SO 05|2013

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

  • „Beam me up, Scotty!“
    Im vorliegenden Themenheft wagen wir einen Blick in die Zukunft der Onkologie – ohne Zeitmaschinen, Warp-Antrieb oder Transmitter. Vielmehr haben wir im Rahmen einer Interviewserie mit führenden Onkologen in Österreich versucht, ihre Ideen, Visionen und Hoffnungen für die Zukunft der ...Weiterlesen ...

Focus: Die Zukunft der Onkologie

  • Die Zukunft der Onkologie

    Die Einteilung von Tumoren driftet in Richtung Molekularbiologie.

    Signalwege werden in Zukunft ausschlaggebender sein als das Gewebe, in dem sich der Tumor manifestiert.

    Die genetische Sequenzierung spielt eine größere Rolle als die Tumorhistologie.

    Die Tumorevolution wird mit frei zirkulierender Tumor-DNA überwacht werden können.

    Neue Medikamente werden in frühen Studienphasen entsprechend den tumortreibenden Pathways zugelassen.

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  • Future demands − Tumorheterogenität und personalisierte Medizin

    Es gibt sinnvolle Sichtweisen, zu sagen: Der Tumor ist ein zusammenhängendes eigenständiges Organ, das mit dem Körper in Wechselwirkung steht und in seiner Evolution darwinistischen Prinzipien folgt.

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  • Was sind die Zukunftstrends beim Bronchialkarzinom?

    Die molekularen Veränderungen werden hinsichtlich ihrer Eignung als therapeutische Targets untersucht.

    Routinemäßig erfolgt eine Bestimmung der EGFR-Mutationen und des ALK-Status bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC. EGFR-Tyrosinkinaseinhibitoren und Crizotinib sind im klinischen Einsatz.

    Ipilimumab, Anti-PD-1- und Anti-PD-L1-Antikörper geben neue Hoffnung für eine Immuntherapie.

    multimodale Therapiekonzepte in den Stadien I–III.

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  • Zukünftige Perspektiven bei gastrointestinalen Tumoren

    Mit dem Aufkommen zielgerichteter Therapien vollzog sich ein Wandel von der Blockbuster-Medizin zur stratifizierten Onkologie mit der Erwartung einer auf die Einzelperson zugeschnittenen Therapie, einer so genannten „personalisierten Medizin“.

    Zu den größten Herausforderungen zählt die Tatsache, dass Tumorerkrankungen auch molekularbiologisch einen dynamischen Prozess darstellen und sich ständig ändern können.

    Einen komplett neuen Wandel in der molekularen Diagnostik stellt die Analyse zirkulierender Tumor-DNA dar. Ohne die Limitationen invasiver Biopsietechniken könnte die „liquid biopsy“ zum stärksten prädiktiven und prognostische Werkzeug einer zugeschnittenen personalisierten Medizin werden.

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  • Personalisierte Therapie bei HNO-Tumoren: schon Realität?

    Die nennenswertesten Fortschritte der vergangenen Jahre waren:

    1. die Erkenntnis, dass HPV-Infektionen Kopf-Hals-Tumoren verursachen können und diese Patienten eine wesentlich bessere Prognose haben;
    2. die Definition einer effektiveren Induktionschemotherapie und
    3. die Verfügbarkeit des ersten zielgerichteten Medikaments (Cetuximab) für die Behandlung von lokal-inoperablen und rezidivierten/metastasierten Tumoren.

    Enttäuschend verliefen bisher die Bemühungen, prädiktive Marker für eine optimale Therapie zu definieren.

    Die Behandlung von Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren sollte daher auch weiterhin in Abhängigkeit von klassischen Kriterien (Operabilität des Tumors, Wunsch nach Organerhalt, Allgemeinzustand des Patienten) und v. a. nach Empfehlung eines interdisziplinären Tumorboards erfolgen.

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  • Was sind die Zukunftstrends bei Brustkrebs?

    Die antihormonelle Therapie gilt als Prototyp der zielgerichteten Behandlung.

    Bei hormonrezeptorpositiven Brustkrebspatientinnen liegt der Fokus des wissenschaftlichen Interesses auf der Durchbrechung einer Resistenz gegenüber endokriner Therapie durch die Kombination mit biologisch zielgerichteten Medikamenten.

    Neue Antikörper haben das Therapiespektrum der HER2-positiven Mammakarzinome deutlich erweitert und scheinen zu einer deutlichen Verbesserung der Prognose beizutragen.

    Bei triplenegativem Brustkrebs stehen die Identifikation potenzieller neuer Zielstrukturen, die Entwicklung entsprechender zielgerichteter Medikamente und die rasche Validierung in neoadjuvanten Studien im Vordergrund.

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Kongress

  • Multiples Myelom, Prostata- und Schilddrüsenkarzinom − Best of DGHO 2013

    Als herausragend wurden beispielhaft folgende Arbeiten bei 3 Tumorentitäten vorgestellt:

    Multiples Myelom: Phase-II-Studie 003-A1: Carfilzomib als Monotherapie bei Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom. 24 % Ansprechrate, geringer Anteil peripherer Neuropathien.

    Prostatakarzinom: ALSYMPCA-Studie: Radium-223-dichlorid (Xofigo®) verlängert bei Patienten mit ossär metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom das Gesamtüberleben signifikant um 3,6 Monate versus Placebo.

    Schilddrüsenkarzinom: DECISION-Studie: Sorafenib bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Radiojod-refraktärem, differenziertem Schilddrüsenkarzinom. Nahezu Verdoppelung des medianen PFS unter Sorafenib vs. Placebo (10,8 Monate vs. 5,8 Monate).

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  • Das multiple Myelom 2013 – ein Update

    In zahlreichen Vorträgen und Symposien wurde im Rahmen der diesjährigen DGHO auf die aktuellen Behandlungsoptionen des multiplen Myeloms detailliert eingegangen.

    Therapieergebnisse für Patienten mit multiplem Myelom haben sich durch neue Therapiestrategien und Medikamente deutlich verbessert.

    Heilung ist beim multiplen Myelom kein Fremdwort mehr.

    Zukünftig wird auch in der Therapie des Myeloms die Antikörpertherapie Einzug halten.

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Palliativmedizin

  • PRO Invasive Schmerztherapie im palliativen Setting

    PRO: Neben einer besseren Schmerztherapie einschließlich Durchbruch- und belastungs-abhängiger Schmerzen ist die Reduktion opioidbedingter Nebenwirkungen eine wichtige Indikation.

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  • CONTRA Invasive Schmerztherapie im palliativen Setting

    CONTRA: Neurolytisch-subarachnoidale Verfahren entsprechen nicht mehr den Anforderungen der modernen Medizin. Plexusblockaden sind häufig nur eine Option in therapierefraktären Situationen. Intrathekale, nichtneurolytische Verfahren bringen gegenüber der konventionellen Schmerztherapie in aller Regel keine Vorteile.

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  • Palliativmedizinische Aspekte der Neuropathie und neuropathischer Schmerzen

    Ursachen: Hinsichtlich der Chemotherapeutika sind Platinderivate, Taxane, Vinca-Alkaloide und neuerdings Epothilone als mögliche Auslöser zu nennen. Von den Nichtchemotherapeutika sind Bortezomib, Thalidomid sowie Brentuximab mit neurotoxischen Nebenwirkungen assoziiert.

    Prophylaxe: Vor Beginn einer potenziell neurotoxischen Therapie sollte eine klinische Basisevaluation bezüglich einer bereits bestehenden Neuropathie erfolgen. Für Thalidomid und Bortezomib sind Empfehlungen zur Dosisreduktion bzw. Absetzen der Medikation ab bestimmten Schweregraden der Neuropathie publiziert. Für Platinderivate, Taxane und Vinca-Alkaloide sollten ab Auftreten einer Neuropathie Grad 2 Therapiealternativen diskutiert werden.

    Pharmakologische Optionen sind u. a. NSAID (bei taxaninduzierten Arthralgien/Myalgien), Antidepressiva (z. B. Venlafaxin) und Opiate (z. B. Tramadol, Oxycodon).

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Panorama

Translationelle Onkologie

  • Malignes Glioblastom − Telomerlänge und Telomerase: vielversprechende Targets?

    Telomere sind an den Chromosomenenden lokalisiert und übernehmen dort eine Schutzfunktion, um die Erbinformation stabil zu halten.

    Telomere werden als „molekulare Uhren“ bezeichnet: Ihre Länge definiert die Anzahl möglicher Zellteilungen. Signale kurzer Telomere bewirken eine Blockade weiteren Wachstums und die Auslösung von Zelltod (zelluläre Alterung).

    Telomeraseaktivität wurde bei den meisten Tumoren nachgewiesen. Sie bewirkt uneingeschränkte Kapazität zur Zellteilung, führt zu Immortalität und bietet sich damit als idealer Angriffspunkt für neue Therapien an (z. B. für Telomeraseinhibitoren wie Imetelstat).

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