UIM 02|2013

UIM 02|2013 Themenheft Autoimmun­erkrankungen 2013

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Günter J. Krejs

Autoimmunerkrankungen 2013

Editorial

  • Autoimmunerkrankungen 2013, Editorial
    Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
    eine krankhafte Störung des delikaten Gleichgewichts zwischen Toleranz und Aggres­sivität führt im Abwehrsystem zu einer Art „Bürgerkrieg“ und damit zu den Autoimmunerkrankungen. Diese sehr seltenen Erscheinungen sind in frühen Stadien mit unspektakulärer, beginnender Beteiligung verschiedener ...Weiterlesen ...

Autoimmunerkrankungen

  • Mb. Bechterew – Neue genetische Einsichten mit therapeutischer Konsequenz

    Für die Entstehung der ankylosierenden Spondylitis (AS) wurde eine starke genetische Prädisposition mit Polymorphismenhäufung des IL-23R-Gens beobachtet.

    Th17-Zellen bzw. die Zytokine IL-17 und IL-23 (hier insbesondere die p40-Untereinheit) sind maßgeblich am Ausbruch der AS beteiligt.

    Daraus resultierende therapeutische Ansätze sind die monoklonalen Antikörper Ustekinumab (p40) sowie Secukinumab, Ixekizumab und Brodalumab (IL-17).

    Weiterlesen ...
  • Rheumatoide Arthritis: ehrgeizige Therapieziele, viele Behandlungsmöglichkeiten

    Ziel der Behandlung ist die Remission (< 1 geschwollenes oder schmerzhaftes Gelenk).

    Die Therapie im Frühstadium erhöht die Behandlungschancen.

    In der Früherkennung sind Allgemeinmediziner, Orthopäden und Rheumatologen gefordert.

    Jeder Patient benötigt eine krankheitsmodifizierende Therapie mit einem konventionellen DMARD, eventuell in Kombination mit einem Biologikum.

    Alle verfügbaren Biologika sind auf Gruppenniveau annähernd vergleichbar wirksam.

    Patienten mit RA benötigen ein intensives kardiovaskuläres Risikomanagement.

    Weiterlesen ...
  • Die Rolle des Dermatologen in der Diagnose der Psoriasisarthritis

    Die Therapie mit TNF-Blockern hat die Diagnose und Prognose für Patienten mit Psoriasisarthritis (PsA) grundlegend verändert.

    Der Dermatologe stellt oft die erste Anlaufstelle für Patienten mit PsA dar.

    Die dermatologische Abklärung sollte daher zusätzlich zum Hautstatus eine PsA-gezielte Anamnese und gegebenenfalls ein Kochenröntgen umfassen.

    Die Therapie der Psoriasis richtet sich nach der Schwere des Haut- und Gelenkbefalls.

    Weiterlesen ...
  • Mb. Behçet – Bericht vom Literaturstudium einer geheimnisvollen Erkrankung

    Mb. Behçet ist eine multisystemische Erkrankung mit obligater mukokutaner Beteiligung und sehr variablem Organbefall.

    Pathogenetisch scheint ein Ungleichgewicht der T-Lymphozyten mit Vorherrschen der Th1- und Th17-Antwort im Vordergrund zu stehen.

    Die Therapie richtet sich nach dem betroffenen Organ bzw. Gefäß und folgt den EULAR-Empfehlungen; randomisierte kontrollierte Studien sind rar.

    Weiterlesen ...
  • Systemischer Lupus erythematodes – Conundrum oder Chamäleon?

    Die Palette der möglichen Manifestationen ist groß und beinhaltet u. a. psychiatrische Erkrankungen.

    Der Krankheitsbeginn verläuft oft uncharakteristisch, erste Zeichen eines Nierenschadens treten nach durchschnittlich 5 Jahren auf.

    Infektionen sind für die Hälfte der Todesfälle verantwortlich, deshalb jede Infektionsprophylaxe inklusive Impfungen nutzen.

    Neue therapeutische Hoffnung ist der „B-cell activating factor‟ Belimumab.

    Weiterlesen ...
  • Sjögren-Syndrom – Charakteristikum Schleimhauttrockenheit

    Das Sjögren-Syndrom ist eine exokrine Autoimmunerkrankung unklarer Ursache mit hoch variablem Verlauf.

    Manifestation meist lokoregional, gelegentlich auch schwere Verläufe mit Beteiligung vielerOrgansysteme und polyklonaler B-Zell-Aktivierung; Assoziation mit gehäuftem Auftreten von B-Zell-Lymphomen

    Therapie vorwiegend lokal; Immunsuppression meist nur für Patienten mit schwerer Organbeteiligung

    Weiterlesen ...
  • Granulomatose mit Polyangiitis

    Die Granulomatose mit Polyangiitis (GPA) zählt zu den seltenen primären Vaskulitiden.

    Der Befund ist durch Antikörper gegen Proteine auf aktivierten neutrophilen Granulozyten charakterisiert; zytoplasmatische ANCA sind nachweisbar.

    Typische Organmanifestationen sind oberer Atemtrakt, Augen, Lunge und Nieren.

    Therapie zur Remissionsinduktion abhängig von Krankheitsstadium und -aktivität: Glukokortikoide +/– Methotrexat, Zyklophosphamid oder Rituximab; zur Remissionserhaltung: Azathioprin, Methotrexat oder Leflunomid.

    Weiterlesen ...
  • Glomerulonephritis – oft unklare oder atypische Beschwerden

    Zu den klinischen Symptomen zählen (intermittierende) Makrohämaturie, Ödeme, schäumender Harn (Proteinurie), Beschwerden durch Hypertonie oder Urämiesymptome. Bei systemischen Beschwerden (Arthritis, Erythem, palpable Purpura, Serositis, B-Symptomatik) an Autoimmunerkrankung und damit assoziierte GN denken!

    Bei Verdacht auf eine GN beinhaltet die Basisdiagnostik: Serum (eGFR, Blutsenkung, ANA, c-ANCA, p-ANCA, Komplementfaktoren, evtl. Anti-PLA2R-Ak), Harn (Protein-Kreatinin-Ratio, Albumin-Kreatinin-Ratio, quantitatives Harnsediment), Bildgebung (Abdomen-Sonografie) und in den meisten Fällen auch eine histologische Verifizierung mittels Nierenbiopsie.

    Eine spezifische immunsuppressive Therapie sollte gemäß den etablierten Richtlinien an einem damit erfahrenen Zentrum durchgeführt werden (www.kdigo.org, www.kidney.org).

    Weiterlesen ...
  • Sklerodermie – Altbewährtes und Neues

    Autoimmunität ist eine wichtige Komponente der Krankheitsentstehung.u Frühe Diagnose und Therapie verbessern die Prognose. Interdisziplinäre Betreuung ist essenziell.

    Symptomorientierte Therapie steht im Vordergrund. Altbewährte Medikamente sind oft aggressiv; größere Studien sollen den Stellenwert von B-Lymphozyten­-Depletion und oralen Kinasehemmern in dieser Indikation klären.

    Weiterlesen ...
  • Autoimmunhepatitis: Rechtzeitige Diagnose – Verbesserung der Prognose

    Die Diagnose einer Autoimmunhepatitis basiert nach den derzeit gültigen „vereinfachten Kriterien‟

    • auf dem Nachweis von Autoantikörpern und erhöhten IgG-Spiegeln,
    • einer typischen bzw. kompatiblen Leberhistologie und
    • dem Ausschluss einer Virushepatitis.
    • Bei einem Score ≥ ist die Diagnose gesichert.

    Eine immunsuppressive Therapie kann die Langzeitprognose wesentlich verbessern.

    Budesonid erzielt im Vergleich zu Prednison höhere Remissionsraten bei einem günstigeren Nebenwirkungsprofil.

    Weiterlesen ...
  • Aktueller Stand der spezifischen Immuntherapie bei Allergie

    Die spezifische Immuntherapie ist die einzige kausale Therapie der Typ-I-Allergie.

    Der subkutanen Immuntherapie sollte immer der Vorzug gegeben werden.

    Eine subkutane Immuntherapie führt bei allergischer Rhinitis und leicht- bis mittelgradigem Asthma bronchiale zu signifikanter Symptom- und Medikamentenreduktion.

    Weiterlesen ...
  • Aktueller Stand der Immuntherapie – Typ-1-Diabetes

    Typ-1-Diabetes: Eine echte Heilung (Remission) ist auch nach jahrzehntelanger Forschung nicht in Sicht. In der Sekundärprävention (Verzögerung der Beta-Zell-Destruktion) hat die Immuntherapie zuletzt bemerkenswerte Fortschritte gemacht.

    Weiterlesen ...
  • Autoimmunthyreopathien

    Autoimmunthyreopathien müssen zunehmend als verschiedene Organmanifestationen systemischer Erkrankungen aufgefasst werden und erfordern somit einen über das Zielorgan hinausgehenden Zugang und eine entsprechende Aufklärung der Patienten.

    Weiterlesen ...
  • Immunologische Therapiekonzepte in der Onkologie

    Beispiele der passiven Immuntherapie mit monoklonalen Antikörpern sind Trastuzumab (Zielantigen HER2/Neu), Cetuximab und Panitumumab (Zielantigen EGFR), MabThera® (Zielantigen CD20) oder Campath® (Zielantigen CD52). u Die vielversprechendsten Erfolge einer Immuntherapie beim Nierenzellkarzinom zeigten sich mit hoch dosiertem Interleukin-2.

    Die HPV-Impfstoffe Cervarix® und Gardasil® sind Beispiele für prophylaktische Vakzine zum Schutz vor Plattenepithelkarzinomen der Zervix.

    Dendritische Zellen zählen zu den potentesten antigenpräsentierenden Zellen und können mit Sipuleucel-T seit dem Jahr 2006 in einer individuellen Vakzinierungsstrategie beim Prostatakarzinom eingesetzt werden.

    Eine vielversprechende Immuntherapie des Prostatakarzinoms besteht in der Anwendung rekombinanter Vektoren, die mit tumorassoziierten Antigenen und kostimulatorischen Molekülen beladen sind (PROSTVAC).

    Mit der Immun-Checkpoint-Blockade durch Ipilimumab wurde erstmals in einer randomisierten Phase-III-Studie ein Überlebensvorteil für Melanompatienten erreicht.

    PD-1-Antikörper wirken gegen immunsuppressive Stimuli des „tumor microenvironment‟ und induzieren eine potente T-Zell-Antwort.

    Weiterlesen ...