SO 04|2013

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

  • „Besinnliches zur Weihnachtszeit …“
    Auf diesem Weg erlaube ich mir, Ihnen seitens der Redaktion sowie der Autoren der vorliegenden Ausgabe von SPECTRUM Onkologie die besten Wünsche für Weihnachten zu übermitteln. Quasi als Lektüre zu den Feiertagen kommt der vorliegende Schwerpunkt aus den verschneiten Tiroler ...Weiterlesen ...

Focus: Langzeittoxizität Chemo- und Radiotherapie

  • Vorwort: Langzeittoxizität antitumoraler Therapien – Relativierung des Therapieerfolges?
    Konfrontiert mit einer vital bedrohlichen Tumorerkrankung ist es das therapeutische Ziel, eine bestmögliche Remission oder gar Heilung zu erzielen und dafür das gesamte zur Verfügung stehende therapeutische Armamentarium auf rationaler Basis einzusetzen. Vieles wurde in den letzten Jahrzehnten erreicht – ...Weiterlesen ...
  • Review: Entwicklung von Kindern nach Chemotherapie in der Schwangerschaft

    Nicht jede klinische Situation erlaubt einen Aufschub der Tumortherapie zu einem Zeitpunkt nach der Geburt. Eine Chemotherapie im ersten Trimenon der Schwangerschaft kann zu schwerwiegenden Missbildungen und zum Tod des Fötus führen. Dagegen scheint eine spätere antineoplastische Therapie nur geringe Auswirkungen auf die Kindesentwicklung zu nehmen.

    Bislang am besten untersucht sind Spätfolgen für Herz und Gehirn.

    Interessanterweise zeigt eine Studie, dass das ungeborene Gehirn möglicherweise in der Lage ist, sich selbst zu schützen.

    Weiterlesen ...
  • Langzeittoxizität in der pädiatrischen Onkologie

    Zu den bedeutsamsten Spätfolgen einer onkologischen Therapie zählen die anthrazyklinindu­zierte Kardiomyopathie, Hörverluste nach Cisplatin, Einschränkungen der Nieren- oder Lungenfunktion, Störungen des endokrinen Systems sowie neuropsychologische und kognitive Funktionsstörungen.

    Eine der schwerwiegendsten Spätfolgen ist das Auftreten von Zweittumoren (z. B. Hirntumoren, AML).

    Nach dem Einsatz von Steroiden bei akuter lymphatischer Leukämie können im Jugendalter Osteonekrosen auftreten.

    Die Krebserkrankung hat eine lebenslange Auswirkung auf das soziale Verhalten und die Möglichkeit der Gründung einer Familie.

    Weiterlesen ...
  • Langzeittoxizität nach Therapie des Morbus Hodgkin

    Bei hoher Heilungsquote kommt der Erkennung und Behandlung von Therapiefolgeproblemen und Erkrankungen nach M. Hodgkin eine überragende Bedeutung zu. Dies gilt insbesondere für Zweitmalignome, kardiovaskuläre und endokrinologische Erkrankungen, Neuropathien und muskuläre Störungen sowie psychosoziale Reintegrationsprobleme.

    Da Langzeitfolgen und Erkrankungen viele Organsysteme und Fachdisziplinen betreffen können, ist eine systematische Koordination des Monitorings der Patienten im Sinne eines risikoadaptierten Screenings im Rahmen der Lymphomnachsorge nachdrücklich zu empfehlen.

    Weiterlesen ...
  • Chemo- und immuntherapieinduzierte Kardiotoxizität bei Tumorpatienten

    Zur Evaluierung kardialer Langzeitschäden wurde auf Initiative der ÖGHO eine multizentrische, prospektive, nichtinterventionelle Studie initiiert.

    In dieser Studie werden Patienten im adjuvanten Therapiesetting über 5 Jahre bezüglich ihres kardiovaskulären Status, Risikofaktoren, körperlicher Leistungsfähigkeit und Lebensqualität untersucht.

    Im Gegensatz zu vorangegangenen Studien sind in dieser Beobachtung Patienten mit vorbestehender Herzerkrankungen nicht exkludiert, um das tatsächliche Patientenkollektiv, wie es im klinischen Alltag auftritt, besser abbilden zu können.

    Nähere Informationen unter CACOCA-office(at)i-med.ac.at

    Weiterlesen ...
  • Pulmonale Langzeittoxizität nach Chemotherapie und biologischer Systemtherapie

    Pulmonale Nebenwirkungen sind für zahlreiche Krebstherapeutika bekannt und mitunter fatal. Das Wissen um mögliche Reaktionsmuster und Risikofaktoren ist essenziell, um Frühtoxizität (nach Wochen bis Monaten) zu erkennen und Langzeitschäden (nach Monaten bis Jahren) zu minimieren.

    In der frei zugänglichen Datenbank „Pneumotox“ (The Drug-Induced Respiratory Disease Website) ist das potenzielle pulmonale Reaktionsmuster onkologischer Therapien gelistet.

    Von zielgerichteten neuen Therapien wurden zunächst kaum pulmonale Nebenwirkungen erwartet, bis beispielsweise erkannt wurde, dass die EGFR-Inhibition auch die physiologische Funktion des EGF-Rezeptors in der Lunge (Epithel-Repair) beeinträchtigen kann.

    Weiterlesen ...
  • Chemotherapieinduzierte neurologische Langzeittoxizitäten

    Die Kenntnis des Nebenwirkungsprofils der bei onkologischen Erkrankungen eingesetzten ­Chemotherapeutika ist wichtig. Ein mögliches Auftreten neurologischer Toxizitäten soll bereits bei der Therapieentscheidung berücksichtigt werden.

    Zeigen sich im Verlauf therapieinduzierte Komplikationen, muss darauf geachtet werden, ob ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Behandlung und Auftreten der neurologischen Symptomatik besteht.

    Um das Risiko neurologischer Nebenwirkungen unter Chemotherapie zu minimieren, sind eine prophylaktische Begleittherapie und ein kontinuierliches klinisches Monitoring essenziell.

    Weiterlesen ...
  • Langzeittoxizität nach Behandlung mit monoklonalen Antikörpern und Biologicals

    Auch wenn der Einsatz von monoklonalen Antikörpern und Biologicals mittlerweile unumstrittener Standard bei einer ganzen Reihe unterschiedlichster Neoplasien ist, gibt es erst relativ wenige Daten zur Langzeittoxizität dieser meist noch recht jungen Substanzklassen.

    Bei Substanzen wie Thalidomid, Lenalidomid, Imatinib wie auch bei den meisten antiangiogenen Substanzen sind die Langzeitnebenwirkungen mittlerweile klarer.

    Aufgrund der potenziell mehrere Organsysteme umfassenden Nebenwirkungen müssen behandelnde Onkologen ein sorgfältiges klinisches und laborchemisches Monitoring durchführen, um rechtzeitig die jeweiligen Toxizitäten erkennen und therapeutisch lindern zu können.

    Die damit erreichbare bessere Verträglichkeit führt zu einer besseren Akzeptanz und Adhärenz beim Patienten, was die unabdingbare Grundlage für das Erreichen des bestmöglichen Therapieerfolges ist.

    Weiterlesen ...
  • Toxizität der Strahlentherapie
    In Österreich erkranken ca. 38.000 Menschen pro Jahr an Krebs, 75 % davon werden im Laufe ihrer Erkrankung bestrahlt. Die Radiotherapie ist somit eine der Säulen der Onkologie.
    Die rasante technische Entwicklung der letzten Jahre erlaubt eine bedeutend genauere und ...Weiterlesen ...
  • Fertilität nach Chemotherapie und Strahlentherapie

    Möglichkeiten für die Fertilitätsprotektion bei jungen Patientinnen vor einer Chemo- oder Strahlentherapie:

    • Etablierte Methoden: Transposition der Ovarien, GnRH-Analoga-Therapie, Kryokonservierung von Embryonen oder Oozyten.
    • Experimentelle Methoden: Kryokonservierung von Ovarialgewebe, In-vitro-Maturation von Oozyten, In-vitro-Kultur von Ovarialgewebe.
    Weiterlesen ...
  • Patienten unter Chemotherapie: Longitudinale Entwicklung der Lebensqualität

    Bei Tumorerkrankungen mit mehreren Behandlungsabfolgen kommt der longitudinalen Erhebung von Toxizitäten und Lebensqualität besondere Bedeutung bei der Erfassung von Langzeittoxizitäten zu; weiters bei der Einschätzung darüber, wie sich die Lebensqualität zwischen Therapielinien unterscheidet oder während einzelner Therapielinien entwickelt.

    Das in Österreich entwickelte Programm CHES, Computer-based Health Evaluation System, ist an mehreren onkologischen Abteilungen im Einsatz, am BKH Kufstein bereits seit dem Jahr 2005.

    Das System ermöglicht u. a. Einschätzungen darüber, ob eine palliative Chemotherapie erst symptomorientiert oder möglichst rasch bei dokumentierter Progression erfolgen sollte.

    Weiterlesen ...

Kongress

  • ECCO-ESMO-ESTRO 2013: Highlights beim Mammakarzinom

    Wichtige ESMO-Präsentationen beim Mammakarzinom

    „Liquid biopsy“: Blutabnahme zur Erfassung molekularbiologischer Veränderungen mittels Tumor-DNA im Serum.

    Biopsie von Rezidiven und Metastasen: Änderungen im Rezeptorstatus unterstreichen die Notwendigkeit der aktuellen Molekularbiologie als Grundlage der Therapieentscheidung.

    BOLERO-3-Studie, Everolimus bei Trastuzumab-Resistenz: Neue Biomarkerauswertungen sind richtungweisend für eine bessere Patientenselektion.

    TH3RESA-Studie mit dem neuen Antikörper-Zytostatikum-Konjugat T-DM1: Jenseits der Zweitlinientherapie zeigt sich bereits in der Interimsanalyse ein Überlebensvorteil.

    aTTom-Studie: 10 Jahre Tamoxifen erhöhen die Lebenserwartung.

    Weiterlesen ...
  • ECCO-ESMO-ESTRO 2013: Bestrahlung der Lymphabflusswege beim Mammakarzinom

    Die am ESMO als Best Abstract #2 in der Presidential-Sitzung vorgestellte Studie der EORTC Radiation Oncology und Breast Cancer Groups zeigt: Die Bestrahlung der Lymphabflusswege beim lymphknotenpositiven oder medial gelegenen Mammakarzinom verbessert die Überlebenswahrscheinlichkeit.

    Weiterlesen ...
  • ECCO-ESMO-ESTRO 2013: Gynäkologische Onkologie

    Nach Erreichen des primären Studienendpunkts (PFS) legen abschließende Ergebnisse der Studien ICON7 und AURELIA zur Therapie des Ovarialkarzinoms mit Bevacizumab Überlebensvorteile in Subgruppen nahe.

    Unter schwierigen Voraussetzungen wurde die ICON6-Studie mit Cediranib trotz Rückzugs des Sponsors noch während der Studienphase von den Investigatoren zu Ende geführt. Limitationen bei der Studienauswertung waren erforderlich, und es konnte mit Cediranib ein signifikanter Vorteil (PFS und OS) für Patientinnen mit platinsensitivem Ovarialkarzinomrezidiv gezeigt werden.

    Die „Women’s Health Initiative“-Studie zeigt, dass eine kombinierte östrogen- und gestagenhältige Hormonersatztherapie bei postmenopausalen Frauen die Inzidenz von Endometriumkarzinomen signifikant senkt.

    Weiterlesen ...
  • ECCO-ESMO-ESTRO 2013: Kolorektales Karzinom

    In der EXPERT-C-Studie zeigte sich der TP53-Status als möglicher Prädiktor für den Benefit von Cetuximab als adjuvante Therapie des Rektumkarzinoms (retrospektive Analyse).

    In der PROCTOR/SCRIPT-Studie hatten Patienten mit hoher Tumorlokalisation (> 10 cm) noch den meisten Benefit (Lokalrezidivrate) von einer adjuvanten Chemotherapie des Rektumkarzinoms.

    „CEA watch“ untersuchte ein tumormarkerbasiertes Nachsorgeschema beim Kolonkarzinom.

    Die All-RAS-Analyse der FIRE-3-Studie ergab für Cetuximab eine Verlängerung des Gesamtüberlebens um 7,5 Monate gegenüber reiner Chemotherapie (Gesamt-überleben mit dem EGFR-Antikörper: insgesamt 33,1 Monate).

    Weiterlesen ...
  • ECCO-ESMO-ESTRO 2013: Antiproliferative Wirkung von Somatostatinanaloga

    Das Somatostatinanalogon Lanreotid Autogel erreicht in der Phase-III-Studie CLARINET eine signifikante Antitumorwirkung bei Patienten mit neuroendokrinen Tumoren.

    Weiterlesen ...
  • ECCO-ESMO-ESTRO 2013: Highlights aus der Neuroonkologie

    Die Mehrzahl der Treibermutationen eines Primärtumors findet sich auch in den Hirnmetastasen dieser Tumoren; zusätzlich können in der Entwicklung von Gehirnmetastasen neue Mutationen auftreten, die sich vom Primärtumor unterscheiden und differenzierte Therapiemaßnahmen nahelegen.

    Fortschritte in der Neuroonkologie finden ihren Niederschlag in der besseren intraoperativen Darstellung diffus infiltrierender Glioblastome mittels 5-Aminolävulinsäure, womit eine höhere Rate an Komplettresektionen möglich wird.

    Die Etablierung von Temozolomid im „Stupp-Schema“ führte zu einem Paradigmenwechsel in der Therapie des Glioblastoms. Darüber hinaus ermöglicht die Identifizierung prognostischer (IDH-1/2-Mutationen) und prädiktiver (MGMT-Promotor-Methylierung) Marker eine zunehmend individualisierte Therapieplanung.

    Weiterlesen ...
  • Expertenmeeting Lymphome 2013 – Aktuelle Trends in Diagnose und Therapie

    Rituximab-basierte Kombinationstherapien (z. B. mit Bendamustin oder – in einer aktuellen Studie – Lenalidomid) zeigen hohe Remissionsraten beim MALT-Lymphom.

    Die Kombination mit Rituximab + Chemotherapie ist auch bei älteren Patienten mit Mantel­zelllymphom als Therapiestandard anzusehen.

    Beim DLBCL ist der Einsatz der autologen Stammzelltransplantation nur im chemotherapie­sensitiven Rezidiv sinnvoll.

    Zukünftig sollte beim DLBCL die Differenzierung von GCB und ABC berücksichtigt werden.

    Weiterlesen ...

Palliativmedizin

  • Die Praxis der palliativen Sedierung

    Unter palliativer Sedierung versteht man den Einsatz sedierender Medikamente mit dem Ziel, durch eine Bewusstseinsminderung unerträgliches Leid bei sonst therapierefraktären Symptomen zu lindern.

    Die palliative Sedierung ist eine medizinische Intervention, zu deren Indikationsstellung Patienten- und Angehörigenaufklärung, Durchführung und Überwachung, äußerste Sorgfalt und palliativmedizinische Expertise notwendig sind. Die EAPC-Guideline von 2009 hat derzeit die größte Verbindlichkeit.

    Zur palliativen Sedierung werden klassischerweise Benzodiazepine und/oder Neuroleptika eingesetzt. Ergänzend müssen den Patienten andere Medikamente zur Symptomkontrolle zugeführt werden (z. B. Analgetika). Die sachgerechte Applikation des richtigen Medikaments in adäquater Dosierung muss individuell auf die Patienten und die gewünschte Sedierungstiefe abgestimmt werden.

    Weiterlesen ...

Panorama

  • Lungenkarzinom-Screening mit Niedrigdosis-CT

    Mit der Niedrigdosis-CT hat das Lungenkarzinom-Screening neue Impulse erhalten, insbesondere durch den Nachweis einer Mortalitätssenkung im National Lung Screening Trial (NLST).

    Zahlreiche Fragen zum Stellenwert der Niedrigdosis-CT sind noch offen: Wer profitiert am meisten? Welche Strategie ist bei Rundherden sinnvoll?

    Auf Basis der derzeitigen Datenlage empfiehlt die Österreichische Röntgengesellschaft und die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie ein Lungenkarzinom-Screening nur mit LD-CT unter Wahrung der Einschlusskriterien des National Lung Screening Trials und formulierte Strategien bei strittigen Fragen.

    Weiterlesen ...
  • Wolfgang-Denk-Preis der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie: Pilot-Studie zu Lenalidomid beim MALT-Lymphom

    Der für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der klinischen Onkologie vergebene und mit 5.000,– Euro dotierte Wolfgang-Denk-Preis ging dieses Jahr an Dr. Barbara Kiesewetter. Die Preisträgerin wurde für ihre Arbeit zur immunmodulierenden Therapie des extragastrischen oder rezidivierten MALT-Lymphoms mit Lenalidomid ausgezeichnet. Die Arbeit wurde in Haematologica publiziert.1

    Weiterlesen ...

Translationelle Onkologie

  • Positronen-Emissions-Tomografie: pharmakologisches Imaging

    Anwendungsgebiete der PET in der Arzneimittelforschung:

    radioaktive Markierung von Chemotherapeutika zur Messung ihrer Tumorverteilung (personalisierte Medizin).

    Beispiele für PET-Imaging:

    Bei kolorektalen Lebermetastasen konnte mit radioaktiv markiertem 5-FU eine Korrelation des Ansprechens auf Chemotherapie gezeigt werden.

    Mit radioaktiv markiertem Docetaxel gelang der Nachweis, dass die zusätzliche VEGF-Antikörper-Therapie nicht zu einer Verbesserung der Tumoraufnahme von Docetaxel führte.

    Bei NSCLC war die Aufnahme von radioaktiv markiertem Erlotinib an das Vorhandensein einer aktivierenden EGFR-Mutation gebunden.

    Weiterlesen ...