SO 01|2013

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

AKTUELL für Sie!

  • 13th St. Gallen International Breast Cancer Conference

    Primary Therapy of Early Breast Cancer, St. Gallen – 13. Internationales Konsensus-Meeting, 13.–16. März 2013: Alle 2 Jahre wird die Konsensus-Konferenz zur Therapie des frühen Mammakarzinoms in St. Gallen abgehalten. Das Votum der Panel-Mitglieder über bestimmte Therapieentscheidungen ist der abschließende Höhepunkt der Veranstaltung.

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Focus: Onkologische Rehabilitation

  • Vorwort 1/13: Vom Überleben zum Leben – onkologische Rehabilitation in Österreich
    Jedes Jahr erkranken in Österreich mehr als 36.000 Menschen neu an Krebs. Die Fokussierung der medizinischen Forschung in der Onkologie auf das Überleben führt durch verbesserte Früherkennung und wirksamere Behandlungen zu einer kontinuierlichen Zunahme der Lebenserwartung. Der immer größer werdenden ...Weiterlesen ...
  • Entwicklung der onkologischen Rehabilitation aus Sicht der Pensionsversicherungsanstalt

    Erste Rehabilitationsmaßnahmen wurden von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) im Jahr 1999 für Patientinnen mit Mammakarzinom initiiert.

    Positive Erfahrungen und die generelle Entwicklung – rund 35.000 Neuerkrankungen jährlich, dritthäufigste Ursache für Pensionierungen aus gesundheitlichen Gründen – haben zur Entwicklung eines multimodalen Settings geführt. Das Leistungsprofil der PVA wird seit Oktober 2010 vom Rehabilitationszentrum Treibach-Althofen (als Pilotprojekt) umgesetzt.

    Bis heute hat die Pensionsversicherungsanstalt das Angebot für onkologische PatientInnen auf 301 Betten bundesweit erhöht.

    Ab 2013 wird das Angebot auch auf ambulante onkologische Rehabilitation ausgeweitet.

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  • Pilotprojekt im Humanomed Zentrum Althofen

    Einerseits wird die Verweildauer nach Krebsbehandlungen in öffentlichen Spitälern aufgrund des Kostendrucks immer kürzer, andererseits müssen sich primär behandelnde Spitäler auf die Durchführung der Therapie konzentrieren. Damit steigt der Bedarf an Rehabilitations­einrichtungen im Bereich der Onkologie.

    Im Pilotprojekt konnten gezeigt werden, dass mit den multidisziplinären Rehabilitationsmaß­nahmen bereits nach 3 Wochen eine deutliche Verbesserung der psychischen und somatischen Beschwerden erzielt werden kann.

    Die Fähigkeit, für sich selbst zu sorgen, mit belastenden Ereignissen umzugehen, die körperliche Leistungsfähigkeit, die Schmerzen und damit der allgemeine Gesundheitszustand konnten dauerhaft verbessert werden.

    Die Patientenzufriedenheit mit dem Rehabilitations­programm war sehr gut, was vor allem auf den hohen persönlichen Einsatz des multidisziplinären Teams und eine Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse zurückzuführen ist.

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  • Stationäre onkologische Rehabilitation bei geriatrischen Patienten

    Bis zum Jahr 2011 bot die Sonderkrankenanstalt Rosalienhof als einziges Zentrum in Österreich stationäre onkologische Rehabilitation an.

    Rehabilitationsziele werden gemeinsam mit dem Patienten formuliert und alle relevanten Parameter im Entlassungsbericht ausführlich dargestellt.

    Bei jedem Patienten, der eine medizinische Trainingstherapie erhalten soll, wird eine Echokardiografie und eine Leistungsdiagnostik im Rahmen der Ergometrie durchgeführt.

    Strukturierte, psychologisch-psychotherapeutische Interventionen kommen sowohl im Gruppen- als auch im Einzelsetting zum Einsatz und sollen z. B. mit Copingstrategien zur Reduktion von Disstress zum positiveren Krankheitsverlauf beitragen.

    Zur großen Herausforderung in der stationären onkologischen Rehabilitation zählt die Tatsache, dass für Patienten über 65 Jahren nur wenige evidenzbasierte Daten zur Verfügung stehen.

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  • Lebensstilberatung in der onkologischen Rehabilitation

    Im Rahmen der medizinischen Betreuung fühlen sich die wenigsten Patienten ausreichend über Lebensstilmaßnahmen aufgeklärt.

    Empfehlungen bei fortgeschrittener Tumorerkrankung reichen von „Es ist ohnehin schon alles egal“ bis „Es ist nie zu spät, sein Leben zu ändern“. Unterschiedliche oder auch konträre Meinungen können zur Verunsicherung beitragen.

    Sinnvoll scheint es, wenn sich Patienten nicht zu strengen Vorgaben oder Plänen verpflichtet fühlen, sondern sich an Richtlinien orientieren können: Was sollte man mehr und was weniger machen? Wobei das Übertreiben einer Maßnahme nicht ein Ausgleich für das Unterlassen einer anderen Maßnahme sein kann.

    Das in Österreich relativ neue Gebiet der onkologischen Rehabilitation bietet eine gute Möglichkeit, in Zukunft mehr Evidenz für fundierte Aussagen zu schaffen.

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  • Möglichkeiten der physikalischen Medizin in der onkologischen Rehabilitation

    Bei allen rehabilitativen Maßnahmen stehen die Funktionsverbesserung und die nachhaltige Erhöhung der Selbständigkeit im Vordergrund. Das kann nicht nur zu einer wesentlichen Verbesserung der (Über-)Lebensqualität für die Patienten, sondern über eine Umwegrentabilität auch zur langfristigen Einsparung von Kosten für Pflegeaufwand und – bei jüngeren Patienten – für Pensionen führen.

    Ziel jeder Rehabilitation ist die weitgehende Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

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  • Die Ziele der Ernährungstherapie in der onkologischen Rehabilitation

    Praktisch alle hämatoonkologischen Erkrankungen und die damit erforderlichen Therapien führen zu Veränderungen der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme.

    Obwohl Patienten mit Gewichtsverlust primär geringere Zytostatikadosen erhalten, bekommen sie mehr und schwerere Komplikationen.

    Einerseits leiden Betroffene häufig an Symptomen, die das Ernährungsverhalten beeinflussen, anderseits werden häufig Stoffwechselveränderungen bis hin zum metabolischen Syndrom entwickelt.

    Die Ziele der Ernährungstherapie, ernährungstherapeutisch relevante Symptome und Interventionsmöglichkeiten werden im Beitrag erörtert.

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  • Was ist Psychoonkologie?

    In der Psychoonkologie wird heute mit Patientenunterstützung, Forschung und Lehre ein Dreisäulenmodell praktiziert.

    In der Forschung wird die Wechselwirkung körperlicher, sozialer und psychischer Faktoren und deren Einfluss auf den Verlauf der Krebserkrankung untersucht.

    • Untersuchungen zeigen: Es gibt definitiv keine Krebspersönlichkeit, Krebs ist keine Erkrankung der Seele.

    Eine schlechte Nachricht kann man nicht gut überbringen, sondern nur sofort. In der Lehre sollen Kompetenzen der Betreuer zur qualifizierten Unterstützung der Betroffenen gestärkt werden.

    • Wesentlich ist der systemische Aspekt, dass die Krebserkrankung nicht nur Patienten, sondern auch Betreuer und Angehörige betrifft: Diese sind qualifiziert in den Behandlungsplan einzubeziehen.

    Die Unterstützung und Begleitung der Betroffenen umfasst drei Bereiche:

    • psychoedukative Schulungsprogramme: an Vorwissen und Sozialverhalten angepasste „Onko-Schulung“ in Kleingruppen
    • psychoonkologische Beratung: Mobilisierung von Ressourcen, Reduktion von Leidensdruck
    • und Therapie: Ein wesentlicher therapeutischer Bestandteil ist die Unterstützung bei der Bewältigung der mit Krebs einhergehenden existenziellen Bedrohung.
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  • Kommunikation mit Krebsbetroffenen

    Es steht außer Zweifel, dass dem Erkrankten mit Offenheit und Wahrheit begegnet werden muss. Es wäre überheblich, zu glauben, dass es in einem so diffizilen Bereich, wie es der Kontakt mit Kranken ist, möglich wäre, „gnädig zu lügen“. Da nicht nur das Wort, sondern der ganze Mensch kommuniziert, stellt das Abweichen von der Wahrheit ein fundamentales Ungleichgewicht dar und ist als Kommunikationsmittel mit Schwerkranken ungeeignet.

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  • Stellenwert der Psychoedukation in der onkologischen Rehabilitation

    Die Ziele der Psychoedukation für Patienten und Angehörige sind neben einem intensiven Informationsaustausch die Stärkung des Selbsthilfe­potenzials, die Ressourcenorientierung, die Stressreduktion und die Stärkung des ­Selbstvertrauens.

    Die Gruppenintervention fördert die Kommunikation und das Lernen voneinander und reduziert die ökonomische Belastung des Gesundheitssystems.

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  • Mediation als wichtiger Teilaspekt der onkologischen Rehabilitation

    Mediation ist ein Mittelweg zwischen Therapie und Rechtsberatung. Wechselseitiger Respekt sowie Wertschätzung werden wiederhergestellt, die Problemlösungskompetenz der Parteien wird gefördert.

    Gesundheitsmediation gilt als spezielle Form der Familienmediation, bei der ein Familienmitglied schwer erkrankt ist. Damit Genesung und/oder Pflege im privaten Bereich bestmöglich gewährleistet sind, sollen in erster Linie Familienkonflikte aus dem Weg geräumt werden.

    Das Ziel der Gesundheitsmediation besteht darin, Patienten und Angehörigen zu helfen, mit den durch die verschiedenen Phasen der Erkrankung bedingten Herausforderungen besser umgehen zu können.

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  • Schützt körperliche Aktivität vor Krebs und Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung?

    In Europa sind ca. 15 % aller Krebsfälle auf körperliche Inaktivität zurückzuführen. Jedes Jahr wären bis zu 300.000 Karzinome allein durch körperliche Aktivität vermeidbar.

    Ein körperlich aktiver Lebensstil

    • reduziert in der Primärprävention das Erkrankungsrisiko z. B. für Dickdarm- oder‚ Brustkrebs um etwa ein Drittel.
    • reduziert die Inzidenz von Präkanzerosen, wie z. B. die Entwicklung von Dickdarmpolypen.
    • mindert in der Sekundärprävention das Rezidivrisiko und verbessert das Überleben nach Krebs (z. B. nach Brustkrebs, Dickdarmkrebs und Prostatakarzinom).
    • ist in der Lage, Nebenwirkungen von Chemo- und Radiotherapie zu mindern.

    Im Unterschied dazu erhöht die Trias Hyperinsulinismus plus Übergewicht plus körperliche Inaktivität z. B. das Pankreaskarzinomrisiko um 100 %.

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  • Das soziale Gewicht der Krebserkrankung

    Muskelmasse und körperliche Leistungsfähigkeit lassen sich leicht vermessen, schwieriger wird es beim sozialen Gewicht der Krebserkrankung, den Gedanken und Gefühlen der Betroffenen.

    Beeinträchtigungen ergeben sich aus den Besonderheiten der Krebserkrankung, die zur Stigmatisierung und zu den Mythen, Stichwort „Krebspersönlichkeit“, beitragen.

    Die gesellschaftliche Tabuisierung der Krankheit und ihrer Therapie (Stigma Chemotherapie) zeigt sich auch in der Sprache: z. B. „bösartige Erkrankung“.

    Zahlreiche Faktoren führen zu einer Beeinträchtigung der Integrität des Körperbildes.

    Die Stärke körperorientierter Therapien liegt in der „doppelten“ Wirkung der körperlichen Aktivierung und im Erleben körperlichen Wohlbefindens.

    Die Herausforderung liegt in den sozialen Aspekten von Krankheit und Gesundheit: Wenn psychosoziale Einflussfaktoren in den medizinischen Entscheidungsabläufen nicht berücksichtigt werden, werden soziale Unterschiede weiter verstärkt.

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  • Von Krankheit getroffen: Was ist für den Betroffenen von Bedeutung?

    Vielleicht das zentrale Thema in der Onkologie: Grenzen ziehen. Sowohl von therapeutischer Seite mit Eingrenzung der Diagnose, Abgrenzung von Differenzialdiagnosen und Grenzen der therapeutischen Optionen als auch von Seiten des Patienten, der Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Therapie rational erkennen und emotional verkraften soll.

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  • Infektionen und febrile Neutropenie, Übelkeit und Erbrechen, Fatigue: Supportive Therapie

    Das sorgfältige Management der therapieassoziierten Nebenwirkungen ist für die Lebens­qualität der PatientInnen unerlässlich und zugleich auch Voraussetzung für die Machbarkeit onkologischer Therapien.

    Bei häufigen adjuvanten Therapien des Mammakarzinoms liegt die Wahrscheinlichkeit für neutropenisches Fieber bei bis zu 20 %, erreicht aber bei sehr intensiven Therapien fast 100 %.

    Übelkeit und Erbrechen sind zwei der relevantesten Nebenwirkungen von Chemotherapien. Die Ansprechraten prophylaktisch eingesetzter Antiemetika gegen akutes und verzögertes Erbrechen unter hoch emetogenen Therapien liegen bei 75 %.

    Von Fatigue sind unter strengen Kriterien etwa 15 % der PatientInnen betroffen, allerdings haben bis zu 90 % eines oder mehrere Symptome des Vollbilds Fatigue.

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  • Nichtmedikamentöse Therapien als Ergänzung zur medikamentösen Schmerzbehandlung in der Onkologie

    Die Chronifizierung des Schmerzes geht mit ängstlichen Erwartungshaltungen und ausge­prägtem Vermeidungsverhalten einher.

    In einer Pilotstudie der Medizinischen Universität Wien war das Ausmaß der subjektiven Angst bei Frauen größer als bei Männern.

    Um Ängsten zu begegnen, sind Hypnose als Tranceerfahrung und Hypnotherapie wertvolle begleitende schmerztherapeutische Ansätze.

    Trance erhöht die Vorstellungs- und Assoziationskraft und bewirkt eine Veränderung des alltäglichen Bezugsrahmens. Probleme wie Schmerzen oder Sorgen können leichter an eine andere Instanz (Unterbewusstes) „abgegeben“ werden, die Lösungsmöglichkeiten bietet.

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  • Krebs und Sucht – Alkohol und Tabak

    Bei Tumoren im Rachenraum und im Gastrointestinaltrakt scheint ein Konsum von 50–80 g Alkohol täglich bereits eine Risikomenge darzustellen.

    PatientInnen mit Karzinomen im Mund-Rachen-Raum weisen als zusätzliche Diagnose häufig eine Alkohol- und Tabakabhängigkeit auf.

    Wirkung und Nebenwirkungen der meisten Medikamente, auch von Zytostatika, werden durch Alkoholeinfluss verändert.

    Die adäquate Betreuung von alkoholabhängigen Karzinompatienten prä- und postoperativ reduziert die Komplikationsraten und halbiert die Zeit der stationären Aufnahmen.

    Zur Behandlung unterschiedlicher Formen der Alkoholabhängigkeit eignet sich die Typologie nach Lesch.

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  • Herausforderungen in der Rehabilitation: Sexualität und Karzinomerkrankung der Frau

    Die Diagnose Krebs mit den Primärtherapien Operation, Radiotherapie und Chemotherapie lässt zumeist jegliche sexuelle Aktivität sistieren.

    In der Rehabilitationsphase wird Sexualität wieder zum Thema. Menschen können am ehesten dort anknüpfen, wo sie vor der Erkrankung in ihrem sexuellen Leben gestanden sind.

    Die Rehabilitation hat die Aufgabe der Salutogenese, dazu gehört, Sexualität auch unter veränderten Bedingungen wieder leben zu lernen.

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  • Grenzen der onkologischen Rehabilitation – Palliative Care

    Während im Jahr 2010 die Indikation zur Rehabilitation noch auf Neoplasien ohne Metastasierung (nach kurativer Behandlung) beschränkt war, erweitert ein aktueller Entwurf die Indikation auf Patienten mit noch vorhandener Tumoraktivität (palliatives Setting).

    Für diese Patienten stellen sich neue Fragen zur Rehabilitationsfähigkeit oder darüber, welche Therapieziele die onkologische Rehabilitation verfolgen kann, und wie weit sie sich von Palliative Care unterscheidet (oder wie nahe sie dieser ist).

    Beim Erarbeiten von Therapiezielen sind die Ressourcen des Patienten genauso wie jene der behandelnden Institution zu berücksichtigen, ein Überschätzen der Ressourcen sollte vermieden werden.

    Die Frage, wann eine stationäre onkologische Rehabilitation für Patienten mit palliativen Therapiezielen erfolgen soll, ist derzeit nicht wirklich zu beantworten. Angelehnt an Erfahrungen der Palliative Care gilt aber möglicherweise auch hier: je früher die Betreuung, desto besser der Effekt.

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  • Zu wenige Rehabilitationsplätze für onkologische Patienten

    Onkologische Rehabilitation aus der Sicht einer Betroffenen:

    Patienten sollten vom behandelnden Arzt besser über die Möglichkeit der Rehabilitation informiert werden.

    Onkologische Rehabilitation sollte auf das Leben zu Hause vorbereiten.

    Das Angebot muss in einem Tempo stattfinden, das auf die Kräfte des Patienten Rücksicht nimmt.

    Wichtig ist, Krankenhausgeruch und Spitalsbilder durch angenehme Sinneswahrnehmungen zu ersetzen.

    Vorträge bringen weniger als „Sprechstunden“ zu bestimmten Themenbereichen und der Erfahrungsaustausch in kleinen Gruppen.

    Rehabilitationszentren sollten keine Therapiezentren sein, die an den Krankenhausaufenthalt erinnern.

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Kongress

  • ASCO-GI 2013: Highlights beim Kolorektal-, Magen- und Pankreaskarzinom

    Kolorektalkarzinom

    Studien mit Bevacizumab und Chemotherapie zeigen eine erhöhte Wirksamkeit in Kombination mit FOLFOXIRI (TRIBE) und die Möglichkeit zur Therapie älterer Patienten über 70 Jahre (AVEX).

    Genomweite Analysen identifizieren neue molekulare Subtypen mit unterschiedlichem biologischem Verhalten und klinischem Verlauf.

    Magenkarzinom

    Der Angiogenesehemmer Ramucirumab wurde in einer Phase-III-Studie als Second-Line-Therapie untersucht und konnte das Gesamtüberleben verbessern, eine Studie in Kombination mit Chemotherapie ist am Laufen.

    Pankreaskarzinom

    Die MPACT-Studie mit Abraxane (Nab-Paclitaxel) und Gemcitabin zeigt gegenüber Gemcitabin als Monotherapie eine signifikante Verbesserung aller klinischen Wirksamkeitsparameter und könnte sich zu einem neuen Therapiestandard entwickeln.

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  • Hot Topics am San Antonio Breast Cancer Symposium

    ATLAS-Studie, „Adjuvant Tamoxifen: Longer Against Shorter“: 10 Jahre Tamoxifen sind besser als 5 Jahre.

    EndoPredict®, der von der ABCSG mitentwickelte Multigen-Assay zur Vorhersage von Spätrezidiven bereits bei Diagnosestellung; ein Tool zur besseren Therapieplanung und in etlichen Zentren Deutschlands bereits etabliert.

    Daten der BIG-1-98-Studie mit Letrozol empfehlen den konsequenten Einsatz von Aromatasehemmern bei lobulären Karzinomen, deren Prognose offenbar doch nicht besser ist als jene von invasiv duktalen Karzinomen.

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  • SABCS 2012: Trastuzumab – Langzeit-Outcomes und Erkenntnisse zur Therapiedauer

    Die Anwendung von Trastuzumab über 52 Wochen im Anschluss an die adjuvante Chemotherapie des frühen HER2-positiven Mammakarzinoms bewirkt unabhängig vom Hormonrezeptorstatus eine signifikante Verlängerung des krankheitsfreien Überlebens und des Gesamtüberlebens.

    Weder die Applikation über zwei Jahre noch jene über sechs Monate zeigen Vorteile gegenüber der standardmäßigen Therapie über ein Jahr.

    Die Verabreichung von Trastuzumab als subkutane Injektion hat gegenüber der intravenösen Gabe eine Verkürzung des Zeitaufwands vonseiten der Ärzte und Patienten zur Folge.

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  • ASH 2012: Multiples Myelom

    Multiples Myelom am ASH 2012

    Derzeit befinden sich mehr als 20 neue Substanzen in klinischen Studien.

    Vielversprechende Neuentwicklungen sind der i. v. verfügbare Proteasominhibitor Carfilzomib, der erste orale Proteasominhibitor MLN9708, der Immunmodulator Pomalidomid, der IgG1-Antikörper Elotuzumab gegen das Zelloberflächenprotein CS1, insbesondere der CD38-Anti­körper Daratumumab und – last, not least – der Zellzyklusinhibitor Dinaciclib.

    Früher ohne Stammzelltransplantation kaum denkbare, heute aber unabhängig davon erzielbare hohe Ansprechraten und hohe Raten an Komplettremissionen lassen weitere Verbesserungen der Überlebenszeit von Myelompatienten erwarten.

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  • ASH 2012: Neues zur chronischen myeloischen Leukämie

    CML am ASH 2012

    4-Jahres-Update der ENESTnd-Studie: Der Therapieerfolg mit Nilotinib bleibt gegenüber Imatinib aufrecht.

    Landmark-Analysen zeigen, dass das frühe molekulare Ansprechen nach drei Monaten prognoserelevant ist. Dieses Therapieziel wurde in den neuen ESMO-Guidelines bereits berücksichtigt (bei Nicht­erreichen z. B. „early switch“). Gegenüber Imatinib lässt sich dieses Therapieziel mit Nilotinib und Dasatinib bei deutlich mehr Patienten realisieren.

    FDA-Zulassung von Ponatinib: Ponatinib ist ein Pan-BCR-ABL-Inhibitor, dessen Besonderheit in der Aktivität gegen die imatinib-, nilotinib- und dasatinibrefraktäre T315I-Mutation besteht. In der Zulassungsstudie PACE erreichte ein hoher Prozentsatz an CML-Patienten selbst nach mehrfachen Vortherapien immer noch eine dauerhafte zytogenetische Remission.

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  • ASH 2012: Aktuelles zur Therapie akuter Leukämien

    ASH 2012, Highlights bei akuten Leukämien

    Neue molekulare Methoden werden zu einer besseren prognostischen Klassifizierung der AML führen. u ATRA + Arsentrioxid als neuer Therapiestandard bei APL mit niedrigem Risiko.

    Zunehmende prognostische Bedeutung der minimalen Resterkrankung bei AML und ALL.

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  • ASH 2012: R-COMP bei Patienten mit diffus großzelligem B-Zell-Lymphom und kardialen Risikofaktoren

    Nichtpegyliertes liposomales Doxorubicin zeigt Sicherheit und Effektivität bei Patienten mit aggressivem Non-Hodgkin-Lymphom und einer Kontraindikation zu konventionellem Doxorubicin.

    Die Substitution von herkömmlichem Doxorubicin im R-CHOP-Schema durch nichtpegyliertes liposomales Doxorubicin (R-COMP-Schema) stellt eine wirksame und sichere Therapieoption für NHL-Patienten mit moderaten/schweren kardialen Erkrankungen dar.

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  • ASH 2012: Neue Daten zum Mantelzelllymphom

    Mantelzelllymphom am ASH 2012

    Patienten, welche für ein intensives Behandlungskonzept geeignet sind, sollen eine Induktionstherapie mit alternierend R-CHOP/R-DHAP erhalten, gefolgt von einer Hochdosis­therapie inklusive Cytarabin und autologer Stammzelltransplantation.

    Daten der BRIGHT-Studie bestätigen die Wirksamkeit von Rituximab + Bendamustin beim MCL (hohe CR-Raten).

    Eine Studie mit dem BTK-Inhibitor Ibrutinib zeigt eindrucksvolle Daten zur Effektivität beim vorbehandelten MCL.

    Eine Subgruppe von Patienten mit rezidiviertem/refraktärem MCL profitiert anhaltend von einer Behandlung mit Lenalidomid (EMERGE-Studie).

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  • ASH 2012: Myelodysplastische Syndrome

    Myelodysplastische Syndrome am ASH 2012

    Biologie: Interessante Ergebnisse durch moderne molekulare Methoden, die in ihrer klinischen Umsetzung Hoffnung auf einen baldigen Vorteil für den Patienten geben.

    Diagnostik: Der IPSSR als Prognoseinstrument ist validiert und wird bis zur Integration molekularer Parameter den Standard zur Patientenevaluation darstellen.

    Therapie: Neben etablierten Substanzen wie Eisenchelatoren, Erythropoetinen, hypomethy­lierenden Substanzen und Immunmodulatoren sind eine Vielzahl viel versprechender Entwicklungen auf dem Weg, davon viele in Phase-III-Studien.

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Palliativmedizin

  • Palliative Versorgung in Österreich: Nur ein Bruchteil des Bedarfs ist abgedeckt

    Interview mit Univ.-Prof. Dr. Herbert Watzke zur Palliativversorgung in Österreich.

    Gemäß dem 2004 vom ÖBIG entwickelten Strukturplan zur abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich sollten pro Million Einwohner 60 Palliativ- bzw. Hospizbetten zur Verfügung stehen:

    • Der Ausbaugrad über alle Einrichtungen gesehen liegt noch immer unter 50 %.

    Neu erschienen: ein Prozesshandbuch mit Empfehlungscharakter, um die Arbeit in den Hospiz- und Palliativeinrichtungen zu unterstützen und zu fördern.

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Panorama

  • PatientInnen mit Glioblastom und deren Angehörige

    Glioblastome sind bislang unheilbar, es gibt aber eine – hoffentlich weiter – steigende Zahl an Langzeitüberlebenden.

    Infolge körperlicher und geistiger Beeinträchtigungen zeigt eine Studie an der Medizinischen Universität Wien bei Glioblastom-Langzeitüberlebenden vor allem finanzielle Probleme bedingt durch den Verlust des Arbeitsplatzes. Es resultieren erneut Zukunftsängste, der Leidensdruck steigt.

    Krankengeld, Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspensionen sind gering bemessen, das Ansuchen um soziale Unterstützung (Formularflut!) fällt schwer.

    Umgekehrt erhöhen sich krankheitsbedingt die Lebenserhaltungskosten.

    Der Verlust an Eigenständigkeit und Unabhängigkeit zwingt junge Glioblastom-Patienten oft zurück in den elterlichen Haushalt.

    Angehörige sollen mit der fatalen Diagnose zurechtkommen und das Einkommen sichern, was erhebliche Belastungen nach sich zieht und vor allem in der End-of-Life-Phase Überforderungen mit sich bringt.

    Wertvoll wären mehr Information und Aufklärung, finanzielle Unterstützung und eine spezielle onkologische Rehabilitation.

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  • Nachsorge von kolorektalen Adenomen

    Patienten, bei welchen im Rahmen einer Koloskopie Adenome abgetragen wurden, haben ein erhöhtes Risiko, in der weiteren Folge neuerlich Adenome zu entwickeln.

    Entsprechend den aktuellen Richtlinien der ÖGGH hängt das empfohlene Kontrollintervall in erster Linie von Anzahl und Größe der Adenome, vom histologischen Typ und vom Dysplasiegrad ab.

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  • 2. Weltkrebstag, 4. Februar 2013: Mythen und Fakten zu Krebs

    Ein Beispiel für medizinische Errungenschaften im Bereich der Onkologie: Vor zehn Jahren haben Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs im Durchschnitt 22 Monate gelebt. Heute leben sie, maßgeblich durch neue Medikamente, fast dreimal so lange, durchschnittlich 58 Monate.

    Wären die Gesundheitsausgaben Österreichs (31,4 Mrd. Euro im Jahr 2010) ein VW Golf, wären Krebsmedikamente (372 Millionen, 1,2 % der Gesundheitsausgaben) ein günstiger Reifen mit Felge: VW Golf ~ 17.000 Euro; günstiger Reifen ~ 90 Euro; Felge ~ 110 Euro.

    Insgesamt machen Medikamente 5,7 % der gesamten Spitalsausgaben aus; davon Krebs­medikamente 1,7 %.

    Arbeitsausfälle kosten mehr als Medikamente: Krebs zählt zu den teuersten Erkrankungen, nicht aufgrund der Behandlungskosten, sondern aufgrund der volkswirtschaftlichen Kosten durch vorzeitigen Tod, Berufsunfähigkeit oder frühzeitige Pensionierung, die die Behandlungskosten um mehr als das 5-Fache übersteigen.

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Personalisierte Medizin

  • Drugable Targets bei Hirntumoren

    Die Möglichkeit zur Durchdringung der Blut-Hirn-Schranke ist eine Grundvoraussetzung der medikamentösen Therapie.

    Die starke Vaskularisierung von Glioblastomen gilt als Rationale für den Einsatz antiangiogener Substanzen wie Bevacizumab oder Cilengitid.

    Ipilimumab, Vemurafenib und Dabrafenib wirken bei melanomassoziierten Hirnmetastasen.

    Die Wirksamkeit des HER2-Tyrosinkinasehemmers Lapatinib beim HER2-positiven Mamma­karzinom mit zerebraler Metastasierung wurde zuletzt in der LANDSCAPE-Studie dokumentiert.

    Die EGFR-Tyrosinkinasehemmer Erlotinib und Gefitinib wirken auch gegen bronchialkarzinomassoziierte Hirnmetastasen.

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Translationelle Onkologie

  • Antiangiogenetische Tumortherapie – Fortschritte und Hürden

    Antiangiogenetische Therapien erhöhen den Therapieerfolg von Chemotherapien, allerdings nicht bei allen Tumorarten und nicht bei allen Patienten.

    Thrombozytopenische Chemotherapeutika weisen ein geringes Synergiepotenzial mit antiangiogenetischen Therapien auf.

    Als Ursache für inhärente Resistenzen wurden bisher genetische Keimbahnvariationen identifiziert.

    Erworbene Resistenzen dürften vorwiegend auf der Expression alternativer Angiogenesefaktoren, der Rekrutierung von proangiogenetischen Blutzellpopulationen und einer verstärkten Tumorinvasivität nach Hypoxie beruhen.

    Als prädiktive Marker werden derzeit vor allem zirkulierende Angiogenesefaktoren untersucht, die nun die Validierungsphase erreichen sollten.

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