SO 05|2018

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

  • „To boldly go …“ oder „Resistance is futile!“
    Kaum ein Zweig der Onkologie boomt derzeit so stark wie das Feld der Immun-Checkpoints und deren therapeutische Implikation. Obwohl Immuntherapie bereits vor Jahrzehnten ein Thema war und initial große Euphorie ausgelöst hatte (Hand aufs Herz: wem sagt der Name Stephen ...Weiterlesen ...

Focus: Immun-Checkpoints: The Next Generation

  • Vorwort
    Seit der Veröffentlichung der ersten positiven Studie mit einem monoklonalen Antikörper gegen das Immun-Checkpoint-Molekül CTLA4 im Jahre 2011 hat sich die Substanzklasse der Immun-Checkpoint-Inhibitoren als wesentlicher Teil des therapeutischen Armamentariums in der Onkologie etabliert. In der Folge hat sich die ...Weiterlesen ...
  • Etablierte Pathways und vielversprechende neue Moleküle

    CTLA4 (CD152) „cytotoxic T-lymphocyte-associated Protein 4“
    Dr. Maximilian Marhold, PhD
    Expression auf folgenden Zellen: alle T-Lymphozyten nach Aktivierung bzw. konstitutiv auf regulatorischen T-Zellen(T-regs)
    Liganden: CD80 (B7-1), CD86 (B7-2) auf antigenpräsentierenden Zellen (APC): Monozyten, dendritische Zellen, B-Lymphozyten
    Funktion: negative Regulation ...Weiterlesen ...

Kongress

  • EHA 2018 | Multiples Myelom

    Neue Therapiekombinationen in der Erstlinientherapie des multiplen Myeloms – unter anderem mit monoklonalen Antikörpern – erzielen tiefe Responseergebnisse und hohe Raten an MRDNegativität, auch bei Patienten mit Hochrisikozytogenetik.

    Das biologische Alter allein ist kein Entscheidungskriterium, ob ein Patient für eine autologe Stammzelltransplantation geeignet ist.

    Erhaltungs- und Konsolidierungstherapie erlangen zunehmende Bedeutung im Hinblick auf Optimierung des Therapieansprechens und der Überlebenszeit von Myelompatienten.

    Im relapsierten/refraktären Setting können durch Kombination der bekannten IMiD (Immunmodulatoren) bzw. PI (Proteasominhibitoren) mit monoklonalen Antikörpern erstaunliche Verbesserungen im Therapieansprechen sowie im PFS (Progression-free Survival) und OS (Overall Survival) erreicht werden.

    Erste Ergebnisse der CAR-T-Zell-Therapie bei multipel vorbehandelten Myelompatienten zeigen vielversprechende Resultate.

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  • EHA 2018 | Innovative Therapien bei AML

    Renaissance von Immuntherapien: Zulassung von Gemtuzumab-Ozogamicin, Entwicklung von Bites und CAR-T-Zell-Therapien.

    Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien: wichtige Targets: BCL-2, IDH1/2, FLT-3, p53.

    Rolle von Kombinationstherapien.

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  • EHA 2018 | Neues zum diffus großzelligen B-Zell-Lymphom

    Antikörper-Chemotherapie-Konjugate ergänzen die Chemo-/Immuntherapie und sind auf dem Weg in die Erstlinientherapie.

    Updates der großen Studien zu CAR-T-Zellen zeigen stabile Ergebnisse mit längerem Follow-up und ein gutes Ansprechen bei HochrisikopatientInnen.

    Checkpoint-Inhibitoren zeigten ermutigende Ergebnisse in ersten kleinen Studien in der Erstlinientherapie mit R-CHOP.

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  • EHA 2018 | Indolente Lymphome

    Erstlinientherapie beim follikulären Lymphom: noch mehrere Möglichkeiten!

    Rituximab-Erhaltungstherapie verlängert das PFS auch beim Marginalzonenlymphom.

    Ibrutinib als „targeted therapy“ bei Morbus Waldenström.

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  • EHA 2018 | Phase der Konsolidierung bei chronisch lymphatischer Leukämie

    CLL11-Studie: Überlebensvorteil für Obinutuzumab in der finalen Auswertung.

    MURANO-Studie: stärkere MRD-Clearance mit Venetoclax.

    ERIC-Konsortium: Charakterisierung von Resistenzmutationen unter Ibrutinib.

    Neue Substanzen: Umbralisib (PIK-3-Delta-Inhibitor) und MOR208 ­(Anti-CD-19-Antikörper).

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  • EHA 2018 | Effektive Kombinationstherapie mit Venetoclax plus Rituximab

    Das progressionsfreie Überleben (PFS) war unter der experimentellen Therapie mit Venetoclax plus Rituximab jenem der Standardtherapie mit Bendamustin plus Rituximab in der Behandlung der rezidivierten/refraktären CLL signifikant überlegen (HR = 0,17; p < 0,001). Der Therapievorteil zeigt sich auch im Gesamtüberleben (HR = 0,48; p = 0,0186).

    Die MRD-Negativität ist ein wichtiger prognostischer Marker. In der MURANO-Studie zeigte die hohe Konkordanz zwischen den Proben aus Blut und Knochenmark, dass die MRD-Negativität im peripheren Blut ein gutes Surrogat für die MRD-Negativität im Knochenmark darstellt.

    Unter VenR erreichten Patienten eine MRD-Negativität nach 9 Monaten signifikant häufiger als Patienten im BR-Arm (62 % vs. 13 %; p < 0,0001). Dies wurde unabhängig von Risikofaktoren beobachtet. Untersuchungen zur MRD-Kinetik weisen auf ein langes Anhalten der MRD-Negativität unter VenR hin.

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  • WCGIC 2018 | Highlights zum Pankreaskarzinom

    Eine modifizierte FOLFIRINOX-Therapie erwies sich als adjuvante Behandlung bei Patienten mit duktalem Adenokarzinom des Pankreas und gutem Gesundheitszustand als sehr wirksam, mit bislang unerreichten Überlebensintervallen; die Toxizität war gegenüber Gemcitabin deutlich erhöht.

    Eine Behandlung mit Nab-Paclitaxel plus Gemcitabin ist bei älteren Patienten (> 70 Jahre) im metastasierten Setting gut verträglich und zeigt einen alters­unabhängigen klinischen Benefit.

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Panorama

  • Wann HER2 beim Adenokarzinom des Magens und des gastroösophagealen Übergangs testen?

    HER2-Testung ist vor Erstlinientherapie obligat.

    Derzeit ist eine Testung im kurativen Setting noch nicht erforderlich.

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  • Regionale Konzepte zur Versorgung hämatoonkologischer Patienten

    Die unterschiedlichen Voraussetzungen – 1 Spital (Barmherzige Schwestern Linz) versus 9 Spitäler (gespag-Elisabethinen mit 2 Spitalsträgern) – haben zu einer unterschiedlichen strukturellen Entwicklung der beiden Tumorzentren geführt.

    Zusammenarbeit der unterschiedlich organisierten Tumorzentren wurde gestartet (gemeinsam von den Fachexperten der beiden Tumorzentren erstellte Leitlinien, Abgleich der Definitionen zur Tumordokumentation …) und ermöglicht dank gleicher Software in der Tumordokumentation zukünftig auch ein Benchmark zwischen beiden Tumorzentren.

    Öffentlich gemachte Harmonisierung der medizinischen Behandlung zwischen den verschiedenen Spitälern bringt „Fairness“ ins Gesundheitssystem und verhindert Patiententourismus sowie unnötige bzw. konkurrenzierende Investitionen.

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  • „Patient-reported outcomes“ – der Patient als proaktiver Teilnehmer an klinischen Studien

    Die frühzeitige Einbindung des Patienten beim Prozess der Entwicklung von klinischen Studien sowie die kontinuierliche Begleitung im Dialog mit dem Patienten haben nachweislich positive Auswirkungen.

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  • Chronotherapie bei Krebserkrankungen

    Die „innere Uhr“ von Tumor- und gesunden Zellen „tickt“ unterschiedlich. Chronotherapie stimmt die jeweilige Therapie auf den zirkadianen Rhythmus ab.

    Der Grundgedanke zur medikamentösen Chronotherapie bei Krebserkrankungen beinhaltet die Berücksichtigung eines spezifischen Zeitpunktes im Zellzyklus. Die Effektivität soll dadurch gesteigert und Nebenwirkungen ollen in ihrer Frequenz und Intensität reduziert werden.

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  • Periphere Neuropathie

    Häufigste Auslöser einer Neuropathie sind Diabetes mellitus, Alkohol und unbekannte ­Ursachen.

    Die chemotherapieinduzierte Neuropathie kann neben Sensibilitätsstörungen auch neuropathische Schmerzen verursachen.

    Vincristin, Thalidomid und Bortezomib lösen bei Patienten mit multiplem Myelom nicht selten eine periphere Neuropathie aus.

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  • Innovative Arzneimittel: Alles für alle?

    Unser Gesundheitssystem ist nicht darauf vorbereitet, so teure Therapien, die immer mehr Menschen haben wollen, in vollem Umfang zugänglich zu machen.

    Ökonomie kann nur Daten und deren Analysen zur Verfügung stellen, die moralphilosophische Frage jedoch nicht lösen.

    Wir dürfen nicht im Einzelfall fragen: „Soll dieser Patient das bekommen?“, sondern wir müssen generell fragen: Wollen wir uns das als Gesellschaft leisten?

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Molekulares Tumorboard

  • Patient mit c-KIT-mutiertem Schleimhautmelanom

    Patient, 64 Jahre, vorstellig mit asymptomatischen, multi­plen, bräunlich-schwarz pigmentierten Flecken in der gesamten Mundhöhle inklusive Zungenbasis und harter Gaumen Diagnose nach

    Biopsie und Histologie: Schleimhautmelanom (Dicke: 0,4 mm; 2 Mitosen/mm²) Molekulare Analyse: Nachweis einer c-KIT-Mutation; BRAF wt, NRAS wt; LDH und S-100 im Normbereich; im CT-Scan: pulmonale Metastasen

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Translationelle Onkologie

  • Making macrophages eat cancer …

    Der Anti-SIRPA-Antikörper „KWAR23“ ist ein neuartiger Checkpoint-Inhibitor, der die antitumorale Aktivität von Makrophagen und Granulozyten erhöht.

    Eine personalisierte Kombination von Immuntherapeutika, welche die Vielzahl von Immunzellen im Patiententumor berücksichtigt, soll die Ansprechraten erhöhen.

    Ein neuartiges „humanisiertes“ Patiententumor-Mausmodell soll eine personalisierte Evaluierung von Kombinationsimmuntherapien ermöglichen.

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Immunonkologie

  • Hyperprogression – Mythos oder Realität?

    Die noch geringe Anzahl an Studien mit unterschiedlichen Definitionen der Hyperprogression erschwert die Voraussagen über Häufigkeit und prädiktive Faktoren des Phänomens.

    Trotz mangelnder Studienlage sollte die Hyperprogression bei der PD-1- oder PD-L1-gerichteten Immuntherapie berücksichtigt werden.

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  • Update der Immuntherapie beim SCLC

    Die Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren liefert beim SCLC noch keine so guten Ergebnisse wie beim NSCLC, aber besonders bei Kombinationen von PD-1- mit CTLA-4-Inhibitoren und bei noch nicht genauer determinierbaren Subgruppen liegt eine nachhaltige Effektivität vor, möglicherweise wird der „Tumor Mutational Burden“ als neuer Biomarker Relevanz bekommen.

    Auch die (zusätzliche) Stimulierung des „angeborenen“ Immunsystems könnte gerade bei Patienten mit erniedrigten aktivierten B-Lymphozyten Überlebens­vorteile bringen.

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