neuro 04|2012

Herausgeber: Österreichische Gesellschaft für Neurologie

Editorial

  • Editorial 4/12
    Liebe Leserinnen, liebe Leser!
    Ein ereignisreiches Jahr geht dem Ende zu – 2012 gab es unter den vielen ÖGN-Aktivitäten im März eine erfolgreiche Jahrestagung in Graz, zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen, die wesentlichen Vorarbeiten zum neuen Rasterzeugnis und die seit Jahren mit zunehmender ...Weiterlesen ...

Focus: Neurologische Symptome im Rahmen internistischer Krankheitsbilder

  • Vorwort zum Thema Neurologische Symptome im Rahmen internistischer Krankheitsbilder
    Liebe Kolleginnen und Kollegen!
    Die vorliegende Ausgabe von neurologisch beschäftigt sich mit neurologischen Symptomen im Rahmen internistischer Krankheitsbilder. Funktionsstörungen des zentralen und peripheren Nervensystems werden bei verschiedenen internistischen Erkrankungen beobachtet, und nicht selten können neurologische Symptome auf ein Krankheitsbild im ...Weiterlesen ...
  • Neurologische Symptome bei metabolischen Enzephalopathien


    Metabolische Enzephalopathien stellen potenziell reversible Funktionsstörungen des Gehirns dar. Frühes Leitsymptom der Erkrankung sind neuropsychologische Störungen und Persönlichkeitsveränderungen. Fokale Herdzeichen kommen erst spät im Erkrankungsverlauf oder beim akuten Organversagen hinzu.

    Die Pathomechanismen der zerebralen Funktionsstörungen sind meist nur in Teilen geklärt.

    Die Diagnose erfolgt anhand der neurologischen Symptome. Laborparameter geben nur eine Information über die Schwere der Grunderkrankung, jedoch nicht über die zerebrale Situation. Die Bildgebung ist nur bedingt hilfreich und dient meist zum Ausschluss anderer intrakranieller Pathologien. Ein Überlappen einzelner Erkrankungsbilder ist möglich.

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  • Neurologische Symptome im Rahmen internistisch-immunologischer Krankheitsbilder


    Aufgrund der Breite des Themas fokussiert diese Übersicht zu zentralnervösen Manifestationen internistisch-immunologischer Krankheitsbilder auf Systemerkrankungen, die zum Formenkreis rheumatologischer und vaskulitischer Erkrankungen gehören.

    Beispielgebend für immunologisch bedingte Systemerkrankungen mit neurologischer Symptomatik werden der neuropsychiatrische systemische Lupus erythematodes, die Arteriitis temporalis Horton, die Neurosarkoidose und die Neuro-Behçet-Erkrankung herausgegriffen und die diagnostische Abklärung und das therapeutische Vorgehen dargestellt.

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  • Neurologische Symptome im Rahmen von paraneoplastischen Syndrome
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    Paraneoplastische neurologische Syndrome (PNS) sind Tumorfernwirkungen, die durch unterschiedliche Mechanismen ausgelöst werden. Sie treten vorwiegend vor der Diagnosestellung des Tumorleidens auf und führen zu dessen Entdeckung. Seltener entwickeln sie sich im Verlauf des Tumorleidens.

    Die PNS werden unterschiedlich klassifiziert: nach der Lokalisation (ZNS, peripheres Nervensystem oder multilokulär), nach den Ursachen (immunologisch, humoral oder unklar) oder nach den unterschiedlichen Antikörpertypen bei den immunologisch-mediierten PNS1.

    PNS können zu hochgradigen Behinderungen führen, die die Effekte des Tumorleidens übertreffen können. Im Tumorverlauf kommen direkte neoplastische sowie neurotoxische Auswirkungen der Therapie hinzu, die abgegrenzt werden müssen.

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  • Neurologische Symptome im Rahmen onkologischer und hämatologischer Erkrankungen 


    Neurologische Symptome oder Komplikationen treten im Krankheitsverlauf bei ca. 15–20 % aller TumorpatientInnen auf. Am häufigsten sind Veränderungen der Bewusstseinslage, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Paresen der unteren Extremitäten.

    Von einem Delir sind bis zu 40 % aller TumorpatientInnen mit medizinischer Indikation zur stationären Aufnahme betroffen. In der Therapie steht die Korrektur möglicher Ursachen im Vordergrund.

    Eine Metastasierung ins Gehirn zählt zu den häufigen und gefürchteten Komplikationen solider Tumoren, die meist mit diffusen neurologischen Symptomen verbunden sind; etwa ein Drittel der PatientInnen zeigt jedoch keine auffällige neurologische Symptomatik.

    Ein akutes spinales Kompressionssyndrom (bis zu 5 % der TumorpatientInnen) stellt einen onkologischen bzw. neurologischen Notfall dar, dem zumeist eine Metastasierung in die Wirbelkörper zugrunde liegt.

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  • Neurologische Symptome bei kardiovaskulären Erkrankungen


    Kreislaufphysiologisch kann das Gehirn als kardiovaskuläres Endorgan gesehen werden. Die normale Funktionstüchtigkeit des ZNS ist eng an die intakte Pumpfunktion des Herzens sowie Transportfähigkeit des suprakardialen makro- und mikrovaskulären Gefäßsystems gebunden. Durch diese enge funktionelle Anbindung wirken sich Erkrankungen des Herzens und des suprakardialen Kreislaufsystems nahezu obligat in Form neurologischer Symptome aus.

    Das Spektrum der neurologischen Symptome kann nach topografischen und dynamischen Kategorien – fokale versus globale Symptome bzw. akute versus chronische Symptome – geordnet werden.

    Die folgende Besprechung neurologischer Symptome orientiert sich an häufigen kardiovaskulären Erkrankungen bzw. Phänomenen: arterielle Hypertonie, Synkope, Schwindel und kardiogene Ischämie.

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  • Neurologische Symptome im Rahmen endokrinologischer Erkrankungen


    Das endokrine System und das Nervensystem regulieren alle metabolischen und homöostatischen Aktivitäten des Organismus und sind damit im Wesentlichen für Verhalten, Wachstum und Entwicklung verantwortlich.

    Die Wirkungen der beiden Systeme überschneiden einander in vielen Bereichen, weswegen es nicht verwunderlich ist, dass sich endokrinologische Störungen häufig mit neurologischen Symptomen, wie z. B. Bewusstseinstrübung und Koma1 manifestieren können.

    Neben dem Diabetes mellitus sind in diesem Zusammenhang vor allem Erkrankungen der Schilddrüse, der Nebenniere, der Hypophyse sowie Störungen des Kalziumstoffwechsels zu erwähnen.

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Kongress-Highlights

  • Jahrestagung der Österreichischen Parkinson Gesellschaft 2012


    Von 18. bis 20. Oktober fand in Innsbruck die Jahrestagung der Österreichischen Parkinson Gesellschaft (ÖPG) statt, die von der ÖPG zusammen mit der Universitätsklinik für Neurologie in Innsbruck (Vorstand Univ.-Prof. Dr. W. Poewe) veranstaltet wurde.

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  • European Huntington’s Disease Network Plenary Meeting 2012, Stockholm


    Das 7. Plenary Meeting des European Huntington’s Disease Network fand im September 2012 in Stockholm statt. Inhaltlich lag einerseits ein Schwerpunkt auf dem Protein Huntingtin und den biologischen Grundlagen, die zur Huntington-Erkrankung führen, andererseits regten rezent erschienene Therapiestudien bzw. noch laufende Studien zu neuen Therapieansätzen zu teils heftigen Diskussionen an. Abgerundet wurde das sehr informative Meeting mit den „lessons of the day“. In humorvoller Art und Weise wurden ausgewählte SprecherInnen des Tages interviewt und teilweise (wohl nach vorheriger Absprache) etwas auf den Arm genommen.

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  • DGN 2012: Parkinson und andere extrapyramidale bzw. neurodegenerative Erkrankungen


    Der Kongress der deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat sich in den letzten Jahren zum wichtigsten und größten deutschsprachigen Neurologiekongress entwickelt und wartete auch heuer wieder mit zahlreichen Symposien und Postersitzungen zum Thema Parkinson und anderen neurodegenerativen Erkrankungen auf. Obwohl es auch dieses Jahr keine bahnbrechenden Neuigkeiten auf therapeutischem Gebiet gab, bot der Kongress zahlreiche hervorragende, interessante Vorträge und Poster zur Grundlagenforschung sowie zu klinischen Themen.

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  • EFNS 2012: Aktuelles zu Neuroinfektionen und autoimmunen Enzephalitiden


    Rezente Entwicklungen bei Neuroinfektionen sowie Neues zu Diagnose und Therapie von autoimmunen Enzephalitiden zählten zu den Highlights des 16. Kongresses der EFNS, der im September in Stockholm stattfand. Der thematische Bogen spannte sich von reiseassoziierten ZNS-Infektionen über aktuelle Trends bei Neuro­infektionen bis zu Neuro-Behçet und ZNS-Beteiligung bei Sjögren-Syndrom.

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  • EFNS-Kongress 2012
: Schwerpunkt autonomes Nervensystem 


    Viele Neurologen und Neurologinnen sind am autonomen Nervensystem interessiert, das jedoch bisher den Ruf hatte, nur SpezialistInnen zugänglich zu sein. Um mehr Neurologen und Neurologinnen für dieses Feld zu gewinnen, wurde heuer zum 2. Mal nach Madrid 2008 erfolgreich der jährliche Kongress der European Federation of Autonomic Societies (EFAS) gemeinsam mit der EFNS abgehalten. Das EFNS Scientist Panel für autonome Erkrankungen stellte mit der EFAS ein spannendes Programm zusammen.

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  • Kongress-Highlights ECTRIMS 2012


    Der 28. Kongress des Europäischen Komitees zur Behandlung und Erforschung der Multiplen Sklerose (ECTRIMS) fand heuer im Oktober in Lyon statt. Mit mehr als 7.000 TeilnehmerInnen aus 96 Ländern war die Anzahl der BesucherInnen fast so hoch wie beim vorjährigen ECTRIMS-Kongress in Amsterdam, der allerdings gemeinsam mit dem amerikanischen ACTRIMS veranstaltet wurde. Zum Vergleich: 2004 besuchten in Wien an die 4.000 Personen den 20. ECTRIMS-Kongress, während zum 4. Kongress 1985 in Lyon gerade 180 TeilnehmerInnen gekommen waren. Dies zeigt den Einfluss der Verfügbarkeit partiell wirksamer MS-Medikamente auf die Entwicklung und Bedeutung dieses Kongresses. Allerdings war die mit der Größe des Kongresses verbundene „Inflation“ an Information kaum zu überblicken.

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  • 23rd Symposium on ALS/MND 2012, Chicago


    In Chicago fand vom 5. bis 7. Dezember das 23. Internationale ALS/MND-Symposium mit ca. 1.000 TeilnehmerInnen – Personen aus den Gesundheitsdiensten, PatientInnen, Angehörigen und Patientenorganisationen – statt. Als „host“ fungierte die ALS Les Turner Foundation, die seit Langem PatientInnen mit amyotropher Lateralsklerose (ALS) multidisziplinär betreut und auch die ALS-Forschung unterstützt sowie wissenschaftliche Preise ausschreibt.

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Für die Praxis

  • Update zur Diagnostik von Demenzen


    Die rasche Häufigkeitszunahme demenzieller Erkrankungen infolge des steigenden Anteils betagter Menschen ist eines der wichtigsten Gesundheitsprobleme des 21. Jahrhunderts. Die klinische Erfassung der Alzheimer-Krankheit als häufigster Demenzform und ihre Abgrenzung von anderen Demenzprozessen ist bei Anwendung neuer Diagnosekriterien und moderner Biomarker mit bis zu 95 % Treffsicherheit möglich, was bedingt auch für deren präklinische Frühformen („mild cognitive impairment“, MCI) gilt.

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Autonome Störungen

  • Kardiovaskuläres Risiko und Mortalität bei Synukleinopathien


    Kardiovaskuläres autonomes Versagen ist die am zweithäufigsten betroffene Domäne des autonomen Nervensystems bei Morbus Parkinson (MP), Demenz mit Lewy-Körperchen (DLK), reinem autonomem Versagen (RAV) und Multisystematrophie (MSA), die allesamt zum Spektrum der Synukleinopathien gezählt werden.

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Multiple Sklerose

  • Ein neuer Biomarker für die Multiple Sklerose?

    In einer Studie1, bei der ForscherInnen der Technischen Universität München federführend waren, stellte sich heraus, dass Antikörper gegen den Kaliumkanal KIR4.1 bei PatientInnen mit Multipler Sklerose einen deutlich höheren Titer aufwiesen als bei PatientInnen mit anderen neurologischen Erkrankungen und auch ...Weiterlesen ...
  • Umweltfaktoren und MS-Risiko

    Stillen und MS: protektiver Effekt?
    In einer Fallkontrollstudie2 an 245 MS-Patientinnen und 296 populationsbasierten Kontrollen fanden NeurologInnen der Charité in Berlin anhand eines standardisierten Fragebogens heraus, dass Stillen im Vergleich zu Nicht-Stillen einen protektiven Effekt auf das spätere Auftreten einer ...Weiterlesen ...

Neurochirurgie

Neurogeriatrie

  • Gang und Kognition


    Kognitive Beeinträchtigung, Verschlechterung des Gehvermögens und Stürze haben eine hohe Prävalenz bei alten Menschen, tragen wesentlich zu Gesundheitsproblemen bei und sind häufig Grund für Pflegebedürftigkeit. Bis dato wurden diese Phänomene als relativ unabhängig voneinander betrachtet, was zur Folge hatte, dass Assessments für kognitive Leistungen und Mobilität unabhängig voneinander durchgeführt und interpretiert wurden. Aktuell mehren sich Publikationen, die zeigen, dass frühe Störungen kognitiver Prozesse wie Aufmerksamkeit, Exekutivfunktion und Arbeitsgedächtnis mit einer Verlangsamung des Gehens und Reduktion der Gangstabilität assoziiert sind.

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Neuroimaging

  • ECTRIMS 2012: Nuklearmedizin und MS !?


    Man glaubt es kaum, aber am diesjährigen ECTRIMS wurden nennenswerte Arbeiten mit nuklearmedizinischem Inhalt präsentiert. So war in der „Parallel Session“ mit dem Thema „Imaging“ ein ausführlicher Vortrag der Nuklearmedizin gewidmet: Bruno Stankoff referierte einerseits über Myelin-Markierung und andererseits über Mikroglia-Aktivierung und deren Darstellung mittels der PET-Technik. Über die dabei verwendeten Radiopharmaka soll im Folgenden kurz berichtet werden.

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Neuromuskuläre Erkrankungen

  • Die autosomal-rezessive axonale Neuropathie mit Neuromyotonie (ARAN-NM)

    Hereditäre Neuropathien Charcot-Marie-Tooth (CMT) sind mit einer geschätzten Prävalenz von 40/100.000 relativ häufige Ursachen von vererbten neuromuskulären Erkrankungen. Die häufigsten Formen werden autosomal dominant oder X-chromosomal vererbt, rezessive Formen sind seltener. Derzeit sind mehr als 50 Gene bekannt, die eine ...Weiterlesen ...

Schlafstörungen

Schlaganfall

  • Aktuelles zum Schlaganfall


    Die kommende Jahrestagung der Österreichischen Schlaganfallgesellschaft (ÖGSF) vom 24.–26. 1. 2013 in Graz wird einige Themen aufgreifen, die aktuell auch in den Journals ihren Niederschlag finden. Dazu gehören die Therapie des akuten Schlaganfalls und als besonderer Schwerpunkt der Schlaganfall in jüngerem Lebensalter.

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