SO 07|2019

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

  • Steigender Bedarf an Langzeitnachsorgekonzepten
    Aufgrund der Fortschritte in der Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen steigt die Lebenserwartung von Patient­Innen mit onkologischen Diagnosen. Sowohl bei pädiatrischen als auch bei adulten Patienten resultiert daraus ein steigender Bedarf an Langzeitnachsorgekonzepten. In der aktuellen Ausgabe von SPECTRUM Onkologie ...Weiterlesen ...

Focus: Transition: Adoleszenz-Onkologie

  • Transition – Der Schritt aus der Pädiatrie in die Erwachsenenmedizin
    Vorwort. Tansitions-und Adoleszenz-Onkologie muten auf den ersten Blick erst einmal als Randthemen der pädiatrischen Onkologie an. Sind doch im allgemeinen Bewusstsein heute die oft hohen Heilungsraten als Erfolgsgeschichte der Medizin der letzten 50 Jahre präsent. Viele pädiatrisch-onkologische Erkrankungen haben den ...Weiterlesen ...
  • 80 % der krebskranken Kinder und Jugendlichen werden geheilt – und dann?

    Dank multimodaler Therapiekonzepte und hoher Versorgungsstandards in Europa liegt die durchschnittliche 5-Jahres-Überlebensrate über die verschiedenen onkologischen Diagnosegruppen hinweg in Österreich mittlerweile bei über 84 % (bei ZNS-Tumoren zwischen 67% und 77%).

    Eine kontinuierliche Langzeitnachsorge wird aufgrund der stetig wachsenden Anzahl an Survivors kinderonkologischer Erkrankungen dringend benötigt. Spätfolgen, die noch Jahrzehnte nach Ende der Behandlung auftreten können und vielfach eine dauerhafte Behandlung bedingen, erfordern eine lebenslange Nachsorge.

    In Österreich wird im Rahmen des Projekts „ZONE“, Zentrum für onkologische Nachsorge Erwachsener, der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe und der Survivors am Aufbau flächendeckender und standardisierter Langzeitnachsorge-Strukturen gearbeitet. Das Projekt erfolgt in enger Kooperation mit kinderonkologischen Behandlungszentren in Österreich.

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  • Transition – eine neue, sinnvolle und gerechte Fürsorglichkeit des Gesundheitswesens

    Bis zum 14. Lebensjahr: rechtlich vollständige Vertretung des zu behandelnden Kindes durch die Eltern; ab dem vollendeten 14. Lebensjahr: rechtlich gestärkte Eigenverantwortung des nunmehr Jugendlichen; ab dem 18. Lebensjahr: alleinige Verantwortung zur Einwilligung in medizinische Maßnahmen.

    Eltern geben mit der Volljährigkeit des Kindes ihre psychologische Elternschaft nicht ab. Sie bestanden auf einer Neuordnung der medizinischen und psychosozialen Versorgung. Jugendliche und erwachsen gewordene Patienten treten als „Survivor“ für ihr Recht auf eine adäquate medizinische Versorgungsstruktur ein. Pädiater unterstützen diese Forderungen vor dem Hintergrund der täglich gelebten Transition im Kinderkrankenhaus

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  • Spektrum der Langzeitfolgen nach Krebstherapie im Kindes- und Jugendalter

    Langzeit-Nachsorge ist für zwei Drittel der Krebs-Überlebenden erforderlich.

    Brustkrebsvorsorge ist für weibliche Krebs-Überlebende nach Strahlentherapie (dosisabhängig) zu empfehlen.

    Kardiomyopathie-Vorsorge ist bei Brustkrebs-Überlebenden nach Strahlentherapie und/oder Chemotherapie mit Anthrazyklinen (dosisabhängig) erforderlich.

    Fertilität: Chemotherapien und Ganzkörperbestrahlung können die Spermatogenese beeinträchtigen, das Risiko für Testosteronmangel erhöhen und eine vorzeitige Ovarieninsuffizienz auslösen. Männlichen Patienten wird eine Spermien- und weiblichen Patienten eine Eierstock-gewebe-Reservierung bei Therapiebeginn vorgeschlagen.

    Ototoxizität: Hörtests empfehlen sich für Überlebende nach Strahlen- und/oder Cisplatin-Chemotherapie (dosisabhängig).

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  • Neue Aspekte im Kontext mit Präzisionsmedizin und Genomik

    Seit Barack Obama am 30. 1. 2015 basierend auf den Fortschritten von Technologien die „Precision Medicine Initiative“ bekanntgegeben hat, ist das Prinzip der personalisierten Präzisionsmedizin auch in der pädiatrischen Onkologie weiter vorangetrieben worden.

    Als logische Konsequenz ergibt sich aus einer personalisierten „Precision Oncology“-Strategie auch eine personalisierte „Precision Survivorship“-Strategie.

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  • AYA-Onkologie: Was macht diese Altersgruppe so besonders, was braucht sie?

    AYA – Adoleszente und junge Erwachsene mit Krebs stellen eine Patientengruppe mit speziellen Bedürfnissen dar – sie leiden unter speziellen Krebsformen und tragen spezielle Risiken.

    Spezielle, kooperative Betreuungsstrukturen basierend auf der Zusammenarbeit von pädiatrischen Onkologen und Erwachsenen-Onkologen in klinischer Versorgung und Forschung müssen geschaffen werden.

    Das Ziel ist klar: AYA haben noch viel Zukunft vor sich und es ist nicht zu spät.

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  • Transitionsonkologie – Gefragt ist ein strukturiertes Versorgungsmodell

    Für das St. Anna Kinderspital zu alt und für die allgemeine onkologische Abteilung zu jung: Heranwachsende und junge Erwachsene mit Krebs, die sich im Alter zwischen 15 und 30 Jahren befinden.

    Was Therapie und Nachsorge betrifft, wären diese Patienten in eigenen Abteilungen besser aufgehoben. Als Vorbild können Modelle in Deutschland oder Großbritannien dienen.

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  • Maligne ovarielle Raumforderungen im Kindes-, Jugend- und jungen Erwachsenenalter

    Präoperative Risikoevaluation, inklusive Tumormarkerbestimmung, ist entscheidend für die richtige Wahl des operativen Vorgehens.

    Keimzelltumoren machen etwa 80 % der malignen ovariellen Tumoren bei Kindern/Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus.

    Die Kombination aus (fertilitätserhaltender) Chirurgie +/- Chemotherapie ermöglicht eine sehr gute Gesamtprognose der malignen Keimzelltumoren.

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Kongress

  • ESMO 2019 | Neues in der Uro-Onkologie: Prostatakarzinom

    CARD, eine Drittlinientherapie-Studie: Es zeigte sich eine längere Zeitspanne bis zur radiologischen Progression (Cabazitaxel vs. antiandrogene Therapie mit Abirateron oder Enzalutamid).

    PROfound: Erste Phase-III-Studie zur zielgerichteten Therapie (Olaparib) des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms basierend auf genetischen Analysen, die einen Therapievorteil zeigt.

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  • ESMO 2019 | Neues in der Uro-Onkologie: Nierenzellkarzinom

    TITAN-RCC: Phase-II-Therapieoptimierungsstudie, bei der Patienten sequenziell bei Nichtansprechen auf Nivolumab zusätzlich einen immuntherapeutischen „Boost“ durch eine Kombination von Nivolumab + Ipilimumab erhalten. Verglichen zur Nivolumab-Monotherapie verbesserte der zusätzliche Ipilimumab-„Boost“ die objektive Ansprechrate.

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  • ESMO 2019 | Neues in der Uro-Onkologie: Urothelkarzinom

    IMvigor-130: Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom profitieren von einer Zugabe ­von Atezolizumab zur Chemotherapie mit einer Verbesserung des PFS.

    NABUCCO: Patienten mit nicht-muskelinvasivem lokoregionär fortgeschrittenem Urothelkarzinom profitieren von der Kombination Nivolumab + Ipilimumab im neoadjuvanten Setting mit hohen Ansprechraten.

    BISCAY: Die Biomarker-gestützte Multi-Arm-Studie zur Kombinationstherapie aus Durvalumab und zielgerichteter Therapie eröffnet ein neues Zeitalter in der Therapie des metastasierten Urothelkarzinoms.

    EV-103: Erste Ergebnisse der Phase-II-Studie zu Enfortumab vedotin in Kombination mit Pembrolizumab in der Erstlinie beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom zeigen eine hohe objektive Ansprech- und Krankheitskontrollrate.

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  • ESMO 2019 | Metastasiertes Urothelkarzinom: Neue Therapieoption in der Erstlinie

    IMvigor130: Die Zwischenanalyse der Phase-III-Studie ergab für die Immunchemotherapie Atezolizumab + Gemcitabin/Platin eine signifikante Verlängerung des pro­gressionsfreien Überlebens im Vergleich mit dem bisherigen Standard einer alleinigen Chemotherapie.

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  • Wechselwirkung zwischen klinischer und translationaler Forschung

    Klinische Phase-III-Studien mit PARP-Inhibitoren beim Ovarialkarzinom, die am diesjährigen ESMO als Late Breaking Abstracts in der ersten Presidential-Session präsentiert wurden, haben das Potential, einen Paradigmenwechsel in der Primärtherapie des Ovarialkarzinoms einzuleiten.

    Solche Meilensteine sind das Resultat von Grundlagen- und translationaler Forschung und basieren auf dem Verständnis der molekularen und zellulären Mechanismen. Die Forschung geht weiter, und so könnten aktuelle neue Daten dazu beitragen, Patienten zu selektionieren, die besonders von der Therapie profitieren. Ein wichtiger nächster Schritt ist zudem das Erkennen und Durchbrechen von Resistenzmechanismen.

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  • ESMO 2019 | Neue Standardbehandlungen bei oberen gastrointestinalen Tumoren?

    Immuntherapie in der Zweitlinie: Die Immuntherapie ist derzeit eine verlässliche Zweitlinien-Behandlungsoption für Patienten mit fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen des Ösophagus.

    Immuntherapie bei MSI-Patienten: Die Immuntherapie könnte der Standard für MSI-Patienten mit fortgeschrittenen oder metastasierten oberen GI-Tumoren in der Erstlinie werden.

    Apatinib ist gut verträglich und hat eine Aktivität als Drittlinien-Behandlung bei Patienten mit fortgeschrittenem Magen-Speiseröhrenkrebs. Der Überlebensunterschied gegenüber der Kontrollkohorte ist jedoch nicht signifikant.

    Die neoadjuvante Chemotherapie scheint ein Standard bei lokal fortgeschrittenen gastro­ösophagealen Tumorpatienten mit asiatischer Abstammung zu sein.

    Die Immuntherapie mit Pembrolizumab ist in Kombination mit einer zielge­richteten Therapie (Anti-HER2) gut verträglich und zeigt eine bemerkens­werte Wirksamkeit sowie Krankheitskontrolle.

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  • Jahrestagung der ÖGPMR | Update zu Physikalischer Therapie bei Krebs
    Im Vorfeld der diesjährigen Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation (ÖGPMR) wurde zum Pressegespräch geladen. Schwerpunkte der Tagung waren Schmerztherapie, Rheumatologie, Stoßwellentherapie und Rehabilitation. Auch der Bereich der Arbeitsmedizin und die zunehmende Bedeutung der Video- bzw. Telerehabilitation ...Weiterlesen ...
  • ESMO 2019 | Neue Entwicklungen bei Kopf-Hals-Tumoren

    Aus den in diesem Jahr präsentierten Studien bei Kopf-Hals-Tumoren lassen sich folgende praxisrelevante Erkenntnisse ableiten:

    First line, rezidivierte/metastasierte Kopf-Hals-Tumoren: CPS-Testung sollte durchgeführt werden. Je nach Ergebnis ist Immuntherapie +/- Chemotherapie Standard (sobald die EMA-Zulassung erteilt wurde). Alternativ ist das TPEx-Schema eine Option. EXTREME kommt nur noch in Ausnahmefällen zur Anwendung.

    Lokal fortgeschrittenes Nasopharynxkarzinom: Induktionschemotherapie gefolgt von Radiochemotherapie ist ein valide alternative Option zur Radiochemotherapie gefolgt von (oftmals toxischer) adjuvanter Chemotherapie.

    Primär metastasiertes Nasopharynxkarzinom: Lokaltherapie (Radiatio) des Primums kann bei gutem Ansprechen auf die systemische Therapie auch im metastasierten Setting einen OS-Vorteil erzielen und sollte in dieser Situation evaluiert werden.

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  • ESMO 2019 | Highlights beim Mammakarzinom

    Nach insgesamt drei positiven Studien mit einem Überlebensvorteil etablieren sich CDK4/6-Inhibitoren als Standarderstlinientherapie des luminalen, HER2-negativen Mammakarzinoms.

    Ersten positive Signale beim luminalen, HER2-positiven Mammakarzinom kommen aus der MonarcHER-Studie mit Abemaciclib.

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  • ESMO 2019 | Neues beim Bronchialkarzinom

    IMpower110-Studie: Positive Studie mit Atezolizumab in der Erstlinientherapie des NSCLC, Stadium IV, mit hoher PD-L1-Expression.

    Tumormutationslast bei Pembrolizumab +/- Chemotherapie: TMB als prädiktiver Marker für die Monotherapie mit Pembrolizumab.

    Update CheckMate 227 – Nivolumab/Ipilimumab in der Erstlinientherapie des NSCLC, Stadium IV: Interessante Ergebnisse bei Patienten ohne PD-L1-Expression (≤ 1 %).

    OS-Daten der FLAURA-Studie mit Osimertinib als Erstlinientherapie des EGFRmut-NSCLC.

    Carboplatin-Etoposid + PD-L1-Inhibitor: PD-L1 kein Marker zur Patienten­selektion beim SCLC im Stadium IV.

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  • ESMO 2019 | NSCLC: Erstlinientherapie mit Nivolumab + Ipilimumab verlängert Überleben

    Nivolumab ist beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) bislang als Monotherapie nach vorheriger Chemotherapie zugelassen1. In diversen Studien konnte mit der immunonkologischen (IO) Kombination von Nivolumab und Ipilimumab eine vielversprechende Aktivität in der ersten Therapielinie beobachtet werden2–4. Die randomisierte, offene Phase-III-Studie CheckMate 227 zeigte nun einen Überlebensvorteil für Nivolumab in Kombination mit niedrig-dosiertem Ipilimumab gegenüber einer Chemotherapie5.

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Panorama

  • Sorgen um Geld und Zukunft belasten junge Krebspatienten schwer

    Das Thema des 16. Bandes der Gesundheitspolitischen Schriftenreihe der DGHO: „Junge Erwachsene mit Krebs: Finanzielle und soziale Folgen der Krebserkrankung für junge Menschen“.

    Fazit: Die finanziellen und sozialen Auswirkungen von Krebs und den
    notwendigen Therapien werden viel zu wenig beachtet.

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  • Therapiemöglichkeiten bei Lenalidomid-vorbehandelten Patienten

    Die Auswahl der Folgetherapien beim fortgeschrittenen Multiplen Myelom stellt trotz vorhandener Guidelines eine höchst komplexe und individuelle Herausforderung dar; dies umso mehr, als Lenalidomid häufig bereits in der Frontline-Therapie eingesetzt wurde.

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Translationelle Onkologie