SO 07|2018

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

  • Der holographische Doktor, Star Trek – Voyager
    Entsprechend dem Zug der Zeit häufen sich in den letzten Monaten sowohl internationale Berichte als auch nationale Diskussionen über eine zunehmende Digitalisierung der Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Auf der einen Seite wird auf rechtliche Probleme seitens des Datenschutzes hingewiesen. ...Weiterlesen ...

AKTUELL für Sie!

  • Onkologie (er)fordert Herz und Hirn

    Mit 1. Oktober 2018 hat Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser die Professur für Internistische Onkologie übernommen und trat mit 1. November 2018 als neuer Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie (Universitätsklinik für Innere Medizin I) die Nachfolge von Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph Zielinski an, den wir an dieser Stelle mit den Worten zitieren, „dass die Fackel in freundschaftlicher Art und Weise übergeben wurde, was für beide Generationen gut ist“. Das Gespräch führten Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer und Mag. Gabriele Jerlich

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Focus: Chronische Leukämien

  • Vorwort
    Liebe Leserinnen und Leser!
    In der Behandlung chronischer Leukämien wurden in den letzten Jahren bedeutsame Fortschritte erzielt. Die chronische myeloische Leukämie (CML) gilt dabei als Modellerkrankung für hämatologische und im weiteren Sinn auch für onkologische Neoplasien, zumal gezeigt werden konnte, ...Weiterlesen ...
  • Erstlinientherapie der chronischen myeloischen Leukämie

    Zur Erstlinientherapie der CML sind vier Tyrosinkinasehemmer zugelassen: Imatinib (Erstgenerations-TKI) sowie Nilotinib, Dasatinib und Bosutinib (Zweitgenerations-TKI).

    Zweitgenerations-TKIs induzieren schneller tiefere Remissionen als Imatinib.

    Das Gesamtüberleben ist nach Start aller vier TKIs vergleichbar; das Nebenwirkungsprofil unterscheidet sich deutlich.

    Komorbiditäten spielen bei der Auswahl des optimalen TKI eine entscheidende Rolle.

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  • STOP-Strategien bei CML in der klinischen Praxis

    Therapiefreie Remission (TFR, Treatment-free Remission) ist das Ziel einer erfolgreichen CML-Behandlung.

    Unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen kann eine TKI-Behandlung auch außerhalb von klinischen Studien abgesetzt werden.

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  • Allogene Stammzelltransplantation bei Patienten mit chronisch myeloischer Leukämie

    Die allogene Stammzelltransplantation ist weiterhin eine potenziell kurative Behandlungsoption der CML.

    Jährlich werden weiterhin ca. 400 CML-Patienten in Europa transplantiert.

    TKI-Vorbehandlung hat keinen Nachteil hinsichtlich Toxizität und Überleben nach Transplantation.

    Ein enges molekulares Monitoring im Post-transplant-Verlauf ist obligat.

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  • First Line bei CLL: Was spricht für Signaltransduktionsinhibitoren, was für Immunchemotherapie?

    Bei CLL-Patienten mit del17p/TP53-Mutation sind die neuen Signaltransduktionsinhibitoren, allen voran Ibrutinib, neuer Therapiestandard.

    Bei älteren Patienten oder jenen mit schweren Komorbiditäten ist Ibrutinib den bisherigen Standardtherapien zumindest als ebenbürtig anzusehen.

    Bei jungen, fitten Patienten ist derzeit R-FC noch Therapiestandard, in mehreren Phase-III-Studien werden die neuen Substanzen, auch in Kombinationen, getestet, um einen neuen Therapiestandard zu etablieren.

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  • Allogene Stammzelltransplantation bei chronischer lymphatischer Leukämie

    Durch die Einführung der BCR-Inhibitoren Ibrutinib und Idelalisib und des BCL-2-Inhibitors Venetoclax ist die allogene Stammzelltransplantation (HSCT) im Behandlungsalgorithmus der Hochrisiko-CLL auf spätere Linien postponiert wurden.

    Dennoch ist die HSCT als potenziell kurative Therapie bei ausgewählten Patienten mit primär ungünstigen Erkrankungsmerkmalen und/oder ungünstigem Verlauf indiziert.

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Kongress

  • DGHO−JAHRESTAGUNG 2018 | Genetische Heterogenität in resezierten diffus großzelligen B−Zell−Lymphomen

    Die Sequenzierung von 213 Genen sowie die Copy-Number-Variant-Analysen ergaben eine relevante intratumoröse Heterogenität bei diffus großzelligen B-Zell-Lymphomen.

    Diese Heterogenität könnte eine Quelle für klonale Evolution darstellen und die Entwicklung von zielgerichteten Therapie erschweren.

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  • DGHO–JAHRESTAGUNG 2018 | CAR–T–Zellen – Meilenstein in der Therapie hämatologischer Erkrankungen

    Paradigmatisch für die CAR-T-Zell-Therapie ist das selektive Erkennen eines einzelnen spezifischen Antigens.

    Das Proof of Concept erfolgte mit dem CD19-Antigen bei aggressiven B-Zell-Lymphomen und bei akuter lymphatischer Leukämie. Patienteneigene T-Zellen werden für diese Zielstruktur ex vivo optimiert und scharf gemacht. Nach der Rückinfusion sind die gentechnisch modifizierten Zellen in der Lage, selbst große Tumormassen zu eradizieren.

    Die ersten beiden CAR-T-Zell-Produkte sind zugelassen: Axicabtagen-Ciloleucel und Tisagenlecleucel.

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  • DGHO-JAHRESTAGUNG 2018 | Aggressive B-Zell-Lymphome: Neue Entwicklungen und Therapiestrategien

    Mit der Standard-Immunochemotherapie R-CHOP können ca. 70 % aller Patienten geheilt werden.

    Für relapsierende Patienten ist die Reinduktionstherapie, gefolgt von einer autologen Stammzelltransplantation, weiterhin der Therapiestandard.

    Innerhalb von Studien sind die CAR-T-Zellen die effizienteste „Salvage“-Therapie im Rezidiv.

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  • DGHO-JAHRESTAGUNG 2018 | Langzeitfolgen und Nachsorge nach Blutstammzelltransplantation

    Langzeitfolgen nach der Stammzelltransplantation können Jahre nach einem symptomfreien Intervall auftreten.

    Zur Vermeidung beziehungsweise frühzeitigen Diagnostik von Langzeitfolgen und deren Risikofaktoren sind strukturierte Nachsorgeprogramme erforderlich, welche die Schulung des Patienten und eine enge Kooperation zwischen Patienten, Hausarzt, niedergelassenem Facharzt und Transplantationszentrum voraussetzen.

    Patienten, die an einer chronischen Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) leiden, benötigen eine multidisziplinäre Langzeitnachsorge in Spezialambulanzen an den Transplantationszentren.

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  • DGHO-JAHRESTAGUNG 2018 | Krebs und Armut – zu den sozioökonomischen Folgen einer Krebserkrankung

    Krebserkrankungen haben gravierende Auswirkungen auf den Erwerbsstatus und die finanzielle Situation der Betroffenen.

    Beratung kann die finanziellen Einbußen verringern, wird aber insgesamt von den Betroffenen als defizitär beschrieben.

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  • DGHO-JAHRESTAGUNG 2018 | Etablierung von End-of-life-Boards für Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen und begrenzter Lebenszeit

    Analog zu Tumorboards könnten sich End-of-life-Boards jenen Patienten widmen, deren Lebenszeit absehbar begrenzt ist und für die eine Palliative-Care-/Best Supportive Care-Strategie vernünftig erscheint.

    Ziel der Umsetzung ist eine bestmögliche interdisziplinäre und umfassende Versorgung für die verbleibende Lebenszeit, das Angebot eines Advance Care Planning, eine Verbesserung der Betreuung am Lebensende sowie die Entlastung der Angehörigen.

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  • WCLC 2018 | Highlights von der Weltkonferenz für Lungenkrebs

    NELSON-Studie: Daten unterstützen die Umsetzung eines Screening-Programms.

    Update PACIFIC-Studie: Überlebensvorteil für Durvalumab bei NSCLC im Stadium III

    IMpower 133: Chemotherapie +/– Atezolizumab bei SCLC; erster Fortschritt seit Jahrzehnten.

    IMpower 132: Chemotherapie +/– Atezolizumab beim NSCLC-Adenokarzinom.

    ALTA-1L: Brigatinib vs. Crizotinib; klinisch relevanter Fortschritt in der Erstlinientherapie ALK-positiver Patienten.

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  • ACO−ASSO−JAHRESTAGUNG | Österreichische Gesellschaft für Chirurgische Onkologie: Kolorektales Karzinom

    Das kolorektale Karzinom ist in Europa die dritthäufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste krebsassoziierte Todesursache.

    Mit Hilfe der Vorsorgekoloskopie kann eine Adenom-Detektionsrate von ≥ 25 % erreicht werden.

    Eine exakte histopathologische Aufarbeitung bei Karzinomvorstufen bzw. dem kolorektalen Frühkarzinom ist essenziell.

    Die Magnetresonanztomografie beim Rektumkarzinom ist zur Erstellung von Therapiestrategien sowie Therapieentscheidungen unverzichtbar.

    Chirurgische Radikalität: komplette mesokolische Exzision (CME), totale mesorektale Exzision (TME), (tailored) extralevatorische abdominoperineale Rektumexstirpation (ELAPE).

    Eine multidisziplinäre Vorgehensweise im metastasierten Erkrankungsstadium ist entscheidend.

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Panorama

Molekulares Tumorboard

  • Fallpräsentation: ALK−positives Bronchialkarzinom

    Vorgestellt wird eine junge fitte Patientin im Alter von 35 Jahren, ohne relevante Komorbiditäten. Sie ist Mutter zweier Kinder. Die Patientin hat nie geraucht. Im November 2016 wurde ein N. Bronchi, rechts zentral, diagnostiziert; T4/N3 mit Infiltration des Zwerchfells und der Leber. Die Pathologie ergab ein Adenokarzinom mit ALK-Translokation (Immunhistochemie und PCR).
    November 2016: Beginn der Erstlinientherapie mit Crizotinib. Die Patientin kommt in partielle Remission.
    16 Monate später, Februar 2018: Progression mit Schmerzsymptomatik rechts am Rücken und Atemnot, zusätzlich Kopfschmerzen mit Diagnose einer Hirnmetastase. Beginn der Zweitlinientherapie mit Brigatinib.
    Die Patientin steht seitdem unter Therapie mit Brigatinib.

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Immunonkologie

  • Immuntherapie-Konferenz: translationale Forschung in internationaler Zusammenarbeit

    Die „International Cancer Immunotherapy Conference“ ist eine gemeinsame Konferenz-Veranstaltung mehrerer internationaler Fachgesellschaften, um Immuntherapien gegen Krebs weiter voranzubringen. Zu den translationalen Highlights in diesem Jahr zählten:

    „Glucocorticoid-induced TNFR-related (GITR) protein“: agonistische GITR-Antikörpertherapie in Kombination mit PD-1-blockierenden Antikörpern führte in einer Studie zur Reaktivierung von T-Effektorzellen und zu einer erhöhten „Tumorkilling“-Aktivität.

    Checkpoint-Inhibitoren im neoadjuvanten Setting: Im Mausmodell konnte eine starke Expansion von CD8-positiven T-Zellen beobachtet werden; die neoadjuvante Immuntherapie wird derzeit auch klinisch getestet.

    Personalisierte Tumorvakzine: Sowohl im Mausmodell als auch in mehreren Phase-I/II-Studien zeigen sich hohe Ansprechraten bei guter Verträglichkeit.

    Mikrobiom und Krebs: Sowohl die Diversität als auch die Zusammensetzung des Mikrobioms ist nach neuen Erkenntnissen für den Erfolg von Immunthera­pien mitverantwortlich.

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