SO 05|2019

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

Focus: Infektionsmanagement bei hämato-onkologischen Patienten

  • Vorwort: Infektionskrankheiten bei onkologischen Patienten
    Antibiotika sind eine der wichtigsten Entdeckungen des letzten Jahrhunderts. Die Einführung moderner Antiinfektiva war der Grundstein für die moderne Hämato-Onkologie.
    Durch die zunehmende antimikrobielle Resistenzentwicklung der letzten Jahre ist die Anwendung moderner und kostenintensiver Therapieverfahren in der Hämato-Onkologie ernsthaft gefährdet. ...Weiterlesen ...
  • Diagnostik von invasiven Mykosen bei ­hämato-onkologischen Patienten

    Die exakte Diagnose einer invasiven Pilzinfektion (Mykose) erfordert eine Kombination ­ diagnostischer Maßnahmen einschließlich mikroskopischer Verfahren und konventioneller ­ Pilzkulturen sowie Histopathologie und Bildgebung.

    Für ein Screening sollten Antigen-Nachweis sowie molekularbiologische ­Verfahren in Kombination eingesetzt werden.

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  • Therapie invasiver Pilzinfektionen in der Hämatoonkologie

    Letalität von invasiven Pilzinfektionen bei hämato-onkologischen Patienten ist sehr hoch und kann nur durch adäquate frühzeitige Therapie gesenkt werden.

    Candida- und Aspergillus-Spezies sind die häufigsten Erreger.

    Invasive Candida-Infektionen sollen primär mit einem Echinocandin behandelt werden.

    Erstlinientherapie für die pulmonalen Aspergillus-Infektionen sind Voriconazol oder Isavuconazol.

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  • Neutropene Sepsis

    Medizinischer Notfall: Die neutropene Sepsis nimmt oftmals einen fulminanten Verlauf und bedarf bei hämatologischen/onkologischen Patienten unmittelbaren Handelns.

    Erhöhung der Überlebenswahrscheinlichkeit: Die frühzeitige Erkennung von Risikopatienten ist von zentraler Bedeutung.

    Verminderung des Mortalitätsrisikos: Eine antimikrobielle Therapie sollte bei den ­ersten Anzeichen einer Sepsis erfolgen, zumindest aber innerhalb der ersten 60 Minuten nach Diagnosestellung.

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  • Portkatheter-assoziierte Infektionen: Diagnostik und Therapie

    Prävention: Einhaltung der Hygienerichtlinienu Diagnostik: Nur bei Verdacht! – Blutkultur peripher/zentral und „time to positivity“

    Einschätzung: Besiedelung, lokale oder systemische Infektion

    Therapie: Katheter-Entfernung und/oder gezielte antimikrobielle Therapieu Folgen: Erhöhung der Morbidität und Mortalität, Verzögerung der onkologischen Therapie

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  • Impfungen bei onkologischen Patienten

    Totimpfstoffe können auch während laufender Chemotherapie verabreicht werden. Bei monoklonalen Antikörpern wie Rituximab, welche die B-Lymphozyten depletieren, sind Impfungen für 6 Monate wirkungslos.

    Lebendimpfstoffe sind bei jeglicher Immunsuppression kontraindiziert. Dies betrifft v. a. die Mumps-Masern-Röteln-Impfung. Gegen Herpes Zoster ist nun ein Totimpfstoff verfügbar.

    Gegen Pneumokokken und saisonal gegen Influenza sollten onkologische Patienten geimpft werden.

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Immunonkologie

Kongress

  • EHA 2019 | Neue Entwicklungen beim multiplen Myelom

    Erstlinie: Nachdem Daratumumab sowohl die Ansprechtiefe als auch das PFS-Intervall verbessert, wird die Kombination mit einem wirksamen Chemotherapie-Protokoll zum Therapiestandard werden.

    Bei „jüngeren“ Patienten mit Hochrisiko-Zytogenetik sollte eine autologe Stammzelltransplantation vorgenommen werden, da dadurch die Rate and MRDneg erhöht und das PFS verlängert werden kann.

    Für Patienten mit rezidivierter Erkrankung werden in absehbarer Zeit mehrere neue Therapieoptionen verfügbar sein.
    Isatuximab, Venetoclax, Iberdomid, Selinexor

    Zelluläre Immuntherapien: CAR-T-Zelltherapien werden ebenfalls den Weg in die Klinik finden. Hier überholt die rasche technische Weiterentwicklung des Verfahrens die langwierigen, ­für die Zulassung erforderlichen Maßnahmen. Dies wird zwangsweise dazu führen, dass zugelassene Produkte längst durch Verbesserungen überholt sein werden.

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  • EHA 2019 | Rezidiviertes/refraktäres multiples Myelom: Der Komplexität mit therapeutischer Vielfalt begegnen

    Der Therapiesequenz kommt beim rezidivierten oder refraktären multiplen Myelom aufgrund des breiten Einsatzes hocheffektiver Schemen in frühen Linien steigende Bedeutung zu.

    Innovative Substanzen und neue Kombinationen befinden sich in klinischer Evaluierung. Unter anderem zeigen Pomalidomid-basierte Triplets vielversprechende Ergebnisse mit hohen Ansprechraten und guten Überlebens-Outcomes.

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  • Wrap-Up EHA 2019 | Aggressive Lymphome

    Erstliniensetting DLBCL: Der Einsatz von Lenalidomid ist noch nicht geklärt; das Triplet Rituximab + Ibrutinib + Lenalidomid gilt als vielversprechend.

    Alternativen bei r/r DLBCL: Neben der CAR-T-Zell-Therapie gibt es zahlreiche Erfolg versprechende Substanzen wie z. B. Anti-CD47-Antikörper und REGN1979.

    r/r Burkitt-Lymphom: Die CAR-T-Zell-Therapie scheint bei pädiatrischen Patienten zu einem schnellen Ansprechen zu führen.

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  • Wrap-Up EHA/ICML 2019 | MALT-Lymphome und Mantelzelllymphom

    MALT-Lymphom:

    • POD24: Krankheitsprogression innerhalb von 2 Jahren nach Start der Therapie (POD24) ist mit einem schlechteren Überlebens-Outcome assoziiert.
    • IRIS-Trial: Multiple Injektionen von Rituximab intraläsional bei MALT-Lymphomen der Conjunctiva.
    • Transformationsrisiko: Histologische Transformation in ein diffus großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL) außerhalb des Magens ist mit einer schlechten Prognose assoziiert.

    Mantelzelllymphom:

    • Therapiealgorithmus: Hängt vom Performance-Status der Patienten ab.
    • Prognosefaktoren: TP53-Mutationsstatus und MRD-Negativität (Minimal Residual Disease).
    • Rezidiviertes Stadium: Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitoren, Rituximab-Bendamustin Cytarabin, Ibrutinib-Kombinationstherapien.
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  • Wrap-Up EHA/ICML 2019 | Chronische lymphatische Leukämie

    Erstlinie: Therapie ist abhängig vom Alter und Performance-Status der Patienten sowie des Mutationsstatus für Immunoglobulin Heavy Chain Variable Region (IGHV), 17p und/oder TP53. CLL14-Studie: Obinutuzumab + Venetoclax.

    Zweitlinie: Neue Therapiemöglichkeiten für Patienten mit Komorbiditäten im rezidivierten/refraktären Setting. VISION-HO141-Trial, ASCEND-Trial, TRANSCEND-CLL-004-Trial.

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  • EHA 2019 | Aktuelles zur AML

    Gilteritinib stellt eine Option für relapsierte FLT3-mutierte AML-Patienten dar.

    Guadecitabin ist Azacitidin oder Decitabin in der Monotherapie nicht überlegen; sein zukünftiger Stellenwert ist nicht sicher.

    Für Venetoclax sind Phase-III-Daten derzeit noch nicht verfügbar; Phase-II-Daten sind vielversprechend.

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  • EHA 2019 | Highlights zu Transplantationen

    Akute myeloische Leukämie: MRD-Status vor allogener Transplantation ermöglicht die individuelle Anpassung der Konditionierungsintensität (MAC vs. RIC).

    Mikrobiom-Diversität und Stuhltransplantation: Prädiktor und Therapieoption bei Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD).

    Körperliche Aktivität: Wichtige Therapieform zur Verbesserung der Non-relapse Mortality (NRM).

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Panorama

  • „Accepted for publication“ – Publikation ohne Peer-Review? Das Phänomen der „Predatory Journals“

    Predatory Journals sind das wissenschaftliche Pendant zu Fake News.

    Die Identifikation von Predatory Journals ist nicht einfach, eine allgemeingültige ­Lösung oder Strategie gibt es nicht.

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  • Fokale Therapie bei Prostatakrebs

    Fokale Therapiemodalitäten:

    • zeigen gute Ergebnisse in Bezug auf Kontinenz und Potenz.
    • sind sicher und haben geringere Nebenwirkungen als eine radikale Prostatektomie (RP) oder Strahlentherapie (RT); gutes onkologisches Ergebnis, große Vergleichsstudien mit RP/RT fehlen derzeit.

    Therapie-Kandidaten: PSA ≤ 15 ng/ml, klinisches Stadium T1c–T2a, Gleason-Score 3+3 oder 3+4 (ISUP 1 und 2), Lebenserwartung > 10 Jahre, sichtbare Indexläsion

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  • Erfolgsmodell: 10 Jahre zertifizierte Brustgesundheitszentren

    In Österreich wurden seit 2009 bisher 30 Brustgesundheitszentren (BGZ) durch die Österreichische Zertifizierungskommission1 (ÖZK) zertifiziert.

    In ÖZK-zertifizierten BGZs werden 80 % aller Mammakarzinom-Erkrankungen behandelt.

    Die Versorgung in BGZs hat einen wesentlichen Anteil daran, dass die Diagnose Brustkrebs mittlerweile kein Todesurteil mehr ist: Überlebensrate nach 5 Jahren bei 88 %.

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Personalisierte Medizin

Translationelle Onkologie

  • Die Rolle von miR-1287-5p bei Brustkrebs

    Triple-negatives Mammakarzinom: miR-1287-5p steuert das Wachstum von Brustkrebszellen durch die Interaktion mit PIK3CB.

    Die Kombinationsbehandlung von miR-1287-5p-Mimetikum und PI3K-­Inhibitoren führt zu einer gesteigerten pharmakologischen Wirksamkeit ­in triple-negatives Mammakarzinom (TNBC)-Zellen.

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