SO 03|2021

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

AKTUELL für Sie!

  • Highlights vom Jahreskongress der amerikanischen Gesellschaft für Onkologie

    Mammakarzinom post(neo)adjuvant: Olaparib bei BRCA1/2-mutiertem, HER2-negativem Brustkrebs mit hohem Rezidivrisiko (OlympiA-Studie). Nach den Erfolgen mit HER2-gerichteter Therapie eröffnet sich eine weitere personalisierte Option beim Mammakarzinom im Frühstadium.

    Metastasiertes, kastrationsresistentes Prostatakarzinom: Zielgerichtete Radiotherapie wird als Gamechanger eingestuft – Überlebensvorteil für Prostatakarzinompatienten in der Vision-Studie mit Lutetium-basierter Radioligandentherapie.

    Metastasiertes/rezidiviertes Nasopharynxkarzinom: Immunchemotherapie mit dem PD-1-Inhibitor Toripalimab verlängert als Erstlinientherapie das progressionsfreie Überleben von Patienten mit nasopharyngealen Karzinomen.

    Erstlinientherapie fortgeschrittener Ösophaguskarzinome: Nivolumab ist der erste PD-1-Inhibitor, der sowohl in Kombination mit Chemotherapie als auch in Kombination mit Ipilimumab (chemotherapiefrei) einen Überlebensvorteil gegenüber Chemotherapie bei Patienten mit Ösophaguskarzinomen erzielte.

    Nichtkleinzelliges Bronchialkarzinom, adjuvantes Setting: In der Impower101-Studie dringt Atezolizumab mit einer Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens in das adjuvante Setting des Bronchialkarzinoms (NSCLC) vor. PD-L1-Expression gilt als Marker für den Benefit.

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Editorial


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    FOTO: ANDREW MAYOVSKYY-SHUTTERSTOCK.COM
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Focus: Molekulares Tumorboard – Organisation & Effektivität

  • Vorwort: Molekulares Tumorboard
    Die Präzisionsmedizin ist längst in der klinischen Routine der Onkologie angekommen. Es stehen heute zahlreiche zielgerichtete Therapien zur Verfügung, und eine große Anzahl von bekannten molekularen Aberrationen dienen als potentielle „druggable targets“. Gleichzeitig erlauben moderne diagnostische Methoden eine rasche und ...Weiterlesen ...
  • Molekulare Tumorboards: großer Aufwand, kleine Wirkung?

    Die Evidenz, durch Entscheidungsfindung in Molekularen Tumorboards bessere Behandlungs-ergebnisse zu erzielen, ist – noch – dürftig. Dies gilt so ähnlich für die Tumor-Präzisionsmedizin im Allgemeinen.

    Optimierte Entscheidungsqualität erfordert eine hohe Datendichte bezüglich der vorgestellten Patienten und ihrer molekularen Tumorprofile, der verabreichten Therapien und der damit erzielten Behandlungsergebnisse – eingespeist in Datenbanksysteme, die über maschinell lernende Algorithmen zu zunehmend effektiveren Therapieempfehlungen gelangen.

    Der langfristige Erfolg Molekularer Tumorboards hängt von hochgradiger Vernetzung und gemeinsamer Datenbank-Wissensnutzung untereinander ab.

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  • Was gilt es hinsichtlich der Medikamentenauswahl zu beachten?

    Sprachliche Ungenauigkeit zwischen den Begriffen „off-label“, „named patient use“ und „compassionate use“ kann zu juristischer Unsicherheit führen.

    Vor Beginn einer neuen onkologischen Therapie sollte ein ausführlicher Medikationscheck durchgeführt werden, insbesondere dann, wenn es sich um eine Situation handelt, für die es noch wenige Daten gibt.

    Die frühzeitige Einbindung aller mit den logistischen Abläufen betrauten Personen sorgt für eine zeitnahe Versorgung des Patienten.

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  • Chancen und Herausforderungen – wann beginnt Tumoragnostik ?

    Tumoragnostische Biomarker – „When a biomarker defines indication“.

    Die Tumorlokalisation macht bei zahlreichen Biomarkern einen Unterschied.

    Enge Interaktion zwischen Genetikern, Molekularpathologen, Statistikern und medizinischen Onkologen, um die biologische Relevanz von Varianten zu interpretieren.

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  • Organisatorische Aspekte eines Molekularen Tumorboards

    Der kontinuierliche Wissenszuwachs über spezifische genetische Alterationen in Tumoren und die Zulassung zahlreicher neuer zielgerichteter Therapien führen zu einer zunehmenden Komplexität des diagnostischen und therapeutischen Patientenmanagements.

    Ziel eines Molekularen Tumorboards ist es, onkologische Fälle im Kontext neuer genetischer Diagnostikverfahren, die über das normale Maß der Suche nach etablierten prognostischen und/oder Therapie-relevanten genetischen Targets hinausgehen, zu diskutieren und individualisierte Therapieempfehlungen abzugeben.

    Eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachdisziplinen ist in Molekularen Tumorboards gefordert.

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  • Einsatz von ESMO-MCBS und ESCAT im Molekularen Tumorboard

    Die Prävalenz von Krebserkrankungen, die Anzahl verfügbarer Biomarker und zielgerichteter Therapien und die damit verbundenen Kosten nehmen jährlich zu.

    Um den klinischen Nutzen von Biomarkern und Krebstherapien besser abschätzen zu können, eignen sich Scores wie der ESMO-MCBS und der ESCAT.

    Diese Scores können auch für Therapieentscheidungen im Rahmen eines Molekularen Tumorboards von Nutzen sein.

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  • Welche Methoden/Techniken des molekularen Profilings kommen zur Anwendung?

    Die molekulare Pathologie hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Waren vor wenigen Jahren die quantitative PCR und die Sanger-Sequenzierung noch „state of the art“, so hat die Analytik mittels Next-Generation-Sequencing (NGS) inzwischen weite Teile der klassischen molekularpathologischen Diagnostik übernommen.

    Mit der Einführung von neuen Sequenzier-Instrumenten kann die panelbasierte Analytik beschleunigt und eine Ausdehnung auf Exom- und Genomlevel ermöglicht werden.

    Die größte Herausforderung besteht in der korrekten Interpretation der Ergebnisse dieser neuen, umfassenden Analysen.

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Digitalisierung & Big Data

  • Erweiterungsstudium „Digitalisierung in der Medizin“

    Daten/Information ist die wichtigste Ressource für medizinische Entscheidungen und ärztliches Handeln.

    Daten- und Informationskompetenz sind der Schlüssel für eine digitalisierte Medizin.

    Die Medizin braucht Aus- und Fortbildungsprogramme im Bereich der Digitalisierung.

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Immunonkologie

  • Warum die Immuntherapie nicht immer wirkt

    Der Krebs-Immunzell-Zyklus beschreibt ein komplexes Zusammenspiel zwischen körpereigenem Immunsystem und Krebszelle.

    Ein intakter Ablauf des Krebs-Immunzell-Zyklus ist essenziell, um eine effektive Immunantwort gegen Krebszellen zu generieren.

    Das Ansprechen auf Immuntherapie wird durch das Zusammenspiel aller Schritte des Krebs-Immunzell-Zyklus bestimmt.

    Primäre, adaptive und erworbene Resistenzmechanismen verhindern ein Ansprechen auf die Immuntherapie.

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Kongress

  • OeGHO- & AHOP-Frühjahrstagung 2021 Highlights
    Gewaltiges Lebenszeichen der österreichischen Hämatologie & Onkologie





    Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hilbe
    Zentrum für Onkologie und Hämatologie mit Ambulanz und Palliativstation, Klinik Ottakring, Wien



    Wir haben in diesem Jahr auf der gemeinsamen ...Weiterlesen ...
  • OeGHO- & AHOP-Frühjahrstagung | Occursus-Preisträger 2021

    Zum sechsten Mal wurde 2021 der Occursus verliehen. Ausgezeichnet wurden drei ambitionierte Projekte in der Kategorie „Anerkennungspreis“, eine Projektidee erhielt den „Förderpreis“.

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  • AACR Annual Meeting 2021 | Molekulare Grundlagen, Sicherheit der Therapie und neue Behandlungskonzepte

    CheckMate-816: Chemotherapie +/- Nivolumab im neoadjuvanten Setting des NSCLC.

    KRAS-Resistenzmechanismen nach Therapie mit dem KRAS-G12C-Inhibitor Adagrasib.

    Sicherheit von Selpercatinib bei RET-positivem NSCLC.

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  • Highlights der St. Gallen Consensus Konferenz 2021

    Ki67-Response: Die Experten befürworten zu 70 % eine mehrwöchige neoadjuvante Hormontherapie mit Messung der Ki67-Response bei Patientinnen mit HR+ BC.

    Der adjuvante Einsatz von Abemaciclib bei Hochrisikopatientinnen wird von 50 % der führenden Experten für sinnvoll erachtet.

    PDL-1 und TIL: 70 % des Panels meinen, dass molekulare Marker wie PDL-1 und tumorinfiltrierende Lymphozyten (TIL) als prädiktive Marker verwendet werden können.

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  • ESMO | Antworten zu praxisnahen Fragen

    ShortHER: Bei Patientinnen mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom kann bei kardialen ­Einschränkungen eine verkürzte Therapiedauer mit Trastuzumab auf individueller Basis erwogen werden.

    Lebensqualität unter Ribociclib: Eine gepoolte Auswertung der Lebensqualität in den MONALEESA-­Studien 2, 3 und 7 unterstrich den positiven Einfluss der Kombinationstherapie mit dem CDK-4/6-Hemmer für die Lebensqualität der Patienten.

    NeoPAL untersucht als Phase-II-Studie die Möglichkeit einer neoadjuvanten Therapie mit Letrozol und ­Palbociclib mit Verzicht auf Chemotherapie.

    Interstitielle Lungenerkrankungen wurden bei Trastuzumab-Deruxtecan als klinisch relevante Nebenwirkung identifiziert. Sie treten v. a. innerhalb der ersten 12 Behandlungsmonate auf, verlaufen in der Regel mild und sollten zur Früherkennung engmaschig monitiert werden.

    Datopotamab-Deruxtecan, ein neues Antikörper-Zytostatikum-Konjugat, könnte
    in Zukunft beim triple-negativen Mammakarzinom eine Rolle spielen.

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Palliativmedizin

  • Fatigue in der Palliative Care

    Das chronische Erschöpfungssyndrom oder die myalgische Enzephalomyelitis kommt auf Palliativstationen bei unterschiedlichsten Grunderkrankungen vor.

    Nach Korrektur möglicher Ursachen gibt es auch eine Reihe symptomorientierter Therapieansätze.

    Sie wird leider viel zu selten thematisiert, diagnostiziert und deshalb auch therapiert.

    Chronische Erschöpfung findet man allerdings nicht nur bei Patienten.

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Panorama

  • 360-Grad-Biomarker für das Ansprechen auf Immuntherapien

    Prioritäten des neuen Christian-Doppler-Labors für Personalisierte Immuntherapie:

    International kompetitive Forschungsmöglichkeiten durch Implementierung einer einzigartigen 360-Grad-Biobank.

    Wissens- und Technologietransfer in Österreich durch zielorientierte Kooperation zwischen Akademia und Industrie.

    Internationale Schrittmacherrolle mit innovativen Konzepten für die Entwicklung von Biomarkern in der Immunonkologie.

    Karrieremöglichkeiten in anwendungsorientierter Grundlagenforschung für nationale und internationale junge Forscher.

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Molekulares Tumorboard

  • Fallvignette Epstein-Barr-Virus (EBV)- positives Magenkarzinom
    Bei einer 52-jährigen Patientin wird im April 2019 ein Adenokarzinom des Magens (Malignitätsgrad III, diffuser Typ nach Lauren mit Siegelringkomponente) festgestellt.

    Bei ucT3/N2/M0 erfolgt die perioperative Chemotherapie nach dem FLOT-Protokoll. Die Patientin kann R0-reseziert werden. Postoperativ werden vier weitere ...Weiterlesen ...

Translationelle Onkologie

  • Molekulardynamik am Checkpoint

    CoMM: Computing for Molecular Medicine gibt detaillierte Einblicke in die Molekulardynamik von Biomolekülen und unterstützt die Entwicklung und Verbesserung von Medikamenten.

    Leistungsfähige und trennscharfe Rechenmethoden (Algorithmen) sind notwendig, um die entscheidenden molekularen Bewegungsmuster aus riesigen Datenmengen herauszufiltern.

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