SO 02|2020

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

  • „Now to something completely different…“
    Die medizinische als auch die Laienpresse sind derzeit fast ausschließlich mit Artikeln zum Thema COVID-19 voll, sodass der Eindruck entstehen könnte, dass alle anderen Themen an Wichtigkeit verloren hätten. Die Warnung vor den so entstehenden „Kollateralschäden“ kommt daher nicht nur ...Weiterlesen ...

Focus: Klonale Evolution

  • Vorwort: Klonale Evolution – Grundlage der Therapieresistenz maligner Erkrankungen
    Klonale Evolution ist die Basis von Therapieresistenz maligner Erkrankungen, das gilt für solide Tumoren genauso wie für die Hämatologie. Moderne Technologieplattformen erlauben, die Kinetik klonaler Evolutionen nachzuzeichnen, wobei hier im klinischen Setting neben Bulk-Sequenzierungen im akademischen Setting zunehmend Einzelzell-RNA- und ...Weiterlesen ...
  • Grundlegende genetische Mechanismen der klonalen Evolution

    Die Tumorheterogenität basiert auf der klonalen Evolution.

    Die Reihenfolge des Auftretens einer Mutation hat eine maßgebliche Auswirkung auf den Phänotyp und den Verlauf einer Erkrankung, das Therapieansprechen sowie die weitere klonale Evolution.

    Der Selektionsdruck einer Zelle trägt erheblich zur Transformation einer mutiertenin eine maligne Zelle bei.

    Weiterlesen ...
  • Bedeutung der klonalen Evolution für die Behandlung hämatologischer Neoplasien

    AML wird durch (epi-)genetische Aberrationen und klonale Evolution in hämatopoetischen Stammzellen verursacht. Das führt zu einem heterogenen molekularen Profil dieser Erkrankung.

    Die Entstehung durch klonale Evolution muss bei der Behandlung der AML berücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere für Risikostratifizierung und MRD-Messung.

    Neue Therapieansätze sollten dieses pathogenetische Konzept ebenfalls berücksichtigen und idealerweise leukämische Stammzellen angreifen.

    Weiterlesen ...
  • Technische Plattformen zum Tracking klonaler Evolution

    Next-Generation Sequencing (NGS) ermöglicht eine umfassende Charakterisierung der klonalen Heterogenität hämatologischer Neoplasien.

    Bioinformatische Rekonstruktion des phylogenetischen Baums der Klone und Subklone erfolgt aus seriellen NGS-Daten eines Patienten.

    Neue Techniken der Einzelzell-Sequenzierung zum direkten Tracking der Subklone erlauben auch eine Verknüpfung mit klonspezifischen transkriptionellen oder epigenetischen Veränderungen.

    Weiterlesen ...
  • The Relevance of Chronic Inflammation for Genomic Instability in Cancers

    Chronic inflammation and genomic instability are hallmarks of cancers.

    Chronic inflammation induced oxidative stress and DNA replicative stress can cause damage to DNA and may create genomic instability. Crosstalk between chronic inflammation and genomic instability plays an important role in the evolution of mutant clones and cancer progression.

    Anti-inflammatory or anti-oxidant therapies might be beneficial for amelioratingthe risk of DNA damage and cancer progression.

    Weiterlesen ...
  • CHIP/ARCH und kardiovaskuläre Medizin

    Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil gesunder Menschen mit klonaler Hämatopoiese (CHIP/ARCH).

    Mutationen in den Genen TET2 und DNMT3a sind die häufigsten CHIP/ARCH-Veränderungen.

    PatientInnen mit CHIP/ARCH haben ein erhöhtes Risiko, bösartige Bluterkrankungen zu entwickeln.

    PatientInnen mit CHIP/ARCH haben eine erhöhte Mortalität infolge kardio- und zerebrovaskulärer Erkrankungen.

    Mechanistisch wird vermutet, dass CHIP/ARCH zu einem entzündlichen Imprinting in myeloischen Zellen führt, die wiederum die Atherosklerose-Progression beschleunigen.

    Weiterlesen ...

Digitalisierung & Big Data

  • Digitale Gesundheitstechnologien – Probleme vermeiden, nicht erst lösen

    Bestehende Gesundheitseinrichtungen können, durch telemedizinische Angebote unterstützt, effektiver und nachhaltiger werden.

    Das Management chronischer Krankheiten wird unter Leitung der bisherigen Player telemedizinisch unterstützt, Teile der Diagnostik und Betreuung erfolgen zu Hause, lange Anreisen werden erspart.

    Spitäler und Spitalsambulanzen werden entlastet. Über definierte Behandlungspfade und ein ausgereiftes Schnittstellenmanagement kann die Vernetzung zwischen dem niedergelassenem und stationärem Bereich optimiert werden und mittels Teletriage eine evidenzbasierte Terminfindung.

    Weiterlesen ...
  • Zur Bedeutung der Telemedizin in Zeiten der Covid-19-Pandemie

    Aufgrund der anhaltenden Belastung durch die Covid-19-Pandemie und des erhöhten Risikos für TumorpatientInnen – erste Daten weisen auf eine Mortalität im Falle einer Covid-19-Erkrankung während einer laufenden Antitumortherapie von bis zu 50 % hin – besteht ein „high unmet medical need“, rasch die bereits etablierte und evidenzbasierte telemedizinische Infrastruktur für den „home support“ dieser Patientengruppe in die Routine zu integrieren.

    Weiterlesen ...

Immunonkologie

  • Therapiemanagement Immunonkologie
    Die Entdeckung der Immuntherapie hat die Behandlung vieler Krebsarten revolutioniert. Trotz der oft langanhaltenden guten Wirkung kann es zu einem Spektrum von Nebenwirkungen kommen, das auf die Aktivierung des Immunsystems zurückzuführen ist und sich von der bisher angewandten Chemotherapie stark ...Weiterlesen ...

Kongress

  • Highlights vom ASCO-GI

    Kolorektalkarzinom

    Primärtumorresektion: Bei asymptomatischen Kolorektalkarzinompatienten mit synchronen, nicht resektablen Metastasen ist von einer Primärtumorresektion abzuraten.

    „Immunoscore“: Patienten mit einem hohen Immunoscore (gemessen an der tumoralen T-Zell-Dichte) profitieren von einem besseren krankheitsfreien Überleben unter sechsmonatiger Therapie mit mFOLFOX6.

    Pankreaskarzinom

    Microenvironment: Die Idee, den hohen Hyaluronsäureanteil im Tumorstroma des Pankreaskarzinoms zu reduzieren und dadurch die Permeabilität für Zytostatika zu erhöhen, hat sich in einer Phase-III-Studie leider nicht bewahrheitet.

    Immunmodulation: Der immuntherapeutische Ansatz der Aktivierung tumoraler T-Zellen durch pegyliertes Interleukin-10 war in einer Phase-III-Studie beim Pankreaskarzinom leider nicht erfolgreich.

    Hepatozelluläres Karzinom

    Neuer Goldstandard: Mehr als 10 Jahre nach der Etablierung von Sorafenib als Erstlinientherapie fortgeschrittener hepatozellulärer Karzinome in der SHARP-Studie (NEJM 2008) zeichnet sich ein neuer Goldstandard ab, nämlich die Kombination aus Immuntherapie plus Antiangiogenese mit Atezolizumab + Bevacizumab.

    Weiterlesen ...
  • ASCO GU 2020: neue Daten, neue Substanzen, neue Auswertungen

    Am diesjährigen ASCO GU wurden keine wesentlichen Neuerungen im Sinne von Phase-III-Studien zu neuen medikamentösen Therapien präsentiert, dennoch kann über spannende Entwicklungen beim Blasenkarzinom (BLASST-1-Studie) und relevante Auswertungen beim Nierenzell-(CheckMate-025-Studie) und Prostatakarzinom (STAMPEDE) berichtet werden.

    Weiterlesen ...
  • Promotion Neue Wege in der Therapie des BRAF-mutierten Kolorektalkarzinoms

Panorama

  • Onkologie-Netzwerk Vorarlberg: Versorgungsqualität auf dem aktuellen Stand des Wissens

    Zielsetzungen von Dozent Dr. Thomas Winder, neuer Primarius am Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch:

    Verzahnte Strukturen: Aufbau eines Onkologie-Netzwerkes für das Land Vorarlberg

    Krebs ist nicht gleich Krebs: Ausbau der molekularen Diagnostik

    Multiprofessionell: Ausweitung häuserübergreifender, krankheitsspezifischer Tumorboards

    Wohnortnahe: Berücksichtigung der wohnortnahen Versorgung unter Einbeziehung von Hausärzten, niedergelassenen Fachärzten, Pflege und Psychoonkologie

    Früher Zugang zu Innovationen: Etablierung eines onkologisches Studienzentrums für das Land Vorarlberg

    Weiterlesen ...
  • Lungenkrebsbehandlung im Krankenhaus Nord – Klinik Floridsdorf: „Die Metastasen haben gearbeitet“

    Pressekonferenz, Wien, Presseclub Concordia, Thema Lungenkrebs

    In Österreich: 4.500 Neuerkrankungen jährlich; rund 4.000 Todesfälle pro Jahr.

    Screening mit Low Dose CT: effektiv, in der Routine noch nicht angekommen.

    NSCLC mit Treibermutationen: zielgerichtet behandelbar.

    Der besondere Fall: Diagnose ALK+ NSCLC 2008; der Patient 2020 tumorfrei.

    Weiterlesen ...
  • Innovation Patient – „Alle für Alle“
    MSD Join4Care ist eine Initiative der Firma MSD, die sich an alle Angehörigen des Gesundheitswesens richtet mit dem Ziel, die Umsetzung innovativer Projekte zu ermöglichen. Als Fokus der Projekte soll das Wohlbefinden der Patienten gesteigert werden und zwar durch neue ...Weiterlesen ...
  • Experten Round Table: Hodgkin Lymphom im Fokus

    uIm Rahmen eines Round Table diskutierten namhafte Experten über aktuelle Standards sowie neue Ansätze in der Therapie des Hodgkin Lymphoms. uIndividuell angepasst: iPET-adaptierte Therapiekonzepte, reduzierte Chemotherapie- und Strahlentherapiedosen.uFertilitätsprotektion: Der Stellenwert der Fertilität steigt mit dem Überleben. uIm Rahmen eines Round Table diskutierten namhafte Experten über aktuelle Standards sowie neue Ansätze in der Therapie des Hodgkin Lymphoms. uIndividuell angepasst: iPET-adaptierte Therapiekonzepte, reduzierte Chemotherapie- und Strahlentherapiedosen. uFertilitätsprotektion: Der Stellenwert der Fertilität steigt mit dem Überleben. Redaktion: Dr. Melanie Spitzwieser

    Weiterlesen ...
  • Cancer Care 2020 – Comparator Report on Cancer in Europe

    Eine Analyse des schwedischen Instituts für Gesundheitsökonomie bestätigt, dass Krebs immer seltener zum Todesurteil wird. Die 5-Jahres-Überlebensrate verbessert sich.

    In Europa steigt die Anzahl der Neuerkrankungen um 50 %, die Mortalitätsrate um 20 %, was als „Nettoeffekt“ einen Rückgang der Mortalität trotz höherer Inzidenz bedeutet.

    Trotz aller Verbesserungen ist Krebs europaweit die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und in einigen europäischen Ländern die Todesursache Nr. 1 noch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

    In Österreich ist eine Reduktion des Produktivitätsverlustes um 21 % zu verzeichnen.

    Investitionen in Diagnostik und neue Therapien und ein früher Zugang erhöhen die Überlebensraten.

    Weiterlesen ...
  • Promotion Case Report / Brentuximab Vedotin: Psychiatrische Patientin mit fortgeschrittenem Hodgkin-Lymphom

Translationelle Onkologie

  • Anti-EGFR-vermittelte Hautnebenwirkungen: Beim Haardurchbruch ausgelöst, vom Hautmikrobiom verstärkt

    Zielgerichtete Krebstherapie, die den EGF-Rezeptor oder den nachgeschalteten ERK-Signalweg blockiert, wird oft von starken akneähnlichen Hautentzündungen begleitet, die eine Dosis­reduktion oder einen Therapieabbruch erfordern.

    Diese Hautentzündung wird beim Haardurchbruch ausgelöst und von den kommensalen Hautbakterien verstärkt, was zu einer der atopischen Dermatitis ähnlichen Immunreaktion führt.

    Prophylaktische FGF7-Applikation reaktiviert den ERK-Signalweg unabhängig vom EGFR, unterstützt so die Barrierefunktion der Haut und verhindert die Entzündungsreaktion.

    Weiterlesen ...