren Optionen.

    Die Ergebnisse einer Phase-III-Studie in der Zweitlinie überraschen mit besserem Überleben für die Sequenz TKI (Sunitinib) → TKI (Sorafenib) gegenüber der Sequenz TKI (Sunitinib) → mTOR-Inhibitor.

    Interleukin-6, Interleukin-8 und Osteopontin sind stärkere Prognoseparameter als die etablierten klinischen Marker.

    Serum-Angiopoietin-2- und Metalloproteinase-2-Spiegel könnten in Zukunft eine prädiktive Rolle für den Verlauf unter Sunitinib (und möglicherweise auch anderen Anti-VEGF-TKI) spielen.

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  • Late-breaking Abstracts bei gastrointestinalen 
Tumoren und hepatozellulärem Karzinom 


    Negative Ergebnisse aus großen Phase-III-Studien (PETACC 8, EXPAND, SEARCH) mit zielgerichteten Substanzen bei nichtselektionierten Patienten verdeutlichen die Notwendigkeit neuer Studiendesigns und biomarkergetriebener Analysen.

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  • EoRTC-Studie 62012: Mono- oder Kombinationschemotherapie bei Weichteilsarkomen


    Weichteilsarkome

    • heterogene Gruppe an Tumoren mit zumindest 60 histologischen Subentitäten
    • weniger als 1 % aller malignen Tumoren des Erwachsenenalters, verantwortlich für 2 % aller Krebstodesfälle

    Phase-III-Studie EORTC 62012

    • Kombinationstherapie aus Doxorubicin + Ifosfamid vs. Doxorubicin-Monotherapie
    • verdoppelt die Ansprechraten, verbessert das progressionsfreie Überleben
    • erheblich mehr Nebenwirkungen
    • Option für jüngere fitte Patienten mit hoher Metastasenlast
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  • Neue Fragestellungen in der Therapie des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms 


    Abirateronazetat

    • hemmt die Testosteronproduktion in Hoden, Nebennieren und Tumorzellen
    • seit September 2011 nach Vortherapie mit Docetaxel zugelassen (Zulassungsstudie COU-AA-301)
    • ASCO 2012, neue Daten der Zulassungsstudie: längeres Überleben auch bei chemotherapienaiven Patienten
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  • Melanom: Von therapeutischer Frustration zu Enthusiasmus

    Die doppelte Signalweghemmung durch B-raf-Inhibitoren in Kombination mit MEK-Inhibitoren verzögert die Resistenzentwicklung, reduziert das Risiko sekundärer Hauttumoren und verbessert den Therapieerfolg.

    • Phase-II-Studie mit Dabrafenib plus Trametinib
    • BRIM7: Phase-I-Studie zur Kombinationstherapie mit Vemurafenib plus MEK-Inhibitor GDC-0973

    PD1- und CTLA-4-Rezeptoren unterdrücken die Antitumorimmunität durch Hemmung der T-Zell-Aktivierung.

    • lang anhaltendes Ansprechen mit dem Anti-PD-1-Antikörper BMS-936558
    • hohe 5-Jahres-Überlebensraten mit Ipilimumab bei noch nicht vorbehandelten Patienten
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  • Blockierung des Hedgehog-Signalweges
: Neue Möglichkeit zur Behandlung des fortgeschrittenen Basalioms


    Der Hedgehog-Signalweg ist ein Schlüsselregulator für Zellwachstum und Differenzierung.

    Bei der Entstehung verschiedener Tumoren konnte die Reaktivierung des in adulten Zellen normalerweise nicht aktiven Hedgehog-Pathways als treibende Kraft erkannt werden: z. B. beim Basalzellnävus-Syndrom (Gorlin-Goltz-Syndrom) oder beim Basalzellkarzinom (Basaliom).

    2 Inhibitoren des Hedgehog-Signalwegs sind LDE225 (Novartis) und GDC-0449 (Vismodegib, Roche). Die Substanzen sind oral verfügbar, für LDE225 wird auch eine topische Anwendungsform untersucht.

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