SO 01|2012

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinksi, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

  • Der menschliche Faktor
    Der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe von SPECTRUM Onkologie liegt in zwei eng verwandten Themen, von denen das erste eher selten im Zentrum wissenschaftlicher Untersuchungen steht: Compliance/Therapieadhärenz und Management bzw. Prävention von Nebenwirkungen onkologischer Therapien. Gerade im adjuvanten Setting sowie durch ...Weiterlesen ...

AKTUELL für Sie!

  • 8. Europäischer Brustkrebskongress, EBCC 2012, 21.–24. März, Wien

    Der 8. EBCC bot spannende Tage für ein an Brustkrebs interessiertes Publikum, zahlreiche Highlights, interessante Vorträge und einige „best abstracts“, gleich zwei davon aus Österreich – vielleicht mit etwas Lokalkolorit, andererseits gäbe es ohne die vernetzte klinische Forschung keine entsprechenden Studien, und dass Österreich bei Brustkrebs zu den internationalen Top-Playern zählt, war mehrfach zu hören und an vielen Sitzungen nachvollziehbar.

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Focus: Compliance

Focus: Nebenwirkungsmanagement

Kongress

Palliativmedizin

  • Versorgungsqualität der Schmerztherapie

    60–90 % der Schmerzzustände bei Tumorpatienten sind durch Infiltration, Kompression mit konsekutiver Durchblutungsstörung, Ödem, Ulzeration oder Perforation direkt tumorbedingt. 10–25 % der Schmerzzustände sind therapiebedingt. Operation, Chemotherapie, Hormontherapie oder Radiatio können schmerzhafte Folgezustände wie z. B. Neuralgien, Phantomschmerz, Fibrose, Mukositis oder Ödem verursachen. Außerdem unterscheidet man zwischen tumorassoziierten Schmerzursachen wie z. B. Pneumonie, Pilzinfektion, Venenthrombose, Dekubitus (5–20 %) und tumorunabhängigen Schmerzursachen wie z. B. Migräne oder Arthrits (3–10 %). Neben somatischen Ursachen beeinflussen kulturelle, psychosoziale und spirituelle Faktoren das Schmerzerleben. Pathophysiologisch unterteilt man den Karzinomschmerz in Nozizeptorschmerz und neuropathischen Schmerz bzw. gemischten Schmerz.

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  • Online-Petition: „Palliative Care Leben“

    Mit dem Beschluss, gemeinsam Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, präsentierten die Österreichische Palliativgesellschaft (OPG) und der Dachverband Hospiz Österreich als erste Aktivität die Online-Petition „Palliative Care Leben“ anlässlich des 3. Kongresses der Österreichischen Palliativgesellschaft Ende 2011 in Klagenfurt. In wenigen Wochen unterschrieben über 500 Einzelpersonen die Petition auf der Homepage der OPG unter www.palliativ.at. Die darin formulierten Forderungen sind im nachfolgenden Text wiedergegeben. In den nächsten Wochen wird gezielt an verschiedene Institutionen, die im Bereich Hospiz und Palliative Care tätig sind, mit der Bitte um Unterzeichnung herangetreten. Schließlich wird die Petition den Parlamentsparteien überreicht und daraus eine Charta formuliert werden.

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Panorama

  • Cancer Grand Rounds: HER2 und EGFR: Molekulare Mechanismen und Targets für die nächste Generation von Tumortherapien

    Die vom Comprehensive Cancer Center der Medizinischen Universität Wien veranstalten Grand Rounds zählen mittlerweile zum Jour fixe für ein onkologisch interessiertes Publikum und können unter www.ccc.ac.at als Videoaufzeichnung abgerufen werden. Eine der meistbesuchten Veranstaltungen im alten Jugendstilhörsaal am AKH Wien war der Vortrag von Professor Yosef Yarden, der über einzelne Stationen des EGFR-assoziierten Signalings nachvollzogen hat, warum HER2/EGFR onkogen ist und welche Möglichkeiten sich daraus für neue Therapien ergeben.

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  • „Evolving Landscapes“ bei Weichteilsarkomen

    KONTEXT: Weichteilsarkome sind eine heterogene Gruppe von Tumoren mit vielfältigen histologischen Erscheinungsformen, einem unterschiedlichen biologischen Verhalten und einer variablen Sensitivität gegenüber verschiedenen Therapieformen. Laut einem österreichischem Konsensus, „Diagnose und Therapie von Weichteilsarkomen“ (Brodowicz et al., Wien Klin Wochenschr 2011), ist in Europa jährlich mit etwa 11.000 Neuerkrankungen zu rechnen, womit Weichteilsarkome weniger als 1 % der Tumoren im Erwachsenenalter ausmachen (gegenüber 15 % der Neuerkrankungen bei Kindern). Abgesehen vom Zytostatikum Trabectedin gab es in den letzten 2 Jahrzehnten keine Neuzulassungen – was sich in naher Zukunft ändern könnte: Unter etlichen rezent getesteten Substanzen hat der VEGF-Multikinasehemmer Pazopanib gute Chancen, als erste zielgerichtete neue Therapie in dieser Indikation eine Zulassung zu erhalten. Der Kommentar von OA Dr. Ferdinand Ploner entstand nach einem Interview unter Berücksichtigung besonderer Aspekte von Sarkomen und ihrer Therapie. Insbesondere soll an dieser Stelle auch auf die „Sarcoma Platform Austria“ hingewiesen werden, die unter http://sarcoma.at/ abrufbar ist.

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  • The SIOG 10 Priorities Initiative

    Die Internationale Gesellschaft für Geriatrische Onkologie, SIOG, hat in Kooperation mit Repräsentanten aus verschiedenen Ländern die wichtigsten Punkte zur Verbesserung der Situation und Behandlung älterer Krebspatienten zusammengefasst. Die wichtigsten Punkte dieser Initiative sind in dieser Kurzfassung auf Deutsch dargestellt. Für Rückfragen stehen die Vertreter der jeweiligen Länder gerne zur Verfügung. Details finden sich unter http://www.siog.org/images/SIOG_documents/siog_10_priorities_final.pdf.

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  • Darmkrebs durch Vorsorgekoloskopie verhindern?

    Kontext: „Eine selten durchgeführte, aber qualitativ hochwertige Vorsorgekoloskopie bringt für die Darmkrebsvorsorge mehr als eine häufige Koloskopie mit schlechten Qualitätsstandards“, sagt die aktuelle Richtlinie der EU-Kommission. Sicherheit über die Qualität der Vorsorgekoloskopie ist daher unumgänglich. Nur Ärztinnen und Ärzte, die den ganzen Dickdarm untersuchen, viele Polypen entdecken und sie richtig entfernen, können Dickdarmkrebs durch die Darmspiegelung verhindern. Dazu gehört auch, dass die Koloskopie mit vorschriftsmäßig gesäuberten Geräten durchgeführt wird. Am wichtigsten für die Patientinnen und Patienten ist jedoch die Gewissheit, dass die Untersuchung in ihrer gewählten Ordination oder im Krankenhaus schmerzlos und möglichst komplikationsfrei ist. Alle diese Aspekte werden im Rahmen des „Qualitätszertifikats Darmkrebsvorsorge“ überprüft, und die ÖGGH setzt regelmäßig Maßnahmen ein, um diese zu verbessern.

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Translationelle Onkologie

  • Das hepatozelluläre Karzinom: Ein vermeidbarer Tumor?

    KONTEXT: Mit weltweit etwa einer halben Million Neuerkrankungen pro Jahr ist das primäre Leberkarzinom einer der häufigsten bösartigen Tumoren. Besonders hohe Inzidenzen gibt es in Ländern der dritten Welt1. In Österreich gingen im Jahr 2009 insgesamt 898 Todesfälle zu Lasten von primären Tumoren der Leber, wobei das hepatozelluläre Karzinom wesentlich häufiger diagnostiziert wurde als maligne Tumoren der intrahepatischen Gallengänge. Bemerkenswert ist, dass die Rate an Neuerkrankungen innerhalb der letzten 3 Jahrzehnte in unserem Land zunahm und dass Männer etwa 3-mal häufiger betroffen sind als Frauen (Abb. 1).
    Im Gegensatz zu den meisten Krebsentitäten kennt man viele ätiologische Faktoren, die an der Entwicklung des hepatozellulären Karzinoms kausal beteiligt sind. Hierzu gehören exogene Risikofaktoren wie Hepatitisinfektionen, Alkohol, Überernährung, und Fremdstoffe in Lebensmitteln1. Es handelt sich daher um einen Tumor, der in vielen Fällen verhindert werden könnte.

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