SO 04|2015

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

  • „REGISTER“
    Die Bezeichnung Register (von lateinisch regesta, aus regerere, „eintragen“) steht für: eine Vollständigkeit anstrebende Form der standardisierten Dokumentation (Datenerfassung) eines Kollektivs, welches ein bestimmtes Merkmal verbindet (Wikipedia).
    In der vorliegenden Ausgabe von SPECTRUM Onkologie wird der Thematik „Register in der ...Weiterlesen ...

AKTUELL für Sie!

  • ECC Presidential Sessions, Keynote Lecture Personalisierte Medizin

    Kontext: Der European Cancer Congress hat sich über die letzten Jahre zum wahrscheinlich wichtigsten Weltkongress für Onkologie in Europa entwickelt. Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Zielinski hat als nationaler Kongressvorsitzender die zukünftige Rolle der European Society for Medical Oncology angesichts neuer Herausforderungen der personalisierten Medizin und im Sinne einer stärkeren politischen Positionierung akademischer Forschung skizziert. In diesem Kontext scheint eine Präsentation besonders wichtig, da sie stellvertretend den Paradigmenwechsel in der onkologischen Forschung deutlich macht und die Bedeutung eines Zentrums für personalisierte Medizin unterstreicht – die Keynote Lecture „Revolution in clinical trials in early drug development“ von Jean-Charles Soria, Institute Gustave Roussy, Paris. Es verstärkt sich der Eindruck, dass onkologische Spitzenmedizin à la longue um ein solches Zentrum nicht umhinkommen wird. Führende Onkologen drängen darauf, die Politik reagiert träge, und öffentliche Diskussionen zeigen den Bedarf einer Vermittlung dessen, was personalisierte Medizin heute leistet und erreichen kann.

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Focus: Tumorregister in Österreich

  • Vorwort: Register in der Hämatoonkologie – ein unverzichtbares Abbild der Realität?!

    Unter „Register“ versteht man die systematische Sammlung von Informationen mit gemeinsamen Merkmalen, das Wort leitet sich von lateinisch registrum („Verzeichnis“) her.

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  • Retrospektive Registeranalysen: Totgeglaubte leben länger?

    Register ermöglichen die Sammlung ausreichender Daten zur Charakterisierung seltener Erkrankungen.

    Registeranalysen ermöglichen die Evaluierung von Wirksamkeit und Toxizität von Therapien bei einem unselektierten Patientengut.

    Sie erlauben die Entwicklung von Risikoscores, um den klinischen Verlauf bereits bei der Diagnose besser abschätzen zu können.

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  • Internationale Einbettung und Vergleichbarkeit von epidemiologischen Krebsregistern

    Die internationale Vernetzung hat wesentlich zur hohen Qualität von Krebsregisterdaten beigetragen.

    Die International Agency of Research on Cancer in Lyon ist Herausgeber der umfassendsten Sammlung von Krebsregisterdaten weltweit, nämlich des Cancer Incidence in Five Continents.

    Es werden nur Daten akzeptiert, die gewisse Qualitätserfordernisse erfüllen. Von den österreichischen Registern wurde das Tumorregister Tirol ab dem Diagnosejahr 1988 aufgenommen, das Krebsregister Vorarlberg ab 1993 und das österreichische Krebsregister ab 1998.

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  • Datenextraktion aus elektronischen Krankenhausarchiven

    Elektronisch verfügbare medizinische Information kann extrahiert und für verschiedene Anwendungsmöglichkeiten (z. B. Register) nutzbar gemacht werden.

    Eine gute Datenextraktion erfordert hochentwickelte und angepasste Softwaresysteme und das Bewusstsein für die Wichtigkeit genauer und standardisierter Dokumentation beim medizinischen Personal.

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  • Ein hospitalbasiertes Krebsregister: fortlaufende Erhebung und Auswertung

    Folgende Aspekte der Behandlung können in Saratiba® aufgrund der automatisch erhobenen Daten in „Realtime“ abgefragt werden:

    Ergebnisqualität/Qualitätssicherung: „overall response rate“, „overall survival“, „progression-free survival“, Lebensqualität;

    Prozessqualität/Leitlinienkonformität: z. B. Einhaltung von Therapiestandards, Einhaltung von interdisziplinär beschlossenen Maßnahmen;u Strukturqualität/Versorgungsforschung: z. B. Therapieerfahrung (wie etwa Häufigkeit bestimmter Operationen, Chemotherapien, Strahlentherapien);

    Das Dokumentations- und Expertensystem wird im Herbst 2015 als Medizinprodukt zertifiziert.

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  • 20 Jahre Lungenkrebserfassung: TYROL-Studie

    Registeranalysen ermöglichen einen umfassenden Überblick über das Patientenkollektiv der klinischen Praxis.

    Große Patientenzahlen erlauben auch die Beantwortung spezieller Fragestellungen, die in klinischen Studien meist nicht adressiert werden.

    Nicht zuletzt dient die TYROL-Studie als Qualitätskontrolle des eigenen Handelns.

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  • Register der „Arbeitsgemeinschaft medikamentöse Tumortherapie“

    Medizinische Register sind eine wichtige und notwendige Ergänzung der aus klinischen Studien gewonnenen Daten.

    Sie erlauben die Erfassung der Behandlungsrealität und zeigen die Geschwindigkeit der Implementierung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf.

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  • Rituximab im Klinikalltag

    Dies ist die erste pharmakoepidemiologische Studie zur Anwendung von Rituximab beim adulten Patienten.

    Das Indikationsspektrum des monoklonalen Antikörpers konnte mit Hilfe von evidenzbasierten Daten im Laufe der 15 Jahre drastisch erweitert werden.

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  • Register für adulte Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie

    Ziel des österreichweiten Registers für adulte Patienten mit akuter lymphatischer Leukämie bzw. mit hochaggressiven Lymphomen ist die Erarbeitung prognoserelevanter Parameter in Hinblick auf Diagnose, Risikostratifizierung, Therapie und Krankheitsverlauf.

    Ein wichtiger Aspekt zur Therapieoptimierung der ALL ist die österreichweite Etablierung der Diagnose der minimalen Resterkrankung.

    Das Register beinhaltet derzeit 140 Patienten aus 11 Zentren in 5 Bundesländern.

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  • Das österreichische Myelom-Register

    Das Österreichische Myelom-Register (Austrian Myeloma Registry, AMR) ist eine Initiative im Rahmen der Versorgungsforschung und Qualitätskontrolle unter Schirmherrschaft der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie (OeGHO).

    Die Etablierung erfolgte im Jahr 2008 im Rahmen der COMET-Programme Oncotyrol I und II mit additiver Förderung durch Spenden der pharmazeutischen Industrie und des gemeinnützigen Tiroler Vereins zur Förderung der Krebsforschung e. V.

    National wird das Austrian Myeloma Registry derzeit von 12 Zentren unterstützt. Durch Einschluss zweier weiterer internationaler Zentren bietet es Wissenschaftlern und behandelnden Ärzten Zugriff auf über 530 Myelompatienten-Datensätze.

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  • Gestern – Heute – Morgen: Neuroendokrine Tumoren, Register

    Zu den Zielen des Registers für neuroendokrine Tumoren (NET) zählen eine österreichweit ein­heitliche Patientendokumentation, eine Verbesserung der Betreuung von NET-Patienten durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Teilnahme an internationalen klinischen Studien.

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  • Alemtuzumab bei chronischer lymphatischer Leukämie, CLL: Kritische „Real life“-Betrachtung

    Alemtuzumab wurde im Jahr 2001 von der FDA zugelassen und im Jahr 2012 seitens des Herstellers abrupt vom Markt genommen, was nicht zuletzt ethische Fragen aufwirft. Die finale Auswertung des österreichweiten Registers erfolgte im Jahr 2014.

    Aus dem Alemtuzumab-Register wurden Daten gewonnen, die grundsätzlich auch in anderen Registern wertvolle Hilfe leisten und in Studien nicht immer erfasst werden, u. a. Fragen zur Dosisreduktion und zum Retreatment.

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Kongress

  • ASCO | Fortschritte beim malignen Melanom

    Das Late-breaking Abstract 1 am ASCO war die JACKMATE-067-Studie zur kombinierten Immuntherapie des malignen Melanoms mit Nivolumab und Ipilimumab. Diese scheint effektiver zu sein als die Monotherapie, ist aber auch toxischer. Langzeitdaten fehlen.

    Beachtlich sind die Erfolge der translationellen Onkologie mit der Erforschung von Resistenz­mechanismen und daraus abgeleiteter Kombinationstherapien beim BRAF-mutierten Melanom. Mit zielgerichteten Kombinationen gehen erste Langzeitdaten hervor, die sich mit der Immuntherapie vergleichen können.

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  • ASCO | Praxisrelevante Fortschritte beim Bronchialkarzinom

    Die Studie CheckMate 017 untersuchte Nivolumab beim Plattenepithelkarzinom der Lunge, CheckMate 057 beim non-squamous NSCLC. Auf Basis der 017-Studie mit einem Überlebensvorteil gegenüber Docetaxel erfolgte die Zulassung für Nivolumab als Second-Line-Therapie.

    Sehr gute Ergebnisse erzielen neue zielgerichtete Substanzen bei molekular definierten Patienten mit EML4-ALK-Translokation oder T790M-Mutation – auch bei Patienten mit Hirnmetastasen.

    Eine praxisrelevante Studie definiert Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie als neues Therapieparadigma beim malignen Pleuramesotheliom.

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  • ASCO | Frühes Mammakarzinom

    Studie ABCSG 18: Denosumab reduziert die Knochenfrakturrate bei postmenopausalen Patientinnen unter adjuvanter endokriner Therapie um 50 %.

    Studie ExteNet: Neratinib, ein oraler Pan-HER-Tyrosinkinasehemmer, könnte in Zukunft eine Option für eine erweiterte adjuvante Therapie beim HER2-positiven Mammakarzinom darstellen.

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  • ASCO | Metastasiertes Mammakarzinom

    MARIANNE: T-DM1 ist in der Erstlinienbehandlung von metastasierten HER2-positiven Mammakarzinomen einer Trastuzumab- plus Taxan-Therapie nicht überlegen. Therapiestandard in dieser Indikation bleibt die Kombination von Trastuzumab, Pertuzumab und Docetaxel.

    PALOMA3: Palbociclib kann in Kombination mit Fulvestrant bei hormonrezeptorpositiven metastasierten Mammakarzinomen eine Resistenzentwicklung verzögern.

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  • ASCO-Highlights zu gynäkologischen Tumoren

    Unter den innovativen Präsentationen im Bereich der gynäkologischen Onkologie fanden sich beim Ovarialkarzinom Studien zur Antiangiogenese mit neuen Substanzen sowie die Evaluierung prädiktiver Marker für Bevacizumab, Studien zu PARP-Inhibitoren mit Genexpressionsanalysen zur Patientenselektion und erste Studien zur Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren.

    Studien beim Endometriumkarzinom, etwa zur adjuvanten Chemotherapie bei Hochrisiko-Kollektiven oder dem Einsatz von Bevacizumab in dieser Indikation, könnten, wenn sich die Daten bestätigen, die klinische Praxis beeinflussen.

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  • ASCO | Gastrointestinale Tumoren

    Beim metastasierten Kolorektalkarzinom zeigen neue, z. T. erstmals präsentierte Daten

    • ein besseres progressionsfreies Überleben durch die Kombination von SIRT plus Chemotherapie;
    • die Wirksamkeit eines Immun-Checkpoint-Inhibitors bei Tumoren mit MMR-Defizienz;
    • die Wirksamkeit einer Anti-HER2-Kombinationstherapie bei Tumoren mit HER2- Überexpression/-Amplifikation.

    Beim metastasierten Magenkarzinom hat sich die Inhibition des MET-Rezeptors als therapeutisch unwirksam erwiesen.

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  • ASCO | Immuntherapeutische Ansätze bei ZNS-Tumoren

    Neue immuntherapeutische Konzepte bei Gliompatienten beinhalten Impfstoffe gegen die EGFRvIII-Mutation, EGFR-gerichtete Antikörper-Zytostatikum-Konjugate oder den Einsatz von PD1-Antikörpern

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  • EHA | Chronisch lymphatische Leukämie, CLL Times are changing

    Der CLL-IPI ist ein modernes, sehr aussagekräftiges und einfach zu berechnendes Prognose­instrument.

    Die Zugabe von Ibrutinib zu Bendamustin-Rituximab bei rezidivierter/refraktärer CLL verbessert signifikant das Ansprechen, das progressionsfreie Überleben und die MRD-Negativitätsrate.

    Die adäquate Ibrutinib-Dosis (420 mg täglich) hat einen signifikanten Einfluss auf das kontinuierliche Ansprechen.u Der neue δ-spezifische Inhibitor der PI3-Kinase, TGR-1202, hat ein vorteilhaftes Neben­wirkungsprofil. u Rituximab + Venetoclax ist eine sehr vielversprechende Kombination, die zu einer hohen CR-Rate und MRD-Negativität führt.

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  • EHA | Der B-Zell-Rezeptor-Signalweg als therapeutisches Target

    Die Signaltransduktion via B-Zell-Rezeptor nimmt im Krankheitsgeschehen der CLL eine zentrale Rolle ein.u Innovative Wirkstoffe wie Syk-, PI3K- und BTK-Inhibitoren ermöglichen die Manipulation des Signalwegs und bieten die Möglichkeit einer zielgerichteten Therapie.

    Prof. John C Byrd erläuterte Vor- und Nachteile sowie die Position der jeweiligen Targets im Therapiealgorithmus der CLL.

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  • EHA | EUTOS for CML: paneuropäische Erfassung von Therapie & Outcomes

    Die Studie EUTOS for CML dient der Dokumentation von Krankheitscharakteristika, Therapie und klinischen Ergebnissen in Europa, ebenso der Implementation standardisierter Monitoring-Verfahren und der Fortbildung.

    Das CML-Register im Rahmen von EUTOS zeigt exzellente Überlebensraten bei CML-Patienten in der chronischen Phase unter einer adäquaten Therapie.

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  • EHA | Vielversprechende neue Daten mit Antikörpern

    Vielversprechende therapeutische Antikörper in klinischen Studien zur Behandlung des multiplen Myeloms sind Elotuzumab (gegen SLAMF7 gerichtet) sowie Daratumumab, SAR650984 und MOR202 (alle gegen CD38).

    Elotuzumab in Kombination mit Lenalidomid-Dexamethason verlängert das progressionsfreie Überleben bei Myelompatienten nach 1–3 Vortherapien (ELOQUENT-2-Studie).

    Daratumumab zeigt Effektivität als Monotherapie selbst bei intensiv vorbehandelten Patienten mit refraktärem Myelom.

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  • EHA | Krankheitsverständnis und Therapie im Wandel der Zeit

    Das Symposium „Extending experience in the management of ITP – What’s changed over the last decade“ behandelte neue Erkenntnisse der Pathophysiologie der ITP und Entwicklungen des therapeutischen Sektors.

    Studien konnten vielfältige Wirkungsmechanismen der TPO-RA auf die Immunmodulation, die Thrombozytenapoptose und die Inflammationsrate zeigen.

    Breitere Therapieoptionen und die Berücksichtigung von patientenrelevanten Faktoren bei der Therapiewahl ermöglichen eine umfassendere Versorgung von ITP-Patienten.

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  • EHA | Highlights zur Stammzelltransplantation

    Patienten mit intermediärer oder Hochrisiko-AML haben auch im höheren Alter einen signifikanten Benefit von der allogenen Stammzelltransplantation (SZT) mit einem verwandten oder nichtverwandten Spender.

    CTLA4-Blockade mit Ipilimumab ist nach allogener SZT bei refraktären myeloischen und lymphatischen Neoplasien sehr effektiv.

    CAR-T-Zellen sind bei CD19-positiven lymphatischen Neoplasien sehr wirksam und verbessern das Überleben dieser Patienten.

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Panorama

  • Roche Health Talk: Antikörperforschung: Enorme Fortschritte, große Herausforderungen

    Neue molekularbiologische und gentechnologische Methoden (CrossMAb) ermöglichen die Herstellung spezifischer Antikörper, die als zielgerichtete Wirkstoffe und Immuntherapeutika eingesetzt werden; bis spezifische Antikörper erlauben durch eine brückenähnliche Struktur eine zusätzliche Aktivierung des Immunsystems.

    Die Immuntherapie führte zu einem Paradigmenwechsel in der Onkologie; die Identifikation von Biomarkern, um Patientenkohorten, Therapiesequenzen und -kombinationen zu definieren, stellt eine große künftige Herausforderung dar.

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Personalisierte Medizin

  • BRCA-Testung beim Ovarialkarzinom

    BRCA-1-, und -2-Mutationen können in der Keimbahn (in allen Zellen) oder selektiv in Tumorzellen vorkommen. Sie sind ursächlich für die Entstehung von Ovarialkarzinom verantwortlich.

    Die Entwicklung von PARP-Inhibitoren ermöglicht nun eine zielgerichtete und nebenwirkungsarme Therapie.

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Translationelle Onkologie

Industry Corner