neuro 04|2011

Herausgeber: Österreichische Gesellschaft für Neurologie

Editorial

  • Editorial 4/11
    Sehr geehrte Frau Kollegin,
    sehr geehrter Herr Kollege!
    2011 ist rasch vergangen, und Sie halten die letzte Ausgabe dieses Jahres von neurologisch in Ihren Händen. Ich hoffe, es war auch für Sie ein gutes Jahr, vielleicht manchmal turbulent und aufregend, ...Weiterlesen ...

Focus: Entrapment-Syndrome

  • Distale Nervenengpasssyndrome der unteren Extremitäten

    Der vorliegende Artikel beschreibt Nervenengpasssyndrome der unteren Extremitäten und geht vor allem auf die klinische Präsentation und mögliche Ursachen ein. Weiters werden die diagnostischen Schritte, differenzialdiagnostische Überlegungen und allgemeine Empfehlungen zur Therapie dargestellt.

    Weiterlesen ...
  • Proximale Drucksyndrome an den unteren Extremitäten

    Bei den Kompressionssyndromen an den proximalen unteren Extremitäten erscheint es vorerst sinnvoll, zwischen Läsionen des Plexus lumbosacralis und kompressionsbedingten Läsionen einzelner Nerven im Beckenbereich und an den unteren Extremitäten im eigentlichen Sinne zu unterscheiden. Weiters muss man zwischen den vielen Möglichkeiten einer Schädigung wie beispielsweise durch operative Eingriffe, Strahlenspätsyndrome, entzündliche Prozesse wie die Beinplexusneuritis, diabetische Neuropathien, Unfälle, Injektionsschäden oder ischämische Läsionen bei Erkrankungen der Beckenarterien von den eigentlichen Kompressionssyndromen im engeren Sinn unterscheiden, wobei in der Folge ausschließlich auf Letztere eingegangen wird. Tabelle 1 gibt einen kurzen Überblick über die betroffenen Strukturen und die häufigsten Kompressionsursachen.

    Weiterlesen ...
  • Das Thoracic Outlet-Syndrom

    Das Thoracic Outlet-Syndrom (TOS) ist eines der am meisten kontrovers diskutierten Engpasssyndrome peripherer Nerven. Dies ergibt sich aus unterschiedlichen Definitionen, den pathoanatomischen Grundlagen, der häufig vagen klinischen Symptomatik, den diagnostischen und differenzialdiagnostischen Schwierigkeiten und dem Fehlen prospektiver randomisierter therapeutischer Studien.

    Weiterlesen ...
  • Das Sulcus nervi ulnaris-Syndrom

    Die sensible oder sensomotorische Schädigung des N. ulnaris im Ellbogen wird allgemein Sulcus nervi ulnaris- Syndrom (SNU) genannt, auch wenn diese Bezeichnung anatomisch nicht vollkommen richtig ist2. Synonyme und eigentlich korrektere Begriffe wären Kubitaltunnelsyndrom und Ulnarisneuropathie am Ellbogen (ulnar neuropathy at the elbow). Der Begriff SNU, der aufgrund seiner weiten Verbreitung hier verwendet wird, bezieht sich eigentlich auf das Kubitaltunnelsyndrom.

    Weiterlesen ...
  • Das Karpaltunnelsyndrom

    Das Karpaltunnelsyndrom ist eine häufige Diagnose in der Neurologie. Sie ist meist klinisch zu stellen und durch elektrophysiologische Untersuchung oder bildgebende Zusatzuntersuchungen zu bestätigen. Die Entscheidung über die zu empfehlende Therapieform ergibt sich aus der individuellen Situation je nach Ursache, Symptomatik und Verlauf.

    Weiterlesen ...
  • Pathophysiologie der Nervenkompressionssyndrome

    Obwohl Kompressionssyndrome ziemlich allgegenwärtig sind, wissen wir wenig über die pathophysiologischen Veränderungen, die in komprimierten Nerven auftreten. Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass es unethisch wäre, menschliches Nervengewebe bei Nervenkompressionssyndromen während der Operation zu entnehmen, da mit bleibenden Schäden zu rechnen ist. Die elektrophysiologischen Untersuchungen EMG und NLG erbringen zwar entscheidende Informationen über den Ort der Nervenkompression und das Ausmaß der Schädigung, über die pathophysiologischen Vorgänge sagen sie jedoch wenig oder nichts aus.

    Weiterlesen ...
  • Vorwort zum Schwerpunkt Entrapment-Syndrome
    Läsionen peripherer Nerven werden vielfach als ein nur wenig interessanter Bereich der Neurologie angesehen. Diese irrige Ansicht stammt daher, dass sich die einzelnen Syndrome vorwiegend aus den anatomischen Strukturen ableiten, dass diese seit Jahrzehnten bekannt sind und somit das klinische ...Weiterlesen ...

Neurologie in Österreich

  • Review: Sporadische zerebrale Amyloidangiopathie
    Die zerebrale Amyloidangiopathie (CAA) kann durch fokale bis ausgedehnte Ablagerungen von Amyloid-_-Protein (A_) in den meningealen und intrakortikalen Blutgefäßen entstehen. Zusätzlich entspricht perikapilläres A_ dessen Ablagerungen in der Glia limitans und dem angrenzenden Neuropil während bei kapillärer CAA A_- Ablagerungen ...Weiterlesen ...
  • Gliadysfunktion in der Pathogenese von α-Synucleinopathien: moderne Konzepte
    M. Parkinson (MP), Demenz mit Lewy-Körpern (DLB) und Multisystematrophie (MSA) sind neurodegenerative Erkrankungen mit Beginn im Erwachsenenalter, gekennzeichnet durch intrazelluläre Ablagerungen von _-Synuclein (_-Synucleinopathien). Der Beitrag der Glia zur Neurodegeneration bei _-Synucleinopathien wurde bis vor Kurzem unterschätzt. Die Gehirne von ...Weiterlesen ...
  • Evaluation der Schlafapnoe bei SchlaganfallpatientInnen

    Klinische Interviews sind bei SchlaganfallpatientInnen nicht ausreichend, um schlafbezogene Atmungsstörungen zu identifizieren. Im Sinne eines optimalen Risikofaktormanagements sollten bei jedem/jeder SchlaganfallpatientIn standardmäßig in der Frührehabilitation respirographische Untersuchungen eingesetzt werden.

    Weiterlesen ...

Kongress-Highlights

  • DGN 2011: Neues zum Cluster-Kopfschmerz

    Cluster-Kopfschmerz (CK) ist ein heftiger, einseitiger Kopfschmerz, begleitet von trigeminoautonomen Begleiterscheinungen sowie ausgeprägter Unruhe. C. Gaul aus Essen berichtete beim DGN-Kongress über die neuesten Erkenntnisse in der Diagnostik und der Therapie des CK.

    Weiterlesen ...
  • 5. gemeinsamer ECTRIMS-ACTRIMS-Kongress 2011, Amsterdam

    Im Oktober fand in Amsterdam der 5. gemeinsame Kongress des europäischen und auch amerikanischen Komitees für Behandlung und Forschung bei multipler Sklerose (ECTRIMS und ACTRIMS) statt. ECTRIMS und ACTRIMS halten alle 3 Jahre eine gemeinsame Tagung ab, wobei dieses Mal die bislang größte TeilnehmerInnenzahl mit fast 7.200 registrierten BesucherInnen aus 94 Ländern zu verzeichnen war. Diese Zahl unterstreicht eindrucksvoll das weiterhin bestehende außerordentliche Interesse am Krankheitsbild multiple Sklerose. Die kürzlich innerhalb der Europäischen Union zugelassenen neuen Medikamente und die möglicherweise in naher Zukunft neu erscheinenden Therapieoptionen in diesem Bereich erklären zumindest teilweise das große Interesse.

    Weiterlesen ...
  • DGN 2011: Aktuelles zum Thema „Multiple Sklerose“

    Mehr als 50 Vorträge und Poster, die sich der multiplen Sklerose (MS) gewidmet haben, wurden beim DGN-Kongress 2011 präsentiert. Es folgt eine kurze Überblicksdarstellung von einigen der insgesamt sehr interessanten Beiträge.

    Weiterlesen ...
  • DGN 2011: Highlights zum Thema Parkinson und anderen neurodegenerativen Erkrankungen

    Eines der Hauptthemen des diesjährigen Kongresses der DGN in Wiesbaden waren neurodegenerative Erkrankungen. Eine große Zahl von Symposien, Hauptvorträgen, Kursen und Satellitensymposien sowie zahlreiche Poster und freie Vorträge hatten die Parkinson’sche Erkrankung zum Thema und spannten den Bogen von der Grundlagenforschung bis zur Klinik.

    Weiterlesen ...

Gastartikel

  • Zufallsbefunde bei neurowissenschaftlichen Studien

    KONTEXT: Derzeit lässt sich eine geradezu atemberaubende Expansion neurowissenschaftlicher Studien beobachten, die der Wissenschaft und letztlich auch dem alltäglichen menschlichen Erleben zugutekommen sollen. Beginnend von rein wissenschaftlichen Erkenntnissen bis hin zu therapeutischen oder auch marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten ist die Palette der zu erwartenden – oder jedenfalls erhofften – Einflussnahmen aufgrund neurobiologischer Untersuchungen breit gefächert. Dies kann bisweilen auch groteske Formen annehmen, als etwa gezeigt werden konnte, dass häufig allein schon durch das Hinzufügen von Screening-Bildern (PET, fMRT) zu Vorträgen oder öffentlichen Präsentationen von den HörerInnen oder LeserInnen eine größere Wissenschaftlichkeit und damit wohl auch Wahrheitsfähigkeit (immerhin wird gewöhnlich den Wissenschaften die Suche nach Wahrheit nachgesagt) unterstellt wird.

    Es ist wenig überraschend, wenn verstärkt auf – zumeist recht kostspielige – neurowissenschaftliche Studien abgestellt wird. Die bereits 1990 von George Bush sen. ausgerufene „Dekade des Gehirns“ hat sich längst über das Jahr 2000 hinaus als breiter Forschungsstrom etabliert und verfolgt ungebremst das Ziel der Entzauberung des Gehirns, korreliert mit Erwartungen und Hoffnungen im Hinblick auf Verbesserungen, Erweiterungen, Einflussnahmen (alles unter Enhancement subsumierbar) und Therapiemöglichkeiten. Dies kann und muss durchaus begrüßt werden, wenngleich zwischen formulierten Ansprüchen, erregten Zukunftshoffnungen und faktisch Realisierbarem kritisch zu unterscheiden ist. Unstrittig sind damit freilich auch große monetäre Gesichtspunkte im Blick, sowohl auf der Seite der Industrie (Pharma, Rüstung usw.) als auch auf der Seite von wissenschaftlichen Projektfinanzierungen (Drittmittel).

    Weiterlesen ...

Autonome Störungen

Demenz

Neurogeriatrie

Neuroimaging

  • MRT-Highlights beim ECTRIMS-ACTRIMS-Kongress 2011
    Die MRT nahm bei diesem Kongress der Superlative mit knapp einem Drittel der im Kongressband publizierten Posterbeiträge (353/ 1133) einen bedeutenden Stellenwert ein. Im Folgenden wird nur ein kurzes Panoptikum subjektiv ausgewählten MRT-„Highlights“ geboten.
    Lokalisation fokaler MRT-Läsionen: Giorgio et al., ...Weiterlesen ...

Neuromuskuläre Erkrankungen

  • Ultraschall in der Diagnostik der ALS
    Die Diagnostik der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) basiert auf dem klinischen Verlauf, der klassischen Elektrophysiologie und Kriterien wie den ALS-El-Escorial-Kriterien, zu denen es zusätzlich elektrophysiologische Kriterien gibt1. Lediglich bei einer kleinen Gruppe bestehen genetische Veränderungen. Zusätzlich zu der elektrophysiologischen Diagnostik sind ...Weiterlesen ...

Neurorehabilitation

  • ICF – Anwendungen in der Neurologie

    Vor nunmehr 10 Jahren wurde die „Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit“ (ICF) im Rahmen der 54. WHO-Vollversammlung verabschiedet. Diese Klassifikation bietet einen einheitlichen Rahmen zur Beschreibung von krankheitsbezogenen Einschränkungen der Funktionsfähigkeit (Behinderung).

    Weiterlesen ...

Schlafstörungen

  • Nächtliche Autofahrten – ein unterschätztes Risiko
    Nach der Unfallstatistik des Bundesministeriums für Inneres wurden im Jahr 2010 auf österreichischen Straßen 552 Personen getötet. Bei „nur“ 28 Verkehrstoten wird Übermüdung als Hauptunfallursache vermutet. Doch die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen, da viele Unfälle mit typischen müdigkeitsbedingten Merkmalen ...Weiterlesen ...

Schlaganfall

  • Ergebnisse des 12. Stroke-Unit-Betreibertreffens 2011
    Schlaganfall-Register: Am 18. November fand im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien das 12. Stroke-Unit-Betreibertreffen statt. Dabei wurden von Mag. Gollmer (Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen, BIQG) die Ergebnisse des gemeinsamen Schlaganfall-Registers berichtet: Mit über 70.000 konsekutiv dokumentierten Schlaganfall-PatientInnen handelt es ...Weiterlesen ...