UIM 09|2012

UIM 09|2012 Themenheft ESC

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Günter J. Krejs

Hot Topics der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie

Editorial

  • Editorial ESC-Beilage
    Sehr geehrte Leser und Leserinnen!
    Zur Jahrestagung der Europäischen Kardiologischen Gesellschaft (ESC) in München Ende August 2012 sind Tausende von Kollegen aus verschiedenen Ländern Europas, aber auch aus anderen Kontinenten angereist. In vielen Symposien, Vortagsreihen und Posterpräsentationen wurden neue Erkenntnisse ...Weiterlesen ...

Focus: ESC 2012

  • Chronische Herzinsuffizienz – Pharmakologische Behandlung: Update 2012

    Diuretika-Dosis ist dem individuellen Flüssigkeitsstaus des Patienten anzupassen.
    Bei Patienten mit Überwässerung kann eine höhere Diuretika-Dosis vorteilhaft sein.

    Der kombinierte Einsatz eines RAS-Blockers mit einem Beta-Blocker („Blocker-Cocktail‟) sollte a priori im Behandlungsplan jedes individuellen Herzinsuffizienz-Patienten verankert werden.

    Die Dreifachkombination ACE-Hemmer + ARB + Aldosteron-Antagonist ist nicht empfohlen.

    Die Senkung der Herzfrequenz ist ein neues Therapieziel.

    Mangelnde Therapietreue ist mit erhöhter Mortalität assoziiert.

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  • Highlights bei Herzinsuffizienz 
– Studien ALDO-DHF und PARAMOUNT 


    Diastolische Herzinsuffizienz

    Diagnose mit Belastungsechokardiografie.

    Trainingsprogramme verbessern die Herzmuskelfunktion, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.

    Neue Studie ALDO-DHF mit Spironolacton: Verbesserung der diastolischen Funktion.
    Zusätzliche blutdrucksenkende Wirkung.

    PARAMOUNT-Studie: Neue Substanzklasse in erster klinischer Prüfung. Angiotensinrezeptor-Neprilysin-Inhibitor verbessert die neuroendokrine Aktivierung, Herzmuskelfunktion und Lebensqualität.

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  • Herzinsuffizienz und KHK – Neue Daten zur medikamentösen und interventionellen Therapie

    Ivabradin als Add-on reduziert bei Patienten mit Herzinsuffizienz die kumulative Hospitalisierungsrate um 25 % vgl. mit Placebo (SHIFT).

    Der Remodeling-Effekt der Resynchronisation bleibt auch im 5-Jahres-Follow-up bestehen (REVERSE).

    2 x 2,5 mg Rivaroxaban verbessert die Prognose und verhindert thrombotische Ereignisse nach einem STEMI (ATLAS ACS 2-TIMI 51).

    Beim Diabetiker mit proximaler/komplexer LAD- oder 2- bzw. 3-Gefäß-Erkrankung mit stabiler AP oder NSTEMI bleibt die ACBG die bevorzugte Methode vgl. mit PCI (CARDIA).

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  • Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz – Schlafapnoe als relevanter unabhängiger Prognosefaktor


    Bis zu 70 % der HI-Patienten sind von einer Schlafatemstörung (obstruktives Schlafapnoesyndrom oder Cheyne-Stokes-Atmung) betroffen.

    Der Nachweis einer Schlafatmungsstörung bei HI-Patienten ist mit einer Verschlechterung der 5-Jahres-Mortalität verbunden.

    Eine Optimierung der Herzinsuffizienztherapie führt häufig zu einer Verbesserung der Cheyne-Stokes-Atmung.

    Die Behandlung der Schlafatemstörung führt zu einer Verbesserung der kardialen Pumpfunktion.

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  • Neuerungen in den ESC-Guidelines zum Vorhofflimmern


    Die wesentlichen Änderungen betreffen die Embolieprophylaxe.

    Zur Risikoabschätzung ist nun ausschließlich der CHA2DS2VASc-Score empfohlen.

    Die neuen Antikoagulantien können zumindest gleichwertig zu den Vitamin-K-Antagonisten eingesetzt werden.

    Bei der medikamentösen Rhythmuskontrolle ist bei Herzinsuffizienz jetzt ausschließlich Amiodaron indiziert.

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  • Chronisches Vorhofflimmern – Chirurgische und kathetergestützte Intervention in der Praxis


    Die intraoperative Kryoablation ist ein sicheres Add-on-Verfahren bei lang bestehendem persistierendem Vorhofflimmern.

    Die Katheterablation wird derzeit vorwiegend bei symptomatischem paroxysmalem Vorhofflimmern eingesetzt. Komplikationen treten am häufigsten periinterventionell auf. Es besteht eine Tendenz zur Über-Antikoagulation.

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  • Vascular Inflammation
 – Von der Entzündung zum Herzinfarkt


    Patienten mit erhöhten inflammatorischen Biomarkern (z. B. CRP) haben ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, selbst wenn die klassischen Risikofaktoren akzeptabel sind.

    Die Therapie mit Statinen, insbesondere Rosuvastatin, führt nicht nur zu einer Reduktion von LDL-C und hs-CRP, sondern selbst bei Patienten mit erhöhtem hs-CRP und ansonsten unauffälligem Risikoprofil zu einer Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse.

    Inwieweit alleinige antiinflammatorische Strategien kardiovaskuläre Ereignisse reduzieren können, werden die Ergebnisse großer, multizentrischer, randomisierter Studien mit niedrig dosiertem Methotrexat und einem monoklonalen IL-1-Antikörper zeigen.

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  • APOSEC – Neuer Therapieansatz in der Behandlung des Herzinfarkts


    APOSEC wird aus dem Kulturüberstand von apoptotischen peripheren mononukleären Zellen gewonnen.

    In Tiermodellen bewirkte APOSEC eine signifikante Verkleinerung von Arealen mit mikrovaskulärer Obstruktion.

    In vitro wurden plättchenhemmende Eigenschaften und eine vasodilatorische Wirkung gezeigt.

    Eine erste klinische Phase-I-Studie wird angestrebt.

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  • ESC-Highlights beim akuten Koronarsyndrom 
– Neue Studien, neue Guidelines

    PROTECT-Studie: Erster Head-to-Head-Vergleich zweier beschichteter Stents, Cypher vs. Endeavor, mit einer geringeren Rate an Stentthrombosen für Endeavor, dem Stent der neueren Generation.

    Abnahme der Infarktmortalität von STEMI-Patienten: In einer französischen Studie ist die 30-Tage-Mortalität in den letzten 20 Jahren um knapp zwei Drittel gesunken. Demgegenüber steigt die Infarkt-Inzidenz bei Frauen unter 60 Jahren.

    Rehabilitationsprogramme nach PCI: Aufklärung ist wesentlich. In einer schwedischen Studie fühlt sich ein Drittel der Infarktpatienten nach Stentimplantation vollständig rehabilitiert und verzichtet auf Präventionsmaßnahmen.

    Neue STEMI-Guidelines

    • Time is muscle: „In 60 Minuten am Kathetertisch‟ lautet die Maximalforderung für Patienten mit frischem Infarkt.
    • Erfolg der neuen Stentgeneration: Nach DES-Implantation wurde die strikte Minimaldauer der dualen Antiplättchentherapie auf 6 Monate verkürzt.

    IABP-Schock-II-Studie: Rückstufung einer Methode. STEMI-Patienten im kardiogenen Schock profitieren doch nicht von der intraaortalen Ballongegenpulsation, einem Verfahren zur Kreislaufstabilisierung

    TRILOGy-ACS: Prasugrel bei konservativ behandelten Patienten mit akutem Koronarsyndrom so sicher wie Clopidogrel, aber nicht wie erhofft besser.

    WOEST-Studie bei antikoagulationsbedürftigen Patienten mit akutem Koronarsyndrom: Erste kontrollierte Studie zum Verzicht auf Aspirin.

    Deutsches Aortenklappenregister GARy: Einziges Register, in dem interventionelle und chirurgische Methoden erfasst werden. Bereits ein Viertel der Patienten mit Aortenklappenstenose wird interventionell behandelt.

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  • GARY-Register – Katheterunterstützte Herzklappenintervention vs. chirurgischer Klappenersatz 


    Deutsches Aortenklappenregister GARY

    13.860 Patienten mit Aortenstenose, TAVI bei knapp 30 % der Patienten.

    15 % der TAVI-Patienten im Alter < 75 Jahre.

    Spitalsmortalität nach transvaskulärer TAVI bei Patienten < 75 Jahre mit Chirurgie vergleichbar.

    Hohe Rate an Schrittmacherimplantationen.

    Spitalsmortalität durch Euroscore massiv überschätzt.

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  • Individualisierte Anti-Plättchen-Therapie
 – Das Ansprechen auf die Plättchenhemmung messen


    Clopidogrel zeigt eine hohe interindividuelle Variabilität der Wirkung.

    Das automatische Verschreiben der neuen Thrombozytenfunktionshemmer ist mit Blutungsrisiko und hohen Kosten verbunden.

    Als Entscheidungsbasis kann das Ansprechen kurz nach Therapiebeginn mit Clopidogrel getestet werden. Einige Studien zeigen, dass dies das Risiko für Stentthrombosen und akutes Koronarsyndrom reduzieren kann.

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  • Neue orale Antikoagulantien – Und demnächst sind es vier


    Ein großer Teil der Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) erhält trotz bestehender Indikation keine orale Antikoagulation zur Schlaganfallprävention. Einer der Hauptgründe dafür sind die Vorbehalte gegenüber Vitamin-K-Antagonisten (VKA).

    Die neuen oralen Antikoagulantien (NOAC) Apixaban, Dabigatran und Rivaroxaban bieten eine wirksame und einfach anzuwendende Alternative zu VKA. Zugelassen sind Dabigatran und Rivaroxaban, die Zulassung für Apixaban wird für Dezember 2012 erwartet.

    Das vierte NOAC Edoxaban wird in der noch laufenden, bisher größten einzelnen randomisierten kontrollierten Studie zu einem NOAC bei VHF getestet.

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