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Therapie News: Multiple Sklerose

Positionspapiere & Expert:innenstatements

Therapie news: Migräne

Erscheinungsdatum:
10.10.2017

Herausgeber:
Österreichische Gesellschaft für Neurologie, Prim. Univ.-Doz. Dr. Elisabeth Fertl, Präsidentin der ÖGN


Editorial

Editorial

Elisabeth Fertl 10.10.2017

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die Herbstausgabe der ÖGN-Fachzeitschrift neurologisch befasst sich mit dem Thema Multiple Sklerose. Das Themenheft wurde umfassend von einer Mitarbeiterin der Neurologischen Universitätsklinik Wien, Prof. Barbara Bajer-Kornek, als federführende Autorin konzipiert. Sie finden in dieser Ausgabe spannende Artikel von namhaften österreichischen AutorInnen über alle Aspekte...

Gesellschaftsnachrichten

Aus der Redaktion: Ab jetzt können Sie mit neurologisch ordentlich DFP-Punkte sammeln!

10.10.2017

Seit der Gründung von neurologisch wollen wir mit diesem Medium auch der Fortbildung von Neurologinnen und Neurologen in Österreich dienen. Daher freut es uns ganz besonders, dass es der ÖGN gelungen ist, für neurologisch eine DFP-Approbation zu erhalten. D. h., ab jetzt können Sie mit den Beiträgen in neurologisch Fortbildungspunkte sammeln – und zwar bereits mit dieser Ausgabe, die Sie gerade in Händen...

Focus: Multiple Sklerose

Vorwort

Barbara Bajer-Kornek 10.10.2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen! Genau 10 Jahre ist es her, dass das letzte Schwerpunktheft zum Thema „Multiple Sklerose“ in neurologisch erschienen ist. Bei der Auswahl der Themen für die neue Aufgabe ist aufgefallen, wie viel sich in diesen 10 Jahren sowohl im Bereich der Grundlagenforschung als auch im klinischen Alltag in der Betreuung unserer Patientinnen und Patienten (Stichwort: „neue Therapien“)...

Focus: Multiple Sklerose

Mechanismen der Gewebeschädigung in der frühen und späten Phase der MS

Hans Lassmann 10.10.2017

Progrediente Phase der MS: Entzündungsreaktion im Gehirn und Rückenmark etabliert; bewirkt eine langsame Vergrößerung bereits bestehender Entmarkungsherde, eine ausgeprägte Zerstörung der Myelinscheiden in der Hirnrinde und eine diffuse Neurodegeneration im gesamten zentralen Nervensystem. Die Entmarkung und Neurodegeneration werden im progredienten Stadium durch altersbedingte Veränderungen und durch...

Focus: Multiple Sklerose

MRT-Diagnostik mit Schwerpunkt 7T und Eisen in MS

Assunta Dal-Bianco 10.10.2017

MUW-Kooperationsprojekt seit 2009: Anhand jährlicher 7T-MRT-Untersuchungen werden Eisenablagerungen in Entzündungsherden von schubförmigen und sekundär progredienten MS-PatientInnen untersucht. Eisenringläsionen im MR-Scan sind ein signifikanter Hinweis auf chronisch aktive, langsam wachsende Läsionen. 7T-MRT gewinnt durch die Erfassung von Eisenringen einen differenzialdiagnostischen Stellenwert, vor allem...

Focus: Multiple Sklerose

Brauchen wir neue MR-Techniken in der MS?

Christian Enzinger 10.10.2017

Die an Forschungszentren einsetzbaren fortgeschrittenen, nicht-konventionellen MR-Techniken, die eine verbesserte pathologische Spezifität aufweisen, stehen für eine klinische Routine-Anwendung nicht zur Verfügung. Wir müssen zunehmend verfügbare technische Möglichkeiten kritisch auf deren klinische Anwendbarkeit prüfen und rezente Forschungsergebnisse mit Augenmaß in der Praxis implementieren. Es sollten...

Focus: Multiple Sklerose

Brauchen wir neue Biomarker in der MS?

Harald Hegen 10.10.2017

Derzeit stehen nur wenige Biomarker, die das Ansprechen auf eine MS-Therapie oder das Auftreten einer potenziell schweren Nebenwirkung voraussagen, zur Verfügung. Weitere Biomarker werden benötigt. NEDA stellt derzeit lediglich einen Biomarker-Kandidaten dar.u Molekulare Marker sind von unschätzbarem Wert, da sie die zugrunde liegenden biologischen bzw. pathologischen Krankheitsprozesse widerspiegeln. Jede Art...

Focus: Multiple Sklerose

Sind neue antiinflammatorische MS-Therapien erforderlich?

Thomas Berger 10.10.2017

Es braucht geistreiche Konzepte und Überlegungen bezüglich der klinischen Anwendung neuer DMT. Klinische Phänotypen hinsichtlich Prognose und Verläufen sind zu definieren, um die begründete Wahrscheinlichkeit bezüglich der Effektivität einer (neuen) Therapie bzw. eines Therapiewechsel im individuellen Fall zu determinieren. „Real-life“-Daten, der Nachweis der Nachhaltigkeit sowie objektive...

Focus: Multiple Sklerose

Risikomanagement immunmodulatorischer Therapien der Multiplen Sklerose

Patrick Altmann et al. 10.10.2017

Mittlerweile sind in Österreich 13 immunmodulatorische Therapien zur Behandlung der MS zugelassen. Mit dem zunehmenden Angebot wird auch die Entscheidungsfindung für den einzelnen Patienten/die einzelne Patientin und ihren Arzt/ihre Ärztin schwieriger. Neben der Wirksamkeit, der Art der Verabreichung, den Nebenwirkungen und individuellen Vorlieben spielen auch potenzielle Risiken einer Therapie und die damit...

Focus: Multiple Sklerose

Studien richtig und kritisch interpretieren

Florian Deisenhammer 10.10.2017

Bei der Bewertung klinischer Studien gilt es, alle Elemente (Planung, Design, Studientyp, Datenerhebung, Datenzusammenfassung sowie analytische statistische Daten) gleichermaßen zu betrachten. Wichtige Aspekte sind u. a.: Bei ordinal oder schief verteilten Daten sollte eine Verteilungshäufigkeit angegeben werden. Eine starke Assoziation oder Korrelation bedeutet nicht, dass es sich um einen kausalen...

Focus: Multiple Sklerose

MS in Jahren: Verlauf und Therapie bei unter 20-jährigen PatientInnen

Barbara Bajer-Kornek 10.10.2017

Die pädiatrische MS stellt in Hinblick auf die Diagnostik, die Therapie und die Berücksichtigung der alters- und entwicklungsbedingten Faktoren eine Herausforderung dar. (Bislang) keine Hinweise auf eine andere Immunpathogenese bei Kindern und Jugendlichen; jedoch unterscheiden sich Differenzialdiagnosen, Verlauf und Prognose bei unter-20-jährigen MS-PatientInnen von jenen mit MS-Beginn im...

Focus: Multiple Sklerose

MS in Jahren: Schübe und Progression bei über 40-jährigen PatientInnen

Christiane Mascha Schmied 10.10.2017

Die Entwicklung der sekundären Progression ist der dominante Faktor für die Langzeitprognose von Behinderungsakkumulation unabhängig von früher Schubfrequenz und Krankheitsdauer. Der prognostische Effekt von Schüben auf eine spätere Behinderungsprogression ist nicht klar erwiesen. Eine frühe Erfassung von schubunabhängiger Behinderungsprogression scheint ein zuverlässiger Parameter für die Diagnose einer...

Focus: Multiple Sklerose

Ist die MS mehr eine kognitive als eine motorische Erkrankung?

Karin Zebenholzer 10.10.2017

Kognitive Defizite werden im klinischen Alltag oftmals hinsichtlich ihrer Häufigkeit und ihrer Auswirkungen unterschätzt. Eine erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber kognitiven Beeinträchtigungen und deren Berücksichtigung im Behandlungskonzept könnten dazu beitragen, die Lebensqualität der MS-PatientInnen zu verbessern. Screening Tests und ausführliche neuropsychologische Tests sollten daher vermehrt im...

Focus: Multiple Sklerose

NMO: Abgrenzung zur MS

Paulus Stefan Rommer 10.10.2017

Bei der NMO – Leitsymptome sind Myelitis und Optikusneuritis – können die Schübe aggressiver als bei der MS verlaufen. Die Abgrenzung zur MS ist bei Vorhandensein von Aqp-4-Ak leicht möglich. Es gibt jedoch auch seronegative NMO-PatientInnen. Therapie der Schubsymptomatik sollte wie bei der MS mit Glukokortikosteroiden (GKS) erfolgen, bei Nichtansprechen ist schnell die Möglichkeit einer Plasmaseparation in...

Focus: Multiple Sklerose

Soziale Konsequenzen der MS

Siegrid Fuchs 10.10.2017

Es ist wichtig, Menschen mit MS so intensiv wie möglich in ein normales Leben zu integrieren, indem maximaler Erhalt ihrer beruflichen und privaten Wünsche und Aktivitäten angestrebt wird. Ziel der ärztlichen Behandlung und Beratung: MS-Betroffene nicht nur möglichst „körperlich“ gesund zu erhalten, sondern sie auch dazu zu motivieren, am gesellschaftlichen Leben beteiligt zu bleiben und sich mit...

Focus: Multiple Sklerose

Management von MS-PatientInnen in niedergelassenen MS-Zentren

Christian Bsteh 10.10.2017

Fülle neuer Substanzen: Die Frage, bei welchen Verläufen bzw. zu welchem Zeitpunkt der Erkrankung welches der Präparate besser geeignet ist, ist noch nicht eindeutig geklärt. Niedergelassene MS-Zentren bringen für die PatientInnen psychosoziale Vorteile, die sich positiv auf die Adhärenz auswirken können. Aufgabe einer individualisierten MS-Therapie: wahrscheinliche Krankheitsaktivität abschätzen und daraus...

Focus: Multiple Sklerose

Multiple-Sklerose-Zentren in Österreich

Thomas Berger 10.10.2017

Zur Qualitätssicherung sowie der kontinuierlichen Verbesserung der integrativen Betreuung von MS-PatientInnen in Österreich dienen die Zertifizierung von intra- und extramuralen MSZ durch die ÖGN, die angebotenen regelmäßigen MS-Fortbildungen wie die „MS-Akademie“ und die MS-Zentren-Treffen. Das Multiple-Sklerose-Therapie-Register liefert Erfahrungsdaten mit krankheitsmodifizierenden Therapien, die bei der...

Focus: Multiple Sklerose

Bedürfnisse von MS-PatientInnen

Sylvia Bäumel 10.10.2017

Bei der Diagnose einer chronischen Erkrankung wie MS benötigen die PatientInnen umfassende und ehrliche Informationen. Der Austausch mit anderen Betroffenen wird von vielen als sehr hilfreich empfunden. Eine gute Beziehungsarbeit des Betreuungsteams unterstützt die Adhärenz der PatientInnen.

Focus: Multiple Sklerose

Menschen mit MS benötigen individuelle Begleitung

Sonja Wieszmüllner 10.10.2017

In der Betreuung von Menschen mit MS gilt es stets, die individuellen Bedürfnisse des Patienten/der Patientin zu berücksichtigen. Eine Schilderung des Lebensalltags liefert wichtige Hinweise, in welchen Bereichen der oder die Betreffende Unterstützung benötigt. Wichtig ist eine ganzheitliche Begleitung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Kongress-Highlights

Ein Blick über das Mittelmeer

Wolfgang Grisold et al. 10.10.2017

Internationale Beteiligung bei der ersten gemeinsamen Konferenz der neu gegründeten Afrikanischen Akademie für Neurologie (AFAN) und der Panarabischen Gesellschaft für Neurologie (Pan Arab Union of Neurological Societies, PAUNS)

Kongress-Highlights

Highlights vom EAN 2017

Nicole Gerfertz 10.10.2017

Der 3. Kongress der European Academy of Neurology (EAN) fand heuer von 24. bis 27. Juni in Amsterdam in den Niederlanden statt. Über 6.000 TeilnehmerInnen aus ganz Europa sowie zahlreichen nichteuropäischen Ländern kamen zu diesem wissenschaftlichen Großereignis. Wir haben einige Höhepunkte für Sie zusammen­gefasst.

Kongress-Highlights

Highlights von der ESO-Conference 2017 in Prag

Stefan Greisenegger 10.10.2017

Heuer fand der insgesamt dritte Kongress der Europäischen Schlaganfallorganisation (ESO) von 16. bis 18. Mai in Prag statt. Die Anzahl der TeilnehmerInnen und ReferentInnen hat weiter zugenommen und lag dieses Jahr bei nahezu 4.500. Damit ist der ESOC der weltweit größte Schlaganfallkongress. Der Kongress im Jahr 2018 wird in Göteborg abgehalten.

Neurologie in Österreich

Österreichische Poster am ESOC 2017

10.10.2017

Die 3. European Stroke Organisation Conference (ESOC) fand von 16. bis 18. Mai 2017 in Prag statt. Mehr als 4.000 TeilnehmerInnen aus rund 100 Ländern besuchten die Konferenz, die mit über 1.000 Posterpräsentationen sowie 230 Vorträgen ein umfangreiches wissenschaftliches Programm zu bieten hatte. Auch Österreich war mit Posterpräsentationen vertreten. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige davon vor.

Autonome Störungen

Spät beginnendes reines autonomes Versagen

Alessandra Fanciulli et al. 10.10.2017

Das reine autonome Versagen (pure autonomic failure – PAF) ist eine seltene Erkrankung, charakterisiert durch das Vorkommen einer neurogenen orthostatischen Hypotonie in Zusammenhang mit anderen Zeichen einer autonomen Beteiligung (z. B. urogenitalen oder vasomotorischen Symptomen), ohne weitere periphere oder zentrale neurologische Ausfälle1. Der Krankheitsbeginn ist typischerweise in der 5. bis 7....

Demenz

30. Jahrestagung der ÖAG: Salzburg 20. bis 21.Okt. 2017

Peter Dal-Bianco et al. 10.10.2017

Die Österreichische Alzheimer-Gesellschaft (ÖAG) lädt Sie herzlich zur 30. Jahrestagung nach Salzburg ein. Die ÖAG freut sich auf interdisziplinäre Diskussionen mit Ärztinnen/Ärzten, Psychologinnen/Psychologen, Dipl.-Gesundheits- und -KrankenpflegerInnen, ErgotherapeutInnen, PhysiotherapeutInnen, Logopädinnen/Logopäden, VertreterInnen von Selbsthilfegruppen und Personen, die sich mit Demenz und Alzheimer...

Neurogeriatrie

Leichte kognitive Störung (LKS): erhöhtes Risiko für demenzielle Entwicklung

Gerhard Ransmayr et al. 10.10.2017

Studie belegt: Personen mit temporärer LKS haben ein deutlich geringeres Risiko, dement zu werden, als jene mit anhaltender LKS. LKS kann sich rückbilden. LKS mit Gedächtnisstörung hat ein relativ höheres Risiko für eine demenzielle Entwicklung.

Neuropalliation

Palliative Care bei Menschen mit neurologischen Erkrankungen – von der Welt vergessen?

Thomas Daniczek 10.10.2017

Palliative Care versteht sich als Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von PatientInnen und ihren Familien, die mit einer lebensbedrohlichen und/oder unheilbaren Erkrankung konfrontiert sind.

Neurorehabilitation

Hippotherapie in der Neurorehabilitation – Neues aus der Wissenschaft

Susanne Asenbaum-Nan et al. 10.10.2017

Wer hat diese Art der Therapie noch nicht verordnet? Wer kennt nicht PatientInnen, die davon begeistert sind? Die Rede ist von der Hippotherapie. Gerade in der Neurorehabilitation werden positive Effekte auf physische, psychische bzw. emotionale Faktoren beschrieben. Aber welche Evidenz gibt es für diese Therapieform bei Erwachsenen? Für wen ist sie tatsächlich geeignet? Wie sieht die Studienlage aus?

Neuromuskuläre Erkrankungen

Autoantikörper bei chronisch inflammatorischer demyelinisierender Neuropathie (CIDP)

Romana Höftberger et al. 10.10.2017

In den letzten Jahren kam es zu neuen Errungenschaften auf dem Gebiet der Diagnostik und Therapie der CIDP, nachdem in einer Untergruppe von PatientInnen Autoantikörper gegen Bestandteile des Ranvierschen Schnürrings gefunden wurden. Der Krankheitsverlauf der betroffenen PatientInnen zeichnet sich häufig durch einen aggressiven Beginn und vergleichsweise schlechteres Ansprechen auf intravenöse Immunglobuline...

Schlafstörungen

Immer Frühphase einer Synuklein-Erkrankung, oder gibt es PatientInnen, die nicht konvertieren?

Ambra Stefani et al. 10.10.2017

PatientInnen, die an einer sogenannten idiopathischen REM-Schlaf-Verhaltensstörung (iRBD) leiden, befinden sich häufig in der Frühphase einer Alpha-Synuklein-Erkrankung. Eine aktuelle Studie der Sleep Innsbruck Barcelona (SINBAR) Group, soeben in Neurology publiziert1, untersuchte nun PatientInnen mit idiopathischer REM-Schlaf-Verhaltensstörung, die auch nach 10 und mehr Jahren noch nicht konvertiert waren.

 



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