SO 06|2019

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

  • „Speed, ich bin Speed!“ (Lightning McQueen, CARS)
    Die Anwendung von CAR-T-Zellen stellt bei aggressiven hämatologischen Erkrankungen einen revolutionären neuen Therapiezugang dar, der sich sprichwörtlich auf der „Überholspur“ befindet und bei früher allenfalls palliativ behandelbaren Patienten im Einzelfall anhaltende komplette Remissionen ermöglicht. Die Gabe von CAR-T-Zell-Therapien stellt einen ...Weiterlesen ...

AKTUELL für Sie!

  • YHOGA – „the next generation“
    Als definierte Taskforce innerhalb der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onko­logie (OeGHO) ist die Young Hemato-Oncologists Group Austria, kurz genannt „YHOGA“, der Ansprechpartner für die Anliegen der OeGHO-Mitglieder unter 40 Jahren, wobei neben der Hauptzielgruppe ÄrztInnen in Ausbildung zum ...Weiterlesen ...

Focus: CAR-T-Zell-Therapien

  • CAR-T-Zell-Plattform Austria
    Bei der Therapie mit CAR-T-Zellen handelt sich um eine völlig neue Therapieform, die nicht an allen Zentren durchgeführt werden kann, weil wir ­einerseits zu wenig Erfahrung haben und weil die Therapie andererseits gewisse Risiken bietet und bestimmte Skills er­fordert. ­Daher ...Weiterlesen ...
  • Eine komplett neue Therapieoption bei Kindern und Jugendlichen

    Als eines von nur sieben europäischen Zentren war das St. Anna Kinderspital an der ­ europäischen Zulassungsstudie mit Tisagenlecleucel beteiligt.

    Inkludiert waren Kinder und junge Erwachsene mit refraktärer CD19-positiver B-ALL.

    Das initiale Ansprechen auf die Behandlung ist hoch, Nebenwirkungen können durch erfahrene Teams in spezialisierten Einheiten meist beherrscht werden.

    Als eines von nur sieben europäischen Zentren war das St. Anna Kinderspital an der ­ europäischen Zulassungsstudie mit Tisagenlecleucel beteiligt.

    Inkludiert waren Kinder und junge Erwachsene mit refraktärer CD19-positiver B-ALL.

    Das initiale Ansprechen auf die Behandlung ist hoch, Nebenwirkungen können durch erfahrene Teams in spezialisierten Einheiten meist beherrscht werden.

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  • CAR-T-Zell-Therapie – Einsatz bei neuen Lymphom-Entitäten

    Bisherige Erfolge der CAR-T-Zell-Therapie umfassen Indikationen wie das diffus großzellige B-Zell-Lymphom, das primär mediastinale B-Zell-Lymphom sowie das transformierte ­follikuläre Lymphom.

    Weitere potentiell vielversprechende Indikationen im rezidivierten/refraktären Setting sind das follikuläre Lymphom, das Mantelzell-Lymphom oder die chronische lymphatische Leukämie mit schlechter Prognose.

    In Österreich ist aktuell eine Studie für rezidivierte/refraktäre FL-Patienten am Ordensklinikum Linz mit Tisagenlecleucel verfügbar (ELARA-Studie); darüber hinaus eine CAR-T-Zell-Therapiestudie für Patienten mit CLL an der Paracelsus Universitätsklinik Salzburg (PMU).

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  • CAR-T-Zellen bei soliden Tumoren

    Die CAR-T-Zell-Technologie steht bei soliden Tumoren signifikant höheren und komplexeren Problemen gegenüber als bei B-Zell-Neoplasien.

    Die mannigfachen Möglichkeiten der Konstruktion der Plattformen bieten aber hohe Chancen, der extremen Komplexität des immunsuppressiven Mikromilieus und den Schwierigkeiten adäquater Antigenselektion gerecht zu werden.

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  • Nachbeobachtung der Patienten ­und CAR-T-Zell-Register

    CAR-T-Zelltherapien sind potentiell kurative zelluläre Immuntherapien für Patienten mit ­ rezidiviert/refraktärer B-ALL und diffus großzelligem Lymphom.

    Zytokin-Freisetzungssyndrom, B-Zell-Aplasie mit assoziierter Hypogammaglobulinämie, ­ prolongierten Zytopenien, Infektionen und Neurotoxizität stellen bekannte Nebenwirkungen der CAR-T-Zelltherapie dar, die auch eine entsprechende Nachbeobachtung aller Patienten erfordern.

    Um potentielle Langzeiteffekte zu untersuchen, ist die Dokumentation aller CAR-T-Zelltherapien in entsprechenden Registern verpflichtend.

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Kongress

  • WCLC 2019 | Behandlungsrelevante Daten und Bausteine für individuelle Therapieentscheidungen

    Zwei Studien, die am WCLC präsentiert wurden, sind behandlungsrelevant, viele weitere vervollständigen das Puzzle individueller Entscheidungen.

    Behandlungsrelevant sind die CASPIAN-Studie mit Durvalumab beim kleinzelligen Bronchialkarzinom und die LIBRETTO-Studie mit Selpercatinib bei RET-mutiertem NSCLC.

    VATS-Lobektomie sollte, wenn möglich, als Standard eingesetzt werden.

    Der Stellenwert der Tumormutationslast für den Einsatz von Immuncheckpoint-Inhibitoren ist derzeit inkonklusiv und eine Therapieselektion mit diesem Marker nicht möglich. Im Einzelfall kann bei niedrigem PD-L1-Status, aber hoher Tumormutationslast eine Kombination von Nivolumab + Ipilimumab erwogen werden.

    Langzeitdaten mit Nivolumab als Second-line-Therapie des NSCLC zeigen eine 5-fache Erhöhung der 5-Jahres-Überlebensrate gegenüber Docetaxel.

    Beim kleinzelligen Bronchialkarzinom sollte heute in der Erstlinie Chemotherapie + Immuntherapie als Standard verabreicht werden.

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  • IMW 2019 | Highlights vom 17. Internationalen Myelom-Workshop

    Das Mikrobiom von Myelom-Mäusen, die in unterschiedlichen Ländern gezüchtet wurden, hat Einfluss auf die Überlebenserwartung. Eine antibiotische Behandlung kann die Krankheits­progression verzögern.

    Die GRIFFIN-Studie zeigt, dass Daratumumab im VRd-Regime bei Transplantations-geeigneten Patienten Ansprechraten überzeugend verbessert und außergewöhnlich hohe MRD-Negativitätsraten erzielt. Die Kombination D-VRd hat das Potential zu einem Standardregime für fitte Patienten.

    Beim high-risk smoldering multiplen Myelom gelingt es, mit einer Reihe von Substanzen hohe Ansprechraten zu erreichen und das Progressionsrisiko zu verringern. In den meisten Studien wurde jedoch keine Kontrollgruppe mitgeführt. Aussagen zum Gesamtüberleben sind dadurch erschwert.

    Zahlreiche neue Substanzen sind am Horizont, die bei mehrfach resistenten Patienten zur Wirkung kommen, darunter Selinexor, Venetoclax als zielgerichtete Therapie, Iberdomid, ein IMiD mit immunmodulatorischer und pro-apoptotischer Aktivität, Melflufen, eine Weiterentwicklung von Melphalan, sowie verschiedene Anti-BCMA-Formulierungen als Antikörper-Toxin-Konjugat, BiTE-Antikörper oder als CAR-T-Zell-Therapie.

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Panorama

  • Die „wissenschaftliche Geburtsstunde“ der T-Prolymphozyten-Leukämie

    Die T-Prolymphozyten-Leukämie (T-PLL), die 1973 erstmals beschrieben wurde und seitdem nach Kriterien der chronischen lymphatischen Leukämie gemanagt wird, erlebt eine neue „wissenschaftliche Geburtsstunde“.

    Mit der Gründung einer internationale Studiengruppe durch Professor Philipp Staber wurden neue Kriterien für die T-PLL geschaffen, die nunmehr in der ersten prospektiv randomisierten Studie in dieser Indikation angewendet werden.

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  • Elektronische Patient-Reported Outcomes

    Die partizipative Entscheidungsfindung seitens der PatientInnen hat in den vergangenen ­  Jahrzehnten zugenommen.

    Anhand von elektronischen Patient-Reported Outcomes können PatientInnen aktiv in den ­ Pflegeprozess integriert sowie das pflegerische Symptom- und PatientInnenmanagement optimiert werden.

    Weiterer Forschungs- und Entwicklungsbedarf ist gegeben.

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  • „Entwicklung und Perspektiven der CAR-T-Zelltherapie“

    KONTEXT: „Während man früher vielleicht vereinzelt Spontanheilungen gesehen hat oder im Einzelfall gute Erfolge mit Immuntherapie erzielen konnte, hat die zelluläre Immunonkologie heute enormes Potential auf breiter Basis“, sagt Dr. Lothar Germeroth im Gespräch mit SPECTRUM Onkologie. Lothar Germeroth war zu einem frühen Zeitpunkt in der Schweiz an Vakzinierungsstudien der Firma Cytos Biotechnology beteiligt, die von Rolf Zinkernagel, der für die Entdeckung der MHC-restringierten Antigenerkennung durch T-Zellen 1996 den Nobelpreis für Medizin erhielt, beraten wurde. Es gab allerdings für die Produktion solcher Stoffe wenige Werkzeuge, wie sie etwa zur Zellreinigung und -aufbereitung oder auch für die Aktivierung von Zellen erforderlich sind. Eine der wenigen verfügbaren Technologien wurde von Lothar Germeroth für den klinischen Einsatz weiterentwickelt. Später, als CAR-T-Zellen erstmals aufgekommen sind, wurde das Potential der Methode zur Herstellung dieser Zellen erkannt und wird heute von der Firma Celgene in der Entwicklung weiter vorangetrieben.

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