SU 01|2011

Herausgeber: Dr. Karl Dorfinger

Editorial

  • Editorial Spectrum Urologie 1/2011
    Wer die Berichterstattung zur Gesundheitspolitik in Oberösterreich verfolgt hatte, wusste: Die Kinderurologie in Linz – und damit wohl auch in ganz Österreich – war kurz vor der faktischen Auflösung. Denn es war auf Ratschlag eines „gesundheitspolitischen Lenkungsausschusses“ aus Kosteneinsparungsgründen geplant, ...Weiterlesen ...

Hot Topic

Focus: Kinderurologie

  • Vorwort Focus Kinderurologie
    Liebe Leserin, lieber Leser! Liebe Kollegin, lieber Kollege!
    Wenngleich sich die Kinderurologie auf europäischer Ebene als eine eigene Fachdisziplin etabliert hat (ESPU European Society for Paediatric Urology), wird dies in der allgemeinen Gesundheitsversorgung nur peripher wahrgenommen. Eine Spezialisierung auf die ...Weiterlesen ...
  • Der nicht tastbare Hoden – Aktuelle diagnostische und therapeutische Strategien

    Der Hodenhochstand („undescended testis“, UDT) gehört zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen und betrifft ca. 1% der reif geborenen Knaben nach dem 1. Lebensjahr. Ein Hodenhochstand wird im englischen Sprachgebrauch allgemein als „cryptorchidism“ bezeichnet, während der Begriff „Kryptorchismus“ im deutschsprachigen Raum im engeren Sinn für den nicht tastbaren Hoden („nonpalpable testis“, NPT) gebräuchlich ist. Während Diagnostik und Therapie des tastbaren, nicht deszendierten Hodens zum Standardrepertoire eines Urologen gehören sollten, stellen die Abklärung und Therapie des nicht tastbaren Hodens eine Herausforderung dar und sind daher häufig speziellen kinderurologischen Zentren vorbehalten.

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  • Indikation, Technik und Zeitpunkt der Orchidopexie

    Der isolierte Hodenhochstand ist die häufigste kongenitale Anomalie des Genitale und betrifft ungefähr 3% aller termingeborenen sowie etwa 30% aller frühgeborenen Knaben zum Zeitpunkt der Geburt1. In den ersten drei Lebensmonaten deszendieren etwa 70% spontan, sodass der Hodenhochstand nach Abschluss des ersten Lebensjahres bei etwa 1% der Knaben persistiert. In ca. 25% der Fälle liegt er bilateral vor, wenn unilateral, dann in 70% auf der rechten Seite.

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  • Neo-/adjuvante Hormontherapie beim nichtdeszendierten Hoden noch/wieder sinnvoll?

    Etwa 2-5% der termingeborenen Knaben zeigen einen ein- oder beidseitigen Hodenhochstand („Maldescensus testis“). Bei einem Teil der Betroffenen kommt es in den ersten 6 Lebensmonaten zu einem Spontandescensus der Gonaden, sodass sich etwa 1% der Buben im Alter von einem Jahr mit Kryptorchismus präsentieren.

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  • Blasenfunktionsstörung beim vesikoureteralen Reflux – Diagnose und Therapie

    Blasenfunktionsstörungen disponieren zu rezidivierenden Infekten und erschweren die Refluxmaturation. Die Kenntnis der vesikoureteralen Einheit verlangt daher nach Therapien, die über die rein operative Versorgung hinausgehen.

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  • Vesikoureteraler Reflux: Maturation?

    Der vesikoureterale Reflux (VUR) stellt mit einer Prävalenz von 0,5% bzw. einer Inzidenz von 1,3% einen wesentlicher Risikofaktor für kindliche Harnwegsinfekte respektive akute kindliche Pyelonephritiden dar.

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  • Aktuelle Diagnostik- und Therapiestrategien beim vesikorenalen Reflux

    Der vesikorenale Reflux (VRR) ist der Faktor, der bei der Abklärung kindlicher Harnwegsinfekte standardmäßig untersucht wird. Man kann ihn sehen, klassifizieren, effektiv behandeln. Leider ist man dadurch verleitet, das Problem unserer kleinen Patienten auf diesen Faktor zu reduzieren.

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  • Update der Diagnostik und der Therapie der Enuresis

    Die Enuresis ist ein häufiges Symptom im Kindesalter, dennoch wird sie oft als Tabuthema behandelt und deshalb zeitverzögert therapiert. Für die Betroffenen und deren Eltern ergeben sich häufig besondere Belastungen und Einschränkungen im gesellschaftlichen Umfeld. Bei der sekundären Form des Bettnässens könnten psychische und seelische Ursachen eine Rolle spielen. Viele betroffene Kinder haben zusätzlich Tagessymptome. Eine gründliche Basisdiagnostik ist ein Eckstein für den Einsatz einer erfolgreichen Therapie. Das therapeutische Spektrum umfasst konservative allgemeine Verhaltensmaßnahmen, die medikamentöse Therapie, Bettnässeralarm, bis zum interdisziplinären Ansatz bei Therapieresistenz.

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  • Kinderurologischer Einsatz in Eritrea

    Wissen Sie, wo Eritrea liegt? Ich muss gestehen, dass ich auch nachschauen musste, als ich vor sechs Jahren zum ersten Mal gefragt wurde, ob ich bei einem kinderurologischen Einsatz in einem der ärmsten Länder der Welt in Nordostafrika mitmachen würde. Die Antwort kam relativ schnell, und nach damals noch relativ bescheidenen Vorbereitungen waren wir mit einem kleinen Team in Asmara, in der auf über 2.000 m gelegenen Hauptstadt von Eritrea.

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Kongress

  • 21. Jahrestagung der AUB 2010, Steyr: Sakrale Neuromodulation bei Stuhlinkontinenz

    Stuhlinkontinenz bedeutet den unwillkürlichen Abgang von festem oder flüssigem Stuhl oder Winden. Sie betrifft etwa 5–10 % der Gesamtbevölkerung. In Pflegeeinrichtungen ist der Prozentsatz entsprechend höher. Häufig ist die Harn- oder Stuhlinkontinenz mitentscheidend für die Aufnahme in ein Pflegeheim, weil sich dadurch der Pflegeaufwand enorm erhöht. Patienten mit Stuhlinkontinenz haben einen enormen Leidensdruck, im Extremfall führt die Erkrankung zu sozialer Isolation, da das Verlassen der Wohnung zunehmend erschwert ist. Nicht selten ergibt die Anamnese, dass die Betroffenen auf ihren täglichen Wegen jede Toilette genau kennen, damit am Weg „nichts passiert“.

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  • EAU 2011: Das Prostatakarzinom im Mittelpunkt

    Der 26. Kongress der European Association of Urology (EAU) zählte mehr als 13.000 Teilnehmer aus über 70 Ländern. Mehr als 20.000 Besucher verfolgten den Kongress online. Das Hauptaugenmerk lag auch 2011 wieder auf dem Prostatakarzinom. Es gilt als das häufigste urologische Karzinom und betrifft im Lauf des Lebens jeden 6.–8. Mann, jeder 30. Mann verstirbt daran. Univ.-Doz. Dr. Stephan Madersbacher, Abteilung für Urologie, Donauspital, Wien, kommentiert die Highlights.

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  • EAU 2011: Überaktive Blase – Aktuelle Studienergebnisse

    Auf dem EAU 2011 wurden in der Postersitzung „OAB: New clinical findings“ Ergebnisse über den Zusammenhang OAB und metabolisches Syndrom sowie Resultate zu neuen medikamentösen Therapieansätzen und Möglichkeiten zur Behandlung therapiebedingter Nebenwirkungen präsentiert.

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  • EAU 2011: Orale Antimuskarinika bei neurogener Detrusorüberaktivität

    Zweck dieses Literatur-Reviews, präsentiert am EAU 2011 (Abstr. 574) war es, die Wirksamkeit, Verträglichkeit und die Sicherheit von oralen Antimuskarinika bei Erwachsenen mit neurogener Detrusorüberaktivität (NDÜ), vor allem unter Berücksichtigung der urodynamischen Parameter, zu evaluieren. Es handelt sich hierbei um den ersten derartigen Review. Dosisfindungsstudien (3), randomisierte placebokontrollierte (4) bzw. aktiv kontrollierte (5) sowie Studien mit flexibler Dosierung (4) und solche, die keiner dieser Gruppen zuzuordnen waren (3), wurden untersucht, und der Level of Evidence bestimmt.

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  • EAU 2011: Intravesikale Applikation von BTX-A in den Detrusormuskel – Induktion und klinische Relevanz von Antikörpern

    Obwohl Justinus Kerner die Botulinum-Neurotoxine bereits seit den ersten dokumentierten Botulismusfällen 1793 in Wildbad, auch in Eigenversuchen, erforschte und auch deren möglichen therapeu tischen Nutzen beschrieb, dauerte es doch bis in die 1980er Jahre, bis Botulinumtoxin-A (BTX-A) erstmals im Bereich neurologischer Krankheiten (z. B. Strabismus) zugelassen wurde. Seit dieser Zeit besteht ein gesteigertes Interesse, die Wirkungen von BTX-A therapeutisch zu nutzen. So wird BTX-A in den letzten Jahren zunehmend im Bereich der kosmetischen Chirurgie und auch im Bereich der überaktiven Harnblase eingesetzt.

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  • EAU 2011: Vulvadermatosen als Ursache weiblicher Sexualstörungen

    Grundlegend für eine positiv empfundene und gelebte weibliche Sexualität ist ein störungsfreies Gleichgewicht körperlicher, psychischer und sozialer Faktoren, die immer im Gesamtkontext betrachtet werden müssen, da sie sich gegenseitig beeinflussen und verstärken können. Daher stellen Beschwerden im Vulvabereich für Frauen – insbesondere bei rezidivierendem oder chronisch persistierendem Verlauf – eine Belastung dar, die in schweren Fällen zur Beeinträchtigung des gesamten Lebensalltags sowie zu Problemen in der Sexualität und der Partnerbeziehung führen können.

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  • EAU 2011: Penile Dermatosen – Erste Ergebnisse von der Grazer „Penile Dermatosen Ambulanz“

    Penile Dermatosen, insbesondere der Lichen sclerosus und der Lichen planus, sind Erkrankungen mit einer hohen Dunkelziffer und unbekannter Prävalenz. Patienten mit Lichen sclerosus und Lichen planus leiden vermehrt an systemischen Autoimmunerkrankungen. Diese Komorbiditäten werden aber häufig übersehen bzw. ihre Auswirkungen auf Lebensqualität und Sexualleben vernachlässigt. Wir präsentieren hier erste Ergebnisse aus der seit 2 Jahren bestehenden „Penile Dermatosen Ambulanz“ (Leiterin: Dr. Yas Razmara) der Urologischen Klinik der Medizinischen Universität Graz (Vorstand: Prof. Dr. Karl Pummer).

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Panorama

  • Therapie der erektilen Dysfunktion gemäß EAU-Guidelines

    Die Einführung neuer oraler Medikamente, der Phosphodiesterasehemmer, hat die Therapie der erektilen Dysfunktion (ED) revolutioniert. Ziel dieses Beitrags ist es, anhand der derzeitigen Guidelines der Europäischen Gesellschaft für Urologie einen Überblick über die Epidemiologie, die Risikofaktoren sowie über die Diagnose und Therapie der ED zu verschaffen, wenn die First-Line-Therapie versagt.

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  • Medikamentöse Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms 2011

    Mittlerweile sind bereits wieder 5 Jahre vergangen, seit in der Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms eine neue Ära angebrochen ist. Bis dahin gab es lediglich die Option einer zytokinbasierten Immuntherapie mit Interferon-alpha und Interleukin-2, entweder als Monotherapie oder in Kombination eingesetzt, und speziell in Deutschland sehr gerne mit 5-FU als Dreierkombination verabreicht. Derzeit stehen 6 zugelassene Substanzen bzw. Therapieoptionen zur Verfügung.

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  • Nierenzellkarzinom – Konzept der aktiven Überwachung und chirurgische Interventionsmöglichkeiten

    Das Konzept der aktiven Überwachung sowie eine nierenerhaltende Vorgangsweise haben in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und stellen wesentliche neue Optionen als Alternative zur radikalen Nephrektomie dar.

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  • Verstopfter Katheter – was tun?

    In der täglichen urologischen Praxis wird man zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil mit Harnwegs – infekten (HWI) konfrontiert. Nicht selten treten die unkomplizierten HWI rezidivierend auf und bereiten nicht nur den Patienten, sondern auch deren Behandlern erhebliche Probleme. Daneben stellen chronische HWI, Infektsteine und Komplikationen bei Dauerkatheterträgern eine große Herausforderung an die therapeutischen Maßnahmen der Behandelnden dar.

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  • 40 Jahre Urologie – Rückblick und Ausblick

    Urologen meiner Generation haben in den letzten 4 Jahrzehnten viele radikale diagnostische und therapeutische Umwälzungen erlebt. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier einige Gedankensplitter aus meiner 40-jährigen urologischen Tätigkeit.

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