UIM 09|2020

Herausgeber: o. Univ.-Prof. Dr. Günter J. Krejs

UIM 09|2020 Themenheft Pneumologie


Brief des Herausgebers

  • Brief des Herausgebers 9/20
    Liebe Leserinnen und Leser! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
    Anfang Dezember wird der König von Schweden in einem höchst feierlichen Akt die Nobelpreise 2020 verleihen. Obwohl der Nobelpreis für Medizin und Physiologie in den letzten Jahren meist für wichtige Entdeckungen in ...Weiterlesen ...

Editorial

  • Einige ruhige Minuten mit Rheuma?
    Sie haben dieses Print-Medium mit Fokus auf die Rheumatologie mit der Post bekommen und fragen sich, wer sich in diesen Zeiten hinsetzen kann und in Ruhe die Worte COVID und CORONA kurz vergessen darf? Sie dachten, bei Rheuma seien sie ...Weiterlesen ...

Aktuell

  • Immunfluoreszenz-SARS-CoV-2-Antigen-Testmethode – Evaluierung bei symptomfreien Einsatzkräften

    Zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren sind PCR-Tests – aufgrund der Dauer bis zum Vorliegen des Ergebnisses – ungeeignet.

    Durch die mögliche Absonderung von Kontaktpersonen kann es zum Totalausfall kompletter Feuerwehren, inklusive ihrer Sonderfahrzeuge, kommen – und damit zu einer öffentlichen Gefährdung.

    Der zunehmende Ausfall rufbereiter Einsatzkräfte aufgrund des Drucks von Arbeitgeberseite, zusätzliches Infektionsrisiko zu vermeiden, verschärft die Situation weiter.

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Seite der Gesellschaft

  • COVID-19: eine große Belastung für die Intensivmedizin

    Gesundheitspolitische (Vermeidung von Menschenansammlungen) und
    hygienetechnische Maßnahmen (Mund-Nasen-Maske, Hände waschen und
    Abstand halten) sind essenziell zur Entschleunigung der COVID-19-Pandemie.

    Die Gabe von Kortikosteroiden verringert die Mortalität bei schwerem COVID-19.

    Die Behandlung des einzelnen Individuums ist auch in Zeiten der COVID-19-Pandemie den ethischen Grundprinzipien der Patientenautonomie, Schadensvermeidung, Fürsorge und Gerechtigkeit verpflichtet.

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Seite des niedergelassenen Internisten

Focus

  • Wie und in welchen Indikationen wirken JAK-Inhibitoren?

    Januskinasen (JAKs) spielen als intrazelluläre Signalüberträger im Zytokinnetzwerk der Zellphysiologie eine zentrale Rolle, werden über Zytokinrezeptoren aktiviert und entfalten ihre Funktion über die weiterführende Aktivierung von zytoplasmatischen STAT-Proteinen.

    JAK-Inhibitoren hemmen verschiedene Januskinasen mit unterschiedlicher Affinität und führen dadurch zu einer Blockade von Signalwegen der chronischen Entzündung.

    Die Hemmung von JAKs ist ein wirksames Therapiekonzept bei immunmediierten chronischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis, Psoriasisarthritis, ankylosierenden Spondylitis, chronischen Plaque-Psoriasis und auch der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Spezifische Nebenwirkungen sind eine Infektneigung, Blutbildveränderungen und venöse Thromboembolien.

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Angiologie

  • Neue Therapieoptionen bei TVT und PE

    Bei Patienten mit akuter Beckenvenenthrombose sollte eine interventionelle Behandlung zur Reduktion des Risikos eines schweren postthrombotischen Syndroms evaluiert werden.

    Für die Therapie der Pulmonalembolie stehen vielversprechende neue inter-ventionelle Techniken zur pulmonalarteriellen Revaskularisation von Intermediär- und Hochrisikopatienten zur Verfügung.

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Hämatologie und Hämostaseologie

  • Thrombose und COVID-19

    COVID-19 hat besondere Auswirkungen auf das Gerinnungssystem.

    8 % der PatientInnen auf einer Normalstation und 23 % auf einer Intensivstation erleiden eine venöse Thromboembolie.

    Eine primäre Thromboseprophylaxe ist bei hospitalisierten PatientInnen mit COVID-19 indiziert, der Benefit einer höheren Dosierung bleibt noch unklar.

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  • Neue Aspekte in Diagnostik und Therapie bei akuter myeloischer Leukämie

    Im Rahmen der AML ist eine umfassende Diagnostik inklusive Histologie, Durchfluss­zytometrie, Zytogenetik, NGS und/oder PCR essenziell für die Therapie.

    Intensive zytostatische Therapie mit und ohne Stammzelltransplantation ist und bleibt derzeit die einzige kurative Therapieoption.

    Die Langzeitergebnisse konnten durch FLT3-Inhibitoren und Antikörper gegen CD33 verbessert werden.

    Für Patienten, die nicht für intensive Therapie geeignet sind, ist eine Therapie mit Azacitidin oder Decitabin als Standard anzusehen, wobei hier mit Glasdegib/ARA-C eine neue Therapie zugelassen wurde.

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Rheumatologie

  • Was gehört zu einer rheumatologischen Fachuntersuchung?

    Gelenkschwellungen oder Gelenkschmerzen betreffen 25 % der Bevölkerung. Aktuell wurde publiziert, dass 14,9 % der Covid-19 Erkrankten unter Arthralgien leiden. Die effektive Erstabklärung des schwammigen umgangssprachlichen Symptoms „Rheuma“ braucht daher einen effizienten Plan.

    Auch rheumatologische Verlaufskontrollen erfordern eine definierte Dokumentation des „Outcome“, um die medikamentöse Therapie und andere Interventionen steuern zu können.

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  • Das 1 × 1 der Studieninterpretation – Wie liest man eine Studie in der Rheumatologie?

    Das PICO-Schema: (P)atients – (I)ntervention – (C)omparison – (O)utcome.

    Bei einem p-Wert von 0,05 sind bei 100 Messungen 5 Messungen falsch positiv.

    Neben der statistischen Signifikanz gilt es zu klären, ob ein Ergebnis überhaupt klinische Relevanz hat.

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Onkologie

  • Hautnebenwirkungen innovativer onkologischer Therapien

    Kutane Nebenwirkungen neuer innovativer Krebsmedikamente sind häufig und können zu einer Einschränkung der Lebensqualität führen.

    Bei früher Diagnostik und adäquater Behandlung sollten die dermatologischen Nebenwirkungen bei den meisten Patienten nicht limitierend in Bezug auf ihre Tumortherapie sein.

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Endokrinologie & Stoffwechsel

  • 28. Osteoporoseforum St. Wolfgang 2020

    2018 wurden in Österreich 16.063 Hüftfrakturen diagnostiziert. Es besteht eine beträchtliche Behandlungslücke nach einer osteoporotischen Fraktur.

    Ein vermehrter Einsatz einer osteoanabolen Therapie sollte in Zukunft bei PatientInnen mit sehr hohem Frakturrisiko erfolgen. Die Verfügbarkeit von osteoanabolen Medikamenten ist zuletzt gestiegen.

    Eine „maßgeschneiderte“ Osteoporosetherapie mit unterschiedlichen Substanzen sollte bei Frauen nach der Menopause entsprechend dem Lebensalter erfolgen.

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Ernährungsmedizin

  • Ernährung bei rheumatischen Erkrankungen

    Menschen mit chronisch entzündlichen – auch rheumatischen – Erkrankungen profitieren von einer mediterranen Diät (begleitet von gesundem Lebensstil).

    Übergewicht wirkt sich negativ auf einige rheumatische Erkrankungen aus und sollte reduziert und Normalgewicht in der Folge gehalten werden.

    Ergebnisse zur Rolle des Mikrobioms sind vielversprechend und Objekt zahlreicher Studien.

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Gastroenterologie & Hepatologie

  • Die Rolle des Darmmikrobioms bei Lebererkrankungen

    Die Mikrobiommodulation gilt als vielversprechender therapeutischer Ansatz zur Beeinflussung der Darm-Leber-Achse bei Lebererkrankungen.

    Eine Dysbiose bei Zirrhose ist mit einem erhöhten Infektionsrisiko, vermehrtem Auftreten von Komplikationen und möglicherweise mit einer erhöhten Mortalität assoziiert.

    Chronischer Alkoholabusus führt zu einer intestinalen Dysmotilität und stört den Gallenfluss sowie das Immunsystem.

    Mikrobiomveränderungen bei nichtalkoholischer Fettleber und nichtalkoholischer Steatohepatitis werden durch Ernährung oder genetische Faktoren hervorgerufen.

    Primär sklerosierende Cholangitis: Ein porenformender Klebsiella-pneumoniae-Stamm im Darm kann zu einer vermehrten bakteriellen Translokation und einer Th17-mediierten hepatobiliären Schädigung führen.

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Geriatrie

  • Infektionsprophylaxe im Alter – was bringt das?

    Impfungen sind eine besonders effektive Form der Infektionsprophylaxe, insbesondere jene gegen saisonale Influenza und Pneumokokken sind für ältere Personen hervorzuheben.

    Der Effekt von Probiotika ist noch nicht abschließend geklärt, jedoch dürfte es einen Benefit hinsichtlich der Reduktion oberer Atemwegsinfektionen geben.

    Probiotika haben keinen Einfluss auf den Antibiotikaverbrauch bei Personen in Pflegeeinrichtungen.

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Nephrologie

  • Poststreptokokken-Glomerulonephritis – Pathogenese geklärt?

    Die akute Poststreptokokken-Glomerulonephritis (APGN) zeichnet sich durch eine transiente Aktivierung des alternativen Weges des Komplementsystems und eine daraus resultierenden glomerulären Schädigung aus.

    Bei > 90 % der Kinder mit APGN können transient Autoantikörper gegen den Komplementfaktor B nachgewiesen werden.

    Diese komplementaktivierenden Antikörper stellen einen neuen möglichen Spieler in der Pathogenese der APGN dar.

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Infektiologie

Schmerzmedizin

  • Placebo, Nocebo und Vertrauen

    Konditionierung, offene Arzneimittelgabe und verbale Suggestion können Placebo­effekte auslösen.

    „Nichtmedizinische Artefakte“ wie Umgebungsatmosphäre, Dekor im Wartezimmer, und weißer Mantel können genutzt werden, um Placeboeffekte zu maximieren sowie Noceboeffekte zu minimieren.

    Unrealistische Versprechen sollten gemieden werden, da sie das Vertrauen zerstören können: „Pain vs. Trust“.

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Kardiologie

  • Nachlese zum ESC-Kongress 2020

    Beim Corona-bedingt virtuell abgehaltenen ESC-Kongress 2020 wurden zahlreiche für die Praxis relevante Guidelines und Studien präsentiert:

    LoDoCo2: Die Bedeutung dieser Studie liegt in der Etablierung von Colchicin als potenzielle neue Option für die Sekundärprävention bei stabiler KHK.

    REALITY: Bluttransfusionen können bei Herzinfarktpatienten mit Anämie bis zu einem Hämoglobin von 8 g/dl ohne nachteilige Effekte zurückgehalten werden.

    POPular-TAVI: Bei Patienten ohne Indikation für eine orale Antikoagulation erscheint eine einfache Plättchenhemmungstherapie nach TAVI sicher.

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  • Plötzlicher Herztod und die Rolle der diastolischen (Dys-)Funktion

    Bei der Risikobeurteilung sollte neben der Pumpfunktion auf die Ausprägung der diastolischen Dysfunktion geachtet werden.

    Lebensbedrohliche Arrhythmien können auch bei Patienten mit nur gering reduzierter linksventrikulärer Funktion, jedoch ausgeprägter diastolischer Dysfunktion auftreten.

    Die medikamentöse Therapie, Gewichtsreduktion und körperliche Aktivität können zur Risikoreduktion beitragen.

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Palliativmedizin

  • Pädiatrische Palliativversorgung

    Palliative Care in der Pädiatrie unterscheidet sich erheblich von Palliativversorgung im Erwachsenenbereich.

    Die palliative Versorgung im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter braucht spezielle medizinische und psychosoziale Standards, die eine Begleitung der gesamten Familie, insbesondere der Geschwister und Eltern, inkludieren.

    Der Universitätslehrgang „Palliative Care in der Pädiatrie“ vermittelt diese Standards, hilft, Begegnungsängste und Ohnmachtsgefühle zu überwinden, und fördert die Zusammenarbeit multiprofessioneller Berufsgruppen.

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Pneumologie

  • Der Lungenfacharzt als Wegbegleiter auf Augenhöhe

    Die Österreichische Lungenunion (ÖLU) ist eine bundesweit aktive Selbsthilfegruppe für Menschen mit Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen und Allergien.

    Das aktive Mitwirken der Patienten erfordert ein gründliches Wissen über die Ursache, den Verlauf und die Therapie der Krankheit.

    Der Arzt nimmt dabei die Rolle des schulenden, medizinischen Experten ein.

    Um Betroffenen und Angehörigen auch in Pandemiezeiten die Möglichkeit der Interaktion zu erleichtern, bietet die ÖLU vermehrt digitale Hilfe an.

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Themenheft:

  • Editorial zum Themenheft Pneumologie

    Die Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) fand heuer nicht nur zum 44. Mal statt, sondern – an die neuen Gegebenheiten und Erfordernisse angepasst – auch erstmals virtuell. Unter dem Motto „Lung on air“ konnten über 1.000 angemeldete Teilnehmer…

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  • Phänotypen und Charakteristika von chronischem Husten

    Fast jeder Zehnte weltweit ist von chronischem Husten betroffen.

    Cough Hypersensitivity Syndrome ist der Oberbegriff für das gemeinsame patho­physiologische Konstrukt, das alle Ursachen des chronischen Hustens zu Phänotypen zusammenführt.

    Gute Aussichten für zielgerichtete Therapie: Der P2XR-Antagonist Gefapixant, derzeit in Phase III, reduziert die 24-h-Hustenfrequenz.

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  • Eosinophilie und Rhinosinusitis

    Neue Erkenntnisse der Pathomechanismen zeigen, dass unterschiedliche Entzündungsmechanismen der CRS zugrunde liegen können, wobei Typ-1-Reaktionen bei CRSsNP und Typ-2-Reaktionen bei CRSwNP überwiegen.

    Erhöhte Zahlen an eosinophilen Granulozyten werden mit dem Phänotyp der CRSwNP und erhöhten Rezidivraten in Verbindung gesetzt.

    Der Einsatz von Biologika erweitert als neue Therapieoption die Behandlung von schweren und therapierefraktären chronischen Sinusitiden.

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  • Neue Behandlungsmöglichkeiten mit Studien aus Österreich

    Um das Risiko zu senken, an Lungenkrebs zu erkranken, ist ein sofortiger Rauchstopp unabdingbar.

    Das seit einem Jahr bestehende Nichtraucherschutzgesetz ist ein erster Schritt; als wichtigste Waffe im Kampf gegen den Krebs gilt aber nach wie vor die frühzeitige Diagnose und Therapie.

    Bei einer neuen Therapiemöglichkeit haben österreichische Mediziner des Karl Landsteiner Instituts für Lungenforschung und Pulmonale Onkologie einen entscheidenden Beitrag geleistet.

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  • Chemo- und Immuntherapie beim NSCLC

    Die 5-Jahres-Überlebensrate von 32 % bei Patienten mit hoher PD-L1-Expres-sion bei einer Erstlinientherapie mit dem Anti-PD1-Antikörper Pembrolizumab ist beeindruckend.

    Die Kombination einer Chemotherapie mit einer Immuntherapie ist auch bei Patienten mit negativer PD-L1-Expression einer alleinigen Chemotherapie klar überlegen.

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  • Ein Jahr rauchfreie Gastronomie in Österreich

    Die Verbesserung des Nichtraucherschutzes seit 1. 11. 2019 braucht noch Kontrolle.

    Eine Gleichstellung von Wasserpfeifen und E-Zigaretten mit Tabakzigaretten war erforderlich und muss noch für neue Nikotinprodukte ergänzt werden.

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  • Schlaf und Herzschlag

    Qualität und Dauer des Schlafs sind mit kardiovaskulären Outcomeparametern assoziiert.

    Es besteht eine starke Assoziation zwischen Vorhofflimmern und obstruktiver Schlafapnoe.

    Schlafapnoe ist ein Risikomarker, jedoch kein therapeutisches Target bei Herzschwäche.

    Vagotoniebedingte nächtliche Bradykardien (zumeist AV-Block II Typ Wenckebach) sind nicht behandlungsbedürftig.

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  • Fall des Jahres 2020: Allergie mit Biss

    Übertragen durch einen Zeckenbiss kann Alpha-Gal zu einer Sensibilisierung und darauffolgend nach Fleischkonsum zu einer allergischen Reaktion gegen das Oligosaccharid Alpha-Gal führen.

    In Österreich geht man von einer Dunkelziffer von ca. 100 Fällen pro Jahr aus.

    Die Diagnosestellung ist häufig durch das zeitverzögerte Auftreten (2–6 h) von allergischen Symptomen erschwert.

    Zielführend kann eine erweiterte Anamnese hinsichtlich Essgewohnheiten und rezente Zeckenbisse sein, zum Teil mit ausgeprägterer Lokalreaktion.

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