Neuro 02|2013

Herausgeber: Österreichische Gesellschaft für Neurologie

Editorial

  • Editorial 2/13
    Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege!
    Der Countdown zum 21. Weltkongress für Neurologie (WCN), der im September in Wien stattfinden wird, läuft bereits, und alle beteiligten Teams arbeiten auf Hochtouren für ein gutes Gelingen. Die Anzahl der eingereichten ...Weiterlesen ...

Focus: Iatrogene Nervenläsionen

  • Vorwort: Warum iatrogene Nervenläsionen?
    Zahlreiche Gründe sprechen dafür, iatrogene Nervenläsionen erneut zu diskutieren:

    17,4 % bis 93 % aller operativ versorgten Nervenläsionen sind iatrogen verursacht1;
    diese Nervenläsionen werden gerne übersehen und häufig werden sie sehr spät diagnostiziert;
    der therapeutische Zugang zu iatrogenen Nervenläsionen ...Weiterlesen ...
  • Pathophysiologie von Nervenläsionen

    Ob es zu einer isolierten oder kombinierten Schädigung der Myelinscheiden, Axone und supportiven Strukturen kommt, ist abhängig von Art und Schwere der Traumatisierung der Nervenfasern bzw. Nerven.

    Im folgenden Beitrag werden die Pathophysiologie sowie die Klassifikation von Nervenläsionen nach Seddon und Sunderland dargestellt.

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  • Operativ bedingte iatrogene Nervenläsionen der oberen Extremität

    Insgesamt ist die Datenlage zu operativ bedingten iatrogenen Nervenläsionen der oberen Extremität spärlich, vor allem auch im Hinblick auf die Prognose beim konservativen Management.

    Zur operativen Versorgung von iatrogenen Nervenläsionen liegen meist nur retrospektive Fallserien vor; die Ergebnisse zeigen oft keine vollständige Remission.

    Im Folgenden wird eine Übersicht operationsbedingter Verletzungen einzelner Nerven der OE dargestellt.

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  • Operativ bedingte iatrogene Nervenläsionen der unteren Extremitäten

    Insbesondere bei orthopädischen oder gynäkologischen Operationen kann es zu operationsbedingten Nervenläsionen der unteren Extremitäten kommen, aber auch Druckläsionen durch Lagerung sind wichtige Schädigungsmechanismen.

    Bei der Beurteilung einer iatrogenen Nervenläsion sollte zuerst der Läsionsmechanismus evaluiert werden. Durch elektrophysiologische Untersuchung kann der Grad der Schädigung ermittelt werden. In vielen Fällen ist eine Bildgebung durch Ultraschall oder MRT indiziert.

    Der folgende Artikel gibt eine Übersicht operationsbedingter Verletzungen einzelner Nerven.

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  • Durch Injektionen verursachte Nervenläsionen

    Nervenläsionen durch Lokalanästhesie und Injektionen sind insgesamt selten, jedoch werfen der in den letzten Jahren zunehmende Einsatz regionalanästhetischer Verfahren und die potenziell auch schwer beeinträchtigenden Komplikationen vermehrt die Frage nach möglichen Risiken auf. Zu den pathogenetisch unterscheidbaren Formen von Nervenläsionen zählen Nadeltrauma, Hämatom oder Pseudoaneurysma, toxische Schädigungen durch Lokalanästhetika sowie ischämische Fernschädigung, wobei Klinik, Verlauf und Prognose vor allem vom Ausmaß der Nervenschädigung abhängen.

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  • Elektrophysiologische und sonografische Diagnostik iatrogener Nervenläsionen

    Im Vordergrund der diagnostischen Aufarbeitung iatrogener Nervenläsionen steht die Bestimmung des Läsionsausmaßes, um die weitere Prognose und die für den individuellen Fall beste Therapie zu bestimmen.

    Die funktionellen und morphologischen Methoden Elektrophysiologie und Ultraschall ergänzen sich auch bei iatrogenen Nervenläsionen sehr gut und erlauben bei Kenntnis der typischen Befundkonstellationen im zeitlichen Verlauf nach einer Nervenverletzung eine frühe und zuverlässige Prognoseeinschätzung, die die Grundlage weiterer Therapieentscheidungen darstellt. Die Tabellen 1 und 2 stellen die Befunde zum jeweiligen Zeitpunkt zusammenfassend dar.

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  • Medikamentöse und strahlenbedingte Nervenschädigungen

    Periphere Nervenschädigungen können medikamentös induziert oder im Rahmen von Bestrahlungen sowie als Folgeerscheinungen bei der Behandlung mit Lokalanästhetika auftreten. Toxische Neuropathien kommen bei zahlreichen verwendeten Medikamenten vor. Ein Paradigma für Neurotoxizität stellen die im Zunehmen begriffenen chemoinduzierten Polyneuropathien dar. Strahlenschäden im peripheren Nervensystem kommen vor, sind aber durch verbesserte Bestrahlungsmethoden deutlich rückläufig.

    Durch Lokalanästhetika induzierte Nervenschäden sind am besten in der Zahnmedizin und bei Plexusanästhesien untersucht. Aufgrund der Zunahme dieser Eingriffe und der häufig verwendeten Verweilkatheter sind solche Nervenschäden vermehrt in die Differenzialdiagnose mitein­-zubeziehen. Möglicherweise ist eine bestehende antikoagulative Therapie besonders bei Verweilkathetern ein zusätzlicher Risikofaktor.

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  • Iatrogene Nervenläsionen: Therapiemöglichkeiten aus der Sicht der physikalischen Medizin und Rehabilitation

    Iatrogene periphere Nervenläsionen nach chirurgischen Maßnahmen sind nicht selten. Wenn eine Nervendurchtrennung vorliegt, sollte eine rasche chirurgische Intervention überlegt werden, ansonsten wird zuerst mit physikalisch-therapeutischen bzw. rehabilitativen Maßnahmen begonnen.

    Das wichtigste Ziel der Behandlung ist eine effektive Wiederherstellung der Funktion. Der Therapie-/Rehabilitationsplan basiert auf einer individuell angepassten Kombination von Interventionen aus der Palette von Bewegungstherapie, Ergotherapie, neurorehabilitativen Konzepten, Elektrotherapie, Ultraschalltherapie und Massagebehandlungen.

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  • Iatrogene Nervenläsionen – chirurgische Therapieoptionen

    Bei Auftreten von iatrogenen Nervenläsionen, die oft nicht erkannt werden, ist eine genaue Dokumentation der neurologischen Ausfälle und im weiteren Verlauf eine ständige neurologische Betreuung erforderlich.

    Wird eine Nervendurchtrennung oder ein Kontinuitätsneurom nachgewiesen, muss eine baldige operative Freilegung des Nervs erfolgen. Bei intakter Nervenkontinuität wird das weitere Vorgehen 3 Monate nach der primären Operation festgelegt.

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  • Symptomatische Therapie iatrogener Nervenläsionen

    Neben sensomotorischen Ausfällen treten nach iatrogenen Nervenläsionen häufig auch neuropathische Schmerzen auf.

    In den meisten Fällen sind neuropathische Schmerzen als chronisches Krankheitsgeschehen einzustufen, das meist einer chronischen Behandlung bedarf. Typisch für diese Schmerzform ist, dass die Symptome unabhängig vom Grad der Abheilung der Primärläsion fortbestehen.

    Der folgende Beitrag fokussiert auf die symptomatische Therapie von klassischen neuropathischen Schmerzen, des komplexen regionalen Schmerzsyndroms Typ 2 und der Myokymie.

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  • Gutachterliche Aspekte iatrogener Nervenläsionen

    Im Rahmen der neurologischen Begutachtung ist die Feststellung des exakten Zeitpunktes der Manifestation des Nervenschadens wesentlich für die Bestimmung der Ursache.

    Der klinisch-neurologische Befund ist nie isoliert zu erheben, sondern immer zusammen mit einem internen und psychischen Befund. Funktionsdiagnostische Untersuchungen sind in der Regel ein „Muss“ bei der Begutachtung peripher Nervenläsionen. Die EMG-Untersuchung ermöglicht die Differenzierung zwischen organischer und nichtorganischer Schädigung.

    Während die Beurteilung, ob z. B. eine operative Behandlung lege artis war, einem/einer chirurgischen Sachverständigen obliegt, ist die Feststellung eines aus dem Vorfall resultierenden neurologischen Gesundheitsschadens Aufgabe der Neurologen/Neurologinnen.

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Neurologie in Österreich

Kongress-Highlights

  • Highlights der XXII. European Stroke Conference, 2013

    Der jährlich wachsende europäische Schlaganfallzirkus machte dieses Jahr vom 28. bis 31. Mai in London halt. Von den über 1.000 Präsentationen waren immerhin 14 aus Österreich. Mit Michael Brainin, dem derzeitigen Präsidenten der Europäischen Schlaganfallorganisation, und Franz Fazekas waren auch zwei Österreicher im wissenschaftlichen Komitee. Neben den Posterpräsentationen und Kurzvorträgen gab es heuer erfreulich viele Ergebnisse von großen klinischen Studien zu berichten.

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  • AAN 2013: Update zur Natalizumab-assoziierten progressiven multifokalen Leukenzephalopathie

    Die 65. Jahrestagung der American Academy of Neurology (AAN) fand vom 16. bis 23. März 2013 in San Diego, USA, statt. Mit mehr als 10.000 TeilnehmerInnen, 2.300 wissenschaftlichen Präsentationen und Vorstellung einer Reihe von bahnbrechenden Erkenntnissen in fast allen Teilbereichen stellte dieses Meeting erneut die weltweit wichtigste und umfassendste Veranstaltung für Neurologen/Neurologinnen und NeurowissenschaftlerInnen dar. Im Folgenden wird eine Auswahl von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem Bereich der Multiplen Sklerose (MS) und insbesondere zur Natalizumab-assoziierten progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) vorgestellt.

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  • Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurorehabilitation 2012

    Im November 2012 fand an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg die Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurorehabilitation statt. Eröffnet wurde die Tagung mit einem Ausblick in die Zukunft der Neurorehabilitation im 21. Jahrhundert, einer Übersicht über neue Wege in der Schlaganfallrehabilitation, einem Überblick über die Pharmakotherapie in der Neurorehabilitation sowie mit einer Präsentation des aktuellen Standes der robotergestützten Neurorehabilitation.

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Für die Praxis

  • Wer (ver-)tritt wen?

    Unzufriedenheit aufgrund der Fächertrennung, reale Einkommensverluste, Erweiterung des Leistungsangebotes und der Öffnungszeiten ohne ausreichende Honorierung etc. – viele Probleme, aber keine Lösungen in Sicht.

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Autonome Störungen

Bewegungsstörungen

  • IPX066: neue Levodopa/Carbidopa-Retardformulierung
    Morbus Parkinson (MP) ist die neurodegenerative Erkrankung mit der effektivsten symptomatischen Therapie durch dopaminerge Medikamente, insbesondere Levodopa, das nach wie vor den Goldstandard für die Behandlung der motorischen Kardinalsymptome darstellt1. Jedoch ergeben sich mit der langjährig-chronischen Applikation dieser Substanz potenziell ...Weiterlesen ...

Demenz

  • Diagnostischer Stellenwert von Biomarkern und Bildgebung: Ist Demenz vorhersagbar?

    Amyloid-Imaging-Verfahren und die Bestimmung von Amyloid-beta, Gesamt-Tau und Phospho-Tau im Liquor dienen dem In-vivo-Nachweis neuropathologischer Veränderungen der Alzheimer-Erkrankung. Der Einsatz dieser Verfahren verbessert die diagnostische Sicherheit in der Abklärung von Gedächtnisstörungen und unterstützt die klinische Diagnose. Derzeit ist allerdings kein Biomarker mit 100%iger Sensitivität und Spezifität verfügbar. Der Einsatz von AD-Biomarkern soll die präklinische Alzheimer-Diagnose ermöglichen und ist vor allem für die Entwicklung und das Monitieren neuer AD-Therapien wichtig.

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Epilepsie

Multiple Sklerose

  • Langzeitverlauf der Multiplen Sklerose – was wissen wir?

    Wenn wir PatientInnen mit Multipler Sklerose (MS) über ihre Erkrankung aufklären, stellt sich immer auch die Frage nach dem Langzeitverlauf. Unbestritten ist dabei die Problematik der individuellen Prognoseabschätzung. Können wir aber wenigstens zum Langzeitverlauf der MS insgesamt Genaueres aussagen? Hat sich das Bild der MS in den letzten Jahrzehnten gewandelt? Auch diesbezüglich ist unser Wissen begrenzter als wir es vielfach wahrhaben wollen. Außerdem sind unterschiedliche Zugänge zur Beantwortung dieser Frage möglich, die sowohl verschiedene Aussagen zulassen als auch spezifische Fehlerquellen beinhalten können.

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Neurogeriatrie

  • Was lässt uns in Gesundheit altern? Zwei Blickwinkel
    Sehr häufig werden Ziele im Bereich der Prävention negativ formuliert. So soll der Patient/die Patientin auf das Rauchen verzichten, damit er/sie die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden, reduziert. Diese Sichtweise ist als Übertragung aus der kurativen Medizin, bei der die ...Weiterlesen ...

Neuroimaging

  • PET-MRT – wo stehen wir heute?

    Im folgenden Beitrag möchte ich über zwei jüngst veröffentliche Arbeiten1, 2 berichten, die den Einsatz der PET-MRT in der Neurologie zum Inhalt haben: das Kombinationsgerät aus einer Positronen-Emisions-Tomographie (PET) und einer Magnetresonanztomographie (MRT).

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Neuromuskuläre Erkrankungen

  • Genetische Aspekte der amyotrophen Lateralsklerose

    Bei ca. 5 % der PatientInnen mit amyotropher Lateralsklerose (ALS) finden sich anamnestisch Hinweise auf eine hereditäre Ursache, wobei sich dieser Anteil auf über 20 % erhöht, wenn es gelingt, mehrere Generationen von Angehörigen familienanamnestisch zu erfassen. Die zumindest teilweise Entschlüsselung vieler genetischer Mutationen in den letzten Jahren hat viel zum Verständnis der ALS beigetragen. Nicht zuletzt deshalb bieten sich auch verschiedene Möglichkeiten für neue Therapieansätze an.

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Neurorehabilitation

  • Die Beurteilung der Mobilität in der Neurorehabilitation
    Der Verlust der selbständigen Mobilität stellt für viele PatientInnen den bedeutsamsten Einschnitt in ihre Funktionsfähigkeit dar. Die Beurteilung der Mobilität hat daher eine besondere Bedeutung in der Neurorehabilitation. Eine aussagekräftige Beschreibung unterstützt die KlinikerInnen in der Auswahl der geeigneten Therapieverfahren, ...Weiterlesen ...
  • Rehabilitation nach Poliomyelitis
    Die erste Beschreibung der Krankheit stammt von dem Orthopäden Heine in Cannstatt bei Stuttgart aus dem Jahr 1840. Um die Erweiterungen der Bestimmung des Krankheitsbildes machten sich besonders Strümpell und die Schweden Medin und Wichman verdient. 1909 zeigten Landsteiner und ...Weiterlesen ...

Schlafstörungen

Schmerzmedizin

  • Sicher am Steuer trotz Schmerzmedikation?
    Häufig erhalten PatientInnen mit chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen Opiate als Analgetika verordnet. In der österreichischen Straßenverkehrsordnung (StVO) ist festgelegt, dass nur jene Personen ein Kraftfahrzeug lenken dürfen, die im Vollbesitz ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten stehen. Die österreichische Gesetzgebung sieht ...Weiterlesen ...