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Erscheinungsdatum:
3.7.2014

Herausgeber:
Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer


Editorial

„A man says a lot of things in summer he doesn’t mean in winter…“ (Patricia Briggs)

M. Raderer 3.7.2014

Mitten in der sommerlichen Urlaubszeit halten Sie das aktuelle SPECTRUM Onkologie mit dem Fokus „Gastrointestinale Tumoren“ in den Händen. Im Gegensatz zum Eingangszitat haben wir uns allerdings bemüht, das mediale und publizistische „Sommerloch“ mit einer Lektüre zu füllen, deren Inhalt auch im Winter noch Bestand haben wird und die einen Überblick über rezente Entwicklungen im breiten Feld der...

Focus: Gastrointestinale Tumoren

Vorwort: Focus gastrointestinale Tumoren

E. Wöll et al. 3.7.2014

Gastrointestinale Tumoren stellen wie kaum eine andere Entität eine Herausforderung an die interdisziplinäre Zusammenarbeit dar. Sowohl in Diagnostik, Therapie als auch Nachsorge ist die optimale Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen gefordert. Darüber hinaus haben diese Tumorentitäten den optimalen Einsatz molekularer Therapiestrategien sowie prädiktiver Marker über die letzten 15 Jahre geprägt....

Focus: Gastrointestinale Tumoren

Therapieoptionen beim Ösophaguskarzinom - Neoadjuvante und palliative Therapiekonzepte

W. Eisterer et al. 3.7.2014

Traditionell galt die Chirurgie beim Ösophaguskarzinom als die einzige Behandlungsmethode mit kurativem Potenzial. Die Ergebnisse für die alleinige Resektion waren aber in Bezug auf das 5-Jahres-Überleben (30–40 % im Stadium uT2-3N0 bzw. 10–30 % im Stadium uT1-3N+) enttäuschend. Rezente randomisierte Studien als auch Metaanalysen haben gezeigt, dass die zusätzliche Gabe einer Chemotherapie oder...

Focus: Gastrointestinale Tumoren

Aktuelle medikamentöse Therapie des Magenkarzinoms

M. Hejna et al. 3.7.2014

Es gibt klare Evidenz für den Einsatz einer neoadjuvanten oder perioperativen Chemotherapie. Die palliative Chemotherapie sollte bei Patienten in gutem Allgemeinzustand und mit ­vertretbaren Komorbiditäten möglichst frühzeitig eingesetzt werden. Die Zugabe von Trastuzumab zur Chemotherapie verlängert Ansprechraten und Gesamt­überleben bei Patienten mit HER2-Überexpression und stellt einen Standard...

Focus: Gastrointestinale Tumoren

Therapiekaskade beim metastasierten Kolorektalkarzinom

G. Kornek 3.7.2014

Durch die Verfügbarkeit effektiver Zytostatika (Oxaliplatin, Irinotecan), oraler 5-FU-Pro-Drugs (Capecitabin, Uracil/Tegafur) und verschiedener Biologika (Bevacizumab, Cetuximab, Panitumumab, Aflibercept und Regorafenib) konnten beim metastasierten Kolorektalkarzinom mediane Überlebenszeiten von über 30 Monaten effektuiert werden – im Gegensatz zu nur 12 Monaten in der 5-FU-Ära. Wertvolle Erkenntnisse zur...

Focus: Gastrointestinale Tumoren

Hepatozelluläre und cholangiozelluläre Karzinome: etabliertes und zukünftiges Potenzial

I. Graziadei et al. 3.7.2014

Beim hepatozellulären und cholangiozellulären Karzinom ist jede therapeutische Intervention im Gesamtkonzept zu sehen und kann nicht auf eine rein tumorzentrierte Therapie reduziert werden. Die Früherkennung des hepatozellulären wie auch des cholangiozellulären Karzinoms ist aus prognostischer Sicht von essenzieller Bedeutung, um den Patienten potenziell kurative (chirurgische und lokalablative)...

Focus: Gastrointestinale Tumoren

Pankreaskarzinom: Erfolge und Herausforderungen

H. Rumpold 3.7.2014

Wesentliche Fortschritte wurden in der palliativen Systemtherapie mit FOLFIRINOX und Nab-Paclitaxel erreicht. Das Pankreaskarzinom entwickelt sich über viele Jahre hinweg. Die Suche nach effektiven Vorsorge- oder Früherkennungsstrategien ist somit zielführend, birgt allerdings einige Schwierigkeiten. Es gibt zahlreiche Biomarker auf molekulargenetischer und proteinbiochemischer Ebene, wie z. B. SPARC, CXCR4 oder...

Focus: Gastrointestinale Tumoren

Neuroendokrine Neoplasien des Gastrointestinaltraktes: Rezente Entwicklungen in der systemischen Therapie

M. Raderer 3.7.2014

Neuroendokrine Neoplasien des GI-Traktes sind heterogene Tumoren, deren klinisches Verhalten und die entsprechende Therapie vom Differenzierungsgrad abhängen. Undifferenzierte neuroendokrine Karzinome (NEC) sollten unmittelbar einer Chemotherapie zugeführt werden, solange es der Zustand des Patienten zulässt; bei Patienten, die keine Chemotherapie bekommen konnten, lag das mediane Überleben in einer rezenten...

Kongress

Immunosurveillance von Tumoren und tumorinduzierte Immunsuppression

D. Wolf et al. 3.7.2014

Das renommierte Wissenschaftsjournal SCIENCE hat 2013 als „breakthrough of the year“ die Entwicklungen im Bereich der Tumorimmuntherapie selektiert. Dadurch wurde die jahrzehntelange Forschungsarbeit einer Vielzahl von Tumorimmunologen gewürdigt, die zur Entwicklung, klinischen Testung und Zulassung von Checkpoint-Antikörpern geführt hat. Dadurch wurde eine neue Therapiesäule in der Onkologie definiert, die...

Kongress

Immunonkologie auf der Überholspur

J. Moser et al. 3.7.2014

Moderne Immuntherapeutika können durch das Ansetzen an Immun-Checkpoints, die hemmend auf das Immunsystem wirken, die körpereigene Tumorabwehr unterstützen. Beim metastasierten Melanom wurden bereits substanzielle Therapieerfolge durch die neuen Substanzen verzeichnet. Ein Einsatz dieser und vieler anderer innovativer Checkpoint-Inhibitoren befindet sich bei soliden und hämatologischen Entitäten in...

Kongress

Die EXACT-Studie zur Erfassung der Effektivität der personalisierten Medizin

G. Prager 3.7.2014

Die Erkenntnisse der Tumorbiologie in ihre pharmakologische Anwendung zu übersetzen ist schlichtweg die Herausforderung der Gegenwart.

Kongress

Klinische Relevanz der Calreticulin-Mutationen bei myeloproliferativen Neoplasien

H. Gisslinger et al. 3.7.2014

CALR ist nach JAK2 die zweithäufigste Mutation bei den drei klassischen myeloproliferativen Neoplasien. CALR-Mutation ist assoziiert mit niedrigeren Thromboseraten und besserem Gesamtüberleben bei primärer Myelofibrose. CALR-positive Patienten zeigen ein besseres Gesamtüberleben nach allogener Stammzelltransplantation. CALR ist ein potenzielles therapeutisches Target.

Kongress

Nicht nur JAK-Inhibitoren: neue Therapieansätze bei der primären Myelofibrose

M. Steurer 3.7.2014

Trotz der Erfolge durch JAK-Inhibitoren wie Ruxolitinib besteht eine unbefriedigende Therapiesituation. Fortschritte in der translationalen Forschung erlaubten die Identifikation von vielversprechenden Targets z. B. für epigenetische Therapien (durch HDAC- und DNMT-Inhibitoren), antifibrogene Antikörper oder Hemmung von HSP-90, STAT5 oder PI3K. Einige Studien laufen bereits, allerdings erst frühe...

Kongress

Hemmung des BCR-Signalwegs bei CLL und indolenten NHL

T. Nösslinger et al. 3.7.2014

Der B-Zell-Rezeptor-Signalweg ist ein sehr attraktives Target bei lymphatischen System­erkrankungen. Die Brutonsche Tyrosinkinase (BTK) und die Phosphoinositid-3-Kinase (PI3K) können zielgerichtet erfolgreich gehemmt werden. Ibrutinib (BTK-Inhibitor) und Idelalisib (PI3K-Inhibitor) sind die am weitesten entwickelten, auch in Hochrisikosituationen effektiven Substanzen. Bei der Behandlung von CLL-Patienten kommt es...

Kongress

Europäisches Forschungsprojekt OPTATIO beim multiplen Myelom: Bedeutung der Mikroumgebung für Prognose und Therapie

W. Willenbacher et al. 3.7.2014

OPTATIO ist ein internationales Konsortium mit zwölf Universitätskliniken und Firmenpartnern, die im Rahmen des 7. Europäischen Rahmenprogramms nach neuen Strategien gegen das multiple Myelom suchen. In OPTATIO werden präklinische In-vitro- und In-vivo-Modelle etabliert, die die für die Krankheitsentwicklung und Medikamentenresistenz entscheidenden Funktionen der Knochenmarksumgebung (Microenvironment)...

Kongress

Ernährung und Hämatoonkologie: Nutrition goes science?

B. Drach-Schauer 3.7.2014

Mangelernährung ist bei Tumorpatienten weit verbreitet und hat gravierende Folgen. Eine Tumorkachexie hat sowohl auf die Lebensqualität als auch auf das Überleben beträchtliche Auswirkungen. Patienten müssen proaktiv nach dem Ernährungsverhalten befragt werden. Eine individuelle Ernährungsberatung verbessert die Überlebensrate der Patienten. Therapiepausen, um Patienten „aufzupäppeln“, sollten unbedingt...

Kongress

Neue direkte orale Antikoagulanzien bei Tumorpatienten

C. Feistritzer et al. 3.7.2014

Prospektive Studien für die Anwendung von direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) im Vergleich zur Standardtherapie mit niedermolekularen Heparinen (LMWH) zur Therapie tumorassoziierter Thromboembolien sind noch ausständig. LMWH bleiben vorerst Standard in der initialen Therapie thromboembolischer Ereignisse bei Tumorpatienten. In der Anwendung von DOAK bei Tumorpatienten mit Vorhofflimmern oder in der...

Kongress

Justum pretium: Gibt es einen gerechten Medikamentenpreis?

W. Hilbe et al. 3.7.2014

Sozial verträgliche Medikamentenpreise sind der Tatsache geschuldet, dass Gesundheitssysteme nicht dem freien Markt unterliegen. Anders als bei einem Autokauf haben Patienten mit lebensbedrohlicher Erkrankung keine Wahlmöglichkeit.

Kongress

Highlights von der European Breast Cancer Conference, 9. EBCC, Glasgow, Schottland

B. Mlineritsch et al. 3.7.2014

Bolero-2-Studie: längstes Gesamtüberleben beim hormonrezeptorpositiven, HER2-negativen Mammakarzinom in einer Phase-III-Studie (sekundärer Studienendpunkt). „Practice-changing Abstracts“: Eine Erweiterung des Resektionsrandes führt zu keiner substanziellen Verbesserung der Langzeitergebnisse der Lokaltherapie, wichtiger ist die adjuvante Therapie. Invasiv lobuläre Karzinome: Die PCR-Rate nach neoadjuvanter...

Kongress

Highlights von der 40. EBMT-Jahrestagung: CAR-T-Zell-Immuntherapie bei ALL

W. Linkesch et al. 3.7.2014

CAR-(Chimeric Antigen Receptor-)transduzierte T-Zellen, gegen CD19 gerichtet (CTL019). Diese CTL019-Therapie repräsentiert eine neuartige Strategie für die Behandlung von Patienten mit CD19+-B-Zell-Malignomen. Bisher liegen eindrucksvolle klinische Ergebnisse bei refraktärer akuter lymphoblastischer Leukämie, bei ALL-Rezidiv nach allogener HSZT und bei schweren CLL-Fällen vor. Andere...

Personalisierte Medizin

„N of 1“-Fallberichte: Detektivarbeit beim Prostatakarzinom – Dem letalen Klon auf der Spur

S. Standhartinger et al. 3.7.2014

„N of 1“-Fallberichte beim Prostatakarzinom: klonale Evolution, Tumorheterogenität, diagnostische Herausforderungen. Außergewöhnlich am ersten Fallbericht ist die Tatsache, dass es bei einem Patienten mit Prostatakarzinom 17 Jahre nach der Erstdiagnose gelungen ist, jenen Ursprungsklon zu identifizieren, der letztlich den letalen Phänotyp begründet hat. Interessant am zweiten Fallbericht ist der Versuch...

Personalisierte Medizin

Mammakarzinom: Genetic Assays – Stellenwert, Daten und zukünftige Entwicklungen

M. Knauer 3.7.2014

Multigen-Assays verbessern die individuelle Prognoseeinschätzung bei einigen Subtypen des Mammakarzinoms bedeutend und sind dabei besser reproduzierbar. Trotz noch fehlender Evidenz aus den großen Phase-III-Studien werden Multigentests zunehmend in der klinischen Praxis verwendet. Eine individuelle Vorhersage zur Verwendung einzelner Medikamente im Sinne einer echten Prädiktion ist mit den kommerziell...

Personalisierte Medizin

„Druggable targets“ bei GIST

W. Eisterer et al. 3.7.2014

Neue Therapieansätze bei GIST inkludieren die bereits erfolgte FDA-Zulassung von Regorafenib. Darüber hinaus laufen frühe Studien mit Everolimus, dem Hitzeschockprotein-Inhibitor Retaspimycin und dem Histon-Deacetylase-Hemmer Panobinostat. Die neuen Therapieprinzipien werden bei Imatinib- und Sunitinib-Resistenz als Monotherapie oder in Kombination mit etablierten Substanzen geprüft.

Translationelle Onkologie

Resistenzmechanismen gegen Platinverbindungen

P. Heffeter et al. 3.7.2014

Resistenz gegen Medikamente gehört zu den größten Problemen bei der Behandlung von Krebserkrankungen im fortgeschrittenen Stadium. Vereinfacht lassen sich zwei Kategorien an Resistenzmechanismen unterscheiden: Das Medikament erreicht sein Zielmolekül nicht, z. B. durch unzureichende Blutversorgung, reduzierte zelluläre Aufnahme oder rasche Wiederausschleusung bzw. Abbau. Krebszellen „lernen“, mit dem...

Panorama

Klinische Studien – eine Herausforderung

S. Kickmaier et al. 3.7.2014

Laut Union Internationale Contre le Cancer (UICC) erhalten derzeit jedes Jahr mehr als 12 Millionen Menschen weltweit die Diagnose Krebs und 7,6 Millionen sterben an einer Krebserkrankung. Die Tendenz ist steigend. Experten schätzen, dass im Jahr 2030 jährlich weltweit rund 26 Millionen Menschen an Krebs erkranken und 17 Millionen Menschen daran sterben werden. Umso bedeutungsvoller ist es, zukünftig dafür zu...

 



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Inhaltsverzeichnis SO 02|2014

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